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2009: Das Jahr des Risikomanagements"Das Jahr der Risiken" titelte das Handelsblatt am 28. Dezember 2007 mit Blick auf das aktuelle Jahr 2008. Und damit hatten die Redakteure den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Titelbeitrag beschäftigte sich unter anderem mit Währungskursrisiken, Risiken steigender Rohstoffpreise und Risiken wegen möglicher Auswirkungen der Finanzmarktkrise. Und tatsächlich begaben sich US-amerikanische Finanzmarktrisiken auf Welttournee und brachten das globale Finanzsystem ins Wanken. Wie konnte es zu einer derartigen Krise kommen? Hat die Gier nach Rendite den "gesunden Menschenverstand" ausgeschaltet?
Bei einer sehr groben und oberflächlichen Analyse der aktuellen Finanzkrise - wie man sie in vielen Medien tagtäglich lesen kann - kommen "Experten" nicht selten zu dem Ergebnis, dass eine Mischung aus unseriöser Kreditvergabe, eine massive Unterschätzung von Risiken durch die Finanzmarktteilnehmer und die "Gier" in den Chefetagen der Finanzindustrie die Krise verursacht haben. Eine tiefergehende Analyse führt zu dem Ergebnis, dass die eigentlichen Ursachen viel komplexer sind. Ein wesentlicher Grund für die Blasenentwicklung auf dem US-Immobilienmarkt liegt in der Niedrigzinspolitik der US-amerikanischen Notenbank nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die US-Notenbank wollte mit einer drastischen Senkung der Leitzinsen eine Rezession der amerikanischen Wirtschaft verhindern - und hat dies zunächst auch erfolgreich geschafft. Weiter
Was kann die Industrie vom Risikomanagement beim Bergsteigen lernen?Was motiviert einen der erfolgreichsten Bergsteiger der Welt und einen Automobilmanager dazu, ein Buch über Höhenbergsteigen zu schreiben? Die Antwort ist einfach: Extrembergsteigen hat sehr viel mit Management zu tun. Nirgendwo ist die Bedrohung so nah wie beim Besteigen der höchsten Gipfel der Erde. In der direkten Konfrontation mit der Natur geht es um echte Leistungen, um Verantwortung und Charakter. Hier zählen kein Bluff, keine Schaumschlägerei und keine Ablenkungsmanöver. Über solche Grenzerfahrungen können auch Manager in der Industrie (und auch aus Banken und Versicherungsunternehmen) eine Menge lernen. So bilden sowohl beim Höhenbergsteigen als auch bei der strategischen Unternehmenssteuerung ein fundiertes Risikomanagement eine wesentliche Grundlagen für den Erfolg.
So ist die Automobilindustrie seit vielen Jahren durch dynamische Veränderungen und schwierige Umbruchzeiten geprägt. Künftige Marktmechanismen frühzeitig zu erkennen, veränderte Marktstrukturen zu verstehen und daraus erfolgreiche Strategien abzuleiten, sind komplexe Aufgaben und entscheiden über das Überleben eines Unternehmens. Kreativität, so Hans Kammerlander, ist der Ausgangspunkt einer Vision, aber nicht das Wichtigste. Von einer Vision spricht der Südtiroler Extrembergsteiger erst, als seine Idee zu klaren Mission und schließlich zum konkreten Ziel geworden ist. Dieses Ziel verfolgte er über Jahre hinweg mit einem enormen Durchhaltevermögen, eiserner Disziplin und äußerster Konsequenz. Hürden und Stolpersteine überwindet Kammerlander, indem er sich auf die Umsetzung seiner Vision stets voll konzentriert, fokussiert und sie schließlich mit der erforderlichen Improvisationsbereitschaft, Mut, Kraft und Entschlossenheit umsetzt. Weiter 




Führt der Klimawandel zu neuen Haftungsrisiken?Der anthropogene Klimawandel wird Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft haben. Darin sind sich die Experten einig. Wenig berücksichtigt wurde bislang allerdings die Frage, welche Veränderungen der Klimawandel für die Haftpflichtversicherung nach sich ziehen wird. Mitte Oktober fand auf Einladung der Münchener Rück am Geschäftssitz der US-Tochter Munich Re America in Princeton eine ganztägige Diskussion zu diesem hochaktuellen Thema statt. Beim "Munich Re Climate Change and Liability Workshop" diskutierten Wissenschaftler, Versicherungsmakler, Berater, Versicherungs- und Rechtsexperten über die derzeitige Rechtsprechung und Perspektiven bei Klimawandel und Haftungsfragen.
In den Vereinigten Staaten mehren sich bereits die Klagen, unter anderem gegen Energieunternehmen, Autohersteller und auch Behörden. Einigen Klägern geht es um Schadenersatzzahlungen, andere wollen, dass sich die Regierungspolitik ändert, dass Unternehmen stärker zur Rechenschaft gezogen werden und Verbraucher sich verantwortungsbewusster verhalten. Mit der wachsenden Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Klimawandel nimmt natürlich auch das Interesse an solchen Rechtsstreitigkeiten zu. In Zukunft ist daher davon auszugehen, dass gegen staatliche Organe sowie gegen einzelne privatwirtschaftliche Unternehmen zunehmend geklagt wird. Ob diese Klagen Erfolg haben werden, ist allerdings unklar. Weiter
Wirkung von Rückversicherung auf das RisikokapitalSolvency II verpflichtet Unternehmen zu einer risikoadäquaten Sicht auf das Gesamtunternehmen. Beispielhafte Berechnungen des Standardmodells und eines Partialmodells anhand einer Mustergesellschaft zeigen, dass die Rückversicherung weiter eines der einfachsten und flexibelsten Mittel zur Bilanzsteuerung bleibt. Die Reform der Europäischen Union zu einer Modernisierung der Solvabilitätsanforderungen in der Versicherungswirtschaft bedeutet für alle Versicherungsunternehmen eine große Herausforderung, so die Solvency-II-Experten der Münchener Rück. Die Standardansätze zur Bestimmung der Solvabilität sollen zu einer risikoadäquaten Sicht auf die Gesamtsituation des Unternehmens führen, alle Risikotreiber in den Berechnungen berücksichtigt werden. Doch was bedeutet das für Versicherungsunternehmen in der Praxis? Wie wirkt sich die Änderung von einer regelbasierenden Solvenzbestimmung hin zu einer prinzipienbasierenden Ermittlung der Kapitalerfordernisse unter Solvency II auf das vorhandene Risikokapital aus? Und wie lässt sich das Risikokapital durch den Einsatz von Rückversicherung reduzieren? Weiter
Versagen der RisikomodelleIm Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen für 2008 werfen die Wissenschaftler einen Blick zurück auf die Ereignisse bei der UBS. Um die gewaltigen Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten ab dem Sommer des Jahres 2007 zu erklären, kann eine vertiefte Einsicht in die internen Abläufe eines großen Einzelinstituts - so die Wirtschaftsweisen - hilfreich sein. Ein sehr offener und detaillierter Erfahrungsbericht über die massiven Fehleinschätzungen der UBS wurde von der Eidgenössischen Bankenkommission vorgelegt (Shareholder Report on UBS's Write-Downs vom 21. April 2008).
Die Probleme im Risikomanagement der UBS waren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einmalig und enthalten somit Lehren für andere Finanzinstitute und für die Aufsicht, so die Wissenschaftler im aktuellen Jahresbericht. Wie viele andere große Kreditinstitute trat auch die UBS als Originator von Asset-Backed Securities (ABS) und Collaterized Debt Obligations (CDO) bei der Verbriefung von US-amerikanischen Subprime-Krediten auf. Des Weiteren investierte sie zusätzlich im Rahmen diverser Eigenhandelsstrategien selbst in großem Umfang in ABS- und CDO-Papiere. Weiter
RiskNET-Kolumne: Mehr Risiko, schlechteres Rating und damit höhere Kapitalkosten? Unternehmensrisiken sind die maßgebliche Ursache für die Insolvenz von Unternehmen. Bekanntlich berücksichtigen Kreditinstitute bei einem Rating, das als Schätzung der Insolvenzwahrscheinlichkeit eines Unternehmens aufgefasst werden kann, allerdings im Wesentlichen nur diejenigen Risiken, die zufällig im letzten Jahr eingetreten sind. Genau diese Risiken haben nämlich die Finanzkennzahlen (wie Gesamtkapitalrendite, Zinsdeckungsquote und Eigenkapitalquote) beeinflusst, die die Grundlage für die Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit darstellen. Bisher berücksichtigen nur wenige Banken auch die an sich maßgeblichen zukünftigen Risiken und nutzen simulationsbasierte Ratingprognosen, die mögliche Zukunftsszenarien des Unternehmens im Hinblick auf die Konsequenzen für das zukünftige Rating auswerten.
Für viele Vorstände und Geschäftsführer dürfte es überraschend sein, dass bei den momentanen Ratingverfahren der Kreditinstitute ein Anstieg des Risikoumfangs und der Insolvenzwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD) zumindest kurz- bis mittelfristig nicht zu steigenden, sondern im Gegenteil zu sinkenden Fremdkapitalkosten und Gesamtkapitalkosten führen kann. Weiter
Aktuelle BuchempfehlungenDie Katastrophengesellschaft. Warum wir aus Schaden nicht klug werden.
Von: Ulrich Teusch, Rotpunktverlag, 230 Seiten, Zürich 2008
Das Buch beginnt mit einer Frage: "Wo waren Sie am 11. September?" Man muss die Frage nicht präzisieren. Wenn vom 11. September die Rede ist, dann weiß jeder, dass nicht der 11. September 1881 gemeint ist. Damals ereignete sich in dem Örtchen Elm im Schweizer Kanton Glarus ein verheerender Felssturz, dem 114 Menschen zum Opfer fielen. Verursacht wurde der Bergsturz durch menschliche Fahrlässigkeit, dennoch sprach man verschleiernd von einer "Naturkatastrophe". Und wo waren Sie in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986? Diese Frage werden die meisten Menschen nicht ohne Weiteres beantworten können. Auch wenn man die Frage andersherum stellt, wird man auf Erinnerungslücken stoßen: In welchem Jahr ereignete sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl? Die Gründe für diese Erinnerungslücken sind für den Autor transparent: Die Reaktorkatastrophe fand nicht "bei uns" statt, nicht in Deutschland, Frankreich oder den USA, sondern in der Sowjetunion, an der ukrainisch-weißrussischen Grenze. Die Katastrophe von Tschernobyl wurde auch nicht weltweit live übertragen, sondern tagelang verheimlicht. Die Frage, was eine Katastrophe ist, wird subjektiv unterschiedlich beantwortet. Weiter




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