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Der globale Kampf um RohstoffeSeit mehr als zwei Jahrzehnten beklagt die Industrie in regelmäßigen Abständen Gewinneinbußen infolge schwankender Marktpreise für Rohstoffe und Wechselkursschwankungen bei Exporterlösen. Die Liste der geschädigten Unternehmen liest sich wie das "who-is-who" der deutschen Wirtschaft: BMW, Daimler, Lufthansa sowie zahlreiche Mittelständler gehören zu dem Kreis der Betroffenen. Teilweise finden sich inzwischen in den Jahresberichten Hinweise auf einen Ausbau der Risikomanagementsysteme um auch die Marktpreisschwankungen zu managen. Vielfach mangelt es jedoch an geeigneten Ansätzen zur Risikomessung und -steuerung, insbesondere in mittelständischen Unternehmen.
Der Branchendienst KI Kunststoffinformation hat gemeinsam mit dem Einkaufsdienstleister Inverto aus Köln unlängst eine Befragung unter 220 Vorständen, Geschäftsführern und Einkaufsleitern deutscher Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen das althergebrachte Bild: Bei rund 84 Prozent der befragten Unternehmen wurde seit 2007 das Unternehmensergebnis schon einmal durch Rohstoffpreisschwankungen negativ beeinflusst. Weiter



Nachruf auf Benoît B. MandelbrotHätten die Marktteilnehmer in den vergangenen Jahren auf den Mathematiker Benoît B. Mandelbrot gehört, dann wären sie von den turbulenten Ereignissen nicht besonders überrascht gewesen und hätten sich hoffentlich präventiv vorbereitet. Der in Polen geborene, in den USA forschende und in Frankreich lebende Wissenschaftler hatte das Thema lange vor den jüngsten Marktturbulenzen auf den Punkt gebracht: Wenn ein Seefahrer ein Schiff baut, interessiert ihn nicht, wann genau der nächste Sturm kommt. Er baut das Schiff so, dass es jeden denkbaren Sturm überlebt. Die Finanzmarktakteure haben sich so verhalten, als gäbe es nur Sonnentage.
Mandelbrot setze sich auch kritisch mit dem beliebten Risikomaß auseinander: "Dass ich nicht lache. Der Value at Risk soll das potenzielle Risiko anzeigen? […] Wenn Sie sich anschauen, wie das Risiko von verschiedenen Finanzprodukten gemessen wird, stellen Sie fest, dass fast alles unter der Annahme der Normalverteilung beurteilt wird. Deshalb wird das Risiko systematisch unterschätzt. Ich hoffe, dass meine Theorie der Fraktale eines Tages so leicht anwendbar sein wird wie die Normalverteilung. Dann werden Sie sehen, dass das Risiko in Wahrheit viel größer ist." Weiter

Nächster Start: Master Risiko- und CompliancemanagementDie Hochschule Deggendorf hat mit dem Komptenzportal RiskNET und dem TÜV Süd den deutschlandweit einzigartigen Weiterbildungsstudiengang Master Risiko- und Compliancemanagement entwickelt. Dieser ist eine Antwort auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. Denn die Branche ist sich einig, dass neben Banken vor allem auch Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen ihr Risikomanagement im Sinne eines "Frühwarnsystems" professionalisieren müssen. Die Vorlesungen finden am Wochenende statt und das komplette Programm besteht aus drei Semestern. In den ersten beiden Semestern finden Vorlesungen statt, zum Beispiel zu den Themen Risikomanagement pro Abteilung, Produkthaftungsrisikosteuerung, Versicherbarkeit von Risiken, aktuelle Risikomanagementstandards und Compliancemanagement. Die Masterarbeit wird im dritten Semester angefertigt. Bei erfolgreichem Studium dürfen die Absolventen den international anerkannten Titel "Master of Arts" tragen, der auch zur Promotion berechtigt.
Das Studium beginnt im März 2011. Damit die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind, müssen die Studierenden einen erfolgreichen Abschluss eines Hochschulstudiums, in welchem mindestens 240 ECTS-Kreditpunkte erworben wurden, vorweisen. Weiter


Kompakt-Seminar: Bewertung und Risikoanalyse von DerivatenDas Verständnis der Preisbildung sowie des Chancen- und Risikoprofils von Derivaten wird in der Industrie immer stärker gefordert. Die seit Jahren volatilen Rohstoff-, Währungs- und Zinsmärkte erfordern zunehmend den Einsatz von Sicherungsinstrumenten um den Erfolg des Unternehmens zu garantieren. Wer sich nicht blind auf Firmenkundenbetreuer und Makler verlassen möchte, sollte sich mit der Konstruktion, Bewertung und Risikoanalyse von Derivaten auseinandersetzen. Diese Veranstaltung liefert Ihnen hierfür ein solides Fundament. Mit Hilfe stochastischer Modelle können neben volatilen Marktpreisen noch weitere Risiko-Faktoren berücksichtigt werden. Neben der Vermittlung von methodischen Kenntnissen wird deren Anwendung in Fallstudien und Übungen mit Excel vertieft. Weiter





EU will Macht der Wirtschaftsprüfer brechenDie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geraten in regelmäßigen Abständen immer wieder in die Kritik und den Fokus von Regulierungsbemühungen. Und wenn es nach der EU-Kommission geht, wird nach der jüngsten Krisen nichts mehr so sein wie vor der Krise. Die EU-Kommission erwägt, mit neuen Regeln die Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu stärken und den Markt weiter zu öffnen. "Alle Finanzmarktteilnehmer müssen sich darauf verlassen können, dass die (in Finanzabschlüssen) enthaltenen Informationen tatsächlich über die finanzielle Solidität der Unternehmen Aufschluss geben", sagte der EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Michel Barnier. Laut einem von der Kommission veröffentlichen Diskussionspapier zu dem Thema stellt sich die Frage, "ob es bei der Unabhängigkeit von Prüfungsgesellschaften Probleme gibt" und "ob sich aus der Marktkonzentration Risiken ergeben". Ungeklärt sei die Unabhängigkeit insbesondere dann, wenn Wirtschaftsprüfer Abschlüsse eines Unternehmens testieren, das gleichzeitig ein potenzieller Abnehmer anderer Leistungen, beispielsweise in Form von Unternehmensberatung, ist.
Während der Krise seien Mängel im Abschlussprüfungssektor zutage getreten, stellte der Binnenmarktkommissar fest. "Abschlussprüfern kommt eine wichtige Rolle zu; deshalb benötigen wir fundierte und völlig unabhängige Prüfungen", sagte Barnier. Dem EU-Kommissar gefällt insbesondere nicht, dass die Prüfer von dem zu prüfenden Unternehmen engagiert und bezahlt werden. Weiter

88 Prozent der Unternehmen ohne Risikostrategie unterwegsDer Umgang mit Risiken im Unternehmen der Realwirtschaft und die nachhaltige Steuerung dieser Risiken haben aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen seit 2008 stark an Bedeutung gewonnen, so die Experten des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PWC) in der aktuellen Studie "Risk-Management-Benchmarking 2010". Unternehmen müssen auch in wirtschaftlich volatilen Situationen in der Lage sein, Risiken frühzeitig zu erkennen, die Gesamtrisikosituation zu bewerten und durch Einleiten adäquater Gegenmaßnahmen auf sie zu reagieren.
Die Benchmark-Studie zeigt auf, wie sich deutsche Großunternehmen der Realwirtschaft aktuell dieser Herausforderung stellen und wie ihr Risikomanagementsystem (RMS) ausgestaltet ist. Beim Thema Risikomanagement muss unterschieden werden zwischen den Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem (RFS) nach § 91 II AktG und einem weiterentwickelten RMS, das in die Unternehmenssteuerungsprozesse integriert ist und zum Beispiel auch die Chancenberichterstattung berücksichtigt. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die große Mehrheit der untersuchten Großunternehmen die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. In Bezug auf ein umfassendes RMS besteht jedoch noch viel ungenutztes Potenzial. Weiter


Stresstests: Komplexität von Risikomesssystemen nimmt zuDie Bedeutung von Stresstests ist nicht zuletzt im Zuge der Finanzkrise enorm gestiegen. Dabei werden bestimmte Szenarien, die in der Regel eine Vielzahl von Risikofaktoren betreffen, zu Grunde gelegt und Parameterkonstellationen berücksichtigt, die zu besonders großen Änderungen im Wert des Portfolios bzw. in der Risikokennzahl führen. Der Eintritt eines solchen Szenarios erfolgt zwar mit niedriger Wahrscheinlichkeit, bleibt jedoch plausibel. Deswegen nehmen heute Stresstests einen sehr viel größeren Stellenwert im Risikomanagement einer Bank ein und müssen auch alle wesentlichen Zusammenhänge angemessen berücksichtigen. Zudem müssen sie selbst stärker in den Normalbetrieb integriert werden.
Dies bringt für die Risikomanager mitunter erhebliche Herausforderungen mit sich. "Neben den Regulatoren sind insbesondere die internen Adressaten von Stresstest-Ergebnissen wichtige zu berücksichtigende Anspruchsgruppen", sagt Carsten Wehn, Leiter Marktrisiko-Controlling bei der DekaBank in Frankfurt. Dabei stellt sich auch die Frage, welche Gremien in die unterschiedlichen Zielsetzungen diverser Stresstests einzubinden sind. Diese werden beispielweise bei der Limitierung oder als Ausweis im Rahmen des regelmäßigen Reportings berücksichtigt. Weiter




Die Welt im Währungskrieg?Ist das wirklich ein Währungskrieg, wie es jetzt von vielen behauptet wird? Solche Dramatisierungen sind vor Tagungen des Internationalen Währungsfonds (die am Wochenende in Washington beginnt) nicht ungewöhnlich. Man sollte sie nicht überbewerten. Andererseits ist der Gedanke eines Währungskrieges nicht abwegig. Ich erinnere mich nicht, dass es in den letzten Jahren weltweit in so kurzer Zeit so viele und so starke Wechselkursveränderungen gegeben hat.
Es fing an mit dem Schweizer Franken. Er brach seit Jahresbeginn von 1,49 Franken je Euro auf 1,28 ein (Aufwertung um 14 Prozent). Der japanische Yen ging gegenüber dem US-Dollar von dem schon sehr niedrigen Niveau zu Jahresanfang (93 Yen je Dollar) noch einmal um 10 Prozent nach unten. Das britische Pfund schwächte sich gegenüber dem Euro seit Ende Juni ab von 0,81 auf 0,86 Euro (7 Prozent). Der brasilianische Real ging trotz heftiger Interventionen der Notenbank um 10 Prozent nach unten. Zuletzt ist auch der Euro ausgebrochen. Dabei sind die Probleme mit den Staatsfinanzen in Südeuropa und in Irland noch keineswegs zu Ende. Weiter

RiskNET Kolumne Oktober 2010: Business Cases und Projekte - Für Transparenz und Sicherheit sorgenProjekte haben in vielen Banken, Versicherungen und Unternehmen eine hohe Bedeutung. Sie sorgen für die notwendigen Weiterentwicklungen des Unternehmens und die Erreichung wichtiger Ziele. Gemeinhin binden Sie auch eine beträchtliche Anzahl an Mitarbeitern und ein großes Budget. Viele Projekte sind nicht erfolgreich, wie ein Blick auf die internationale Projekt- und Business Case Studie 2009 zeigt.
Allgemein lassen sich die Gründe für die schlechte Performance von Projekten und Business Cases in zwei grobe Kategorien einteilen: Mängel in der Kalkulation und Auswahl sowie Mängel in der Umsetzung. Die Erfahrungen aus unserer Beraterpraxis zeigen, dass die Ebene der Kalkulation und Selektion meist deutlich schlechter entwickelt ist als die Ebene der Umsetzung. Da die Kalkulation und Auswahl das Fundament für den Projekterfolg bilden, ist die schlechte Projektperformance nicht überraschend. Schauen wir uns deshalb doch einmal die Kalkulation und Selektion von Business Cases und Projekten genauer an. Ein Blick auf den Lebensweg von Projekten ist dabei hilfreich. Ausgangspunkt ist die Idee für ein Vorhaben. Das Vorhaben wird einer Kalkulation unterzogen, die die relevanten Kennzahlen liefert. Auf Basis der Kalkulationsergebnisse wird das Vorhaben durch einen Entscheiderkreis entweder bewilligt oder abgelehnt. Im Falle der Bewilligung folgen Planung, Umsetzung und Abschluss. Weiter

Aktuelle BuchempfehlungenPraxisleitfaden Risikomanagement - ISO 31000 und ONR 49000 sicher anwenden
Von: Bruno Brühwiler/Frank Romeike (Hrsg.), Erich Schmidt Verlag, 217 S., Berlin 2010
Risikomanagement ist keine reine Normsache, aber Normen spielen eine große Rolle im industriellen Risikomanagement. In ihrem neuesten Werk "Praxisleitfaden Risikomanagement - ISO 31000 und ONR 49000 sicher anwenden" widmen sich die beiden Autoren Bruno Brühwiler und Frank Romeike ausführlich dem Risikomanagement nach ISO 31000. Bruno Brühwiler war Projektleiter der Normenserie ONR 49000 und angesehener Experte im internationalen Projekt ISO 31000 "Risk Management - Principles and Guidelines". Frank Romeike ist renommierter Risikomanagement-Experte und Dozent an verschiedenen Hochschulen.
Das Buch besteht aus fünf Teilen. Der erste Teil arbeitet die Ursachen der letzten Finanzmarktkrise auf und zieht die wesentlichen Lehren daraus. Insbesondere wird kritisiert, dass bisher der Fokus einseitig auf Renditen liegt ohne Beachtung der damit verbundenen Risiken. Falsche Anreizsysteme fördern dieses Verhalten. Aber selbst dort wo Risiken gemessen werden, kommt es häufig zu fehlerhaften Risikoquantifizierungen. Die Modelle sind unzureichend und berücksichtigen vielfach nur historische Beobachtungen, statt auch zukunftsorientierte Szenarien ins Kalkül zu ziehen. Weiter

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