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Zehn Überraschungen des Jahres 2011Dies ist das siebte Mal, dass ich zehn Überraschungen für das kommende Jahr zusammenstelle. Ich wähle sie danach aus, was mir relativ unwahrscheinlich vorkommt, aber nicht unmöglich ist. Es sind Extremszenarien. Was für mich wirklich überraschend ist, ist die Tatsache, dass in jedem Jahr dann doch manches eintritt. In 2010 sind von den Szenarien drei relativ nahe an die Realität gekommen (Eurokrise, Absturz der FDP in Deutschland, Wahlverlierer Obama). Zwei hatten einzelne Elemente, die so eintrafen. Das zeigt, dass es nützlich ist, auch immer mal wieder über den Tellerrand der üblichen Prognosen hinauszublicken.
Auch die folgenden Überraschungen sind willkürlich ausgewählt. Die einzelnen Szenarien sollen kein konsistentes Gesamtbild ergeben. Manche widersprechen sich. Sie sollen nur die Phantasie anregen. Weiter

Ohne Notfallkonzept über Nacht zum MedienstarMit der Veröffentlichung des Futtermittelskandals durch Dioxinverseuchung sind zwei Unternehmen in das Rampenlicht der Berichterstattung gelangt: Der Hersteller von Mischfettsäuren Petrotec und der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch GmbH. Während Petrotec zeitlich verzögert einen kleinen Link zu einer Presseerklärung auf seine Homepage aufgenommen hat, äußert sich Harles & Jentzsch zunächst noch nicht. Allerdings ist auch die Presseerklärung von Petrotec nicht sonderlich aufschlussreich. Vielmehr ist die Meldung ein Beispiel, wir in einer Krise nicht kommuniziert werden soll. Denn zunächst werden alle Vorwürfe nur zurückgewiesen (Auszug aus der Meldung: "Die Art und Weise der Nennung der Petrotec AG durch den Geschäftsführer des Futtermittelherstellers Harles & Jentzsch im Zusammenhang mit den bekannt gewordenen Vorwürfen gegen Harles & Jentzsch sowie der hierdurch entstehende Anschein sind nicht akzeptabel").
Gerade mittelständische Unternehmen sind häufig überfordert wenn sie plötzlich durch eine spektakuläre Rückrufaktion von Produkten, Lebensmittelskandale und andere Pannen in die Berichterstattung gelangen. Aber auch internationalen Konzernen kann häufig ein schlechtes Krisen- und Notfallmanagement attestiert werden. Weiter 





Wirtschaftsprüferskandal reloadedZu Beginn des neuen Jahrtausends sorgte der Bilanzskandal um Enron für Schlagzeilen. Noch im Jahr 2000 war die Enron Corp. mit einem Umsatz von 101 Mrd. US-Dollar die siebtgrößte Firma der USA, weltweit lag das Unternehmen auf Platz 16. An der Börse wurde Enron mit über 60 Mrd. US-Dollar bewertet und in der Kategorie "Qualität des Managements" stand die Firma auf Platz eins der Fortune-Liste der "Most Admired American Companies".
Am 2. Dezember 2001 meldet das Unternehmen Insolvenz an. Interessanterweise bescheinigten die weltweit führenden Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moodys bis kurz vor der Insolvenz Enron eine "vorzügliche Bonität". Neben den Ratingagenturen waren vor allem auch die Wirtschaftsprüfer blind für die Realität. Noch schlimmer: Der Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen prüfte die Bücher nicht, er verfasste sie mit. Aufgrund der Anweisungen von Firmenjuristin Nancy Temple und David Duncan (Chef des Andersen-Büros in Houston), wurden Unterlagen des Enron-Konzerns vernichtet, obwohl die Mitarbeiter von Arthur Andersen bereits von der Aufnahme einer SEC-Untersuchung gegen Enron informiert waren. Weiter 


Naturkatastrophen verursachen Schäden von 130 Mrd. US-DollarLaut der aktuellen Schadensbilanz der Rückversicherung Munich Re haben 2010 mehrere Großkatastrophen zu erheblichen Schäden und außergewöhnlich vielen Todesopfern geführt. Geprägt werde die Naturkatastrophen-Bilanz des vergangenen Jahres von einer Häufung von schweren Erdbeben, wie sie in den letzten Jahrzehnten nur selten zu beobachten war. Die hohe Anzahl von Wetterkatastrophen sowie Temperaturrekorde global und in den verschiedensten Regionen der Erde stellten Indizien dafür dar, dass der Klimawandel voranschreite.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 950 Naturkatastrophen verzeichnet, neun Zehntel davon waren wetterbedingte Ereignisse wie Stürme, Unwetter oder Überschwemmungen. Damit war 2010 das Jahr mit der zweithöchsten Zahl an Naturkatastrophen seit 1980. Die Anzahl übertraf auch deutlich den Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von jährlich 785 Ereignissen. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden betragen rund 130 Mrd. US-Dollar, versichert waren davon etwa 37 Mrd. US-Dollar. Weiter




Risikobegriff unterschiedlich definiertInstitutionelle Investoren nutzen bei ihren Anlageentscheidungen in Immobilien keinen einheitlichen Risikobegriff, sondern definieren diesen zum Teil sehr unterschiedlich. Das ergab eine Befragung, die im Auftrag von AXA Investment Managers durchgeführt wurde. Knapp ein Viertel der institutionellen Anleger, die bei der Umfrage eine Risikodefinition abgaben, nennen den Verlust von Vermögenswerten oder den Ausfall von Zahlungsströmen als zentrales Element ihres Risikoverständnisses. Weitere 18 Prozent der Befragten sehen die Abweichung von Ziel- beziehungsweise Erwartungswerten als Risiko an. In der offenen Befragung gaben zudem etwa 16 Prozent der Investoren an, dass sie Risiken vor allem als Chance begreifen.
"Diese große Breite unterschiedlicher Risikoauffassungen überrascht schon ein wenig. Angesichts der ausgiebigen Diskussion über Risiken im Zuge der jüngsten Finanzmarktkrise haben wir erwartet, dass es hier ein einheitlicheres Verständnis gibt. Aber obwohl das Risikomanagement zunehmend durch die Wissenschaft als auch durch regulatorische Rahmenbedingungen geprägt wird, zeigt die Praxis hier klar ein anderes Bild", sagt Frank Richter, Head of Institutional Business Germany & Austria bei AXA Investment Mangers. Sieben Investoren räumten sogar ein, dass es überhaupt kein einheitliches Risikoverständnis bei ihren Anlageentscheidungen gibt. Weiter

Swiss Made: Risikomanagement auf eidgenössische ArtDie schweizerische Bundesregierung hat Gesetzesvorschläge zur Lösung der sogenannten "Too-big-to-fail"-Problematik vorgelegt. Um zu verhindern, dass der Staat künftig Steuergelder zur Rettung systemrelevanter Banken einsetzen muss, sollen Großbanken höhere Eigenmittel halten, strengere Liquiditätsvorschriften erfüllen und ihre Risiken besser verteilen. Die Gesetzesänderungen, die auf den Vorschlägen einer Expertenkommission basieren, könnten frühestens Anfang 2012 in Kraft treten, teilte die schweizerische Regierung am Mittwoch mit.
Eine wichtige Rolle zur Verbesserung der Kapitalausstattung der Großbanken sollen künftig bedingte Pflichtwandelanleihen, sogenannte "Contingent Convertible Bonds" ("CoCos"), spielen. Dabei handelt es sich um Kapitalinstrumente, die beim Unterschreiten vordefinierter Eigenkapitalquoten einer Bank automatisch in Eigenkapital gewandelt werden. Falls eine Großbank trotz der verschärften Kapitalvorschriften Staatshilfen in Anspruch nehmen muss, soll der Staat Anpassungen der Boni anordnen können. Weiter





"Allure of the Seas": groß, schön - riskant?Das derzeit größte Kreuzfahrtschiff mit Platz für 5.500 Passagiere und 2.200 Crew-Mitglieder ist Anfang Dezember 2010 auf seiner Jungfernfahrt in die Karibik ausgelaufen. Was bedeutet der Trend zum Mega-Schiff aus Sicht des Risikomanagements?
"Allure of the Seas" (auf Deutsch: "Verlockung der Meere") wird angetrieben von einer vibrationsarmen dieselelektrischen Maschinenanlage, ist 360 Meter lang und 36 Meter breit: Die "Allure of the Seas" gleicht einer schwimmenden Kleinstadt. Das Unterhaltungsprogramm hat Großstadtniveau: Lifestyle-Areas wie zum Beispiel ein "Centralpark" mit 12.000 tropischen Pflanzen, ein hochwertiges Einkaufszentrum, 30 verschiedene Restaurants sowie das größte Kinderspielareal auf dem Wasser buhlen um die Gäste das Klientel an Bord. Bei der "Allure" werden bei maximaler Belegung rund 6300 Gäste Platz haben, betreut von 2165 Crew-Mitgliedern. Schon seit einigen Jahren ist der Trend zu immer größeren, luxuriöseren und vergnügungsparkähnlichen Kreuzfahrtschiffen ungebrochen. Reeder und Betreiber dieser Flotten wollen attraktiv werden für jüngere und anspruchsvollere Kundengruppen als die bisher umworbene 55-plus-Generation. Weiter


Aktuelle BuchempfehlungenBank-Räuber: Wie kriminelle Manager und unfähige Politiker uns in den Ruin treiben
Von: Leo Müller, Econ Verlag, 384 Seiten, Berlin 2010.
Klare Worte von Leo Müller: Deutsche Banken, insbesondere Institute unter staatlicher Kontrolle, waren besonders erfindungsreich im Täuschen, Tricksen und Tarnen. Der Autor zeigt in seinem Buch "Bank-Räuber - Wie kriminelle Manager und unfähige Politiker uns in den Ruin treiben" auf, dass Betrug, Bilanzmanipulation, Täuschung und Irreführung in der deutschen Bankenwelt besonders ausgeprägt ist. Mehr als ein Fünftel der weltweit gehandelten Schrottpapiere haben deutsche Institute versteckt und in ihren Bilanzen verschleiert, obwohl ihnen mit ihrem eigenen Eigenkapitalpuffer diese Hochrisikogeschäfte in dieser Dimension gar nicht erlaubt waren.
Demgegenüber erschienen in den Massenmedien die Finanzpolitiker eher als Heldengestalten, die in letzter Sekunde zur rettenden Tat schritten. Müller liefert mit seinem Buch nicht nur einen kritischen Spiegel für Bankmanager, sondern auch eine schonungslose Abrechnung mit Politikern. "Obwohl sie nicht selten für das zügellose Treiben ihrer Banken mitverantwortlich sind und bei den staatlich kontrollierten Geldhäusern sogar als Aufsichts- und Verwaltungsräte unmittelbar unternehmerische Verantwortung getragen haben." Dies ist wohl auch der Grund, warum die Institutionen in Deutschland - anders als in vielen anderen Ländern - bis heute keine nennenswerten Anstrengungen unternommen haben, die Fehler zu untersuchen. Weiter




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