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 RiskNET Newsletter vom 9. März 2010

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Risk-Map: Zur Navigation geeignet?!

Die Risk-Map ist eine Methode im Risikomanagement für die Priorisierung von Risiken. Die bewerteten Einzelrisiken werden in einem zweidimensionalen Koordinatensystem mit den Achsen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe dargestellt. Durch die Festlegung einer oder mehrerer Risikoschwellen in der Risk-Map werden bestimmte Bereiche gebildet. Die Lage der Einzelrisiken zur Risikoschwelle ist daraufhin ausschlaggebend für die Bedeutung des jeweiligen Risikos. Der einfachste Fall wäre die Einteilung der Risiken in zwei Prioritätsklassen - beispielsweise wichtig und weniger wichtig -, die durch eine Risikoschwelle getrennt werden. Diese Risikopriorisierung ist für das Risikomanagement von entscheidender Bedeutung, da hierdurch die Dringlichkeit und der Umfang der Risikohandhabung bestimmt werden.

Wesentlich für die Risikopriorisierung ist die Form und Lage der Risikoschwelle. Hierfür finden sich in der Literatur unterschiedliche Ansätze. Im Wesentlichen sind vier Grundformen verbreitet: die diagonale, hyperbelartige, rechteckige und viertelkreisähnliche Risikoschwelle. Weiter

 







Mindestanforderungen an Compliance (MaComp) kurz vor der Veröffentlichung

Es dürfte wohl außerordentlich schwer fallen, ein Themengebiet zu finden, dass sich in den letzten Jahren so dynamisch entwickelt hat wie der Bereich "Corporate Compliance". Nicht zuletzt ausgelöst durch die spektakulären Firmenzusammenbrüche oder Korruptionskandale wurden seit Beginn des Jahrtausends wurden immer neue regulatorische Rahmenbedingungen entwickelt und die aktuellen Korruptionsskandale der jüngsten Vergangenheit legen die Vermutung nahe, dass diese Entwicklung auch in Zukunft nicht an Dynamik verlieren wird. Bereits jetzt sehen sich viele Unternehmen einem immer undurchdringlicheren Regelungsdickicht gegenüber, dass sie kaum noch überblicken können - so ist beispielsweise davon auszugehen, dass allein in Deutschland knapp 11.000 Dokumentations- und Nachweispflichten existieren.

Schon aufgrund der ausufernden Zahl an gesetzlichen Vorschriften steigt jedoch zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit, den Überblick zu verlieren und (in aller Regel unbewusst) gegen einschlägige Vorschriften zu verstoßen. Hieraus resultieren nicht nur erhebliche Gefahren für das Unternehmen selbst (wie etwa mögliche Strafzahlungen sowie erhebliche Reputationsschäden). Weiter

 


Die Konjunktur steht auf der Kippe

Die Konjunktur hat Schwung verloren. In den USA ging in dieser Woche zum ersten Mal seit Langem der wichtige ISM-Einkaufsmanagerindex zurück. In China, Brasilien und Russland ermäßigte sich der Einkaufsmanagerindex zum Teil sogar noch stärker. In Europa stockten die entsprechenden Indizes in Deutschland und Frankreich. Das kam in dieser Häufung für viele überraschend. In den vergangenen Monaten waren die konjunkturellen Sorgen angesichts der Probleme mit der Staatsverschuldung in den Hintergrund getreten. Die Deutsche Bundesbank hatte sogar von einem "breit fundierten globalen Aufschwung" gesprochen. Der Internationale Währungsfonds hatte seine Prognose kräftig nach oben revidiert. War das doch etwas voreilig? 

Von den Zahlen her gesehen ist die wirtschaftliche Entwicklung nach wie vor nicht schlecht. In den USA wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 5,9 %, die höchste Steigerung seit sechs Jahren. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich nicht mehr. Weiter

 






Mit Rückspiegelblick und Risikoblindheit in die Krise

Die Quantifizierung von zukünftigen Risiken und die Schätzung von Modellparametern, geschehen primär auf der Grundlage von historischen Daten. Dies ist sicher im Grundsatz nicht zu kritisieren, jedoch fehlt oft ein tieferes ökonomisches Verständnis dessen, was die statistisch geschätzten Daten ausdrücken - oder nicht ausdrücken. So herrscht noch immer Verwunderung vor, wenn in Krisenszenarien die Korrelationen der Renditen von Assetklassen gegen Eins gehen - der gewünschte Diversifikationseffekt im Portfolio also gerade dann verloren geht, wenn er gebraucht wird. In der Subprime-Krise brach gerade dann die Refinanzierung der Banken untereinander weg, als die Liquiditätslinien wegen fehlender CP-Käufer gezogen werden mussten.

Ungünstig, aber nicht wirklich verwunderlich: Wer refinanziert schon gerne einen Konkurrenten, wenn er das Geld gerade selbst für seine Conduits braucht? Noch weniger existiert ein Verständnis dafür, warum in bestimmten makroökonomischen Situationen beispielsweise positive und in anderen negative Korrelationen zwischen der Rendite von Aktien und derjenigen von Anleihen festzustellen ist - obwohl hier schon ein Blick in die Monatsberichte der Deutschen Bundesbank weiterhelfen würde. Weiter

 


Rettungsstrategie ohne Moral Hazard

Die Finanzkrise 2007 bis 2010 hat alle Beteiligten, darunter Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und auch die Finanzindustrie selbst, unvorbereitet getroffen. Obwohl ein Zusammenbruch des Bankensystems - mit Ausnahme von Island - verhindert werden konnte, werden die ergriffenen Maßnahmen allgemein als ungeeignet für eine zukünftige Krisenpolitik angesehen. Der Haupteinwand bezieht sich auf die enormen Anreize für Fehlverhalten ("moral hazard"), die mit staatsfinanzierten Rettungsmaßnahmen verbunden sind.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen zweieinhalb Jahre haben Jan Pieter Krahnen und Helmut Siekmann in einem neuen White Paper ("Rettungsstrategie ohne Moral Hazard - Versuch eines Gesamtkonzepts zur Bankkrisenvermeidung") der Policy Platform im House of Finance ein Konzept zur Krisenprävention und Krisenintervention vorgestellt, welches darauf angelegt ist, sowohl auf die Krise einzelner Institute wie auch auf die Krise eines ganzen Bankensystems konsistent, wirkungsvoll und ordnungspolitisch "sauber" zu reagieren. Weiter

 






RiskNET Planspiel & Seminar 2010: Risikomanagement in Industrie und Handel

Das Intensiv-Seminar (5.-6. Mai 2010) vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.

Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.

Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" (7. Mai 2010) entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter

 


Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Die aktuelle Finanzmarktkrise zeigt, dass spezielle Kreditinstitute die Risiken unterschätzt haben, von denen sie bedroht waren. Bankenzusammenbrüche, temporär extrem hohe credit spreads und die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung zeigen dies sehr deutlich. Wenn man als Ursache hierfür nicht alleine ansehen möchte, dass an sich bekannte Risiken schlicht ignoriert wurden, muss man hier Defizite bei der Risikoquantifizierung und Risikoaggregation feststellen. Letztlich ist also die Qualität der heute verfügbaren, internen Risikomanagementsysteme und Risikomodelle der Kreditinstitute (aber auch vieler Industriekonzerne) zu hinterfragen.

Download des Artikels "Metarisiken in der Praxis: Parameter- und Modellrisiken in Risikoquantifizierungsmodellen" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Methoden): Weiter



Aktuelle Buchempfehlungen

Praktische Lebensversicherungsmathematik

Von: Karl Michael Ortmann, Vieweg+Teubner, 321 Seiten, Wiesbaden 2009.

Die Lebensversicherungsmathematik blickt auf eine rund 250-jährige Geschichte zurück. Im Jahr 1762 erfolgte die Gründung der "Society for Equitable Assurances on Lives and Survivorships", der ersten Lebensversicherungsgesellschaft auf statistisch-mathematischer Basis. Ironischerweise ist gerade die Equitable im Jahr 2000 beinahe bankrott gegangen, nachdem sie sich massiv mit Optionen für garantierte Renten verkalkuliert hatte.

In der Personenversicherungsmathematik im Allgemeinen und der Lebensversicherungsmathematik im Speziellen spielen vor allem Finanzströme eine wesentliche Rolle, etwa durch regelmäßige Zahlungen des Versicherungsunternehmens an den Versicherungsnehmer, aber auch in Form von Prämienzahlungen an das Versicherungsunternehmen durch den Versicherungsnehmer. Somit steht die finanztechnische Bewertung solcher Zahlungsströme, entweder zum Ende der Laufzeit (Verzinsung) oder zum Anfang der Laufzeit (Diskontierung) im Zentrum der Personenversicherungs- und Lebensversicherungsmathematik. Weiter

 


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Die Mediadaten 2010 finden Sie hier: www.risknet.de/Mediadaten.480.0.html

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