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 RiskNEWS vom 24. Mai 2011

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Länderrisiken aus der Perspektive des Risikomanagements

Die Bedeutung von Länderrisiken nimmt erkennbar zu. Einst als exklusive Domäne der Ratingagenturen und Kreditversicherer erachtet, erlangt in jüngerer Zeit die professionelle Analyse von Country Risks auch für andere Branchen eine erhöhte Bedeutung, denn die hohe Verschuldung der Staaten in Europa wird sich mittelfristig auch auf die Konjunktur und das Zahlungsverhalten der Unternehmen auswirken. Das erwartet zumindest der Kreditversicherer Coface.

Der internationale Forderungsspezialist verzeichnet im Moment zwar noch kein gravierend verschlechtertes Zahlungsverhalten von Unternehmen in Portugal, Spanien, Griechenland oder Irland. "Wenn die staatlichen Investitionsimpulse aber reduziert werden oder ausbleiben, was aufgrund der Sparnotwendigkeiten unausweichlich erscheint, müssen wir uns auf Probleme für Unternehmen in diesen Ländern einstellen", sagte Norbert Langenbach beim Kongress Länderrisiken von Coface Deutschland in Mainz. Klare "Gewinner" der Wirtschaftskrise sind nach Einschätzung von Coface die Schwellenländer. Bei weiterhin stabilen Wachstumsaussichten schwinden die Unterschiede zu den etablierten Industrieländern zusehends. Weiter



Platzt die Rohstoffblase?

Noch ist es zu früh, bei den Rohstoffpreisen eine Wiederholung der Ereignisse von 2008 zu befürchten. Die Preise für Silber, Industriemetalle und Öl sind in den letzten Tagen zwar deutlich zurückgekommen. Die Grafik zeigt aber am Beispiel des Öls, dass es sich bisher um nicht mehr als eine der üblichen Marktschwankungen handelt. Nicht zu früh ist es jedoch, darüber nachzudenken, ob ein neuer Absturz der Rohstoffpreise denkbar ist und welche Auswirkungen das auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte haben könnte.

Ja, ein neuer Absturz ist denkbar. Ich halte ihn auch nicht für unwahrscheinlich. Die Rohstoffmärkte befinden sich schon seit geraumer Zeit im Ungleichgewicht. Der Anstieg der Preise seit Anfang 2009 war erheblich größer als die Zunahme der Nachfrage aufgrund des konjunkturellen Aufschwungs. Rohstoffe werden zunehmend auch zu Anlagezwecken gekauft. Die Läger sind voll. Bei der Investmentnachfrage spielt die hohe Liquidität auf den Märkten eine wichtige Rolle. Jeder Hedge-Fonds kann heute unbegrenzt Geld zu praktisch Nullzinsen bekommen. Weiter

 







Der globale Kampf um Rohstoffe

Seit mehr als zwei Jahrzehnten beklagt die Industrie in regelmäßigen Abständen Gewinneinbußen infolge schwankender Marktpreise für Rohstoffe und Wechselkursschwankungen bei Exporterlösen. Die Liste der geschädigten Unternehmen liest sich wie das "who-is-who" der deutschen Wirtschaft: BMW, Daimler, Lufthansa sowie zahlreiche Mittelständler gehören zu dem Kreis der Betroffenen. Teilweise finden sich inzwischen in den Jahresberichten Hinweise auf einen Ausbau der Risikomanagementsysteme um auch die Marktpreisschwankungen zu managen.  Vielfach mangelt es jedoch an geeigneten Ansätzen zur Risikomessung und -steuerung, insbesondere in mittelständischen Unternehmen.

Der Branchendienst KI Kunststoffinformation hat gemeinsam mit dem Einkaufsdienstleister Inverto aus Köln unlängst eine Befragung unter 220 Vorständen, Geschäftsführern und Einkaufsleitern deutscher Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen das althergebrachte Bild: Bei rund 84 Prozent der befragten Unternehmen wurde seit 2007 das Unternehmensergebnis schon einmal durch Rohstoffpreisschwankungen negativ beeinflusst. Weiter



Auch Bond-Märkte sind nicht risikolos

Irgendetwas stimmt nicht mit den Bond-Märkten. Seit Jahren heißt es bei den Anlegern unisono: Hände weg von langfristigen Renten. Die Renditen sind zu niedrig. Sie können nicht weiter sinken. Der Investor muss sich im Zweifel auf Kursverluste einstellen. Was aber ist passiert? Die Grafik zeigt, dass sich die langfristigen Zinsen seit über zehn Jahren in einem, nach wie vor stabilen, Abwärtstrend befinden. Es gibt zwar immer mal wieder Schwankungen nach oben und nach unten. Diese haben in den vergangenen fünf Jahren sogar deutlich zugenommen. Sie ändern aber nichts an der grundlegenden Entwicklung. Seit Anfang vorigen Jahres ist der deutsche Rentenmarktindex REX um 2,9 Prozent gestiegen. In anderen Ländern sieht das nicht viel anders aus.

Wie ist das zu erklären? Und was folgt daraus für die weitere Entwicklung?
Der wichtigste Grund für die Fehleinschätzung des Rentenmarktes liegt darin, dass die Analysen der Bond-Experten zu kurz greifen. Sie orientieren sich in der Regel nur an vier Faktoren: Der Inflation, der Konjunktur, der Geldpolitik und dem öffentlichen Finanzbedarf. Ein Punkt fehlt. Weiter







Ein Blick auf die Risikolandkarte im Mittelstand

Die Abhängigkeit von Lieferanten ist eines der Top-Ten-Risiken und kann ein unvorbereitetes Unternehmen empfindlich treffen. Im besten Fall kompensiert ein schnelles Prozess- und Risikomanagement Engpässe oder Ausfälle bei der Lieferung von Rohstoffen oder Fertigungsteilen über alternative Beschaffungsquellen. Ein vorausschauendes Management beschäftigt sich nicht erst im Ernstfall mit der Frage, wie mögliche Ausfälle in der Lieferkette aufgefangen werden können, sondern kann auf Krisen- und Maßnahmenpläne zurückgreifen, so Christian Els, Geschäftsführer der Strategischen Management- und Risikoberatungs GmbH aus Hamburg. Insbesondere die vergangene Wirtschaftskrise hätte das Risikobewusstsein geschärft, so der Experte. Dieses bestätigt die Anfang des Jahres durchgeführte GGW Studie "Risikomanagement im Mittelstand 2011".

Ein Viertel der Befragten gaben an, nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft im Jahre 2008/2009 dem Thema mehr Bedeutung beigemessen zu haben und richteten als Konsequenz ihr Risikomanagement-System neu aus oder erhöhten Intensität und Umfang deutlich. Für die Hälfte aller Befragten war es schon immer sehr wichtig, für ein Viertel änderte sich nichts. Weiter

 

 


Aktuelle Buchempfehlungen

Operational Risk Modelling and Management

Von: Claudio Franzetti, Chapman & Hall/CRC Finance, 389 Seiten, Boca Raton 2011.

Das Buch ist in insgesamt fünf Themenblöcke aufgeteilt. Nach einer Einführung in das Thema (Introduction to Operational Risk) folgen einige Ausführungen zum Thema Daten. Ein große Herausforderung bei der praktischen Umsetzung von ambitionierten Ansätzen stellt die Datenbasis dar. In nahezu keinem Unternehmen ist eine adäquat lange Datenhistorie vorhanden, die es erlauben würde, allein damit eine Messung operationeller Risiken durchzuführen. Basel II fordert daher von Banken explizit, auf externe Daten zurückzugreifen. Das dritte Kapitel konzentriert sich auf die eigentliche Modellierung (beispielsweise Simulationsverfahren, Korrelationen, Modellierung von Maßnahmen, Berechnung des ökonomischen Kapitals). Die folgenden beiden Kapitel konzentrieren sich auf das Management operativer Risiken und schließen mit einer kurzen Zusammenfassung ab. Im Anhang findet der Leser ergänzende Informationen für die Umsetzung in der Praxis.

Das quantitativ ausgerichtete Buch kann allen Lesern empfohlen werden, die tiefer in die mathematische Welt zur Modellierung von Operational Risk einsteigen möchten. Dies werden wohl vor allem Risikomodellierer aus Banken und Versicherungen sein. Weiter

 

 

RiskNET Intensiv-Seminar "Derivate und Sicherungsgeschäfte"

Seit Jahrzehnten beklagt die Industrie in regelmäßigen Abständen Gewinneinbußen infolge schwankender Wechselkurse und Marktpreise für Rohstoffe. Der Ölpreis und auch andere Energiepreise erreichen derzeit wieder Höchststände. Zinsen steigen und Kapitalbeschaffung wird teurer. Insbesondere das produzierende Gewerbe sieht in den Preissteigerungen eine Gefahr für den wirtschaftlichen Erholungskurs nach der Krise. 

Im Bereich der Marktpreisrisiken wird häufig auf Terminpreise  und Derivate zurückgegriffen. Terminpreise und Derivate werden für meist an Börsen gehandelte Finanzinstrumente und Güter angeboten. Dazu gehören insbesondere Zinsen, Aktien, Wechselkurse, Rohstoffe und Energie.

Risikomanager müssen heute neben dem Methodenverständnis zunehmend auch Know How im Bereich der Chancen-/Risikoeinschätzung von Steuerungsinstrumenten wie z.B. Termingeschäften und Derivaten aufbauen. Die Veranstaltung "Derivate und Sicherungsgeschäfte zur Risikosteuerung in Unternehmen" bietet einen Einstieg in die Thematik, ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen. 

Im Vordergrund aller RiskNET Intensiv-Seminare steht die Frage: Wie können die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Chancen und Risiken realisiert werden, ohne unnötige theoretische und bürokratische Hürden, die häufig einer praxisgerechten Anwendung entgegen stehen?

 

Unser RiskNET-Seminarangebot für Sie:

 

Hier finden Sie Details zu den einzelnen Veranstaltungen und weitere Informationen zur Anmeldung:

 

 






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