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Wie verschuldet sind Staaten eigentlich?Die letzten Monate waren gekennzeichnet von der Kontroverse zwischen denjenigen, die eine Inflation und denjenigen die eine Deflation erwarten. Hierbei ist die zentrale Frage, ob das jetzige Renditeniveau der Staatsanleihen eine spekulative Blase darstellt oder eine lang anhaltende Niedrigzinsphase einläutet. Wir glauben aus einem einfachen Grund an Letzteres: Das Finanzsystem würde bei einem starken Renditeanstieg kollabieren, da die meisten Staaten die daraufhin steigende Zinsbelastung nicht mehr finanzieren könnten. Weil die Volkswirtschaften der westlichen Welt in einer Liquiditätsfalle stecken, könnte auch eine weiterhin extrem expansive Geldpolitik daran nichts ändern. Folglich sollten sich Investoren auf eine Dekade niedriger Renditen mit allen Konsequenzen einstellen. Eine entscheidende Frage ist: Sind Credits als zusätzliche Ertragsbringer in einem solchen Umfeld attraktiv?
Die globale Staatshaushaltskrise war die letzten Monate der entscheidende Faktor auch für die Kreditmärkte, was sich bspw. in einer extrem hohen Korrelation zwischen CDS auf Staatsanleihen und CDS auf Banken, auf Unternehmen und in geringerem Maße auch auf den Aktienmärkten widerspiegelt. Es gibt hier wenig Argumente, die dafür sprechen, dass sich das in den nächsten Quartalen ändern wird. Auch wenn gerade an den Aktienmärkten die Idee gespielt wird, dass marode Staatsbilanzen und "gesunde" Unternehmensbilanzen für eine Investition in Aktien sprechen, wird gerne übersehen, dass sich beide Entwicklungen nicht isoliert voneinander betrachten lassen. Weiter



70 Prozent nennen ehemalige Mitarbeiter oder Insider als RisikogruppeLaut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG ist in den letzten drei Jahren jedes vierte Unternehmen in Deutschland Opfer von Computerkriminalität. Zudem stufen 86 Prozent der befragten 500 Unternehmen in Deutschland die Thematik "e-Crime" (also wirtschaftskriminelle Handlungen unter Einsatz von Computer- oder Kommunikationssystemen) inzwischen als große Gefahr ein, wobei dies insbesondere Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau und die Automobilindustrie betraf.
Mit der zunehmenden Präsenz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien wachse auch die Angriffsfläche der Unternehmen. Im Verlauf der letzten Jahre haben sich Unternehmen intern wie auch extern zunehmend vernetzt. Egal ob Smartphones, USB-Sticks oder virtualisierte Netzwerklösungen: Die Systeme der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sind aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken. Dabei werden die Grenzen zwischen den Unternehmen und den mit ihnen kommunizierenden externen und internen Mitarbeitern immer durchlässiger. Weiter

Die Gefahr aus dem World Wide Web?Die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren hat sich in den vergangenen Jahren schneller verändert als in irgendeinem Zeitraum zuvor. Social-Media- Plattformen wie Xing, Twitter, Facebook, RiskNETwork & Co. beherrschen zunehmend die Medienberichterstattung - auch im geschäftlichen Bereich - und übertreffen in der Nutzungsintensität und -zeit immer häufiger die der klassischen Print- und Online-Medien. So wuchs allein beim Kurznachrichtendienst Twitter die Anzahl der Besucherzahl im Jahr 2009 um fast zweitausend Prozent.
Allgemein umfasst der Begriff "Social Media" eine Vielzahl digitaler Medien und Technologien, die auf Web-2.0-Technologien aufsetzen und die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten (User Generated Content). Allgemein wandeln sich mediale Monologe (one to many) in social-mediale Dialoge (many to many). Basierend auf einer Studie von Forrester Research soll im Jahr 2011 die Ära des sozialen Handels anbrechen. Intelligente soziale Netzwerke sollen dann isolierte Websites überlagern. Communities gewinnen danach an Macht und werden zur treibenden Kraft der Innovation. Weiter




Die nächsten Schritte zur Professionalisierung des Risk ManagementsEine von der Economist Intelligence Unit im Auftrag von SAS weltweit durchgeführte Umfrage hat untersucht, wie die globalen Finanzinstitutionen ihr Risikomanagement in der Folge der Finanzkrise angepasst haben. Die Online-Umfrage wurde im Februar 2010 durchgeführt. International haben sich 346 Führungskräfte aus dem Bereich Risikomanagement in Banken und Versicherungen an der Studie beteiligt. Ergänzt wurde die empirische Studie durch eine Reihe von vertiefenden Experteninterviews. Nachfolgend werden einige wesentliche Ergebnisse der Studie zusammenfassend dargestellt.
In der Zwischenzeit werden von der Mehrzahl der Experten als wesentliche Treiber der Finanzkrise Fehler im Risikomanagement identifiziert. Insgesamt muss es darum gehen, mehr Zeit und Ressourcen auf das ernsthafte Nachdenken über die wesentlichen kritischen Zukunftsszenarien und Risiken zu lenken - und weniger in die Modellierung von "Details" der Risikomodelle. Dies erfordert ein breites Verständnis, interdisziplinäre Zusammenarbeit und auch neue mathematische Methoden - zumindest neu in der Anwendung in diesem Segment. Das Risikomanagement muss sich auf das konzentrieren, was für Banken und Versicherung wirklich zu Krisen führen kann. Weiter


Höhere Kapitalanforderungen nur als Teil der KrisenpräventionDer Basler Ausschuss für Bankenaufsicht hat die Einzelheiten zu den Kapitalquoten im neuen Regelwerk Basel III bekannt gegeben. Bereits Ende Juli war die Definition des harten Kernkapitals (durch eine großzügigere Behandlung von Minderheitenbeteiligungen sowie beschränkter Berücksichtigung von latenten Steuern und Investitionen in Finanzinstitute) leicht verwässert worden. Wie lauten die neuen Regeln?
Nach dem neuen Regelwerk müssen Banken eine Mindestkapitalausstattung von 4,5 Prozent (Kernkapitalquote = Core Tier 1) ihrer risikogewichteten Aktiva vorweisen. Nach Basel II waren es bisher 2 Prozent. Unterschreitet eine Bank diese Schwelle gilt sie als insolvent. Darüber hinaus muss ein "Kapitalerhaltungspuffer" von 2,5 Prozent gewahrt werden, woraus sich eine Mindestkernkapitalquote von 7 Prozent ergibt. Der geforderte Kapitalerhalt ist effektiv ein Pufferkapital, auf das in schwierigen Zeiten zurückgegriffen werden kann. Banken in der Zone des Kapitalerhalts (das heißt bei einer Kernkapitalquote zwischen 4,5 Prozent und 7 Prozent) sind gezwungen, die Ausshüttung von Geldmitteln oder die Auszahlung von Boni einzuschränken. Weiter




Frühwarnsysteme in der Gesetzlichen KrankenversicherungIm Frühsommer meldeten erstmals seit Einführung des Gesundheitsfonds Betriebskrankenkassen Insolvenz an. Wegen des gesetzlichen Zwangs, mit anderen Krankenkassen des eigenen Verbands eine Haftungsgemeinschaft zu bilden, kann die Notlage einer Krankenkasse unter Umständen auf andere übergreifen und einen "Dominoeffekt" auslösen. In Anbetracht der aktuellen Lage diskutiert ein Beitrag in der heute erschienenen Publikation "Gesundheitswesen aktuell 2010", inwieweit Frühwarnsysteme geeignet sind, rechtzeitige Hinweise auf finanzielle Fehlentwicklungen zu liefern. Ihre Zweckmäßigkeit ist dabei davon abhängig, ob die abgeleiteten Konsequenzen in der Haftungsgemeinschaft umgesetzt werden können.
Die Zahl der Krankenkassen ist in den letzen Jahren stark zurückgegangen. Gab es im Jahr 1994 noch 1.152 verschiedene Krankenkassen, ging die Zahl bis Januar 2010 auf 169 (GKV-Spitzenverband 2010) zurück. Die Meldungen über geplante Fusionen nehmen trotz der verringerten Krankenkassenzahl nicht ab. Die Vision der letzten Gesundheitsministerin Schmidt (BMG 2009), dass künftig 30 bis 50 Krankenkassen für die Versorgung der Versicherten ausreichen, wird vor dem Hintergrund weiterer Fusionen zunehmend realistischer. Weiter




RiskNET Intensiv-Seminar & Planspiel 2010: Risikomanagement in Industrie und HandelDas RiskNET-Intensiv-Seminar (6.-7. Oktober 2010) vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow-at-Risk- (CFaR) und Budget-at-Risk-Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden diverse Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.
Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.
Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" (8. Oktober 2010) entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter

Bewertung von Risikokonzentrationen - mehr als nur neue KennzahlenSpätestens in 2007/2008 ist offensichtlich geworden, dass Risikokonzentrationen in den Finanzinstituten noch nicht ausreichend berücksichtigt werden. Expliziten Handlungsbedarf signalisiert auch die Bankenaufsicht, zuletzt durch den MaRisk-Entwurf vom 9. Juli 2010. Die Integration von Risikokonzentrationen in die Prozesse des Risikomanagements- und -controllings ist wohl ein wesentlicher Meilenstein für den Ausbruch aus dem Denken in einzelnen Risikoarten-Silos. Auf diesem Weg sind jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Dies wird nachfolgend am Beispiel der Bewertung von Risikokonzentrationen gezeigt.
Die Auseinandersetzung mit Risikokonzentrationen ist grundsätzlich nicht neu. Jeder Empfänger eines Risikoberichts kennt die einschlägigen Tortengrafiken, welche die Diversifikation eines Portfolios, beispielsweise auf Branchenebene, darstellen. Mit Investitionsquoten des Portfolios von "maximal zehn Prozent in Schwellenländern" werden nicht nur Anlageschwerpunkte festgelegt, sondern zugleich für diese Ländergruppe typische Länderrisiken begrenzt. Und mit dem Setzen eines Kontrahentenlimits wird auch ein klar nachvollziehbares Ziel verfolgt. Weiter

Aktuelle BuchempfehlungenCorporate Compliance: Handbuch der Haftungsvermeidung im Unternehmen
Von: Christoph E. Hauschka (Hrsg.), Verlag C. H. Beck, 1.191 Seiten, München 2010.
Der Begriff "Corporate Compliance" beinhaltet die Einhaltung, Befolgung, Übereinstimmung bestimmter Gebote. Hauschka weist darauf hin, dass Compliance zunächst nur verlangt, dass sich Unternehmen und Organe im Einklang mit dem geltenden Recht bewegen müssen. Bei Kapitalgesellschaften nach deutschem Recht (Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Aktiengesellschaft, Kommanditgesellschaft auf Aktien) ist diese Verpflichtung bereits Ausfluss der allgemeinen Sorgfaltspflicht der jeweils für die Geschäftsführung verantwortlichen Manager, wonach diese alles zu tun bzw. zu unterlassen haben, um Schaden von der Gesellschaft abzuwenden.
Das Ziel einer adäquaten Compliance-Organisation beinhaltet neben der Einhaltung gesetzlicher Normen jedoch auch unternehmensdefinierte Vorgaben (etwa einen "Code of Conduct"), um dadurch Haftungsansprüche oder andere Rechtsnachteile für das Unternehmen, seine Organe und Mitarbeiter zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Die Zielsetzung der Haftungsverschärfung - insbesondere resultierend aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum und vor dem Hintergrund diverser spektakulärer Unternehmenszusammenbrüche - verpflichtet die Unternehmen, Risikoprävention und Risikoüberwachungs- bzw. Frühwarnsysteme einzuführen. Weiter

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