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Was falsch gelaufen ist: Risikomanagement im FinanzsektorDie aktuelle Kontroverse in Deutschland um die 2,9 Millionen Euro Bonuszahlung an den HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher ist eine gute Gelegenheit, auf einen Richtungsstreit im Finanzsektor über das richtige Risikomanagement aufmerksam zu machen. Nonnenmacher steht dabei auf jener Seite, die veraltete Konzepte im Risikomanagement als moderne Ideen verkauft. Gemeint sind die gängigen Risikomanagementmodelle vom Typ Markowitz, die seit ungefähr 50 Jahren in der Praxis eingesetzt werden. Geschäfts- und Investmentbanken sind seit 10 oder 15 Jahren fest in der Hand von Leuten, die diese Richtung vertreten.
Wie das geht? Ganz einfach: Auch eine Fehlkonstruktion kann recht und schlecht überleben, wenn sie nicht extremen Belastungen ausgesetzt ist. Jüngst wurde oft behauptet, die derzeitige Finanzkrise sei nur auf die fehlerhafte Anwendung richtiger Finanzmodelle zurückzuführen. Das ist falsch. Die Grundstruktur ist nicht in Ordnung. Weiter



Interview mit Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft: "Systemische Risiken sind nur schwer zu prognostizieren"In diversen Veröffentlichungen hat das Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf die Vorteile der Verbriefung im Hinblick auf die Risikoallokation hingewiesen. Allerdings weist das Institut auch darauf hin, dass der Verbriefungsmarkt neu strukturiert werden muss. Hierzu gehört beispielsweise, dass die Originatoren zukünftig wieder einen Teil des Risikos tragen und die Verbriefungsprodukte wieder transparenter werden. In den letzten Jahren wurde der Verbriefungsmarkt zunehmend komplexer, und die zugrunde liegenden Assets konnten kaum noch hinsichtlich ihres Risikogehalts eingeschätzt werden. Je besser die Emittenten ihre Produkte erklären können, desto eher werden Investoren bereit sein, die Risiken zu übernehmen.
Das IW weist ergänzend darauf hin, dass die eigene Haftung für Risiken noch überzeugender als Informationen ist. Es dürfte zunehmend von den Originatoren erwartet werden, dass sie die First-Loss-Position einnehmen, also die riskanteste Tranche eines ABS teilweise in ihren eigenen Büchern halten. Weiterhin ist davon auszugehen, dass sich zunehmend Standardisierungen durchsetzen werden, beispielsweise im Hinblick auf die Qualität der zugrunde liegenden Assets oder hinsichtlich der Informationsbereitstellung. Auch die Ratingagenturen müssen die Risiken zukünftig sorgsamer und konservativer bestimmen. Mit Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, sprachen wir über die Lehren aus der jüngsten Finanzkrise. Weiter
Analyse Finanzkrise: "Tiefwurzler" besser als "Flachwurzler"In Deutschland verzeichnen wir nach dem massiven Einbruch im ersten Quartal um 3,5 Prozent im zweiten Quartal wieder einen bescheidenen Zuwachs (0,3 Prozent), der sich wohl auch im dritten Quartal fortsetzen wird. Bei der Auftragslage waren nach dem starken Einbruch zuletzt wieder Zuwächse, vor allem bei den Auslandsorders zu sehen. Die hohe Preisstabilität und die (noch) relativ stabile Beschäftigungslage haben den privaten Konsum stabilisiert. Professor Dr. Franz-Christoph Zeitler, Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, warnt jedoch davor, die Niveaueffekte des Einbruchs Ende 2008 und Anfang 2009 auszublenden. "Es wird längere Zeit dauern, bis ein Niveauverlust des BIP von fünf bis sechs Prozent wieder wett gemacht ist." Zeitler weist ergänzend darauf hin, dass die aktuelle Erholung vor dem Hintergrund weltweiter massiver Konjunkturprogramme stattfindet. Erst die Zukunft wird zeigen, ob sie die Wirkung einer "Initialzündung" für einen endogenen Aufschwung entfalten können oder ihre Wirkung zeitlich begrenzt bleiben wird. Weiter

Wirtschaftsstraftäter sind männlich und intelligentLaut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft RölfsPartner und der Universität Leipzig unter Leitung von Hendrik Schneider, Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht, ist zu befürchten, dass die Wirtschaftskrise zu einer Zunahme der Wirtschaftskriminalität führen wird. "Wer in einer Wirtschaftskrise die Umsatzvorgaben für den Vertrieb nicht anpasst oder die Kontrollen - etwa durch Abbau der internen Revision - reduziert, darf sich nicht wundern, wenn in seinem Unternehmen die Wirtschaftskriminalität zunimmt. Wer hingegen auch in der Krise für ein gutes Betriebsklima sorgt, schützt sein Unternehmen", so der Ratschlag von Dieter John, Leiter des Competence Centers "Fraud - Risk - Compliance" und Vorstand der RölfsPartner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Für die Studie untersuchten die Autoren alle im Jahre 2007 von den drei Berliner Wirtschaftsstrafkammern verkündeten Urteile sowie zahlreiche anonymisierte Praxisfälle des RölfsPartner Competence Centers "Fraud - Risk - Compliance" hinsichtlich der Motivation der Täter und der Rechtfertigung ihrer Tat. Das untersuchte Sample deckt sich dabei relativ gut mit bisherigen wissenschaftlichen Studien: Demnach ist der durchschnittliche Wirtschaftsstraftäter verheiratet, deutscher Nationalität und männlich, weist seltene und geringe Vorstrafen auf, verfügt über eine überdurchschnittlich hohe Bildung und begeht seine Tat im Durchschnitt erst mit 44 Jahren. Weiter
RiskNET Kolumne Oktober 2009: Risikomanagement in der Krise: Stand und VerbesserungspotenzialeDie Risikomanagementfähigkeiten sollten Unternehmen in die Lage versetzen, schwerwiegende oder gar bestandsbedrohende Krisen zu vermeiden und bei wichtigen unternehmerischen Entscheidungen (wie Investitionen) ein Abwägen erwarteter Erträge und Risiken ermöglichen. Auch im Zusammenspiel mit den Frühaufklärungs- und Controllingsystemen hat das Risikomanagement vieler Unternehmen seine ökonomische Aufgabenstellung in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht erfüllt.
Der Umfang speziell makroökonomischer Risiken wurde unterschätzt, die notwendigen Informationen über den risikobedingt erforderlichen Eigenkapital- und Liquiditätsbedarf zur Sicherung des Ratings liegen vielen Vorständen nicht vor und bei vielen unternehmerischen Entscheidungen der Vergangenheit wurden erwartete Gewinne und die eingegangene Risiken nicht gegeneinander abgewogen. Im Gegensatz zur Kernidee eines wertorientierten Managements, wurde noch oft bei Entscheidungen, beispielsweise Akquisitionen oder Großinvestitionen, lediglich eine Steigerung der Rendite angestrebt - ohne auf die Implikationen für den Gesamtrisikoumfang, dem risikobedingten Eigenkapital und das zukünftige Rating zu achten. Weiter 



RiskNET Planspiel & Seminar 2009: Risikomanagement in Industrie und HandelDas Intensiv-Seminar (10.-11. November 2009) vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.
Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.
Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" (12. November 2009) entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter
Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryÜber 70 Prozent der Unternehmen in der Speditions- und Logistikbranche betreiben nach eigenen Angaben Risikomanagement oder planen es einzuführen. Allerdings haben sie kein einheitliches Verständnis davon, welche Schritte und Maßnahmen ein Risikomanagement umfassen sollte. Nur einzelne Unternehmen setzen ein Risikomanagement um, das dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Hochschule Fulda und der Hochschule Heilbronn im Auftrag des Speditions- und Logistikverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz.
Download der Studie "Risikomanagement in der Speditions- und Logistikbranche" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Studien): Weiter 


Aktuelle BuchempfehlungenCompliance im Versicherungsunternehmen: Rechtliche Vorgaben und praktische Umsetzung
Von: Jürgen Bürkle, Verlag C.H. Beck, 400 Seiten, München 2009.
Dieses Werk vermittelt aktuell und praxisgerecht die erforderlichen Kenntnisse rund um das Thema Compliance in Versicherungsunternehmen. Dargestellt werden u. a. rechtliche Grundlagen und die wirtschaftliche Bedeutung von Compliance für Versicherungsunternehmen. Berücksichtigt ist bereits das 9. VAG-Änderungsgesetz, das erstmals explizite Compliance-Anforderungen für die Assekuranz regelt. Das Werk behandelt außerdem die aktuellen MaRisk VA, die Neuregelungen zur Geldwäsche sowie die anstehende Solvency-II-Richtlinie der EU. Ein erkennbarer Schwerpunkt liegt auf der juristischen Betrachtungsweise der Thematik.
Eingang finden zudem branchenspezifische Rechtsgrundlagen sowie praktische Hilfestellungen zur Compliance-Funktion und -Organisation. Speziell für das Rückversicherungssegment gehen die Autoren auch auf die Erlaubnispflicht für Inlandsunternehmen, Insurance Linked Securities sowie EU-/EWR-ausländische Rückversicherungsunternehmen ein. Weiter

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