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 RiskNET Newsletter vom 10. Mai 2010

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Bayer AG: Risikomanagement als Teil der Unternehmenssteuerung

Der Bayer-Konzern kann auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurückblicken: Das Unternehmen wurde im August 1863 in Barmen von Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott unter der Firma "Friedr. Bayer et comp." gegründet. Wichtige Produkte für das Unternehmen wurden Fuchsin und Anilin. Bereits im Jahr 1881 stieg die Mitarbeiterzahl auf über 300. Zur dieser Zeit wurde auch die Wirkung der Acetylsalicylsäure und der Sulfonamide entdeckt, die unter den Markennamen Aspirin und Prontosil auf den Markt gebracht und für die spätere Bekanntheit des Unternehmens wichtig wurden. Mit dem Sulfonamid Prontosil führte Bayer das weltweit erste Chemotherapeutikum ein, das als Breitbandantibiotikum eingesetzt werden konnte. Gerhard Domagk erhielt dafür im Jahre 1939 den Nobelpreis für Medizin.

Heute besteht der Bayer-Konzern aus über 350 Gesellschaften mit insgesamt 108.400 Mitarbeitern. Die drei Teilkonzerne, die weitgehend selbstständig operieren, die Bayer HealthCare, Bayer CropScience und Bayer MaterialScience, erwirtschafteten im Jahr 2009 einen Gesamterlös  von rund 31 Milliarden Euro. Damals wie heute ist im Bayer-Konzern die Steuerung von Chancen und Risiken integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung. Zentrale Bestandteile des Chancen- und Risikomanagementsystems sind der Planungs- und Controllingprozess, das konzerninterne Regelwerk und das Berichtswesen. Weiter

 






Sicher durch die stürmische See durch integriertes Risiko-Reporting

Der Begriff der Komplexität wird immer gern und häufiger als Entschuldigung dafür verwendet, dass bestimmte Ereignisse eingetreten sind (siehe "Schwarze Schwäne") oder Zusammenhänge für Risikoeintritte und Katastrophen nicht verstanden werden. Gerne wird von komplexen Systemen, komplexen Zusammenhängen oder komplexen Problemen gesprochen. In kaum einer Präsentation oder Diskussion rund um die aktuelle Finanzkrise fehlt ein Bezug zum Thema Komplexität.

Es steht wohl außer Zweifel, dass sich gerade im Bereich der Finanzdienstleistungsindustrie die Risiken in den vergangenen Jahrzehnten rasant erhöht haben. Wesentliche Einflussfaktoren, die zu dieser signifikanten Verschärfung der Risikosituation beigetragen haben, sind u. a. Entwicklungen wie die zunehmende (De-)Regulierung der Märkte, der verstärkte Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien, der Wandel im Käuferverhalten, der steigende Preis-, Qualitäts-, Rendite- und Wettbewerbsdruck auf globalisierten Märkten und die Nachfrage nach vergleichsweise komplexen Produkten und Systemlösungen. All diese und weitere Entwicklungen eröffnen den Banken und Versicherungsunternehmen nicht nur einzigartige Chancen, sondern bergen auch - als die andere Seite der Medaille - massive Risiken. Weiter

 


Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs

Der US-Ökonom Nouriel Roubini sorgt sich um den Euro und warnt davor, dass sich die griechische Schuldenkrise rasant global ausbreiten wird. "Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte Roubini, der die globale Wirtschaftskrise schon zwei Jahre vor ihrem Eintritt detailliert vorhergesagt hatte, dem Magazin "Spiegel". Die bisherigen Rettungspläne seien nicht ausreichend. "Wenn nicht bald ein Plan B erarbeitet wird, besteht die Gefahr eines Dominoeffekts." Dann werde sich die Krise sehr schnell auf Länder wie Portugal oder Spanien ausbreiten. "Das würde am Ende den Euro sprengen", sagte Roubini. Der Ökonom werfe dabei der deutschen Regierung vor, wertvolle Zeit verschwendet zu haben: "Die deutsche Innenpolitik und die wachsende Skepsis über die Währungsunion haben die Reaktion verzögert, das hat den Bemühungen geschadet, die Griechenland-Krise einzudämmen."

Die Milliardenhilfe durch den IWF und die Euro-Staaten hält der Ökonom nicht für ausreichend, um die Krise zu bekämpfen: "Das verschiebt das Problem nur ins nächste Jahr", sagte er. Zudem werde die Krise nicht in Europa haltmachen. Roubini fürchtet, dass die horrende Staatsverschuldung bald auch Japan und den USA "ernste Probleme" bereiten werde. Weiter

 







Risikomanagement bei Hugo Boss

Durch ein wirksames Risikomanagement im Unternehmen soll sichergestellt werden, dass Risiken frühzeitig identifiziert und diesen entsprechende Chancen gegenübergestellt werden. Durch ein adäquates Verhältnis von Chancen und Risiken werden negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg so gering wie möglich gehalten. Die Wahrung von Chancen hängt allerdings von der mittel- und langfristigen Unternehmensstrategie ab. In der Serie "Blick hinter die Kulissen" stellen wir regelmäßig verschiedene Risikomanagement-Organisationen in Unternehmen verschiedenen Branchen vor. Dieser Beitrag ermöglicht einen Einblick in das Risikomanagement der Hugo Boss AG.

Die Basis eines erfolgreichen Risikomanagements stellen nach Ansicht der Hugo Boss AG konzerneinheitliche Standards dar. Diese werden durch den Vorstand festgelegt und in einem Risikohandbuch mit entsprechenden Risikolimits kommuniziert. Mit einer regelmäßigen Berichterstattung wird sichergestellt, dass Risiken rechtzeitig identifiziert, analysiert und überwacht werden und somit eine umfangreiche Transparenz der Risikosituation in den jeweiligen Unternehmensbereichen geschaffen wird. Darüber hinaus sind alle Mitarbeiter zu risikobewusstem Handeln und zur Vermeidung existenzgefährdender Risiken verpflichtet. Weiter

 






QIS5: Europäische Versicherer stehen in Startposition

Mit Spannung wurde die Veröffentlichung des Vorschlags für die fünfte quantitative  Auswirkungsstudie QIS5 erwartet. Am 15. April 2010 war es endlich so weit. Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag für QIS5 veröffentlicht. QIS5 wird voraussichtlich die letzte offiziell von der Europäischen Kommission mit Unterstützung durch CEIOPS durchgeführte Studie sein, mit der die Versicherer ihre Solvenzkapitalanforderung testweise bestimmen können, bevor das neue Aufsichtssystem endgültig in Kraft treten wird. Stakeholder haben bis zum 20. Mai 2010 Gelegenheit, die Anleitung zu kommentieren.
Die Ergebnisse der letzten quantitativen Auswirkungsstudie QIS4 haben die Notwendigkeit für weitere Adjustierungen aufgezeigt, sei es im Hinblick auf die Kalibrierung der einzelnen Parameter, aber auch im Hinblick auf einige grundsätzliche Aspekte der Formel. Die Aufseher sehen in der Finanzkrise weitere Indikatoren, die Kapitalanforderungen zu verschärfen. CEIOPS hat der Europäischen Kommission auf Level-2-Ebene des Lamfalussy-Prozesses hierfür zahlreiche Vorschläge unterbreitet. Vorausgegangen war ein ausführlicher Konsultationsprozess, bei dem über 100 Stakeholder mehr als 30.000 Kommentare einreichten. Weiter

 


Das "Undenkbare" ins Kalkül ziehen

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, hat den Euro-Staaten geraten, sich auf einen möglichen Zahlungsausfall Griechenlands 2011 vorzubereiten. Im Notfall könne ein Europäischer Währungsfonds (EWF) eine geordnete Insolvenz einleiten, sagte Mayer nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" in Brüssel. Das Szenario des Ökonomen sei bemerkenswert, denn bisher hätten eine Umschuldung oder gar Abschläge auf griechische Staatsanleihen in den Verhandlungen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Athen keine Rolle gespielt, schreibt die Zeitung.

Mayer schlug demnach folgende Lastenaufteilung vor: Die Gesamtschulden Griechenlands sollen auf 150 Mrd. Euro halbiert werden, sie würden dann gut 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Bereits aus den aktuellen Anleihekursen würde sich ein Abschlag für Banken und andere Anleger aus dem Privatsektor in Höhe von 50 Mrd. Euro ergeben. Weiter

 


Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Ein Forscherteam des Internationale Währungsfonds (IWF bzw. IMF, International Monetary Fund, auch bekannt als Weltwährungsfonds) und der Weltbank sind im Rahmen der Studie "Basel Core Principles and Bank Risk: Does Compliance Matter?" der Frage nachgegangen, ob die Baseler Grundsätze auch tatsächlich ihren Zweck erfüllen und zur Stabilisierung des Finanzsystems beitragen?

Ihr Fazit ist ernüchternd: Der Kodex ist offenbar wirkungslos und führt nicht zu einer Erhöhung der Finanzstabilität. Seit dem Jahr 1999 evaluieren Weltbank und IWF regelmäßig die Finanzsysteme ihrer Mitgliedstaaten. Sie bewerten auf einer vierstufigen Skala - von eins ("non-compliant") bis vier ("compliant") -, wie gut die Staaten jeden einzelnen der 25 Baseler Grundsätze einhalten. Um die Solidität der Banken zu messen, haben die Forscher die Bilanzen der Geldinstitute ausgewertet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass es zwischen der Beachtung der Baseler Grundsätze und der Solidität eines Geldhauses keinen Zusammenhang gibt. Noch mehr: Einige Komponenten von Basel II sind möglicherweise sogar kontraproduktiv und führen eher zur Instabilität eines Bankensystems.

Download des Artikels "Basel Core Principles and Bank Risk: Does Compliance Matter?" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Regulatorische Themen): Weiter







Aktuelle Buchempfehlungen

Handbuch Jahresabschlussprüfung

Von: Werner Krommes, Gabler Verlag, 920 Seiten, Wiesbaden 2008.

Das erste Wort im "Handbuch Jahresabschlussprüfung" ist "Risiko": Das Wort kommt in der gesamten Literatur der Antike und des Mittelalters noch nicht vor. Wie viele andere Erkenntnisse erscheint dieser Begriff erstmals in der italienischen Renaissance. Seefahrer wagten sich über die bekannten Gewässer der Mittelmeeres hinaus und brachten das Wort "resciare" in Umlauf. Damals hieß das soviel wie "eine schwierige Strömung durchqueren". Der Autor, der auf einer jahrzehntelange Erfahrung in der nationalen und internationalen Wirtschaftsprüfung verweisen kann, weist gleich zu Beginn seines Buches darauf hin, dass die Arbeit des verantwortungsvollen Abschlussprüfers eingebettet ist in ein Konzept, das zur Schaffung von Vertrauen überzeugend und zur Beherrschung von Risiken wirkungsvoll sein muss. Die vergangenen und aktuellen Berichte über Skandale und (unentdeckten) Bilanzmanipulationen verdeutlichen die Relevanz des Themas.  Kromme weist zu Recht darauf hin, dass zu erkennen ist, dass die internen Kontroll- und Risikofrüherkennungssysteme regelmäßig durch Eingriffe einer unter Erfolgsdruck stehenden Geschäftsleitung außer Kraft gesetzt wurden. In diesem Kontext hat der Autor in der zweiten Auflage die Eigenarten dieser (labilen) Systeme und ihre Anfälligkeiten für Unregelmäßigkeiten und Verstöße näher beschrieben.

Das Handbuch gliedert sich in insgesamt sieben Themenblöcke. Das einführende Grundlagenkapitel konzentriert sich auf die Entwicklung und Lage des Berufsstands, den prüfungstheoretischen Rahmen sowie das Konzept einer risikoorientierten Abschlussprüfung. Das zweite Hauptkapitel beschäftigt sich mit den Feldern der Risikoorientierung und liefert auch dem Risikomanager eine Reihe von neuen Einsichten in die Sichtweise und Arbeitsweise von Abschlussprüfern.  Weiter

 


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