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Von der Illusion der Risikokontrolle Nach der Erwartungswert-Theorie wird das Risiko maximal, wenn sowohl Schadensausmaß als auch Eintrittswahrscheinlichkeit hoch sind. In diesem Modell sind beide Parameter gleichberechtigt: Ist das Schadensausmaß hoch und die Eintrittswahrscheinlichkeit mittel, so bedeutet dies rechnerisch das gleiche Risiko als wenn das Schadensausmaß mittel und die Eintrittswahrscheinlichkeit hoch wären - obwohl dies nicht das Gleiche ist und die Erfahrung zeigt, dass Menschen sich so nicht verhalten wie berechnet, sondern die Parameter unterschiedlich stark gewichten. Dies sei am Beispiel einer Flugreise dargestellt:
Das Risiko, bei einer Flugreise ums Leben zu kommen ist statistisch sehr niedrig. Nach einem Bericht der Zeitschrift Focus [Steinlein 2009a] beträgt sie 0,000012 Prozent. Die damit zusammenhängende Konsequenz ist jedoch nicht ebenso klein, sondern bedeutet den Verlust des eigenen Lebens – und zwar zu 100 Prozent. Weiter


Die Verfügbarkeit von risikofreien Anlagen wird geringer Als wäre die Schuldensituation in Europa und den USA an sich nicht schon schlimm genug, haben die teilweise dilettantischen (Europa) und machtpolitisch dominierten (USA) Versuche, einen Ausweg zu finden, eine nachhaltige Wirkung auf die Investoren weltweit. Es handelt sich hierbei nicht um einen temporären Vertrauensverlust, sondern vielmehr um die Erkenntnis, dass die fatale Suche nach einem sicheren Hafen im Kapitalmarkt einer Odyssee gleicht. In diesem Newsletter beschäftigen wir uns hauptsächlich mit zwei Fragen: Wie konnte es soweit kommen? Und was bedeutet der Verlust einer sicheren Anlagealternative für die globale Kapitalallokation und für die aus der Portfoliotheorie bekannten Optimierungsmechanismen? Letztlich stehen alle Investoren vor demselben Problem - die ganze Welt ist ein Credit Investment. Und diesem Problem ist mit klassischer Theorie nur schwerlich beizukommen. Leerverkaufsverbote, Euro-Bonds und Rating-Agentur-Bashing werden hier auch keine Abhilfe schaffen.
Die dramatischen Entwicklungen an den Finanzmärkten in den letzten Wochen stellt die logische Konsequenz einer Vielzahl von Fehlentwicklungen vor allem nach der Lehman-Pleite 2008 dar. Weiter





Unwägbarkeiten und Risiken im Zuge von IFRS 9 Etwa die Hälfte der Verantwortlichen in Banken und Finanzinstituten glaubt nicht, dass neue Modelle zur Abschätzung künftiger Kreditausfallrisiken (Expected-Loss-Modelle) ihr Kredit-Pricing beeinflussen werden. Für die Implementierung entsprechender Modelle brauchen sie konkretes Datenmaterial - über das derzeit nur ein Bruchteil verfügt. Insgesamt sind die meisten Institute noch weit entfernt von einer Anpassung an die dazugehörige IFRS-9-Regelung - deren Inkrafttreten für Jahr 2015 vorgesehen ist. Über ein Drittel rechnet daher nicht damit, IFRS-9-konforme Modelle vor diesem Datum zu implementieren. Ein Viertel glaubt zudem nicht an eine konstruktive Auswirkung der neuen Regeln auf ihre Bilanzerstellung. Vor allem wird die Einbindung zahlreicher Stakeholder erforderlich sein - wie die Befragung von 56 bedeutenden Finanzinstituten für den aktuellen "IFRS 9 Impairment Survey 2011" von Deloitte zeigt.
Der International Financial Reporting Standard 9 Finanzinstrumente (IFRS 9) ist ein internationaler Rechnungslegungstandard (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), der Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten regeln soll. Ziel ist die vollständige Ablösung des aktuell gültigen International Accounting Standard 39. Weiter 


Euro-Bonds sind eine Einladung zu unsolider FinanzpolitikAngela Merkel und Nicolas Sarkozy haben Euro-Bonds bei ihrem Treffen in Paris in dieser Woche mit einem Federstrich vom Tisch gewischt. Ist das Thema damit erledigt? Ich glaube nicht. Die letzten Monate haben gezeigt, dass Politiker ihre Haltung oft sehr schnell ändern. Zudem haben alle bisherigen Maßnahmen zur Beruhigung der Situation in der Währungsunion nichts genutzt. Auch die neuen Vereinbarungen von Paris in dieser Woche sind nicht das "Ei des Kolumbus". Ich würde mich daher nicht wundern, wenn Euro-Bonds am Ende doch wieder hochgeholt würden.
Die Diskussion über Euro-Bonds leidet darunter, dass niemand so recht weiß, was damit gemeint ist. Eigentlich gibt es Euro-Bonds schon. Es sind die Papiere der europäischen Finanzstabilisierungs-Fazilität EFSF. Sie haben eine hervorragende Bonität ("AAA") und sind bei internationalen Investoren sehr beliebt. Allerdings ist die Liquidität gering, weil es bisher erst wenige dieser Papiere gibt. Die Erträge aus diesen Bonds werden den Mitgliedern nur unter strengen wirtschafts- und finanzpolitischen Auflagen zur Verfügung gestellt. Weiter




Expertenumfrage: Simulationen in der UnternehmenspraxisBetriebswirtschaftliche Simulationen scheinen trotz nahezu allseits akzeptierten Nutzens weiterhin ein Schattendasein neben klassischen Planungs- und Steuerungsinstrumenten in der Unternehmenspraxis zu führen. Um ein aktuelles Bild über den Einsatz dieser Methode in den Unternehmen zu erhalten, führen das Kompetenzportal RiskNET aktuell - gemeinsam mit der C21 Consulting GmbH sowie der Technischen Universität Hamburg-Harburg - eine Studie zum Einsatz dieser Methode durch.
Unternehmen und ihre Führungskräfte haben immer mehr mit volatilen Märkten und scheinbar überraschenden Ereignissen zu tun. Dazu kommt die immer engere Vernetzung einer globalen Wirtschaftswelt. Um in diesem Umfeld bestehen zu können, wird eine zukunftsorientierte Steuerung von Unternehmen immer wichtiger. Allein durch die Analyse der Vergangenheit und auf Basis von Erfahrungen und Intuition zu steuern, reicht hier nicht. Stattdessen benötigt das Management "vorausschauende" Entscheidungs- und Steuerungsinstrumente.
Eine seit längerem bekannte und für das beschriebene Unternehmensumfeld geeignete Methode sind Simulationen. Ihr Nutzen ist heutzutage unbestritten, bewirken diese Verfahren doch zwei wesentliche Dinge: Sie ermöglichen sogenannte Was-wäre-Wenn-Analysen, also die Untersuchung einer realistisch erscheinenden Zukunft. Weiter

Aktuelle BuchempfehlungenBankbetriebslehre
Von: Hartmann-Wendels/Pfingsten/Weber, Springer, 5. Aufl., 946 S., Heidelberg 2010
Die Bankbetriebslehre ist eine spezifische Betriebswirtschaftslehre für das Bankwesen. In der fünften, überarbeiteten Auflage wurden die Erkenntnisse der Finanzmarktkrise berücksichtigt. Nach Ansicht der Autoren war ein wichtiger Auslöser der Finanzmarktkrise, dass die Auswirkungen von asymmetrischen Informationsverteilungen und von Anreizproblemen nicht hinreichend beachtet wurden. Asymmetrische Informationsverteilung und Anreizprobleme sind zugleich zwei zentrale Bausteine, um zu erklären, warum dem Risikotransfer über Finanzmärkte Grenzen gesetzt sind und worin die Existenzgrundlage für Banken liegt.
Die Autoren haben den Schwerpunkt auf das Commercial Banking gelegt. Die 13 Teile des Lehrbuchs können gedanklich in vier Blöcke zusammengefasst werden. Im ersten Block werden in den Teilen A und B institutionelle und theoretische Grundlagen des Bankwesens vermittelt. Weiter
RiskNET Intensiv-Seminare 2011Die wirtschaftlichen Turbulenzen der vergangenen Jahre haben verdeutlicht, dass Risikomanager zukünftig darauf hinweisen müssen, wenn zwischen dem Willen, Renditechancen zu nutzen, und der Bereitschaft, Risiken vorausschauend einzuschätzen, ein Ungleichgewicht existiert. Risikomanager werden die Ampel auf "rot" stellen, wenn ein Abwägen der erwarteten Rendite und der Risiken zum Ergebnis führt, dass das Grundprinzip einer wertorientierten Unternehmensführung verletzt wird.
Risikomanager in allen Branchen werden auch ihre Werkzeuge anpassen müssen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass viele Methoden blind sind für die Realität. Leider haben sich auch in den vergangenen Jahren viele Unternehmen so verhalten wie der Autofahrer, dessen Frontscheibe beschlagen ist und der deshalb mit Hilfe des Rückspiegels fährt. Reaktives Risikomanagement unterstellt eine Ursache-Wirkungs-Folge. Die komplexe Realität sieht jedoch etwas anders aus: Unternehmen sind komplexe Netzwerke ohne einfache Ursache-Wirkungs-Logik.
Im Vordergrund aller RiskNET Intensiv-Seminare steht die Frage: Wie können die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Chancen und Risiken realisiert werden, ohne unnötige theoretische und bürokratische Hürden, die häufig einer praxisgerechten Anwendung entgegen stehen?
Unser RiskNET-Seminarangebot für Sie:
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