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RiskNET Kolumne Oktober 2009: Risikomanagement in der Krise: Stand und VerbesserungspotenzialeDie Risikomanagementfähigkeiten sollten Unternehmen in die Lage versetzen, schwerwiegende oder gar bestandsbedrohende Krisen zu vermeiden und bei wichtigen unternehmerischen Entscheidungen (wie Investitionen) ein Abwägen erwarteter Erträge und Risiken ermöglichen. Auch im Zusammenspiel mit den Frühaufklärungs- und Controllingsystemen hat das Risikomanagement vieler Unternehmen seine ökonomische Aufgabenstellung in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht erfüllt. Der Umfang speziell makroökonomischer Risiken wurde unterschätzt, die notwendigen Informationen über den risikobedingt erforderlichen Eigenkapital- und Liquiditätsbedarf zur Sicherung des Ratings liegen vielen Vorständen nicht vor und bei vielen unternehmerischen Entscheidungen der Vergangenheit wurden erwartete Gewinne und die eingegangene Risiken nicht gegeneinander abgewogen. Im Gegensatz zur Kernidee eines wertorientierten Managements, wurde noch oft bei Entscheidungen, beispielsweise Akquisitionen oder Großinvestitionen, lediglich eine Steigerung der Rendite angestrebt - ohne auf die Implikationen für den Gesamtrisikoumfang, dem risikobedingten Eigenkapital und das zukünftige Rating zu achten. Weiter 

Risikomanagement versteht sich nicht als Kunst der PropheterieDer wichtigste Abschnitt in den "Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsunternehmen" (MaRisk VA) versteckt sich unter Gliederungspunkt 7.3.3. Dort hat die BaFin definiert, dass Unternehmen eine ausreichende unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken sicherstellen müssen. Dies sei die Aufgabe der Geschäftsleitung sowie der Führungskräfte, heißt es weiter. Dies setzt vor allem eine angemessene Risikokultur innerhalb des Unternehmens voraus, die das Risikobewusstsein aller mit Risiken befassten Mitarbeiter schärft, eine ausreichende Risikotransparenz herstellt und den unternehmensinternen Dialog über Fragen des Risikomanagements fördert.
Thomas Korte (Leiter Risikomanagement bei der Lebensversicherung von 1871 a. G.) und Frank Romeike (Geschäftsführender Gesellschafter der RiskNET GmbH und verantwortlicher Chefredakteur der Fachzeitschriften RISIKO MANAGER und "Risk, Compliance & Audit) diskutieren über die neuen Mindestanforderungen für Versicherungsunternehmen. Weiter
Think Tank für RisikomanagementAm Rande des diesjährigen "Rendez-vous de Septembre" in Monte-Carlo, dem internationalen Treffen der Rückversicherern, ist das unabhängige "Global Reinsurance Forum" (GRF) ins Leben gerufen worden. Die Gründungsmitglieder des GRF sind Gen Re, Hannover Re, Lloyd's, Munich Re, Partner Re, RGA, SCOR, Swiss Re, Toa Re, Transatlantic Re und XL Capital. Ziel der Initiative ist die Förderung von Stabilität, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auf dem weltweiten Rückversicherungsmarkt. Im Vordergrund stehen dabei die Verteidigung der Interessen der Rückversicherungsbranche bei Fragestellungen in den Bereichen Regulierung, Recht, Steuern, Rechnungslegung, die Interessenvertretung des Sektors gegenüber Aufsichtsbehörden und insbesondere internationalen Organisationen sowie die Förderung eines offenen und fairen Rahmens für Rückversicherungsmärkte weltweit. "Unsere Branche war bisher nicht auf dem weltweiten Markt vertreten. Das GRF hat heute die Aufgabe, die Schaffung eines regulatorischen Rahmens zur fördern, der den globalen Risikotransfer durch Rückversicherung und andere Lösungen des Finanzmarkts erleichtert", sagt GRF-Vorsitzender Denis Kessler. Weiter



Was ist CobiT?Der Schifffahrtskaufmann und Honorarkonsul Oswald Dreyer-Eimbcke hatte die Risikolandkarte für Unternehmen auf eine schlichte und einfache Formel gebracht: Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste.
Seit vielen Jahren werden für Unternehmen insbesondere die optimale Informationsverteilung sowie die Integration der Unternehmensprozesse und der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK, nachfolgend IT genannt) zunehmend zum strategischen Erfolgsfaktor. Die technische Abhängigkeit der Kernprozesse von der IT in der Wertschöpfungskette nimmt rapide zu - und damit auch die IT-bezogenen Risiken. Die IT-Prozesse in einem Unternehmen unterstützen auf der einen Seite die Kernprozesse eines Unternehmens und reduzieren dadurch auch die Unternehmensrisiken. Gleichzeitig beinhaltet die Informationstechnologie jedoch wiederum ein neues Risikopotenzial. Weiter

Unternehmenssteuerung über Risikokapital Die aktuelle Finanzkrise hat uns vor Augen geführt, dass deren Ursachen nicht monokausal auf einen einzigen Auslöser zurückgeführt werden können. Vielmehr wurde die Krise erst durch das Zusammenwirken einer ganzen Reihe von (komplexen) Einflussfaktoren und Risiken ausgelöst bzw. nachhaltig verstärkt. Ein integriertes Risikomanagement versucht die klassische silo- und inselbasierte Steuerung von Risiken zu überwinden und betrachtet Risiken aus der Perspektive des gesamten Unternehmens. In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, dass das Risiko der Schatten der Chance ist und Risikomanagement ein wesentliches Instrument einer wertorientierten und strategischen Unternehmenssteuerung. Voraussetzung hierfür ist vor allem auch ein integriertes Risiko-Reporting.
Mit Dr. Christina Großer, verantwortlich für den Bereich Integriertes Risikomanagement, Kumulkontrolle, Emerging Risks, Risikoberichterstattung sowie operationelle Risiken einschließlich IKS bei der Münchener Rück, sprachen wir über die Ineffizienzen eines siloorientiertes Risikomanagements sowie die Vorteile eines integrierten Ansatzes. Weiter
Von Karotten, die in die falsche Richtung weisenEine wesentliche Neuerung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement in Banken (MaRisk) sind die Regelungen zu Vergütungssystemen, denen sich dieser Beitrag widmet. Wer kennt nicht das Bild vom Kutscher, der zufrieden auf seinem Kutschbock schlummert, während sein vorgespanntes Pferd die Kutsche zieht, gelockt von einer Karotte, die an einer Rute nahe, aber unerreichbar vor seinem Maul baumelt und gewissermaßen den Weg weist. Es ist eine verlockende Vorstellung, die Interessen des ziehenden Pferdes (Karotte) mit den Interessen des Kutschers (Erreichen des richtigen Zielortes) in Einklang zu bringen. Doch ein verantwortungsvoller Kutscher kann sich nicht erlauben, ein Schläfchen zu machen: Denn der Weg kann sich teilen, die Karotte in die falsche Richtung weisen oder frischer Klee am Wegesrand locken, so dass das Gespann den rechten Weg verlässt.
Die "Kutscher" selbst sind zu der Überzeugung gelangt, dass die Vergütungssysteme ein Auslöser der andauernden Finanzkrise gewesen sind. Dies ist ein Ergebnis der Umfrage der Finanzindustrie, namentlich des Institute of International Finance (IIF), laut dessen Bericht "Compensation in Financial Services" vom März dieses Jahres 98 Prozent der befragten Institute diese Einschätzung vertraten. Weiter



RiskNET Planspiel & Seminar 2009: Risikomanagement in Industrie und HandelDas Intensiv-Seminar (10.-11. November 2009) vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.
Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.
Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" (12. November 2009) entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter
Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryDie klassischen Methoden zum Kredit-Scoring sind großteils ausgereizt und deren Vor- und Nachteile den Anwendern in der Praxis sattsam bekannt. Neben der Tatsache, dass die Punkte in den Scorekartenaum zu interpretieren sind, wird die klassische Statistik nicht damit fertig, dass die Scorepunkte bei kleinen Datenmengen große Schwankungen aufweisen und durch unterbestimmte Gleichungen die ganze Scorekarte instabil wird. Ausserdem ist es bei den klassischen Verfahren nur schwer möglich, das Wissen um die durchschnittliche Ausfallhäufigkeit einzubringen, und ein Re-Scoring von sich im Zeitablauf verändernden Beständen ist mit größerem Aufwand verbunden, als es nötig erscheint. Von den Methoden der Bayesianischen Statistik hingegen ist bekannt, dass sie abzubilden imstande sind, was intuitiv klar erscheint, und dabei auch für kleine Datenmengen stabile Schätzer liefern.
Download des Artikels "Bayesianisches Kredit-Scoring: Eine innovative Idee zur Messung des Ausfallrisikos" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Credit Risk): Weiter 


Aktuelle BuchempfehlungenRisikomanagement und kapitalmarktorientierte Finanzierung
Von: Klaus Schäfer et al. (Hrsg.), Fritz Knapp Verlag, 1076 Seiten, Frankfurt/Main 2009
Hinter dem eher zurückhaltenden Titel "Risikomanagement und kapitalmarktorientierte Finanzierung" stecken über zwei Kilogramm Kompetenz von rund 130 Autoren aus Wissenschaft und Praxis. In mehr als vierzig Beiträgen werden aktuelle (Forschungs-)Themen der Unternehmensfinanzierung, der Kapitalmarkttheorie, des Risikomanagements und der Regulierung in Fachartikeln dargestellt und diskutiert. In rund zwanzig Abhandlungen wird zu ausgewählten Institutionen des Finanzmarktes und aktuellen Entwicklungen in Finanzpraxis und Finanzierungtheorie Stellung genommen. Die Festschrift zum 65. Geburtstag von Bernd Rudolph, Vorstand des Instituts für Kapitalmarktforschung und Finanzierung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, gliedert sich in fünf Themenblöcke. Vor den jüngsten Erfahrungen der Finanzkrise ist es wenig überraschend, dass sich das erste Kapitel mit den Themen "Finanzkrise, Aufsicht und Regulierung" beschäftigt. Insgesamt zeigen alle Beiträge, dass wohl alle Marktteilnehmer und auch die Wissenschaft noch viele Jahre für die Aufarbeitung der so genannten "Subprime-Krise" benötigen werden. Der Leser wird mit einer Reihe von - in der Regel bereits bekannten - Mosaiksteinchen konfrontiert, die für eine zukünftige Regulierung der Finanzmärkte relevant sein könnten. Weiter

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