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 RiskNET Newsletter vom 25. Februar 2010

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Kann der Euro zerbrechen?

Der Verlauf des Eurokurses ist in den letzten eineinhalb Jahren unruhiger geworden. Zuerst fiel er innerhalb von wenigen Monaten von USD 1,60 auf 1,24. Dann stieg er wieder auf USD 1,51. Von dort aus fiel er erneut in kurzer Zeit auf jetzt USD 1,37. Solche hektischen Bewegungen gab es bei Währungskrisen in Zeiten der D-Mark häufiger. Im Euro waren sie bisher ungewöhnlich.

Die Abwertungen des Euro sind angesichts der zahlreichen Belastungen der letzten Zeit verständlich. Zuerst war es die Finanzkrise, die vor allem deutsche Institute hart traf. Dann das Auseinanderlaufen der Leistungsbilanzsalden insbesondere zwischen Spanien und Deutschland. Dann kamen die hohen öffentlichen Defizite. Und schließlich noch das Vertrauensproblem in Griechenland, das die Schätzung für den Haushaltsfehlbetrag von einem Tag auf den anderen auf 13 Prozent erhöhte. Niemand sagt es, aber manch einer denkt es: Könnte es sein, dass der Euro damit nach den zehn Jahren außerordentlichen Erfolges in seiner Existenz gefährdet ist? Weiter

 


Die Versicherungswirtschaft im Schatten der ReRegulierungstendenzen

Mit der Lehman-Insolvenz im Herbst 2008 blickte die globale Ökonomie in einen existenziellen Abgrund, hervorgerufen durch das Scheitern des bankinternen sowie finanzdienstleistungsübergreifenden Risikomanagements. Durch den ökonomischen Fokus auf Finanzmärkte wurde der tertiäre Sektor zur Ikone stilisiert und mutierte doch zur Chimäre. Die Konsequenz dieser fehlgeschlagenen Entwicklung waren und sind Milliarden schwere Rettungsaktionen aller Industrienationen (allein die USA setzen 4,7 Billionen US-Dollar zur Systemstützung ein) mit der bitteren Folge, dass der Internationale Währungsfonds für die G20-Staaten einen Verschuldungsgrad von 140% der Wertschöpfung (zur Erinnerung: der Maastricht-Vertrag der EU erlaubt eine maximale Verschuldung von 60%) erwartet.

Nachdem der deregulierte Finanzmarkt in seiner Verblendung ausschließlich Chancen (positive Abweichung von einem erwarteten Wert) aber keine Wagnisse mehr gesehen hat, reagiert der Gesetzgeber nun mit einer deutlichen, zentralisierenden Reregulierungstendenz. Weiter

 







Die Rückkehr der Debtflation

Staatsverschuldung kann vernünftig sein - wenn sie sich in Grenzen hält und der Finanzierung von Investitionen dient. Wenn sie aber, wie jetzt, zu groß wird, ist sie ein Übel. Sie verringert das Vertrauen der Menschen in die öffentlichen Institutionen. Sie beschränkt die Handlungsfähigkeit der Regierungen. Sie erhöht die künftige Steuerlast. Sie bremst das wirtschaftliche Wachstum. Sie fördert die Umverteilung von Arm zu Reich. Was die Menschen derzeit besonders umtreibt: Sie führt auf Dauer zu Inflation. Weil über diesen letzten Punkt gegenwärtig so oft gesprochen wird, möchte ich die Zusammenhänge etwas näher betrachten. Generell gilt die Formel: hohe Staatsverschuldung + hohe Liquidität + gute Konjunktur =  hohe Inflation.

Die Formel beschreibt die historische Erfahrung, die Deutschland im 20. Jahrhundert zwei Mal gemacht hat. In den beiden Weltkriegen hatte sich der Staat zur Finanzierung seiner Ausgaben stark verschuldet. Die jeweiligen Notenbanken haben das durch großzügige Liquiditätsausweitung finanziert. Weiter

 


Fehlende Risikomanagement-Strategie als Ursache für Datenskandale

Datenskandale, Land auf Land ab. Gestohlene oder vergessene Informationen machen seit Monaten die Medienrunde und die Meldungen darüber reißen nicht ab. Eine Ursache: Viele Unternehmen verfügen über keine klare Risikomanagementstrategie. So sind nach Schätzungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG International der überwiegende Teil der weltweiten Datenvorfälle auf Organisations- und Überwachungsversagen zurückzuführen. Die Folge sind neben dem Informationsabfluss, Millionenschäden, rechtliche Konsequenten sowie enorme Reputationsschäden für die betroffenen Unternehmen. "Für eine tragfähige Risikostrategie braucht es ein eindeutiges Zusammenwirken von Securitylösungen, der Unternehmenskultur und dem Mitwirken jedes einzelnen Mitarbeiters", weiß Jörg Asma, Partner im Bereich IT-Advisory bei der KPMG AG, zu berichten. Eine Vorreiterrolle sollten in diesem Zusammenhang Vorstände und Aufsichtsräte einnehmen, die für eine klare Risikomanagementstrategie stehen sollten.. Weiter

 






Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Die aktuelle Finanzmarktkrise zeigt, dass spezielle Kreditinstitute die Risiken unterschätzt haben, von denen sie bedroht waren. Bankenzusammenbrüche, temporär extrem hohe credit spreads und die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung zeigen dies sehr deutlich. Wenn man als Ursache hierfür nicht alleine ansehen möchte, dass an sich bekannte Risiken schlicht ignoriert wurden, muss man hier Defizite bei der Risikoquantifizierung und Risikoaggregation feststellen. Letztlich ist also die Qualität der heute verfügbaren, internen Risikomanagementsysteme und Risikomodelle der Kreditinstitute (aber auch vieler Industriekonzerne) zu hinterfragen.

Download des Artikels "Metarisiken in der Praxis: Parameter- und Modellrisiken in Risikoquantifizierungsmodellen" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Methoden): Weiter



Aktuelle Buchempfehlungen

Asset Tracing & Recovery - The FraudNet World Compendium

Von: Bernd H. Klose (Hrsg.), Erich Schmidt Verlag, 1.145 Seiten, Berlin 2009.

In einer globalisierten Wirtschaft und in einer Welt global vernetzter IT-Systeme haben Wirtschaftskriminelle ein leichtes Spiel, um ihre Beute außer Landes zu bringen. So werden Vermögen von Geschädigten auf Offshore-Konten verschoben oder in Briefkastenfirmen versteckt. In den letzten Jahren bedienen sich Wirtschaftskriminelle verstärkt weltweiter Unternehmensnetzwerke und wechseln bei der Begehung der Tat nicht selten mehrfach die Rechtssysteme. In diesem Kontext beschäftigt sich "Asset Tracing" mit allen Maßnahmen, die dazu dienen, Vermögen von Geschädigten zu lokalisieren. Hierzu gehören auch die Ermittlung und beweisfeste Dokumentation der Tatumstände, und die Außerkraftsetzung bestehender Bank- und Berufsgeheimnisse mit dem Ziel der Sicherstellung und Rückführung des gesamten aufgefundenen Kapitals ("Recovery"). Weiter

 


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