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Risikomanagement bei der ThyssenKrupp AGEin Blick in die Historie der heutigen ThyssenKrupp AG präsentiert einen fast kompletten Überblick über die Geschichte der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie und damit der Industrialisierung Deutschlands. Das Unternehmen profitierte ganz wesentlich von der Konsolidierung der Kohlen-, Eisen- und Stahlindustrie. Im September 1891 hatte August Thyssen bekannt gegeben, zusammen mit seinem Bruder Joseph im Besitz aller Anteile des Steinkohlenbergwerks Gewerkschaft Deutscher Kaiser (GDK) zu sein. Bereits seit 1883 hatte August Thyssen Anteilscheine (Kuxe) des Bergwerks "Hamborn" erworben. Bereits 1867 wurde die auf dem heutigen Stadtgebiet Duisburgs befindlichen Grubenfelder "Hamborn", "Neumühl" und "Rhein" zu Ehren Wilhelms I. in "Deutscher Kaiser" umbenannt. Im Dezember 1891 findet der erste Abstich im neuen Stahlwerk der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Hamborn statt. Für August Thyssen war die GDK eine der zentralen Gesellschaften seines vertikal integrierten Montankonzerns. In den nächsten Jahren baute er das Bergwerk zielstrebig zu einer Hüttenzeche aus. So wurden Stahlwerke, Kokereien und Walzwerke systematisch angegliedert. Das eigene Eisen sowie die Stahlerzeugnisse verarbeitet Thyssen selbst im Schiffbau und Maschinenguss und erweitert so systematisch seine Unternehmen und seine Marktmacht. Gleichzeitig diversifiziert er damit seine Risiken.
Das Werk in Duisburg zeichnete sich aus der Perspektive von August Thyssen durch besondere Standortvorteile aus, wie eine eigene Kohlenzeche, einen Werkshafen am Rhein und ein Gleisanschluss an das Eisenbahnnetz. Das Stammwerk der Thyssen Krupp Stahl AG produziert noch heute Stahl an gleicher Stelle. Die Leistungsfähigkeit seines Unternehmens zur Erzeugung von Eisen und Stahl sichert August Thyssen in den Folgejahren durch ausländische Erzgruben zur Rohstoffbeschaffung. Weiter




George Soros: Düstere Prognosen vom SpekulantenDer US-Investor Soros hält einen Kollaps der Europäischen Währung für möglich. Mit seinem Drängen auf strikte Sparprogramme treibt Deutschland nach Meinung von George Soros europäische Nachbarländer in die Deflation und gefährdet die Währungsunion. "Die Schuldenstaaten müssen Löhne und Preise reduzieren. Es droht eine lange Phase der Stagnation. Und die führte zu Nationalismus, zu sozialen Unruhen, zu Fremdenfeindlichkeit. Sie gefährdet also die Demokratie", sagte der US-amerikanischer Investor ungarischer Herkunft in einem Interview in der Wochenzeitung "Die Zeit".
Den Vertrag von Maastricht bezeichnete Soros als fehlerhaft, ein Kollaps des Euro sowie des europäischen Projekts insgesamt, so seine Meinung, könne nicht ausgeschlossen werden: "Der Vertrag ist voll mit Regeln gegen eine Inflation und hohe Staatsdefizite, weil Deutschland das so wollte. Allein damit kann die Währungsunion aber auf Dauer nicht funktionieren." In Wahrheit gebe es in Europa keine Krise der Währungen oder der Staatshaushalte, sondern eine Bankenkrise, behauptete Soros. Weiter

Risiko- und Chancenmanagement bei adidasViele Unternehmen haben ihren Ursprung in Garagen. Bei Adidas fand die Grundsteinlegung zu Beginn der 1920er Jahre in der alten Waschküche der Mutter der Gebrüder Dassler statt. Dort begannen die beiden Brüder Turnschuhe herzustellen, die optimal an den Fuß der jeweiligen Sportler angepasst waren. Es heißt, dass Rudolf extrovertiert gewesen sei und in den kaufmännischen Dingen ein gutes Händchen hatte. Schuhmachermeister Adolf hingegen soll eher der introvertierte Handwerker gewesen sein. Trotzdem fand die Gründung der heutigen Adidas AG im August 1949 durch Adolf Dassler statt.
Es heißt, dass Rudolf es nicht so genau mit der Einhaltung von Regeln einer integeren Unternehmensführung nahm (heute würden die Experten von Compliance reden). So soll er etwa regelmäßig den gemeinsamen Urlaub mit seiner Frau über das Unternehmen abgerechnet haben, was Adolfs Frau Käthe bei einer Bilanzprüfung aufdeckte. In der Folge stritten sich die beiden Brüder vor allem um die Frage, auf wen die Erfindung des Schraubstollens zurückging. So soll erst Adolf Dassler es geschafft haben, Theorie und Praxistauglichkeit auf diesem Gebiet zu vereinen. Im Namen Adidas konnte sich Rudolf nicht verewigen. Vielmehr setzt sich der Name aus Adolfs Spitznamen "Adi" und den ersten drei Buchstaben seines Nachnamens zusammen. Und mit dem "Wunder von Bern", dem deutschen Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, kam der Durchbruch und die Sportschuhe aus dem Hause Adidas wurden weltberühmt. Rudolf hingegen gründete die Firma Puma. Weiter





Corporate Governance: Alles nur FassadeAm 9. Juni hat die EU-Kommission als Reaktion auf die Finanzmarktkrise den Entwurf eines Grünbuchs zur Reform der Corporate Governance in Finanzinstituten veröffentlicht und damit eine Konsultationsphase bis zum 1. September 2010 eingeleitet. In ihrem Entwurf für das Grünbuch beschäftigt sich die EU-Kommission unter anderem mit Fragen zur besseren Beaufsichtigung von Geschäftsleitungen und Auswahl von Aufsichtsorganen in Finanzinstituten, den Vergütungsmodalitäten für Führungskräfte und der Verbesserung des Risikomanagements und seiner Stellung im Unternehmen. Ziel ist es die Interessen der Verbraucher und anderer Beteiligter stärker zu berücksichtigen, die Nachhaltigkeit der Geschäftsführung in Unternehmen zu gewährleisten und Konkursrisiken zu verringern. Im ersten Schritt möchte die Kommission mit ihrem Entwurf die Wirksamkeit der Kontrolle durch den Aufsichtsrat verbessern, die Risikokultur in den Finanzinstituten fördern und Aktionäre, Aufsichtsorgane sowie externe Revisoren in Fragen der Corporate Governance einbeziehen.
Aber auch die Vergütungspolitik soll sich ändern mit dem Ziel ein unverhältnismäßig risikofreudiges Verhalten der Geschäftsleitung zu verhindern. Zunächst bezieht sich der Entwurf ausdrücklich nur auf börsennotierte Unternehmen. Weiter

Good Risk GovernanceDem Risikomanagement kommt in der Bankensteuerung heute mehr denn je eine zentrale Rolle zu - denn relevante Risiken finden sich nicht mehr nur im traditionellen Kreditgeschäft, sondern in allen Unternehmensbereichen. Diese für die Stabilität der Banken grundlegende Bedeutung wird bei der Steuerung der Institute allerdings bislang zu wenig berücksichtigt.
Erfolgreiches Bankmanagement ist - wie die Finanzmarktkrise weltweit gezeigt hat - vor allem anderen eins: das Ergebnis eines leistungsfähigen Risikomanagements. Selbst starke Global Player können binnen weniger Jahre an einem schwachen Risikomanagement zugrunde gehen. Weltweit agierende Top-Banken, die in der Finanzkrise nur mit massiven Rettungsaktionen ihrer Heimatländer vor der Insolvenz geschützt werden konnten, sind der Beleg dafür. Das Geschäftsmodell einer Bank besteht im Grunde darin, Risiken zu übernehmen, zu transformieren und professionell zu managen. So verbirgt sich hinter der Kreditmarge das Entgelt für die Übernahme des Adressenausfallrisikos, des Liquiditätsrisikos und der Fristentransformation. Das Adressenausfallrisiko wird wiederum bestimmt von der Bonität der Einzeladresse, der Branche, dem Länderrisiko und dem Stand im Konjunkturzyklus. Hinzu kommen Korrelationen, die zu so genannten Klumpenrisiken führen können. Hinter den Sicherheiten, die zu einer Absenkung der Marge führen können, stecken Bewertungsrisiken. Ohne ein leistungsfähiges Risikomanagement ist also heute eine markt- und umfeldgerechte Preisbestimmung für Kredite gar nicht mehr möglich. Eine Bank, die noch glaubt, mit einer Einheitsmarge operieren zu können, verliert das gute Geschäft und muss sich um die Akquisition des schlechten nicht kümmern - es kommt von selbst. Weiter

"Bankenhospital" für notleidende BankenDie Krise hat gezeigt, dass systemische Risiken in einem hochgradig vernetzten und mit Derivaten aufgeladenen modernen Finanzsystem eine reale Bedrohung für Banken und das Bankensystem darstellen können. Nur mit einem abgestimmten und ordnungspolitisch fundierten Instrumentarium wird es deshalb möglich sein, der Gefahr systemweiter Marktinstabilität und weltweiter Ansteckung sinnvoll zu begegnen. Die Vorkehrungen für eine Krisenprävention auf der Ebene der einzelnen Bank beschränken sich heute auf nur wenige Faktoren. Diese sind die Mindestausstattung mit Eigenmitteln sowie Vorgaben für die Gewährleistung ausreichender Zahlungsbereitschaft. Die sich daraus ergebende Begrenzung des Verschuldungsgrades soll den Anreiz vermindern, riskante Investitionen einzugehen.
Ein wichtiger Aspekt bei der Definition vorbeugender Maßnahmen ist jedoch der Schutz der Einzelinstitute gegen einen Run der Einleger oder anderer Finanzinstitute. Hier besteht erheblicher Reformbedarf. Die Sicherung der Forderungen gegen Banken ist entsprechend den Säulen des deutschen Bankensystems aufgeteilt und gegeneinander abgeschottet. Diese Aufstellung könnte die Leistungsfähigkeit des Systems vermindern. Schon im Hinblick auf die Natur der abgesicherten Forderungen ist es uneinheitlich. Weiter

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryUm nachhaltig eine risikoadjustierte Outperformance im Private Wealth Management zu erzielen, ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des Portfoliomanagements erforderlich. Notwendig sind spezielle Instrumente, die moderne Bewertungsmethoden und Ergebnisse der empirischen Kapitalmarktforschung nutzen und insbesondere nicht auf den Standardannahmen der Theorie vollkommener Kapitalmärkte basieren.
Download des Artikels "Beyond Markowitz" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Methoden): Weiter





Aktuelle BuchempfehlungenHandbuch Energiehandel
Von: Hans-Peter Schwintowski (Hrsg.), Erich Schmidt Verlag, 795 Seiten, Berlin 2010.
Mit der Deregulierung der Energiemärkte und den daraus resultierenden Durchleitungsmöglichkeiten für Strom entstanden neue Handelsmärkte und ergeben sich für Energieversorgungsunternehmen (EVU) eine Vielzahl von möglichen Handelsbeziehungen für Stromeinkauf und -absatz. Insbesondere entwickelten sich neue Marktinstitutionen, wie etwa Großhandelsmärkte für standardisierte Energielieferverträge. Parallel mit der Entwicklung des Energiegroßhandels folgte die Entwicklung und Implementierung adäquater Risikomanagement-Methoden.
Der Fokus des "Handbuch Energiehandel", herausgegeben von Hans-Peter Schwintowski, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist sehr weit gefasst. In der zweiten Auflage wurde das Handbuch noch einmal erweitert und komplett überarbeitet. Neben den verschiedenen Formen des OTC-Handels (over the counter), der Rolle der Marktteilnehmer und Strombörsen, dem Clearing von Börsengeschäften und dem Risikomanagement werden vor allem auch die rechtlichen Aspekten des Energiehandels skizziert. Weiter

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