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Die Märkte haben Markowitz überholtIn der jüngsten Finanzkrise erlebten private und institutionelle Anleger nicht nur überraschend starke Einbrüche in allen Anlageklassen, sie erfuhren auch, dass selbst breit gestreute Portfolios nicht die Verlustabsicherung erzielten, die man sich versprach. Anlageklassen, die über lange Zeiträume in der Vergangenheit niedrige Korrelationen aufwiesen, bewegten sich fast gleichförmig nach unten - mit der Folge, dass auch gut diversifizierte Portfolios mehr oder weniger ungebremst gegen die Wand fuhren. Was war im Risikomanagement schief gelaufen?
Gängige Diversifikationsstrategien basieren auf dem Modell der Markowitzschen Portfoliotheorie. Diese nimmt an, dass die Renditekomponenten eines Portfolios einer gemeinsamen Normalverteilung folgen, deren Kenngrößen, also Mittelwerte, Varianzen und Korrelationen, im Zeitablauf konstant bleiben. Inwieweit die Mischung zweier Anlagen zu einer Risikominderung führt, hängt gerade von der Korrelation ihrer Renditen ab. Weiter

Save the date: ifb Risk Lounge, Vom Häkchenmachen zur Risikokultur, 22. Oktober 2009Warum haben die bekannten Methoden und Instrumente des Risikomanagements in der Krise bei einigen Unternehmen nicht gegriffen? Sind einzelne Risikomaße, wie beispielsweise der Value at Risk, ungeeignet, um hohe Verluste der Unternehmen zu verhindern? Unter dem Motto "Vom Häkchenmachen - zur Risikokultur" zeigen wir Wege auf, wie Sie Ihr Risikomanagement zum essentiellen Bestandteil der strategischen Unternehmenssteuerung entwickeln. Die Integration in den Governance- und Compliance-Prozess des Unternehmens und die Verbindung von Risiko- und Finanzmanagement spielen dabei eine entscheidende Rolle. Diskutieren Sie gemeinsam mit Risikomanagern und Experten der Carl Zeiss Gruppe, der Stadtwerke München sowie der Kompetenzportals RiskNET. Weiter 

Risikokapitalrendite: Mythos oder Ei des Kolumbus? Für Andreas Gadmer, Leiter Risikomanagement und Chief Risk Officer der Signal Iduna Rückversicherungs AG, sind bei der Auswahl einer risikoorientierten Steuerungsgröße neben einer einfachen Definition, einer schnellen Berechenbarkeit sowie einer Kontrolle des Risikoappetits vor allem auch eine Verbindung zwischen Strategie und Tagesgeschäft sicherzustellen. Ein Blick in die Unternehmens- und Regulierungspraxis zeigt jedoch, dass unterschiedliche Steuerungsgrößen Verwendung finden. Während Harry Markowitz, Begründer der modernen Portfoliotheorie, vor allem die Varianz als sinnvolles Risikomaß interpretiert, setzen Basel II und Solvency II vor allem auf den Value at Risk und der Swiss Solvency Test auf den Expected Shortfall.
Basierend auf einer von aktuellen Studie verwendet nur 17 Prozent der Versicherungen die Risikokapitalrendite in der Leistungsmessung - 42 Prozent hingegen planen die Verwendung in den nächsten Jahren. Unter der Risikokapitalrendite versteht man allgemein den ökonomischen Ertrag nach Steuern im Verhältnis zum Risikokapital. Weiter

Blow-out oder Eskalation der FinanzkriseVorsicht, wenn alle der gleichen Meinung sind. Lange Zeit glaubten die Märkte bei der Konjunktur fast unisono an das Japan-Szenario, also dass es nach der Krise Stagnation gibt. Das erwies sich als falsch. Im zweiten Quartal ging es mit der Weltwirtschaft wieder nach oben. Jetzt erwarten die meisten, dass das nur ein kurzes Aufflackern ist und dass das Wirtschaftswachstum spätestens Anfang nächsten Jahres wieder in sich zusammenfallen könnte. Das ist das berühmte konjunkturelle "W". Auch ich halte es nach wie vor für den wahrscheinlichsten Fall. Aber je mehr Leute daran glauben, umso dringlicher stellt sich die Frage, ob es nicht wiederum anders kommen könnte.
Zwei Alternativen sind denkbar. Die eine ist die erneute Eskalation der Finanzkrise, etwa ein neuer Lehmann- Fall, und ein Rückfall in die Rezession. Das können sich viele vorstellen. Der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, fordert für Deutschland bereits weitere staatliche Beteiligungen an den Banken und ein neues Konjunkturpaket. Die andere Alternative ist, dass sich die Weltwirtschaft besser als erwartet entwickelt. Also ein Ausbruch nach oben. Ein "Blow-out" wie es Joachim Fels, der Leiter von Global Economics bei Morgan Stanley, vor kurzem nannte. Das geht heute immer noch vielen gegen den Strich. Weiter




Herdenverhalten: Konsequenzen für Märkte, Banken und AufseherBetrachtet man das Verhalten von Geschäfts- und Investmentbanken in der US-Immobilien und Verbriefungsblase bis zum Sommer 2007, dann lautet die entscheidende Frage: Warum sind die Banken auf den Herdentrieb hereingefallen? Das individuelle Managerverhalten war dabei sehr rational, obwohl es sich um ein kollektives Fehlverhalten handelte - ein Widerspruch, der sich mit Hilfe der Spieltheorie erklären lässt. Die herkömmliche Portfoliotheorie von Markowitz taugt dafür hingegen nicht, denn sie hat einen gravierenden Konstruktionsfehler: Auf Aktionen eines individuellen Entscheidungsträgers folgen laut Markowitz definitionsgemäss nie Reaktionen anderer Marktteilnehmer. So wird Herdenverhalten einfach wegdefiniert.
Im Gegensatz dazu ist die Spieltheorie eine Analysemethode, die Aktionen und Reaktionen vieler Entscheidungsträger systematisch miteinander verknüpft. Dies bezeichnet man als strategisches Verhalten. Das konkrete strategische Verhalten von Spielern in einer gegebenen Situation wird durch das "Nash-Gleichgewicht" festgelegt, benannt nach dem Begründer der Spieltheorie John Nash, der 1994 für seine Forschungsleistungen den Nobelpreis erhalten hat. Weiter

RiskNET Kolumne Oktober 2009: Risikomanagement in der Krise: Stand und VerbesserungspotenzialeDie Risikomanagementfähigkeiten sollten Unternehmen in die Lage versetzen, schwerwiegende oder gar bestandsbedrohende Krisen zu vermeiden und bei wichtigen unternehmerischen Entscheidungen (wie Investitionen) ein Abwägen erwarteter Erträge und Risiken ermöglichen. Auch im Zusammenspiel mit den Frühaufklärungs- und Controllingsystemen hat das Risikomanagement vieler Unternehmen seine ökonomische Aufgabenstellung in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht erfüllt.
Der Umfang speziell makroökonomischer Risiken wurde unterschätzt, die notwendigen Informationen über den risikobedingt erforderlichen Eigenkapital- und Liquiditätsbedarf zur Sicherung des Ratings liegen vielen Vorständen nicht vor und bei vielen unternehmerischen Entscheidungen der Vergangenheit wurden erwartete Gewinne und die eingegangene Risiken nicht gegeneinander abgewogen. Im Gegensatz zur Kernidee eines wertorientierten Managements, wurde noch oft bei Entscheidungen, beispielsweise Akquisitionen oder Großinvestitionen, lediglich eine Steigerung der Rendite angestrebt - ohne auf die Implikationen für den Gesamtrisikoumfang, dem risikobedingten Eigenkapital und das zukünftige Rating zu achten. Weiter 




RiskNET Planspiel & Seminar 2009: Risikomanagement in Industrie und HandelDas Intensiv-Seminar (10.-11. November 2009) vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modellen werden neue, speziell für die Anforderungen von Industrie- und Handelsunternehmen entwickelten Cashflow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.
Das Planspiel Risikomanagement bereitet die Teilnehmer auf den Umgang mit komplexen Entscheidungen im Risikomanagement vor. Planspiele ermöglichen dabei den Teilnehmern das Ausprobieren von unterschiedlichen Strategien der Risikosteuerung - basierend auf der bewährten Methode des "Action Learning". Die Teilnehmer stehen dabei im Wettbewerb mit anderen (Planspiel-)Unternehmen auf einem simulierten Markt. Durch ihre Risikomanagement-Entscheidungen wird der Erfolg ihres Unternehmens wesentlich beeinflusst.
Im Workshop "Prognose- und Frühwarnsysteme" (12. November 2009) entwickeln wir gemeinsam mit den Teilnehmern stochastische Prognose- und Frühwarnsysteme aus den Bereichen Marktrisiken und operationelle Risiken. Weiter

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryIn gewinnorientierten Unternehmen führt kein Weg an der leistungsorientierten Managementvergütung vorbei. Doch bevor ein Anreizsystem implementiert wird, sollte zunächst eine umfassende Risiko-Analyse durchgeführt werden. Insgesamt vier Bereiche sind für das Risk Assessment der wertorientierten Managementvergütung wichtig und müssen gesteuert werden: 1. Das Bindungsrisiko, damit Top-Kräfte dem Unternehmen erhalten bleiben, 2. das Motivationsrisiko, damit Führungskräfte zu hoher Leistung motiviert werden, 3. das Kostenrisiko, damit die Investoren nicht in eine Kostenfalle tappen und 4. das Ausrichtungsrisiko, damit Investoren und Manager am gleichen Strang ziehen.
Download des Artikels "Gefährlicher Bonuspoker: Managementvergütung - ein Risiko für die nachhaltige und wertorientierte Unternehmensführung?" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Corporate Governance): Weiter 


Aktuelle BuchempfehlungenErfolgreiches Risikomanagement mit COSO ERM
Von: Christian Brünger, Erich Schmidt Verlag, 251 Seiten, Berlin 2009.
Schlechtes oder gar kein Risikomanagement kostet häufig die Unternehmensexistenz, so der Autor in seinem Vorwort. Leider wird in vielen Unternehmen Risikomanagement lediglich als gesetzliche Pflichterfüllung betrachtet. Der Nutzen wird dabei nicht erkannt, sodass häufig das Ziel verfolgt wird, die regulatorischen Anforderungen an das Risikomanagement mit minimalem Aufwand zu erfüllen. Ein solcher Ansatz führt dazu, dass Risikomanagement zu einem reinen Kostenfaktor wird.
Das Buch "Erfolgreiches Risikomanagement mit COSO ERM" beschäftigt sich weniger mit einer rein regulatorischen Umsetzung, sondern konzentriert sich vor allem auf die ökonomischen Vorteile eines gelebten Risikomanagements. Dabei ist das Buch mehr als eine Übersetzung des englischsprachigen COSO-ERM-Rahmenmodells. Vielmehr erfolgt eine zusammenfassende, überblicksartige Darstellung dieses Rahmenmodells, die um praktische Methoden, Umsetzungshilfen und Praxisbeispiele ergänzt wird. Das Buch richtet sich an Praktiker, die ein unternehmensweites Risikomanagementsystem neu konzipieren und umsetzen möchten. Weiter

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