Wir begegnen immer häufiger Personen, die sich als "Risikomanager" bezeichnen. Sie nehmen vielfältige Aufgaben wahr. Diese können in Richtung Finanzen, Controlling, Produktentwicklung, Qualitätsmanagement oder etwa Organisations- und Unternehmensentwicklung ausgeprägt sein. Obwohl es sich beim "Risikomanager" nicht um einen offiziell anerkannten Beruf handelt, trägt die Funktion wesentlich zur Wertschöpfung in Unternehmen und Organisationen bei. Risikomanager zu sein ist eine grosse Herausforderung.
Die Aufgaben des Risikomanagers erstreckt sich auf ganz unterschiedliche Risikobereiche wie Sach- und Vermögenswerte, Mitarbeiter, Produkte, Finanzen oder Unternehmens-Risikomanagement im weitesten Sinne usw. Sie haben einen gemeinsamen Nenner: der Prozess Risikomanagement kommt überall zum Einsatz. Die Beherrschung dieses Prozesses ist die Schlüsselfähigkeit, die ein Risikomanager braucht. Der Risikomanager kann in prozessorientierten Organisationen auch als der Eigner des Prozesses Risikomanagement bezeichnet werden. Weiter
Risikomanager und Krisenmanager gehören eindeutig zu den Gewinnern der aktuellen Finanzkrise - wie auch aller Krisen zuvor. Er vor wenigen Monaten forderte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Banken auf, ihr Risikomanagement zu professionalisieren. Und auch die Aufsichtsbehörden und Ratingagenturen wurden seitens der Politik ermahnt, für mehr Transparenz und eine klare und einheitliche Bewertungspraxis von Risiken zu sorgen.
Und eines ist hinsichtlich der Zukunft sicher: Das Fahrwasser wird für Banken und Versicherungen auch weiterhin unruhig bleiben. Die Prozesse sind komplexer und die Reaktionszeiten kürzer geworden. Kostendruck und ein zunehmender Wettbewerb sind weitere Klippen in der globalen, stürmischen See. Um am Markt überleben zu können, müssen Unternehmen Chancen und Risiken in ihrer Unternehmenssteuerung zeitnah berücksichtigen und ihr Risiko-Chancen-Profil optimieren, um den Unternehmenswert zu erhöhen. Weiter
Unternehmen zahlen Bestechungsgelder, um Gesetzgebung und Regulierung zu beeinflussen. Diese Auffassung teilt mehr als die Hälfte der Befragten, die an der weltweiten Meinungsumfrage für das Korruptionsbarometer 2009 (Global Corruption Barometer) teilgenommen haben. Das Korruptionsbarometer von Transparency International zeigt auch, dass ebenso viele Menschen bereit wären, für Produkte von korruptionsfreien Firmen mehr zu zahlen. "Jetzt ist es Aufgabe der Unternehmen, ihre Antikorruptionspolitik zu stärken und transparenter über ihre Beziehungen, auch finanziell, zu berichten", sagt Huguette Labelle (Foto), Vorsitzende von Transparency International.
Das Umfrage-Ergebnis korrespondiert mit der Einschätzung in Deutschland angesichts der jüngsten Korruptionsskandale, dass auch deutsche Unternehmen in der Pflicht stehen, ihre Hausaufgaben in Sachen Integrität zu machen. Weiter
"Auch angesichts der deutlich verschlechterten Schuldensituation verfügt das Rating für die USA über einen stabilen Ausblick und weist sämtliche Eigenschaften einer Aaa-gerateten Staatsregierung auf." Zu dieser Einschätzung gelangt die US-Ratingagentur Moody's Investors Service in ihrem Jahresbericht zur Bonität der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch von der US-Agentur Standard & Poor's gibt es keine Andeutung, das für die USA vorgesehene Rating in Frage zu stellen.
Das Rating der USA wurde von den US-Agenturen noch nie "angetastet": Früher, bis in die 1990er Jahre, gab es sogar von der Ratingsystematik her keinen Ansatzpunkt dazu. Die Dienste unterschieden zwischen "Inland" (= USA) und "Ausland" bzw. "International" (= Rest der Welt). Insbesondere einer Betrachtung darüber, wie die USA aus Sicht beispielsweise von Anlegern aus Europa, dem Nahen Osten oder Asien als Risiko zu beurteilen sind, wurde unter diesen Voraussetzungen kein Raum gegeben. Weiter
Der Begriff "Insolvenz" ist in Deutschland negativ belegt. Er kennzeichnet ein Tabuthema, denn Insolvenz wird landläufig gleichgesetzt mit persönlichem Versagen und unternehmerischer Unfähigkeit. Diese Ansicht ist nach unserer über 30-jährigen Erfahrung als Gläubigervertreter im Insolvenzbereich weitgehend falsch. Die Krise ist vielfach unvermeidbar. Wie weitreichend allerdings deren Auswirkungen tatsächlich im Einzelfall sind, liegt häufig gerade auch in der Hand des Unternehmers.
Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ist, nach einem Abflauen in den Vorjahren, seit einigen Monaten wieder angestiegen. Für das laufende Jahr 2009 werden rund 20 Prozent mehr Insolvenzverfahren als im Vorjahr erwartet. Man rechnet mit einer Anzahl von 35.000 bis 36.000 Verfahren bundesweit. Weiter
Die Stresstests für den europäischen Bankensektor sollten nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlicht werden, damit das Vertrauen in den Sektor zurückkehrt. Banken und Regulierer müssten das Vorgehen detailliert darstellen und die Ergebnisse mitteilen, sagte die IWF-Vertreterin in Europa, Silvia Sgherri, bei einer Konferenz in Brüssel. "Die Hauptsache ist, das Vertrauen wieder herzustellen", betonte sie. Zuvor hatte der unabhängige Ausschuss der europäischen Bankenaufseher erklärt, er bereite gegenwärtig eine Beurteilung der systemischen Risiken für das Bankensystem in der Region vor. Dabei würden auch Stresstests durchgeführt, hatte die Vorsitzende des Committee of European Banking Supervisors (CEBS), Kerstin Jochnick, gesagt. Die Ergebnisse, die im September vorliegen dürften, seien jedoch vertraulich. Weiter
Das Risikomanagement befasst sich mit den Ursachen möglicher Planabweichungen, also mit Chancen und Gefahren. Naturgemäß haben für Unternehmen gerade "Extremrisiken", die potenziell außerordentlich hohe Eigenkapital- und Liquiditätsverluste zur Konsequenz haben können, einen besonderen Stellenwert, da sie bestandsbedrohend sein können. Es sind gerade diese Extremrisiken, die das zukünftige Rating bedrohen, die Insolvenzwahrscheinlichkeit maßgeblich bestimmen und potenziell den Bestand des Unternehmens gefährden. Es verwundert sicherlich nicht, dass neben möglichen schwerwiegenden Fehlentscheidungen (beispielsweise bei Großinvestitionen und Akquisitionen) gerade starke Veränderungen des makroökonomischen Umfelds in die Kategorie dieser Extremrisiken fallen.
Bei einer rationalen Betrachtung aus Perspektive der Unternehmenseigentümer ist es jedoch sehr befremdlich, dass Unternehmensführung und Risikomanagement vieler Unternehmen kaum Energie für eine rechtzeitige Identifikation, quantitative Bewertung und Prävention speziell makroökonomischer Extremrisiken eingesetzt haben. Weiter
Das Intensiv-Seminar vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.
Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.
Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter
Das Geschäftsmodell von Versicherungsunternehmen basiert darauf, versicherungstechnische, kapitalmarktbedingte, operationelle Risiken und Kreditrisiken einzugehen. Daher wird der langfristige Erfolg im Versicherungsgeschäft über die Qualität des Risikomanagements definiert.
In den vergangenen Jahren war die Versicherungswirtschaft mit einer wachsenden betriebswirtschaftlichen, juristischen und aufsichtsrechtlichen Komplexität und Dynamik der Unternehmensumwelt konfrontiert. Hierzu zählen auch die neuen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement. Neue Anforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsunternehmen Ein wesentlicher Pfeiler der im November 2007 verabschiedeten 9. Novelle des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) sind neue Bestimmungen zum Risikomanagement in Versicherungsunternehmen. Der Gesetzgeber wollte mit der Novelle die Versicherungsaufsicht an internationale Standards für die Finanzaufsicht, insbesondere hinsichtlich des internen Risikomanagements der Unternehmen, annähern. Das Rundschreiben R 3/2009 "Aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk VA)" der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, welches seit Mitte Januar vorliegt, konkretisiert die §§ 64a und 55c VAG und stellt vor allem auf die Einrichtung angemessener unternehmensinterner Leitungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse ab.
>> Kompakt-Seminar: 7. und 8. Juli 2009 in München >> Aufbau-Workshop "Quantitative Modellierung": 9. Juli 2009
Von: Alexander Huber, Erich Schmidt Verlag, 263 Seiten, Berlin 2008.
Denkschulen rund um das Thema Strategische Planung gibt es reichlich. In der Praxis führt dies nicht selten zu der Situation, dass der Unternehmenslenker den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Alexander Huber, der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Strategische Planung und Unternehmensführung an der TFH Berlin lehrt, bringt Transparenz in der Wald und liefert mit seinem Praxishandbuch eine Einführung in die Strategische Planung jenseits von Theorie und dogmatischer Denkschulen. Obwohl das Buch in einer klaren Sprache geschrieben ist, driftet Alexander Huber immer wieder ins Berater-Kauderwelsch ab (beispielsweise Implementieren, Backplanning, Alignment). Gute Berater erkennt man daran, dass sie auf inhaltsleere Anglizismen verzichten. Das wäre mein einziger Wunsch für eine Neuauflage. Fazit: Das Buch kann als Praxis-Leitfaden für jeden Unternehmenslenker uneingeschränkt empfohlen werden. Weiter
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