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 RiskNET Newsletter vom 7. Dezember 2010

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Die Mickey-Maus-Welt des Effizienzmodells

Auch nach der Finanzkrise sind Risikomanager davon überzeugt, dass die Situation auf Finanzmärkten mit einem Wahrscheinlichkeitsmodell bei Arbitragefreiheit sehr korrekt beschrieben ist. Die Struktur des in der Praxis benutzten Ansatzes wird in der Wahrscheinlichkeitstheorie als Martingal bezeichnet. Im vorliegenden Beitrag werden alle diese Konzepte erklärt. Es wird auch gezeigt, dass genau diese Konzepte für die beobachtbaren Inflexibilitäten im Finanzsektor verantwortlich sind.

Die Mickey-Maus-Welt des Effizienzmodells kann an zwei grundfalschen Annahmen fest gemacht werden. Es wird unterstellt, sowohl die Informationskosten als auch die Anpassungskosten seien definitionsgemäß gleich Null. Bei Informationskosten von Null können neue Informationen unendlich schnell verarbeitet werden. Folglich sind alle Marktteilnehmer zu jedem Zeitpunkt symmetrisch informiert. In der Realität gibt es auf jedem Markt aber Informationsinsider und Informationsoutsider. Die Informationsasymmetrie ist ein empirisch beobachtbarer Tatbestand. Bei Anpassungskosten von Null können die Marktpreise mit unendlich großer Geschwindigkeit an jede neue Informationssituation angepasst werden. Weiter







Das Berufsbild des Risikomanagers am Scheideweg

Die Funktion des Risikomanagements hat durch die Finanzmarktkrise an Autorität und Sichtbarkeit gewonnen. Den Fachkräften im Bereich Risikomanagement bietet sich derzeit eine einzigartige Gelegenheit, bei Entscheidungsprozessen auf Führungsebene eine prominentere Rolle einzunehmen. Der jüngste Bericht der Economist Intelligence Unit (EIU) über das Risikomanagement in der Geschäftswelt, der vom Industrieversicherer ACE in Auftrag gegeben wurde, kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Fähigkeiten der professionellen Risikomanager noch immer in Frage gestellt werden, vor allem aufgrund einer überholten Wahrnehmung ihrer Rolle.

Auf der Grundlage einer weltweiten Befragung von 500 Führungskräften und Risikoexperten gibt die Studie einen klaren Kurs für die Entwicklung des Berufsstandes vor, wenn es ihm gelingen soll, sich eine zentrale, dauerhafte Rolle in unternehmensinternen Entscheidungsprozessen zu sichern. Während die Bedeutung des strategischen Risikomanagements von den Unternehmen klar anerkannt wird - fast 60 Prozent der Befragten bestätigen seinen Nutzen für die Identifizierung neuer und künftiger Risiken - waren ihre Ansichten über seine Effektivität weniger eindeutig. Weiter



Fragilität des globalen Finanzsystems

Wer das abwechslungsreiche Jahr 2010 genossen hat, wird sicher auch 2011 nicht an Langeweile leiden. Angesichts der Sonderkonjunktur der Krisenpropheten möchten wir versuchen ein etwas differenzierteres Bild der Kapitalmärkte 2011 aufzuzeigen. Der Auslöser einer Krise ist immer äußerst schwer zu prognostizieren (und dessen Wirkung ex post oftmals völlig vernachlässigbar). Was aber offensichtlich ist, ist die Fragilität des globalen Finanzsystems, was die Krisenanfälligkeit erhöht. Man muss keine "roubineske" Grundhaltung einnehmen, um zu sehen, dass 2011 durchaus das Potenzial hat, nahtlos an 2008 anzuknüpfen. Die entscheidenden Makrothemen 2011 sehen wir weiterhin in einer anhaltend exzessiven Liquiditätsversorgung, einer Fortführung des Bailout-Bingos und einem weiterhin niedrigen Zins- und Renditeniveaus. 2011 besitzt hierbei durchaus das Potenzial, sich in die ganz speziellen Jahre der Geschichte des Kapitalmarktes einzureihen.

Dieser Spruch ist bisher vor allem Eigenhändlern und Day-Tradern zum Verhängnis geworden - jetzt läuft erstmals die EU Gefahr diese Erfahrung zu machen! Die von einigen Seiten angedachte Verdopplung des Rettungsschirms auf EUR 1,5 Billionen zeigt die Zielrichtung der europäischen Politik - man garantiert, löst aber die prinzipiellen Probleme nicht. Weiter

 

 


Sieben goldene Regeln für einen sicheren Umgang mit Facebook

Social-Media-Portale boomen - in der Zwischenzeit erreichen Facebook, Twitter, XING & Co rund ein Sechstel der Weltbevölkerung. Nach Berechnungen des US-Marktforschers Comscore sind mehr als 945 Millionen Menschen in den virtuellen Welten der sozialen Netzwerke unterwegs. Allein Facebook meldete im Juli mehr als 500 Millionen Nutzer. Allein in Deutschland pflegen 12 Prozent der Bevölkerung ihre Freundschaften via Facebook. Aber geben die Nutzer tatsächlich nur so viel von sich preis, wie sie auch wirklich möchten? Fest steht: Für die eigene Datensicherheit ist jeder selbst verantwortlich! Wertvolle Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten gibt der Blog "Save and Savvy" des finnischen Sicherheitsexperten F-Secure.

Manch einer hat wegen eines unachtsamen Facebook-Posts seinen Job verloren - oder erst gar nicht bekommen. Microsoft hatte im Dezember letzten Jahres dazu eine Umfrage gestartet: 79 Prozent aller Unternehmen werfen sehr wohl einen genauen Blick auf die Online-Aktivitäten ihrer Mitarbeiter sowie potentiellen Bewerber. Also: Erst denken - dann posten! Weiter

 

 


Anreiz-Bedingungen für glaubwürdige Ratingnoten

Ratingagenturen werden für ihre Rolle während der Finanz-Krisen nach wie vor stark kritisiert. Sie haben eine Mitschuld, sind aber mit Sicherheiten nicht der allein schuldige Mitspieler. Schuld und Verantwortung tragen auch die Kunden der Ratingagenturen, also die Emittenten. Der vorliegende Beitrag konzentriert sich auf die Rolle der Emittenten und diskutiert ein mögliches Design für ein glaubwürdiges Emittenten-Verhalten.

Bei jeder Finanzmarkttransaktion gibt es einen Käufer und einen Verkäufer. Die beiden Parteien sind durch unterschiedliche Informations-Verteilungen charakterisiert. Wie beispielsweise auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt [Vgl. Akerlof 1970] ist der Verkäufer der Informations-Insider, der Käufer der Informations-Outsider. Natürlich versucht der Insider, seinen Informations-Vorsprung auszunutzen. Der Outsider kennt diese Gefahr und kann mit dem Abbruch der Transaktion drohen. Wenn beide Seiten an der Fortsetzung der Kooperation interessiert sind, werden sie nach Möglichkeiten suchen, die Informations-Lücke zu schließen. Dazu werden sehr spezielle Institutionen und/oder sehr spezielle Vertragsformen benötigt. Ratingagenturen sind somit eine Folge dieser Asymmetrie-Situation auf dem Finanzmarkt. Weiter

 



Nächster Start: Master Risiko- und Compliancemanagement

Die Hochschule Deggendorf hat mit dem Komptenzportal RiskNET und dem TÜV Süd den deutschlandweit einzigartigen Weiterbildungsstudiengang Master Risiko- und Compliancemanagement entwickelt. Dieser ist eine Antwort auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. Denn die Branche ist sich einig, dass neben Banken vor allem auch Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen ihr Risikomanagement im Sinne eines "Frühwarnsystems" professionalisieren müssen. Die Vorlesungen finden am Wochenende statt  und das komplette Programm besteht aus drei Semestern. In den ersten beiden Semestern finden Vorlesungen statt, zum Beispiel zu den Themen Risikomanagement pro Abteilung, Produkthaftungsrisikosteuerung, Versicherbarkeit von Risiken, aktuelle Risikomanagementstandards und Compliancemanagement. Die Masterarbeit wird im dritten Semester angefertigt. Bei erfolgreichem Studium dürfen die Absolventen den international anerkannten Titel "Master of Arts" tragen, der auch zur Promotion berechtigt.

Das Studium beginnt im März 2011. Damit die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind, müssen die Studierenden einen erfolgreichen Abschluss eines Hochschulstudiums, in welchem mindestens 240 ECTS-Kreditpunkte erworben wurden, vorweisen. Weiter

 



Aktuelle Buchempfehlungen

Professionelles Forderungsmanagement

Von: Karsten Schneider, Schäffer Poeschel Verlag, 224 Seiten, Stuttgart 2010.

Was hat ein guter Wein mit dem Forderungsmanagement gemeinsam? Eine gute Weinerzeugung erfordert neben dem Glück günstiger klimatischer Bedingungen insbesondere Kernkompetenzen mit spezialisiertem Wissen. Eine nicht sorgfältig durchgeführte Weinlese oder eine unprofessionelle Weinherstellung kann zu einem Jahresverlust führen, der für den Betrieb existenzbedrohend sein kann. Die Fortführung des Betriebs impliziert die ständige Überprüfung des eigenen Könnens und Wissens sowie einer permanenten Effizienzsteigerung über alle Prozessschritte. Kaum anders verhält es sich mit dem Forderungsmanagement. Spätestens seit den 90er Jahren, und nicht wie der Autor einleitend unterstellt, "spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise", haben die Unternehmen ihr Augenmerk auf ihr eigenes Forderungsmanagement gerichtet. Ist die Optimierung der eigenen Liquidität ein primäres Ziel zwecks Senkung der Fremdkapitalkosten.

In sechs Kapiteln beschreiben die Autoren des Bad Homburger Inkasso Unternehmens die Herausforderungen des Forderungsmanagements. Neben einer kurzen Einleitung (Kapitel 1) widmet sich das zweite Kapitel dem Thema "Rechtliche Aspekte rund um die Forderung". Weiter

 






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