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Bei einer "Captive Insurance Company" – auch kurz Captive genannt – handelt es sich um eine Erst- oder Rückversicherungsgesellschaft, die einem einzelnen oder einer Gruppe von Industrie-, Handels- oder Finanzunternehmen gehört und die primär die Risiken der Eigentümer übernimmt. Captives wurden ursprünglich zur kosteneffizienten Finanzierung von Frequenzschäden und zur Absicherung von bestimmten, auf traditionellen Märkten nicht versicherbaren, "low-frequency/high-severity" Risiken gegründet.
Romeike 8655 Downloads 29.12.2005
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Im August 1997 wurde die traditionsreiche Werft Bremer Vulkan geschlossen. Mit über 700 gebauten Schiffen hatte der Bremer Vulkan deutsche Schiffbaugeschichte geschrieben. Als Anfang vom Ende muss rückblickend der Amtsantritt von Friedrich Hennemann betrachtet werden, den der Bremer Senat nach ersten Turbulenzen 1987 als Manager einsetzte. Hennemann konstruierte ein komplexes Unternehmensgeflecht aus Finanzierungs- und Beteiligungsgesellschaften, aus Reedereien und Maklern und übernahm fast die gesamte ostdeutsche Werftindustrie – andere wollten diese maroden Unternehmen nicht einmal geschenkt haben. Die Ursachen für den Zusammenbruch sind jedoch nicht nur bei Hennemann zu finden …
Romeike 6202 Downloads 29.12.2005
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Der italienische Konzern Parmalat beschäftigt rund 36.000 Menschen in 30 Ländern und erwirtschaftete im Jahr 2002 einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro. Die Parmalat-Aktie galt an der Mailänder Börse als grundsolide und sichere Geldanlage … allerdings nur bis zum 11. November 2003. An diesem Tag meldeten die Wirtschaftsprüfer erste Zweifel an der Bonität des Unternehmens an. Über einen Zeitraum von 15 Jahren hatte der Konzern seine Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung manipuliert und gefälscht und mit Mondzahlen operiert. Experten sprechen von einem der größten Finanzskandale in der europäischen Unternehmensgeschichte. Viele gehen davon aus, dass die Parmalat-Pleite ähnlich verheerende Schockwellen auslösen wird wie der betrügerische Bankrott des US-amerikanischen Energieriesen Enron im Dezember 2001. Die genaue Schadenshöhe ist bislang noch nicht abzusehen.
Romeike 7705 Downloads 29.12.2005
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Der Chef des CIA bezeichnete die Bank of Credit and Commerce International (BCCI) einmal als "Bank of Crooks and Criminals". Das Nachrichtenmagazin TIME nannte sie "die schmutzigste aller Banken". In Bankenkreisen wurde das Geldhaus häufig als "Bank of Corruption and Criminal Incompetence" bezeichnet. Wie auch immer: wenn man die Liste der Kunden überfliegt, wird einem schnell klar, dass bei der BCCI jeder über ein Konto verfügte, der in den großen Dunkelmeister-Geschäften dieser Welt einen Namen hatte: von Escobar über Noriega, das Medellin-Kartell, den Opiumkönig Khun Sa, der CIA bis zu Qadeer Khan, dem Vater der islamischen Atombombe. Die Bank war vor allem eine Annahmestelle für die Gelder der Drogenmafia und der diversen Terrornetzwerke auf diesem Planeten. Sie operierte in 73 Ländern und verwaltete Gelder in Höhe von etwa 30 Milliarden US-Dollar. Ursprünglich geplant war das Institut mit seinem intransparenten Beteiligungsgeflecht auch als Gegengewicht zu den Investmentbanken an der Wall Street. Bekannt war die BCCI unter anderem für ihre "Politik der Blankokredite".
Romeike 5922 Downloads 29.12.2005
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Zur europäischen Begriffsbildung im Wortfeld des Risikos gehören die Ausdrücke "Angst", "Abenteuer" und "Risiko". Mittelalterliche Ideologeme der höfisch-ritterlichen und der christlichen Denkkultur sind für diese Begriffsgeschichte grundlegend und werden in der frühen Neuzeit durch merkantile Praktiken überlagert. Es zeigt sich dabei, dass der Mensch sich selbst als Risiko-Faktor allerersten Ranges begreift. Dies wird zu allen Zeiten auch erzählerisch verarbeitet. Bereits im jüdisch-christlichen Mythos vom Sündenfall ist dies vorgezeichnet und setzt sich fort bis hin zu den modernsten Technologien (sei es die Kernenergie, die Umweltsituation, die Mikrobiologie oder humanmedizinische Forschungszweige) sowie den Debatten der daraus resultierenden ethischen Probleme.
Keller 6727 Downloads 29.12.2005
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Phantomrisiken resultieren aus gesellschaftlicher Ungewissheit und individueller Risiko-Wahrnehmung. Was für den Einen ein Risiko ist, braucht für den Anderen noch lange keines zu sein. Phantomrisiken tauchen dort auf, wo die Technikbegeisterung der Industriegesellschaft in Skepsis und Bedenken umschlägt. Obwohl häufig nicht wissenschaftlich nachweisbar, werden bei neuen Technologien, Materialien, Produkten oder Produktionsweisen gesundheits- und umweltschädigende Wirkungen vermutet. Und obwohl es sich nur um einen vagen Verdacht handelt, sind Phantomrisiken real: sie manifestieren sich unter anderem in Angst, psychosomatischen Störungen, Gerichtsurteilen und neuen Gesetzen, aber auch in Schadensersatzforderungen, Umsatzrückgängen und Reputationsschäden.
Romeike 4862 Downloads 29.12.2005
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Der Marktwert einiger Anlagen ist vom Zinsniveau abhängig und wird von daher von Zinsveränderungen stark beeinflusst. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Messung vom Zinsrisiko im Unternehmensbereich.
Wiedemann 4767 Downloads 29.12.2005
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Companies engaged in international business face many financial risks. These risks are mainly focused around currency exchange, cost of raw materials, interest rates, and the stock market. Investors, customers, suppliers and legislation are all pressing for transparent reporting and an objective display of the operational and financial risks. The main problem lies in deciding how these financial risks affect the profitability of a company. Compared to pure financial companies, the industry and trading houses are forced to face additional uncertainties. Often operational Cash Flows depend on market risks and raw material price risks. For example, unfavourable currency exchange development can lead to a reduction in export volume. Also, by holding sale prices constant after an increase in price of raw material will lead to a reduction in profit. An unfavourable development in interest rates can lead to the net debt capital service becoming more difficult, and "collaborating" risk factors can destroy the liquidity of the company. But how do changes in the raw material price and currency exchange rates influence operational Cash Flow, profit or turnover? With what probability will operative Cash Flows cover the financial needs of the company (thereby safeguarding liquidity)?
Wiedemann 5362 Downloads 29.12.2005
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Im Rahmen der 2. Säule von Basel II wird die Bankenaufsicht künftig die Angemessenheit der Kapitalausstattung und des Risikomanagements der Institute beurteilen. Besonderer Fokus dabei: das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch. Institute, deren Risiko den Grenzwert überschreitet, werden einer besonderen Beobachtung durch die Aufsicht unterliegen. Primärbanken können die Einführung der barwertigen Zinsbuchsteuerung nutzen, um vorrangig ihre Fristentransformation zu optimieren, und dabei auch die Voraussetzungen für die Umsetzung der neuen aufsichtsrechtlichen Regelungen schaffen.
Hager 14127 Downloads 29.12.2005
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Im Rahmen der MaRisk wird die Bankenaufsicht erstmals weit reichende qualitative Regelungen für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch treffen. Im Gegensatz zum Baseler Akkord sieht der aktuelle Entwurf aber keine quantitative Regelung vor. Im vorliegenden Beitrag stellen die Autoren die unter Basel II vorgesehenen Ansätze der Risikomessung gegenüber und zeigen auf, unter welchen Bedingungen die Einführung eines Value at Risk-basierten internen Risikomodells für Primärbanken auch unter aufsichtsrechtlichen Aspekten von Vorteil sein kann.
Hager 14049 Downloads 29.12.2005
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