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Ein Blick in die Zukunft mit StressszenarienDas Lesen von Betriebsanleitungen nach dem Kauf neuer Geräte beschert nur wenigen Nutzern Freude und viele schließen daher die Geräte lieber erst mal an und legen den Papierkram zur Seite. So muss es auch vielen Anwendern von Risikomodellen ergangen sein, haben sie doch den Hinweis übersehen: "Funktioniert nur unter normalen Marktbedingungen".
Dieses Manko wurde durch die Finanzmarktkrise vielen Anwendern ins Gedächtnis gerufen. Auch die Aufsichtsbehörden reagierten und forderten per Ende 2009 in der Novellierung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) was seit eh und je dem kundigen Leser von Dokumentationen bekannt war. Die meisten im Einsatz befindlichen Modelle messen das Verlustrisiko bei normal funktionierenden Märkten mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit. Für die Quantifizierung der Risiken jenseits dieser gewählten Wahrscheinlichkeit bedarf es ergänzender Modelle, in der Regel auf Basis von Stressszenarien. Weiter 



Risiko-"Landkarte" der Internet-DomainsDie Top-Level-Domain (TLD) mit dem weltweit höchsten Datenverkehr ist nun auch die gefährlichste: 56 Prozent aller Websites, die für Internetnutzer ein Risiko darstellen, enden auf ".com". Dies ergab die zum vierten Mal in Folge erscheinende Untersuchung Mapping the Mal Web von McAfee, in deren Verlauf der IT-Sicherheitsspezialist mehr als 27 Millionen Websites analysiert hatte.
Einige TLDs sind risikoreicher als andere. Betrüger und Hacker sind dort aktiv, wo sie am einfachsten ihren Geschäften nachgehen können oder aufgrund von Falschschreibungen oder logischen Verbindungen finanzielle Gewinnmöglichkeiten sehen. Weil es ganz einfach ist, das "O" in einer .COM-Adresse wegzulassen, registriert sich ein solcher skrupelloser Krimineller in Kamerun für die Adresse www.mcafee.cm. Er hofft, dadurch die privaten und geschäftlichen Benutzer zu seiner Seite umzuleiten, die sich Gedanken über ihre Sicherheit machen. Dies wäre dann wahrscheinlich eine Seite mit einem gefährlichen gefälschten Virenschutzprogramm. Der Verbraucher wäre für Warnmeldungen wie die folgende deshalb wahrscheinlich eher empfänglich: "Sie haben einen Virus. Installieren Sie diese Software." Registrare arbeiten eifrig an der Unterbindung derartiger Aktivitäten, die auch als "Typosquatting" (dt. Tippfehlerdomäne) bezeichnet werden. Weiter

Staaten, Banken, Unternehmen: Wer fällt als erster?Der aktuelle Global Financial Stability Report des IWF (Oktober 2010) beginnt mit folgendem Statement: "The global financial system is still in a period of significant uncertainty and remains the Achilles' heel of the economic recovery." Diese Einschätzung halten wir für äußerst realistisch und sie zeigt das Dilemma auf, in dem wir uns momentan befinden. Die aggressiv expansiven Maßnahmen der Staaten und Zentralbanken, die seit 2008 zur Krisenbekämpfung eingesetzt wurden, lassen sich ökonomisch nur mit der Annahme rechtfertigen, dass das hieraus resultierende Wachstum einige der inhärenten Probleme des Kapitalmarktes (v. a. des Bankensystems) löst.
Nun ist es aber nach wie vor der Finanzsektor, der nachhaltiges Wachstum gefährdet. Angesichts der nach wie vor hohen Risiken auf den Bankbilanzen (in Europa v. a. die Positionen in Staatsanleihen, in den USA weiterhin die großen Abhängigkeiten vom Immobiliensektor) sind die Kosten, die potenziell auf die Staaten zukommen, immens. Die traditionell bekannten Antworten (striktere Regulierungsbestrebungen, Garantien, Bailouts, zusätzliche Liquidität usw.) haben bisher ihr Ziel verfehlt und es stellt sich die Frage, ob eine Ausweitung dieser Maßnahmen nicht sogar kontraproduktiv wirkt. Die Diskussion bzgl. eines globalen Abwertungswettlaufes bestärkt diesen Verdacht. Weiter

Diversifikation auch während der Finanzmarktkrise stabilLaut einer Studie der WHU - Otto Beisheim School of Management (Vallendar) im Auftrag der Union Investment hat Diversifikation als Instrument der Risikosteuerung auch während der Finanzmarktkrise funktioniert, wird jedoch nach wie vor nicht von allen Investoren in ausreichendem Maße genutzt.
Angesichts knapper Risikobudgets können viele institutionelle Investoren bei der Kapitalanlage kaum noch Risiken eingehen. Als Folge dominieren gegenwärtig Sicherheitsaspekte die Strategien von Großanlegern. Durch die Streuung ihres Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen und Märkte können Investoren das Risiko erheblich senken. Diese Erkenntnis ergebe sich aus einer Analyse der Asset-Allocation, bei der die nach Risiko-Ertrags-Aspekten optimale Streuung von zehn wichtigen Anlageklassen und -segmenten mittels Portfolio-Optimierung ermittelt wurde. Weiter


Korruption in Behörden verursacht Milliardenschäden Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg sind Korruption, Unterschlagung und andere Straftaten in der öffentlichen Verwaltung ein gravierendes Problem. Der Studie zufolge verursachen kriminelle Handlungen in deutschen Behörden jährlich direkte finanzielle Schäden von mindestens zwei Milliarden Euro, wobei sich allein die Korruptionsfälle (Bestechlichkeit und Vorteilsannahme) auf wenigstens 20.000 Delikte pro Jahr addieren dürften. Zwischen 2008 und 2010 gab es bei 52 Prozent der befragten Behörden mindestens eine nachgewiesene Straftat oder einen konkreten Verdacht auf kriminelle Handlungen. Alarmierend ist auch die Einschätzung der Bevölkerung zur Verbreitung von Kriminalität in Behörden. So glauben 53 Prozent der Befragten, dass Vermögensdelikte in der öffentlichen Verwaltung (sehr) häufig vorkommen, fast 50 Prozent halten auch Korruption für stark verbreitet. Tatsächlich waren in den vergangenen zwei Jahren von diesen Straftaten allerdings "nur" rund 30 Prozent der Behörden betroffen. Weiter 


Nächster Start: Master Risiko- und CompliancemanagementDie Hochschule Deggendorf hat mit dem Komptenzportal RiskNET und dem TÜV Süd den deutschlandweit einzigartigen Weiterbildungsstudiengang Master Risiko- und Compliancemanagement entwickelt. Dieser ist eine Antwort auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. Denn die Branche ist sich einig, dass neben Banken vor allem auch Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen ihr Risikomanagement im Sinne eines "Frühwarnsystems" professionalisieren müssen. Die Vorlesungen finden am Wochenende statt und das komplette Programm besteht aus drei Semestern. In den ersten beiden Semestern finden Vorlesungen statt, zum Beispiel zu den Themen Risikomanagement pro Abteilung, Produkthaftungsrisikosteuerung, Versicherbarkeit von Risiken, aktuelle Risikomanagementstandards und Compliancemanagement. Die Masterarbeit wird im dritten Semester angefertigt. Bei erfolgreichem Studium dürfen die Absolventen den international anerkannten Titel "Master of Arts" tragen, der auch zur Promotion berechtigt.
Das Studium beginnt im März 2011. Damit die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind, müssen die Studierenden einen erfolgreichen Abschluss eines Hochschulstudiums, in welchem mindestens 240 ECTS-Kreditpunkte erworben wurden, vorweisen. Weiter


RiskNET Kolumne November 2010: Risiko aus Business Cases und Projekten - Wie sag ich's meinem Vorstand…?"Business Cases" und "Projektkalkulationen" kommen eine entscheidende Rolle für den Projekterfolg zu: Sie sind die Basis für die Entscheidung für oder gegen das Vorhaben und "schlagen die Pflöcke ein" für alle weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte. Die spätere Erfolgsbeurteilung hinsichtlich Budget, Zeit und oft auch Ergebnis fußt ebenfalls darauf. Projekte sind nun aber zumeist unsicher und risikobehaftet. Das Risiko eines Projekts oder Business Cases besteht darin, die kalkulierten Kosten, geplanten Zeiten und angestrebten Ergebnisse - in Form von Mittelrückflüssen sowie neuen oder zu erhaltenden Handlungsmöglichkeiten - nicht einzuhalten.
In der Praxis hält inzwischen vermehrt das Bewusstsein Einzug, dass die Projektkalkulation bzw. Business Cases das entsprechende Risiko berücksichtigen und ausweisen sollten. Gefragt sind also Methodik und Reporting. Methodik und Reporting hängen beim Thema Risiko ein gutes Stück weit miteinander zusammen - allerdings nicht unzertrennbar. Der Zusammenhang von Risiko-Methode und Risiko-Reporting ist dabei einfach: Mit einem "lahmen Ackergaul" als Methode lässt sich die Darstellung nicht auf "Rennpferdniveau" bringen. Mit einer "Rennpferdmethode" hingegen ist ein systematisches Weglassen oder Verdichten von Informationen bis hin zur gewünschten, entscheidergerechten Darstellung stets möglich. Weiter

Aktuelle BuchempfehlungenCompliance von A-Z
Von: Thomas Grützner/Alexander Jaokob, Verlag C. H. Beck, 160 Seiten, München 2010.
Compliance ist seit vielen Jahren in aller Munde. Für einige Geschäftsführer und Vorstände handelt es sich eher um eine zeit- und ressourcenkonsumierende Bürokratisierung. Sie weisen darauf hin, dass persönliche Integrität und individuelle Führungsverantwortung die Basis für eine gute Unternehmensführung (Corporate Governance) bildet und diese individuelle Verantwortung durch nichts - auch nicht Compliance - ersetzt werden kann. Andere Unternehmenslenker betrachten das Thema als ein wirksames Werkzeug der Haftungs- und Strafvermeidung. Compliance umfasst grundsätzlich die Einhaltung und Überwachung von Gesetzen, Richtlinien, internen Standards (beispielsweise eines Code of Conduct) und freiwilligen Kodizes innerhalb eines Unternehmens.
Tatsache ist, dass das Themenspektrum im Kontext Compliance eine große Spannbreite aufweist und sich vom Arbeitsrecht über das Kartellrecht, bis zum betriebswirtschaftlichen Risikomanagement und Wirtschafsstrafrecht erstreckt und eine Klammer um viele "etablierte" Themen setzt. Bei vielen Themen handelt es sich um "alten Wein in neuen Schläuchen". Weiter

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