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Eine kurze Hommage an den CDS-MarktDer Markt für Credit Default Swaps ist seit dem Ausbruch der Griechenlandkrise verstärkt in die Kritik geraten. Letztes Jahr stand die Frage im Mittelpunkt, ob Staaten-CDS Länder in die Insolvenz treiben können. Dies wurde auch von Institutionen, denen man Objektivität unterstellen darf, verneint. Hierzu gehörten der IWF, die BIZ und auch nationale Aufsichtsbehörden. Jedoch scheinen diese Ausführungen weitgehend ignoriert zu werden, was sich in der aktuellen Diskussion bezüglich der Mechanismen auf dem CDS-Markt widerspiegelt. Hierbei stehen vor allem zwei Kritikpunkte im Raum: Erstens wird die Funktionsweise von CDS im Allgemeinen in Frage gestellt angesichts der Tatsache, dass die freiwillige Beteiligung der europäischen Finanzinstitute an der Umschuldung Griechenlands kein Credit Event und damit keine Versicherungszahlung auslöst.
Zweitens wird das Volumen an ausstehenden CDS-Kontrakten als potenzielles Risiko des globalen Bankensystems gesehen, was die Urängste der Investoren vor "weapons of financial mass destruction" aufkeimen lässt. Im Folgenden der Versuch, beide Kritikpunkte ohne ideologische Vorurteile anhand von nachprüfbaren Fakten zu bewerten. Weiter





Solvency II: Künstlich generierte VolatilitätDie Allianz kritisiert vor dem Hintergrund der aktuellen Verwerfungen an den Finanzmärkten die künftigen Regulierungsvorschriften Solvency II. Auf der EIOPA-Konferenz in Frankfurt sagte Finanzvorstand Oliver Bäte, dass die neuen Vorschriften die Volatilität an den Märkten zu stark in die Bilanzen der Versicherer übertrage.
Man importiere künstlich generierte Volatilität, die nichts mit den zugrundeliegenden Risiken zu tun habe, sagte Bäte. Man könne aber kein Unternehmen führen, wenn die Kapitalbasis innerhalb eines Quartals um 50% schwanke. Zudem könne man nicht davon ausgehen, dass sich die Investoren an die Volatilität gewöhnten. Sie würden sich stattdessen zurückziehen. Weiter 


Volatilität ist kein geeignetes Risikomaß"Volatilität ist kein geeignetes Risikomaß", sagt Stefan Mittnik, Lehrstuhlinhaber am Seminar für Ökonometrie, Finanzökonometrie und Statistik der Ludwig-Maximilians-Universität München anlässlich der Veranstaltung "Vom Umgang mit Schwarzen Schwänen an den Finanzmärkten - Ist eine neue Sicht auf die Risiken von Extremereignissen erforderlich?" im Hause der Landesbank Hessen-Thüringen.
Volatilität ist kein geeignetes Risikomaß, denn sie misst durchschnittliche Streuungsbreite um eine erwartete Rendite. Es wird unterstellt, dass Symmetrie der Renditen gegeben ist, d. h. identisches Verhalten für positive und negative Ausschläge. "Wir beobachten jedoch Asymmetrien: negative Ausschläge sind extremer als positive," berichtet Mittnik, "und die Vola mittelt positive und negative Streubreite, unterschätzt also das Risikopotenzial und überschätzt das Chancepotenzial." Vola liefere keine eindeutigen Rückschlüsse auf relevante Risikomaße, wie Verlustwahrscheinlichkeit, Value at Risk etc., bei Fat Tails. Außerdem sei an Volatilitätscluster zu denken. Weiter





Risikomanagement ist Kostenfaktor, Störfaktor und Kostenstelle"Mängel im Risikomanagement haben nicht unwesentlich zur internationalen Finanzkrise beigetragen. Nur durch den permanenten Dialog zwischen Finanzaufsicht und Kreditwirtschaft können bestehende Defizite beseitigt werden", so Raimund Röseler, Exekutivdirektor Bankenaufsicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), bei der Risk Management Konferenz im Rahmen der Euro Finance Week in Frankfurt. Die Einrichtung adäquater Risikomanagementsysteme in den Banken sei eine der vordringlichsten Aufgaben. Was die BaFin derzeit bei ihren Prüfungen zu sehen bekomme, sei oft nur ein "Schaulaufen für die Aufsicht", so Röseler.
Seit Ausbruch der Krise sei das Risikomanagement in den Banken zwar deutlich besser geworden. Freiwillig beschäftigten sich die Institute mit dem Thema aber nur ungern. "Risikomanagement ist für die Banken ein Kostenfaktor, Störfaktor und eine Kostenstelle, aber kein Profit Center", kritisierte Bankenaufseher Röseler. Optimierungsbedarf sieht die BaFin vor allem in den Bereichen Adressrisikomanagement, Risikofrüherkennung und Datenqualität. Eine Reduzierung des Themas auf die Risikotragfähigkeit eines Instituts entspreche nicht der Vorstellung einer Best Practice. Weiter

Fällt jetzt die EZB?An den Finanzmärkten geht das Gerücht um, die Eurokrise stünde kurz vor dem "Endgame" der endgültigen Entscheidung. Die Mobilisierung von Finanzmitteln für den Rettungsfonds stößt an Grenzen. Mit dem "Hebel" ist nicht so viel Geld aufzubringen wie gehofft. Es droht eine Rezession mit nochmals steigenden Schuldenquoten. Den neuen Expertenregierungen in Italien und Griechenland, so gut sie auch sind, fehlt die demokratische Legitimation. Die britische Zeitung "Economist" überschrieb diese Woche einen Bericht über den Euro mit "Blick in den Abgrund" ("Staring into the abyss"). Eigentlich, so scheint es, gibt es nur noch eine Alternative: Entweder der Euro zerbricht oder die Europäische Zentralbank beißt in den sauren Apfel und kauft unbeschränkt Anleihen von Mitgliedsstaaten, um den Markt zu entlasten und zu hohe Zinsen für die Schuldner zu verhindern.
Tatsächlich nimmt der Druck auf die EZB in dieser Hinsicht deutlich zu. Die große Mehrheit der Regierungen ist dafür (außer Deutschland). Im "Governing Council" der EZB hat Bundesbankpräsident Weidmann bei seinem Widerstand nur wenig Verbündete. Der Deutsche Jürgen Stark scheidet in 14 Tagen aus der EZB aus. Wie sich der neue EZB-Präsident Draghi positioniert, ist noch nicht klar. Weiter

Aktuelle BuchempfehlungenFinanzmarktschocks und monetäre Stabilisierungspolitik bei globalisierten Finanzmärkten
Von: Kenan Šehović, 182 Seiten, Peter Lang GmbH, Frankfurt am Main 2011.
September 2008. Die US Immobilienkrise, ausgehend von der Krise im Subprime-Segment ein Jahr zuvor, hatte ihren Höhepunkt mit dem Konkurs der US Investment-Bank Lehman Brothers erreicht. Laut Prüfungsbericht der SEC war die Bank unter einem Schuldenberg von mehr als 600 Milliarden US Dollar kollabiert. Die Folge waren weltweite Turbulenzen an den Finanz- und Aktienmärkten. Gestiegene Unsicherheiten führten zu einem Vertrauensverlust der Banken untereinander, so dass auch im Interbankenmarkt die Kreditvergabe zum Erliegen kam. Die Volatilitäten am Devisenmarkt nahmen noch weiter zu. Der Dollar geriet gegenüber dem Euro immer weiter unter Druck. Die Finanzmarktkrise hatte schon längst die Realwirtschaft erfasst und beeinträchtigt. Nur durch ein koordiniertes Eingreifen der wichtigsten Staaten und der Zentralbanken verhinderte den vollständigen Kollaps der Finanzmärkte und der Realwirtschaft. Weiter



RiskNET Intensiv-Seminare 2012Risikomanager in allen Branchen werden ihre Werkzeuge anpassen müssen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass viele Methoden blind sind für die Realität. Leider haben sich auch in den vergangenen Jahren viele Unternehmen so verhalten wie der Autofahrer, dessen Frontscheibe beschlagen ist und der deshalb mit Hilfe des Rückspiegels fährt. Reaktives Risikomanagement unterstellt eine Ursache-Wirkungs-Folge. Die komplexe Realität sieht jedoch etwas anders aus: Unternehmen sind komplexe Netzwerke ohne einfache Ursache-Wirkungs-Logik.
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