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Strategisches Denken in komplexen SituationenDie Finanzkrise hat vor allem gezeigt, dass viele Marktteilnehmer systematisch die schmerzhaften Folgen von Extremereignissen unterschätzen. Sowohl private und institutionelle Anleger erlebten nicht nur überraschend starke Einbrüche in allen Anlageklassen, sie erfuhren auch, dass selbst breit gestreute Portfolios nicht die Verlustabsicherung erzielten, die man sich versprach. Anlageklassen, die über lange Zeiträume in der Vergangenheit niedrige Korrelationen aufwiesen, bewegten sich fast gleichförmig nach unten - mit der Folge, dass auch gut diversifizierte Portfolios mehr oder weniger ungebremst gegen die Wand fuhren. Die Krise hat vor allem gezeigt, dass viele von Banken eingesetzte Methoden blind sind für die Realität. Die komplexe Realität an den Finanzmärkten wird von vielen Modellen - auch stochastischen Ansätzen - schlichtweg ausgeblendet. Wir sprachen mit Prof. Dr. Peter Milling (Industrieseminar der Universität Mannheim) und Prof. Dr. Jürgen Strohhecker (Frankfurt School of Finance & Management) über Grenzen in der Risikomodellierung und alternative Methoden aus dem Bereich System Dynamics. Weiter




Höhere Kapitalanforderungen für inkrementelle RisikenHans-Joachim Massenberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken hat vor zu großem Optimismus gewarnt. Trotz der sich im Moment abzeichnenden Stabilisierung müsse sich die Wirtschaft auf weiterhin stürmische Zeiten vorbereiten. "Die deutschen Unternehmen beweisen bisher eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit in der Krise. Dennoch müssen wir uns darauf gefasst machen, dass der massive wirtschaftliche Einbruch über einen längeren Zeitraum auch zu einer deutlichen Zunahme der Unternehmensinsolvenzen führen kann und wahrscheinlich auch führen wird", so Massenberg. In der Folge müssen auch die Banken sich auf eine massiv steigende Risikovorsorge für den Kreditbestand vorbereiten. Gleichzeitig ist es nach Ansicht des Bankenverbandes unabdingbar im Kreditneugeschäft der deutlich verschlechterten Risikolage Rechnung zu tragen.
Für Massenberg stellt sich in diesem Zusammenhang eine zentrale Frage: Wie sollen künftig die Eigenkapitalvorschriften für Banken gestaltet werden, um einerseits die Krisenresistenz der Banken zu verbessern und andererseits prozyklische Effekte der Basel II-Regulierung zu dämpfen? Weiter

Paukenschlag für deutsche Compliance-Officer"Einen Paukenschlag für die deutschen Compliance-Officer", nennt Dr. Christian Pelz das aktuelle BGH-Urteil zur Haftung der hausinternen Kontrolleure (Az. 5 StR 394/08). Dieser Richterspruch sorgt in der Tat für Entsetzen. Die höchsten deutschen Strafrichter hätten einen Betrugsfall aus Berlin genutzt, um in einer nicht entscheidungserheblichen Rechtsmeinung (obiter dictum) ihre Ansicht zu den Aufgaben der Compliance-Beauftragten kund zu tun, so der Fachanwalt für Straf- und Steuerrecht im Rahmen der Veranstaltung "Compliance Day" in München.
Die Folge für die Compliance-Beauftragten: Sie haben nach Ansicht der Bundesrichter alle aus dem Unternehmen begangenen Rechtsverstöße zu verhindern, insbesondere Straftaten. Damit treffe sie eine Garantenpflicht, die wiederum Grundlage der eigenen Unterlassensstrafbarkeit sein kann - ein nach Expertenmeinung viel zu weit gesteckter Rahmen: "Sie stehen praktisch mit einem Bein im Gefängnis", meint Pelz. Weiter

Wie viel Rendite darf es sein?Der Renditehunger ist wieder erwacht. In der Krise waren wir bescheiden geworden. Die Meisten waren davon überzeugt, dass Anleger sich in Zukunft mit niedrigeren Renditen zufrieden geben müssten. Nun sind aber die Aktienkurse seit März fast weltweit um 50 Prozent und mehr gestiegen. Schon kommt die Frage auf, ob das so weiter gehen könnte. Es ist es deshalb an der Zeit zu fragen, mit welchen Renditen ein Anleger nachhaltig rechnen kann. Viele beantworten die Frage mit ethischen oder ökologischen Argumenten.
Renditen von zehn Prozent und mehr seien in einer Welt hoher Arbeitslosigkeit und nur geringfügig steigender Tariflöhne nicht zu vertreten. Sie seien auch nicht nachhaltig erzielbar. Bescheidenheit und Verzicht sind angebracht.Es gibt aber auch ökonomische Grenzen. Der Kuchen des Bruttoinlandsprodukts ist begrenzt. Je mehr die Einen davon bekommen, umso weniger kann an die Anderen gehen. Der Kuchen kann nur einmal verteilt werden. Welche Renditen sind unter volkswirtschaftlichen Überlegungen realistisch? Weiter

Kompaktseminar und Ergänzungsworkshop: Aufbau eines Risikomanagementsystems für Versicherungsunternehmen, 30.11.-02.12.2009Der Wert eines (Versicherungs-)unternehmens hängt von den zukünftigen, über die Erwirtschaftung der Kapitalkosten hinausgehenden Erträgen und den damit verbundenen Risiken determiniert. Ergo werden Versicherungsunternehmen, die über gute und effiziente Instrumente zur Messung und Steuerung ihrer Risiken verfügen, sich einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.
In den ersten beiden Tagen des Seminars vermitteln wir Ihnen einen Überblick über die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen des Risikomanagements von Versicherungsunternehmen. Dabei verknüpfen wir die Regelungen des BaFin-Rundschreibens 3/2009 mit Praxisbeispielen, um Ihnen die notwendigen Schritte zum Aufbau und zur Organisation eines Risikomanagementsystems gemäß den MaRisk VA näherzubringen. Am dritten (optionale) Tag entwickeln wird - gemeinsam mit den Teilnehmern - ein internes Risikomodell und entwickeln ein "einfaches" Limitsystems. Alle Teilnehmer erhalten den Praxisleitfaden "MaRisk VA erfolgreich umsetzen" (Korte/Romeike). Weiter




Kreditrisiken sind jung und männlichTrotz der Wirtschaftskrise ist die Zahl der überschuldeten Verbraucher in diesem Jahr gesunken. Der Erhalt von Arbeitsplätzen durch Kurzarbeit, sinkende Lebenshaltungskosten und gleichzeitiger Konsumverzicht führten zu einem Rückgang um 680.000 auf knapp 6,2 Millionen Überschuldete, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Düsseldorf mitteilte. Damit sank die Schuldnerquote im Vorjahresvergleich um rund einen Prozentpunkt auf knapp 9,1 Prozent. 2008 hatten noch knapp 6,9 Millionen Privatleute über 18 Jahren weniger eingenommen als sie monatlich ausgeben müssen. Mit einer weiteren Entspannung der Verschuldungslage rechnete die Wirtschaftsauskunftei allerdings nicht. Vielmehr werde die Zahl der Überschuldeten in den nächsten beiden Jahren eher wieder wachsen - wegen des erwarteten merklichen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen bis Ende 2010 und stagnierender Realeinkommen. Auch in den vergangenen Monaten ging die Schuldnerquote nicht in allen Bereichen zurück. So stieg der Anteil der Frauen bei den überschuldeten Privatleuten um 2,4 Punkte auf 34,4 Prozent. Auch die Zahl der jungen Überschuldeten unter 20 Jahre wuchs seit 2004 um 75.000 auf 128.000 Betroffene. Weiter

RMA-Jahreskonferenz am 24./25. November 2009 in München/IsmaningDie Key-Note der RMA-Jahreskonferenz widmet Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Frage: "Demographiekrise - Bankenkrise - Staatskrise - Ein Staat, der über seine Verhältnisse lebt?".
Im Mittelpunkt der Tagung steht die wert- und risikoorientierte Steuerung von Unternehmen sowie die Frage, welche Beiträge das Risikomanagement zur Überwindung der Krise leisten kann. Praxisbeispiele zum Enterprise Risk Management stellen u.a. die Lenzing AG und Marc O’Polo vor. Weitere Referenten sind u.a. Dr. Thomas Blunck (Mitglied des Vorstands der Münchner Rückversicherungs AG) und Prof. Dr. Christian Laux (Goethe-Universität Frankfurt). Weiter

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryFinanzkrisen sind größere Verwerfungen im Finanzsystem, die durch einen Rückgang der Vermögenswerte und die Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Unternehmen der Finanzwirtschaft und anderer Branchen gekennzeichnet sind und die die ökonomische Aktivität in einem oder mehreren Ländern beeinträchtigen. Ein auf den Postkeynesianer Hyman Minsky und Charles P. Kindleberger zurückgehender Ansatz erklärt Finanzkrisen als Ergebnis exzessiver Spekulation in einer boomenden Konjunktur.
Download des Artikels "An introduction to financial crises" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Sonstiges): Weiter 


RiskNET Kolumne November 2009: Die Kunst des RisikomanagementsAuf dem international beachteten G-20 Treffen in Pittsburgh sollte eine neue Weltfinanzordnung abgestimmt werden. Nachdem die globalen Wirtschaftssysteme die weltweite Finanzkrise nicht verhindern konnten, ja diese durch Dilettantismus und ungezügelte Profitgier ausgelöst haben, fühlen sich nun die politischen Systeme zu einer Neuordnung berufen. Ein supranational verordnetes Risikomanagement soll Weltwirtschaftskrisen in Zukunft vermeiden - dreht sich hier womöglich der Berg und gebiert eine Maus?
Per se müssen unternehmerische Entscheidungen stets in ein Risikomanagementsystem eingebettet werden. Indem wir uns eben nicht in einer deterministischen, eindeutig prognostizierbaren Welt bewegen, stehen unsere Entscheidungen immer unter dem Menetekel der Unsicherheit. Unternehmerisches Handeln versucht diese Unsicherheit durch die ihre bewusste Akzeptanz ("Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!") im Sinne eines Wettbewerbsvorteils zu nutzen. Der Risikomanagementprozess erscheint in seinem Ablauf trivial und jedem Entscheider selbsterklärend. Weiter 

Aktuelle BuchempfehlungenDie Jahrhundertkrise
Von: Olaf Storbeck, Schäffer-Pöschel Verlag, 194 Seiten, Stuttgart 2009.
Nach der Lektüre des Büchleins "Die Jahrhundertkrise" wird dem Leser bewusst, dass die aktuelle Finanzkrise vor allem durch eine Eigenschaft charakterisiert werden kann: durch Komplexität. Daher legt der Autor bereits im Vorwort die Latte nicht zu hoch und weist deutlich darauf hin, dass es nicht die eine, glasklare Erklärung für das Desaster gibt, das die Welt seit dem Sommer 2007 und noch mehr seit dem Herbst 2008 aus den Fugen gebracht hat. Basierend auf den Analysen und Meinungen internationaler Top-Ökonomen beweist Olaf Storbeck, dass die vielen griffigen, fernsehtauglichen Erklärungen, die im Angebot sind, zwar meist ein Körnchen Wahrheit enthalten - aber mehr auch nicht.
So räumt er u. a. mit dem Argument auf, dass die Gier auf der Vorstandsebene und bei den Investmentbankern als Kernursache gilt. Dieser Erklärungsansatz ist ungefähr so richtig wie der Versuch, einen durch Raser im Nebel verursachten Massenunfall auf der Autobahn mit dem menschlichen Mobilitätsdrang zu erklären: Natürlich würde es ohne Mobilitätsdrang keine Unfälle auf der Autobahn geben. Als alleinige Erklärung für eine konkrete Massenkarambolage aber wäre sie viel zu unspezifisch - und damit nichtssagend, so Storbeck. Weiter

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