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 RiskNEWS vom 20. Dezember 2011

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Stresstest zum Wort des Jahres gekürt

Stresstest ist in aller Munde. Die jüngste und immer noch aktuelle Finanz- und Schuldenkrise prägte daher das Mitte Dezember von der "Deutschen Gesellschaft für Sprache" gekürte Wort des Jahres 2011. Aus einer Sammlung von rund 3.000 Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden wählte die Jury, die sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammensetzt, zehn Wörter, die die öffentliche Diskussion dominiert und dieses Jahr wesentlich geprägt haben.

Das Wort Stresstest war in verschiedensten Bereichen anzutreffen: Nicht nur Banken wurden auf ihre Belastbarkeit getestet, auch etwa das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg und deutsche Atomkraftwerke wurden Stresstests unterzogen. Diese Praxis und somit das Wort erlangten dadurch politische, wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Relevanz. So ist Stresstest mittlerweile als fester Bestandteil der Alltagssprache anzusehen. Weiter  








Das Management war im Kern verfault

"Das Management war im Kern verfault und hat andere Teile um sich herum infiziert." So vernichtend lautet das Fazit eines 200 Seiten starken Untersuchungsberichts zum Betrugsskandal beim Kamerahersteller Olympus. Das Geheimnis wurde ein Vierteljahrhundert lang bewahrt, wurde nur unter führenden Managern des weltweit für seine optischen Geräte bekannten Konzerns weitergereicht. Es ging darum, einen Verlust von 1,5 Mrd USD aus schief gegangenen Investmentgeschäften vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Der Skandal nahm Mitte der achtziger Jahre seinen Anfang. Wie viele andere japanische Exporteure auch, versuchte sich Olympus mittels spekulativer Finanzgeschäften vom Stachel eines steigenden Yen zu befreien. Es winkten sogar mühelos zu erzielende Gewinne. Weiter 



Rückversicherer fordern besseres Risikomanagement in der Industrie

Für die Rückversicherer bleibt das Jahr 2011 angesichts der Häufung von Naturkatastrophen ein Alptraum. Nach dem verheerenden Start mit dem Tsunami in Japan, den Erdbeben in Australien, den Überschwemmungen in Australien und später dem Hurrikan Irene in den USA verursachte die jüngste Flut in Thailand erneut Schäden in Milliardenhöhe.

Die flächendeckenden Überschwemmungen in Thailand mit ihrem Höhepunkt im Oktober und November sind die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes. Die volkswirtschaftlichen Schäden sind durch die Konzentration von wichtigen Schlüsselindustrien nördlich und im Umfeld der Hauptstadt Bangkok enorm. Die Folgen der Überschwemmungen machen deutlich, dass die Maßnahmen zur Prävention angesichts der hohen Naturkatastrophen-Gefährdung des Landes verstärkt werden müssen. Die Schadenbelastung für Munich Re liegt voraussichtlich in der Größenordnung von rund 500 Mio. EUR netto und vor Steuern. Die Schätzung ist noch mit Unsicherheiten behaftet, da sich das Wasser nur sehr langsam zurückzieht und zum Teil noch nicht vollständig abgeflossen ist. Weiter  

 







Von der Staatsschuldenkrise zur Banken- und Wirtschaftskrise

Wie wird aus einer Staatsschuldenkrise eine Banken- und dann eine allgemeine Wirtschaftskrise? Genau das ist in den letzten zwei Jahren im Euroraum geschehen. Zuerst waren es nur die Staatsschulden, die Sorgen machten. Dann wurden plötzlich die Banken schwach. Und jetzt fürchten viele, dass die gesamte Währung auseinanderfallen könnte und dass es eine große Rezession gibt. So etwas hatte am Anfang niemand auf dem Radarschirm.

Der übliche Übertragungsweg solcher Krisen ist relativ einfach. Die hohen Staatsschulden werden zu einem großen Teil von den Banken gehalten. Banken brauchen diese Papiere zur Refinanzierung bei der Notenbank. Zudem müssen sie dafür - anders als für Kredite an die Unternehmen - kein Eigenkapital vorhalten (aufgrund der aufsichtsrechtlichen Regelungen). Wenn sich nun die Bonität der Staaten verschlechtert, wie zuerst in Griechenland und dann in anderen Staaten geschehen, dann steigen die Renditen dieser Papiere und die Kurse fallen. Weiter 

 

 


Aktuelle Buchempfehlungen

Rating von Insurance-linked Securities (ILS) vor dem Hintergrund der Globalen Finanzkrise

Von: Christos Stavrianidis, 272 Seiten, Eul Verlag, Lohmar/Köln 2010

Verbriefungen von Versicherungsrisiken (Insurance-linked Securities oder kurz: ILS) sind seit Mitte der 1990er Jahre als Instrument des alternativen Risikotransfers von Versicherungsunternehmen und als High-Yield Investment von Kapitalmarktinvestoren etabliert. ILS unterscheiden sich dabei in wesentlichen Aspekten von konventionellen strukturierten Finanzprodukten und weisen einen spezialisierten Investorenkreis auf. In dieser Arbeit, zugleich die Dissertationsschrift des Autors an der Universität Köln, wird erstmalig untersucht, wie Versicherungsverbriefungen von internationalen Ratingagenturen bewertet werden. Dazu werden die Grundlagen der Ratingvergabe anhand von Ratingkriterien erläutert und deren Anwendung auf Versicherungsverbriefungen aufgezeigt.

Vor dem Hintergrund der verschiedenen Transaktionsparteien einer Versicherungsverbriefung und deren Interessenkonflikten wird untersucht, ob Ratingagenturen als Informationsintermediär ein glaubwürdiges Signal, basierend auf einer unabhängigen und fachkundigen Bewertung, darstellen. Weiter   

 





RiskNET Intensiv-Seminare 2012

Risikomanager in allen Branchen werden ihre Werkzeuge anpassen müssen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass viele Methoden blind sind für die Realität. Leider haben sich auch in den vergangenen Jahren viele Unternehmen so verhalten wie der Autofahrer, dessen Frontscheibe beschlagen ist und der deshalb mit Hilfe des Rückspiegels fährt. Reaktives Risikomanagement unterstellt eine Ursache-Wirkungs-Folge. Die komplexe Realität sieht jedoch etwas anders aus: Unternehmen sind komplexe Netzwerke ohne einfache Ursache-Wirkungs-Logik.

Im Vordergrund aller RiskNET Intensiv-Seminare steht die Frage: Wie können die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Chancen und Risiken realisiert werden, ohne unnötige theoretische und bürokratische Hürden, die häufig einer praxisgerechten Anwendung entgegen stehen?

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