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 RiskNET Newsletter vom 19. Oktober 2009

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Risikomanagement hat Expertenwissen vernachlässigt

Basierend auf einer Studie der Commerzbank, die im Sommer 2009 veröffentlicht wurde, wird die jüngste Finanzkrise die Weltwirtschaft bis Ende 2009 rund 10,5 Billionen US-Dollar (7,3 Billionen Euro) kosten. Je Erdenbewohner belaufen sich die Kosten damit auf etwas mehr als 1.500 Dollar. Der frühere Chefökonom der Weltbank Joseph Stiglitz für die Finanzkrise vor allem die ungenügende Regulierung verantwortlich gemacht. "Die Amerikaner können froh sein, dass die Europäer dumm genug waren, die faulen Hypothekenkredite aufzukaufen. Das Finanzsystem und die Banken haben mit ihren so genannten "Innovationen" die Risiken nicht gemanagt und begrenzt, sondern neue Risiken geschaffen - die Banken haben total versagt", so der Nobelpreisträger des Jahres 2001. Wir sprachen mit Wolfgang Hartmann, bis vor wenigen Monaten Chief Risk Officer und Mitglied des Vorstands der Commerzbank und aktuell Vorstandsvorsitzender des Instituts für Risikomanagement und Regulierung, über Risikoblindheit und Methodikschwächen im Risikomanagement und die absehbaren Regulierungsschritte für den Finanzsektor. Weiter

 






Lessons Learnt from the Financial Crisis: An ERM Thought Leadership Series

FT Global Events & SAS präsentieren: Lessons Learnt from the Financial Crisis: An ERM Thought Leadership Series, 8 bis 11 Uhr, Mittwoch, 4.11.09, Frankfurt/Main

Erhalten Sie Zugang zu den aktuellsten Trends im Riskmanagement und erfahren Sie, wie die zukünftige Finanzwelt aussehen wird. Für Fachleute steht ein Kontingent an kostenlosen Plätzen zur Verfügung Reservierung: http://www.ftglobalevents.com/erm2009

E.Mail: finance.event@ft.com, Tel: +44 (0) 207 775 6653. Weiter

 


Die Kunst des Risikomanagements

Auf dem international beachteten G-20 Treffen in Pittsburgh sollte eine neue Weltfinanzordnung abgestimmt werden. Nachdem die globalen Wirtschaftssysteme die weltweite Finanzkrise nicht verhindern konnten, ja diese durch Dilettantismus und ungezügelte Profitgier ausgelöst haben, fühlen sich nun die politischen Systeme zu einer Neuordnung berufen. Ein supranational verordnetes Risikomanagement soll Weltwirtschaftskrisen in Zukunft vermeiden - dreht sich hier womöglich der Berg und gebiert eine Maus? Per se müssen unternehmerische Entscheidungen stets in ein Risikomanagementsystem eingebettet werden. Indem wir uns eben nicht in einer deterministischen, eindeutig prognostizierbaren Welt bewegen, stehen unsere Entscheidungen immer unter dem Menetekel der Unsicherheit. Unternehmerisches Handeln versucht diese Unsicherheit durch die ihre bewusste Akzeptanz ("Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!") im Sinne eines Wettbewerbsvorteils zu nutzen. Der Risikomanagementprozess erscheint in seinem Ablauf trivial und jedem Entscheider selbsterklärend. Weiter

 


Kein Risiko ohne Zukunft

Risiko gibt es nur, wenn es einen Zukunftsbegriff gibt. "Deshalb war das Risikomanagement im Altertum kein Thema, denn hier wurde alles durch die Götter gelenkt", erklärte Frank Romeike auf dem 2. qSkills Security Summit in Nürnberg. Romeike, geschäftsführender Gesellschafter der Risknet GmbH sowie Vorstand der Risk Management Association, beschäftigt sich beruflich mit Risiken und wie Unternehmen sie bewältigen können. Auch bei der IT-Risikobuchhaltung und dem Risikomanagement seiner Einschätung nach ein Zukunftsbezug notwendig, denn Informationen aus der Vergangenheit könnten immer nur als Datengrundlage dienen.

"Immerhin 60 Prozent der Unternehmenswerte werden durch fehlerhaften Strategien vernichtet", erklärte er. In der Abschätzung, ob die Risikotragfähigkeit eines Unternehmens einem Risiko gewachsen sei, lenkte er die Aufmerksamkeit vor allem auf die so genannten "schwarzen Schwäne". Dies sind unwahrscheinliche, aber für das Unternehmen sehr teure Risiken. Weiter

 






Save the date: ifb Risk Lounge, Vom Häkchenmachen zur Risikokultur, 22. Oktober 2009

Warum haben die bekannten Methoden und Instrumente des Risikomanagements in der Krise bei einigen Unternehmen nicht gegriffen? Sind einzelne Risikomaße, wie beispielsweise der Value at Risk, ungeeignet, um hohe Verluste der Unternehmen zu verhindern? Unter dem Motto "Vom Häkchenmachen - zur Risikokultur" zeigen wir Wege auf, wie Sie Ihr Risikomanagement zum essentiellen Bestandteil der strategischen Unternehmenssteuerung entwickeln. Die Integration in den Governance- und Compliance-Prozess des Unternehmens und die Verbindung von Risiko- und Finanzmanagement spielen dabei eine entscheidende Rolle. Diskutieren Sie gemeinsam mit Risikomanagern und Experten der Carl Zeiss Gruppe, der Stadtwerke München sowie der Kompetenzportals RiskNET. Weiter



Drastischer Anstieg der Wirtschaftskriminalität

Laut der Studie "Wirtschaftskriminalität 2009 - Zur Sicherheitslage in deutschen Großunternehmen" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind die direkten finanziellen Schäden durch Wirtschaftskriminalität in den vergangenen zwei Jahren drastisch gestiegen. Demnach verursachte jedes aufgedeckte Delikt einen durchschnittlichen Schaden von knapp 4,3 Mio. Euro, während der Vergleichswert im Zeitraum von 2005 bis 2007 erst bei knapp 1,6 Mio. Euro lag. Die zusätzlichen Aufwendungen für das Schadensmanagement (beispielsweise die Anwaltskosten) blieben mit rund 830.000 Euro je Delikt dagegen weitestgehend konstant. Für die Studie wurden im Frühjahr 2009 zunächst 500 deutsche Großunternehmen befragt. Im August folgten 100 Interviews zu den erwarteten Folgen der Wirtschaftskrise. Weiter

 






Die Krise nach der Krise

Die Krise nach der Krise - so könnte man die Stimmung bei den Gesprächen rund um die Tagung des Internationalen Währungsfonds in Istanbul am letzten Wochenende beschreiben. Die meisten waren sich einig, dass das Schlimmste der Finanz- und Wirtschaftskrise vorbei ist. Aber keiner freute sich so richtig. Es gibt zu viele Fehlentwicklungen, die sich aufgebaut haben. Fast könnte man schon wieder von einer neuen Krise sprechen. Hier ein paar Meinungen und Eindrücke meines Aufenthalts in der türkischen Hauptstadt:

Die Konjunktur wird, so die Meinung des Institute of International Finance, auch in den kommenden Monaten zum Positiven überraschen. Treibende Kräfte sind neben den staatlichen Konjunkturprogrammen, der expansiven Geldpolitik und dem Lagerzyklus auch das dynamische Zusammenwirken dieser Faktoren. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch. Das wird oft zu wenig berücksichtig. Folglich könnte das Wachstum im nächsten Jahr deutlich höher sein als von den meisten derzeit erwartet. Weiter

 


RiskNET Kolumne Oktober 2009: Risikomanagement in der Krise: Stand und Verbesserungspotenziale

Die Risikomanagementfähigkeiten sollten Unternehmen in die Lage versetzen, schwerwiegende oder gar bestandsbedrohende Krisen zu vermeiden und bei wichtigen unternehmerischen Entscheidungen (wie Investitionen) ein Abwägen erwarteter Erträge und Risiken ermöglichen. Auch im Zusammenspiel mit den Frühaufklärungs- und Controllingsystemen hat das Risikomanagement vieler Unternehmen seine ökonomische Aufgabenstellung in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht erfüllt.

Der Umfang speziell makroökonomischer Risiken wurde unterschätzt, die notwendigen Informationen über den risikobedingt erforderlichen Eigenkapital- und Liquiditätsbedarf zur Sicherung des Ratings liegen vielen Vorständen nicht vor und bei vielen unternehmerischen Entscheidungen der Vergangenheit wurden erwartete Gewinne und die eingegangene Risiken nicht gegeneinander abgewogen. Im Gegensatz zur Kernidee eines wertorientierten Managements, wurde noch oft bei Entscheidungen, beispielsweise Akquisitionen oder Großinvestitionen, lediglich eine Steigerung der Rendite angestrebt - ohne auf die Implikationen für den Gesamtrisikoumfang, dem risikobedingten Eigenkapital und das zukünftige Rating zu achten. Weiter






RiskNET Planspiel & Seminar 2009: Risikomanagement in Industrie und Handel

Das Intensiv-Seminar (10.-11. November 2009) vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.

Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.

Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" (12. November 2009) entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter

 


Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Betrachtet man das Verhalten von Geschäfts- und Investmentbanken in der US-Immobilien- und Verbriefungsblase bis zum Sommer 2007, dann lautet die entscheidende Frage: Warum sind die Banken auf den Herdentrieb hereingefallen? Das individuelle Managerverhalten war dabei sehr rational, obwohl es sich um ein kollektives Fehlverhalten handelte - ein Widerspruch, der sich mit Hilfe der Spieltheorie erklären lässt. Die herkömmliche Portfoliotheorie von Markowitz taugt dafür hingegen nicht, denn sie hat einen gravierenden Konstruktionsfehler: Auf Aktionen eines individuellen Entscheidungsträgers folgen laut Markowitz definitionsgemäss nie Reaktionen anderer Marktteilnehmer.

Download des Artikels "Herdenverhalten: Konsequenzen für Märkte, Banken und Aufseher" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Methoden): Weiter



Aktuelle Buchempfehlungen

Hedgefonds – Entmystifizierung einer Anlageklasse

Von: Dieter G. Kaiser, Gabler Verlag, 336 Seiten, Wiesbaden 2009.

Die Welt der Hedgefonds gilt als die Königsklasse der Investments. Hedgefonds versuchen unter Anwendung verschiedenster Investmentstrategien, entweder Fehlbewertungen einzelner Wertpapiere zu identifizieren und gewinnbringend auszunutzen oder alternative, d. h. nicht herkömmliche Risikoprämien zu vereinnahmen. Der erste Hedgefonds wurde von dem Journalisten Alfred Winslow Jones bereits im Jahre 1949 gegründet. Bei seinen journalistischen Recherchen stellte Jones fest, dass keiner der Aktienanalysten ihm wirklich verlässlich sagen konnte, ob die Börsenkurse in Zukunft steigen oder fallen würden. Aus dieser Erkenntnis zog er den Schluss, dass er eine Strategie finden müsse, mit der Geld verdienen konnte - unabhängig davon, in welche Richtung sich die Börsen entwickeln. Jones verkaufte Aktien leer, um sie später auf einem niedrigeren Kursniveau wieder zu erwerben. Mit dem Erlös des Leerverkaufs kaufte er andere Aktien in der Erwartung, dass diese Aktien im Kurs steigen. Damit erfand er gleichzeitig die erste Strategie für Hedgefonds (Long-Short). Weiter

 


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