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 RiskNET Newsletter vom 19. November 2009

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Risikomanagement jenseits von Zahlenfriedhöfen und Powerpoint

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) will bei der Kontrolle von Geldinstituten zukünftig einen stärkeren Blick auf das Risikomanagement werfen. Die Exekutivdirektorin im Geschäftsbereich Bankenaufsicht, Sabine Lautenschläger, sagte im Rahmen der 12. Euro Finance Week in Frankfurt, sie erwarte, dass das Risikomanagement "erheblich" verbessert werde. Anders als die Öffentlichkeit, die sich bei den Lehren aus der Finanzmarktkrise auf die Diskussion um die ausreichende Kapitalausstattung beschränke, müssten die Banken mehrere Bereiche des Risikomanagements ausbauen, sagte Lautenschläger. So müsse, wer als Credit Risk Officer in einem Institut die Liquiditäts-, Konzentrations- und Reputationsrisiken prüfe, mehr Einfluss auf die Entscheidungsfindung der Bank bekommen, forderte sie. Weiter

 






Korruptionsbekämpfung: Auch Deutschland hat Nachholbedarf

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat heute ihren Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) veröffentlicht. Der CPI misst den Grad der bei Beamten und Politikern wahrgenommenen Korruption. Die Mehrzahl der 180 untersuchten Länder hat auf einer Skala von 0 (als sehr korrupt wahrgenommen) bis 10 Punkten (als wenig korrupt wahrgenommen) weniger als fünf Punkte erzielt. Es ist ein sogenannter zusammengesetzter Index, der sich auf verschiedene Experten- und Managerumfragen stützt.

Weltweit werden umfangreiche Konjunkturpakete verabschiedet. Nur bei einer transparenten Ausgabe öffentlicher Gelder wird Verantwortlichkeit gesichert und kann der zerstörerische Kreislauf der Korruption durchbrochen werden. Weiter

 


Neue Anforderungen an Transparenz

Laut der Studie "Corporate Governance 2009" der Managementberatung Kienbaum besteht in deutschen Unternehmen nach wie vor großer Nachholbedarf beim Thema Corporate Governance. Obwohl es beispielsweise 56 Prozent der DAX-Unternehmen für notwendig halten, dass für alle Aufsichtsratsmitglieder der Kapitalseite verbindliche Anforderungsprofile dokumentiert werden, um das Gremium sowie seine Ausschüsse kompetent besetzen zu können, liegen derartige Profile nur in 29 Prozent der DAX-Unternehmen auch tatsächlich vor. 42 Prozent der Befragten würden eine solche Regelung als Empfehlung im Rahmen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) begrüßen und immerhin 14 Prozent halten sogar eine gesetzliche Regelung für zweckmäßig. Weiter

 


Hilfe, wo ist die Liquidität?

Alle reden darüber, dass es zu viel Liquidität in der Welt gibt. Das treibt die Kurse der Aktien nach oben. Es hat in den letzten Jahren zu Blasen auf den Immobilien- und Rohstoffmärkten geführt. Es bringt inflationäre Gefahren mit sich, wenn die Liquidität nicht rechtzeitig eingesammelt wird. Aber wo ist dieses Geld eigentlich? In Europa nimmt die Geldmenge M3 kaum noch zu. Vor zwei Jahren stieg sie noch um 12,5 Prozent, jetzt nur noch um 1,8 Prozent. Die Unternehmen klagen darüber, dass sie zu wenig Kredit bei den Banken bekommen. Private Equity-Gesellschaften können keinen Leverage mehr nutzen.

Das könnte man das "Rätsel der Liquidität" nennen: Es gibt in Europa derzeit sowohl zu viel als auch zu wenig Geld. Wie ist so etwas möglich? Wird es so bleiben? Und was bedeutet es angesichts der Tatsache, dass die Zentralbanken in den USA, Europa und Japan in den nächsten Monaten weniger die Zinsen im Auge haben werden als die Liquidität?  Weiter

 


Kompaktseminar und Ergänzungsworkshop: Aufbau eines Risikomanagementsystems für Versicherungsunternehmen, 30.11.-02.12.2009

Der Wert eines (Versicherungs-)unternehmens hängt von den zukünftigen, über die Erwirtschaftung der Kapitalkosten hinausgehenden Erträgen und den damit verbundenen Risiken determiniert. Ergo werden Versicherungsunternehmen, die über gute und effiziente Instrumente zur Messung und Steuerung ihrer Risiken verfügen, sich einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.

In den ersten beiden Tagen des Seminars vermitteln wir Ihnen einen Überblick über die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen des Risikomanagements von Versicherungsunternehmen. Dabei verknüpfen wir die Regelungen des BaFin-Rundschreibens 3/2009 mit Praxisbeispielen, um Ihnen die notwendigen Schritte zum Aufbau und zur Organisation eines Risikomanagementsystems gemäß den MaRisk VA näherzubringen. Am dritten (optionale) Tag entwickeln wird - gemeinsam mit den Teilnehmern - ein internes Risikomodell und entwickeln ein "einfaches" Limitsystems. Alle Teilnehmer erhalten den Praxisleitfaden "MaRisk VA erfolgreich umsetzen" (Korte/Romeike). Weiter

 






Die richtige Corporate Governance

In der angelsächsischen Literatur erreichte die Theorie vom "Shareholder Value" einen "Kultstatus", berichtet Fredmund Malik in seinem neuen Hörbuch im Campus Verlag, "Die richtige Corporate Governance - Mit wirksamer Unternehmensaufsicht Komplexität meistern". Zu diesem Eindruck haben die Medien beigetragen, die unreflektiert die angelsächsischen Lehren verbreiteten. Das amerikanische Wachstum sei als Medienereignis gefeiert worden. Das "Wirtschaftswunder" der USA gründete aber allein auf Verschuldung, nicht aber auf Produktivitätszuwächsen, wenn man von wenigen Ausnahmebereichen absieht.

Malik räumt mit der Vorstellung auf, die gesetzlich verankerte Corporate Governance gebe eine sinnvolle Antwort auf die Frage nach guter Unternehmensführung. Schon der Begriff der "Corporate Governance" (statt "Corporate Management") und die Ausrichtung des Unternehmens darauf seien irreführend. Malik hält sogar viele Regeln als mit guter Unternehmensführung gänzlich unvereinbar, so dass gute Unternehmer geradezu gezwungen seien, sich über die von Juristen geprägten Regeln hinwegzusetzen. Weiter

 


RMA-Jahreskonferenz am 24./25. November 2009 in München/Ismaning

Die Key-Note der RMA-Jahreskonferenz widmet Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Frage: "Demographiekrise - Bankenkrise - Staatskrise - Ein Staat, der über seine Verhältnisse lebt?".

Im Mittelpunkt der Tagung steht die wert- und risikoorientierte Steuerung von Unternehmen sowie die Frage, welche Beiträge das Risikomanagement zur Überwindung der Krise leisten kann. Praxisbeispiele zum Enterprise Risk Management stellen u.a. die Lenzing AG und Marc O’Polo vor. Weitere Referenten sind u.a. Dr. Thomas Blunck (Mitglied des Vorstands der Münchner Rückversicherungs AG) und Prof. Dr. Christian Laux (Goethe-Universität Frankfurt). Weiter

 


RiskNET Kolumne November 2009: Die Kunst des Risikomanagements

Auf dem international beachteten G-20 Treffen in Pittsburgh sollte eine neue Weltfinanzordnung abgestimmt werden. Nachdem die globalen Wirtschaftssysteme die weltweite Finanzkrise nicht verhindern konnten, ja diese durch Dilettantismus und ungezügelte Profitgier ausgelöst haben, fühlen sich nun die politischen Systeme zu einer Neuordnung berufen. Ein supranational verordnetes Risikomanagement soll Weltwirtschaftskrisen in Zukunft vermeiden - dreht sich hier womöglich der Berg und gebiert eine Maus?

Per se müssen unternehmerische Entscheidungen stets in ein Risikomanagementsystem eingebettet werden. Indem wir uns eben nicht in einer deterministischen, eindeutig prognostizierbaren Welt bewegen, stehen unsere Entscheidungen immer unter dem Menetekel der Unsicherheit. Unternehmerisches Handeln versucht diese Unsicherheit durch die ihre bewusste Akzeptanz ("Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!") im Sinne eines Wettbewerbsvorteils zu nutzen. Der Risikomanagementprozess erscheint in seinem Ablauf trivial und jedem Entscheider selbsterklärend. Weiter



Aktuelle Buchempfehlungen

Von der Wall Street zur Main Street - Die Weltwirtschaft nach der Finanzkrise

Von: Bloss/Ernst/Häcker/Eil, Oldenbourg Verlag, 369 Seiten, München 2009.

Insgesamt analysiert das Buch die Krise aus einer zunächst makroökonomischen Perspektive. Über die Theorie des Behavioral Finance schlagen die Autoren die Brücke zu einer mikroökonomischen Analyse und geben eine Antwort darauf, warum sich vereinzelte Institute außerhalb der eigenen Bilanz mit dem 10- bis 15-fachen Volumen des Eigenkapitals mit Finanzderivaten versorgt und damit ihre Risikotragfähigkeit massiv überschätzt haben. Über die Rolle des Finanzsektors in der Volkswirtschaft als Liquiditäts- und Kapitalgeber wird gezeigt wie und warum die Finanzkrise auf die produzierende Wirtschaft, die 'Main Street' durchschlägt.

Als Strategie für einen Ausweg aus der Krise schlagen die Autoren vor, wieder ordnungspolitische Überlegungen, also die aktive Gestaltung von Rahmenbedingungen, und weniger fiskalpolitische Maßnahmen, vereinfacht das Lösen von Problemen durch Geldausgeben, in den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik zu stellen. Leider wird der Konflikt, den diese Strategie mit der traditionell hohen Priorität der Arbeitslosigkeitsvermeidung in Deutschland auslöst, nicht thematisiert. Insgesamt gelingt den Autoren mit dem Buch eine deutliche Verbesserung gegenüber "Von der Subprime-Krise zur Finanzkrise" und eine lesbare journalistische Einführung in die Thematik. Weiter

 


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