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 RiskNET Newsletter vom 7. Januar 2008

RiskAcademy: Entwicklung und Kalibrierung eines Ratingsystems

Morgen, am 8. Januar 2008, 17 Uhr, wird sich Dr. Markus Rieder (in einer Live-Präsentation mit der Entwicklung und Kalibrierung eines Ratingsystems beschäftigen. Für Abonnenten des RiskNET-Newsletters ist die Teilnahme an der Liververanstaltung kostenfrei.

Eine der wesentlichen Innovationen des Baseler Konsultationsprozesses (Basel II) gegenüber der bisherigen Praxis ist, dass Banken von externen Agenturen durchgeführte Ratings oder alternativ eigene, interne Ratingverfahren für die Bonitätsprüfung und für die Erfüllung aufsichtsrechtlicher Pflichten verwenden dürfen, sofern die Ratingverfahren gewissen Qualitätsstandards gerecht werden. Ein zuverlässiges Ratingverfahren mit einer entsprechend präzisen Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kunden kann für ein Kreditinstitut ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein, seine Abwesenheit ein gravierender und u. U. folgenreicher Nachteil.

Dr. Markus J. Rieder, MBA, ist Geschäftsführer der riskperform software gmbh. Zuvor war er für McKinsey&Company im Risikomanagement tätig. Er studierte theoretische Physik und hält einen MBA in Finance.

Weitere Informationen finden Sie unter www.riskacademy.de


Leitfaden für risikoorientierte Steuerung in Versicherungsunternehmen

Im Juli 2007 wurde der seit langem erwartete Paradigmenwechsel der  Versicherungswirtschaft durch die Veröffentlichung der europäischen Versicherungsrichtlinie sanktioniert und vollzogen. Der Fokus dieser europäischen Direktive konzentriert sich auf eine Synthese quantitativer sowie qualitativer Versicherungsaufsicht mit entsprechenden Konsequenzen für das versicherungsbetriebswirtschaftliche Geschäftsmodell. Die EU-Kommission verbindet mit ihrer Vorgabe die Berechnung der quantitativen Eigenmittelausstattung eines Versicherungsunternehmens auf der Basis einer ökonomischen Sichtweise mit der gleichzeitigen Steuerung und Kontrolle immanenter risikopolitischer Prozesse.

Unter dem allgegenwärtigen terminus technicus "Solvency II" befördert die europäische Versicherungsrichtlinie die Versicherungswirtschaft in die Neuzeit einer integrierten und modernen Risikomanagement-Sicht. Der Brückenschlag zeigt sich im Übergang vom Determinismus (beispielsweise Stress-Tests) zur Stochastizität sowie von der retrospektiven Renditesicht zur prospektiven, Kapitalkosten inkludierenden Wertorientierung. Über der Zielorientierung der europäischen Versicherungsrichtlinie schwebt dabei ein Grundsatzgedanke, der die Versicherungswirtschaft versicherungstechnisch seit ihrer Entstehung begleitet, nun aber auf das Gesamtunternehmen und alle seine Prozesse auszuweiten ist: Risikomanagement. Weiter

 

Deutsche befürchten Anstieg der Korruption

Laut dem "Global Corruption Barometer 2007" der internationalen Anti-Korruptionsorganisation Transparency International gehen 69 Prozent der Deutschen davon aus, dass die Korruption in den nächsten drei Jahren zunehmen wird. In den EU-Staaten zeigten sich bei der jährlichen Meinungsumfrage über Wahrnehmungen und Erfahrungen nur die Bürger Großbritanniens (72 Prozent) und der Niederlande (73 Prozent) pessimistischer, die Einschätzungen in allen anderen Ländern liegen deutlich darunter - am optimistischsten zeigten sich die Bulgaren (32 Prozent), Rumänen (36 Prozent) und Litauer (37 Prozent).

Sylvia Schenk, Vorsitzende von Transparency Deutschland, kommentiert diese Ergebnisse wie folgt: "Offensichtlich sind die Menschen durch die Berichterstattung über Skandale wie Siemens und VW sowie über viele Vorfälle auf lokaler Ebene aufgewacht und haben bemerkt, dass Korruption auch in Deutschland ein Problem ist. Trotzdem besteht zu übergroßem Pessimismus kein Anlass. Die Thematisierung in der Öffentlichkeit zeigt ja gerade, dass die Staatsanwaltschaften, aber auch kritische Journalisten zunehmend konsequent vorgehen und Interessenkonflikte inzwischen viel strenger beurteilt werden." Weiter

 




Extremtour ohne Sicherung? Haftungs- und Strafvermeidung für Corporate Compliance

Die Luft kann dünn werden auf dem Mount Management: strafrechtliche Abgründe, die Steilstufe Compliance und mehr. Besser, man ist mit Know-how zu den aktuellen Rechtsgrundlagen gerüstet. Kein Unternehmenslenker kann es sich heute leisten, das Risikomanagement zu vernachlässigen - wirtschaftliche Entscheidungen sind immer stärker ein Drahtseilakt in schroffer Kulisse. Mit enormen Konsequenzen für persönliche Haftung und strafrechtliche Sanktionen.

Ein Urteil des Landgerichts München vom 5. April 2007 (Az.: 5 HK O 15964/06) unterstreicht noch einmal die Relevanz eines funktionierenden Risikomanagement-Systems sowie die adäquate Dokumentation der Risikomanagement-Prozesse und -Verantwortlichkeiten. So mangelte es in diesem speziellen Fall eines Münchener Unternehmens unter anderem an der schriftlichen Dokumentation des Risikomanagements. Die Richter wiesen in diesem Kontext noch einmal darauf hin, dass ein Vorstand geeignete Risikomanagement-Maßnahmen zu treffen hat, insbesondere ein Überwachungssystem einrichten sollte, damit eine den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklung früh erkannt werden könne.

Frank Romeike und weitere Experten liefern mit der aktuellen Veröffentlichung "Rechtliche Grundlagen des Risikomanagements: Haftungs- und Strafvermeidung durch Corporate Compliance" wichtige rechtliche Grundlagen für ein erfolgreiches Risikomanagement. Mit diesem fundierten Leitfaden gelingt im Vorfeld die Gestaltung einer wirkungsvollen Risikoprävention und die Ausschaltung hoher Haftungspotenziale und Sanktionsrisiken!" Weiter

 

Top 10 der größten Naturkatastrophen im Jahr 2007

Die Versicherungswirtschaft musste 2007 deutlich höhere Schäden aus Naturkatastrophen verkraften als im ungewöhnlich schadenarmen Vorjahr. Obwohl Extremereignisse weitgehend ausblieben, betrugen die gesamtwirtschaftlichen Schäden bis Ende Dezember rund 75 Mrd. US-Dollar, rund 50 Prozent mehr als im Jahr 2006 (50 Mrd. US-Dollar). Allerdings lagen die Schäden weit entfernt vom bisher schadenträchtigsten Jahr 2005 (220 Mrd. US-Dollar). Die versicherten Schäden betrugen knapp 30 Mrd. US-Dollar, fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr (15 Mrd. US-Dollar). 950 Naturkatastrophen (2006: 850) wurden 2007 gezählt - die höchste Zahl seit Beginn der systematischen Erfassung in der NatCatService-Datenbank der Münchener Rück im Jahr 1974.

Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek: "Die Zahlen bestätigen unsere Erwartungen und bekräftigen uns darin, beim Zeichnen von Risiken auch nach schadenarmen Jahren wie 2006 konsequent auf risikoadäquaten Preisen zu beharren. Der Trend bei den Wetterextremen zeigt: Der Klimawandel wirkt sich bereits aus, und künftig ist mit mehr Wetterextremen zu rechnen. Dass Größtkatastrophen 2007 ausblieben, darf darüber nicht hinwegtäuschen."  Weiter

 

CFO: Vom Chefbuchhalter zum Risikomanager

Früher waren sie die Chefbuchhalter. Heute übernehmen Finanzvorstände unternehmerische Risiken. Das jedoch müssen viele erst noch lernen. Zwischen Ankündigung und Abschluss der Transaktion lagen keine zwölf Stunden. Am Morgen des 30. Oktober teilte der Autozulieferer Continental mit, dass er 1,48 Mrd. Euro frisches Geld vom Kapitalmarkt holen wolle. Am Nachmittag war die Kapitalerhöhung in trockenen Tüchern. Die mit einer solchen Maßnahme immer verbundene Unruhe an den Kapitalmärkten war auf ein Minimum reduziert. Das Geld hilft dem Konzern, die 11,4 Mrd. Euro schwere Übernahme von Siemens VDO zu stemmen, mit der die Hannoveraner weltweit auf Platz fünf in der Branche rücken. Ohne Unterstützung der Aktionäre und die Hilfe von 39 Fremdkapitalgebern wäre die größte Akquisition in der Konzerngeschichte nicht zustande gekommen. Dabei musste Continental den amerikanischen Zulieferer TRW ausstechen, hinter dem der Finanzinvestor Blackstone steht. Weiter

 





Intensiv-Seminar: Industrielles Chancen-/ Risikomanagement

Das Intensiv-Seminar "Industrielles Chancen-/Risikomanagement, Schritt für Schritt professionell umsetzen" ist nicht nur wegen des außergewöhnlich schönen Ortes auf der Speckalm im Sudelfeld einmalig: Vom 12. bis 13. Juni 2008 wird auf 1408 m Meereshöhe in einer der schönsten Landschaften im Voralpengebiet Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung vermittelt. Optional wird am 14. Juni ein Modellierungs-Workshop (@RISK) angeboten.

Die aussichtsreiche Umgebung zwischen saftigen Almwiesen und grasenden glücklichen Kühen vermittelt den für das Risikomanagement nötigen "Weitblick". Sie gibt den nötigen Abstand vom Alltagsgeschäft für diesen Intensiv-Workshop in kleiner Gruppe, der neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modelle neue, speziell für die Anforderungen von Unternehmen entwickelte Cash Flow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert. Danach sind sie dem "Gipfelsieg" ganz nah!

Die Alm ist mit dem PKW erreichbar und bietet moderne Zimmer mit Dusche/WC. Alternativ bieten wir das Intensiv-Seminar vom 9. bis 10. April 2008 in München an. Weiter

 

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Selten sah sich die Immobilienbranche so vielen Veränderungen ausgesetzt wie in den letzten fünf Jahren. Nachdem die Anlageklasse Immobilien lange Zeit wie selbstverständlich stabile Renditen erwirtschaftete, hat insbesondere der mehrjährige Abwärtstrend der Verkehrswerte deutscher Objekte erheblich zu einem Umdenken beigetragen. Die Bewirtschaftung einzelner Immobilienobjekte sowie das Portfoliomanagement werden zunehmend intensiviert. Dabei ist, analog zu den anderen Assetklassen, neben der erzielbaren Rendite auch das Anlagerisiko angemessen zu berücksichtigen. Insbesondere für die Risikomessung in Immobilienportfolien haben sich allerdings bisher noch keine Verfahren allgemein etabliert. Der vorliegende, zweigeteilte Artikel befasst sich daher im ersten Teil zunächst mit den grundlegenden Voraussetzungen, die zur Schaffung geeigneter Informationen für eine Rendite-Risiko-orientierte Portfoliosteuerung zu erfüllen sind. Anschließend wird ein pragmatisches Vorgehen zur ersten Risikomessung auf Portfolioebene abgeleitet. Schließlich werden zentrale Fragen diskutiert, die vor der Konzeption eines Quantifizierungsmodells zu klären sind.

Download des Artikels "Risiko-Rendite-Steuerung in Immobilienportfolien (Teil I)" in der RiskNET eLibrary: Weiter


Aktuelle Buchempfehlungen

Spieltheorie - Eine Einführung

Von: Christian Rieck, Christian Rieck Verlag, 387 Seiten, Eschborn 2007.

Wir alle müssen strategisch denken, ganz gleich ob im Beruf oder im Privatleben. Und damit sind wir auch schon beim Kern der Spieltheorie, die sich wissenschaftlich mit Strategischem Denken beschäftigt. Spätestens seit für spieltheoretische Arbeiten in der Zwischenzeit zum achten Mal der "Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel" vergeben wurde, kennt auch die breite Öffentlichkeit zumindest den Begriff der Spieltheorie. Im Jahr 1994 wurde der Preis an John Forbes Nash Jr. (bekannt durch den Hollywood-Film "A Beautiful Mind", der mit vier Oscars ausgezeichnet wurde), John Harsanyi und Reinhard Selten, im Jahr 1996 an William Vickrey und im Jahr 2005 an Robert Aumann und Thomas Schelling verliehen. Für ihre Erforschung begrenzter Rationalität erhielten Herbert Simon im Jahr 1978 und Daniel Kahneman im Jahr 2002 den Wirtschafts-Nobelpreis. Auch die Nobelpreise an Leonid Hurwicz, Eric S. Maskin und Roger B. Myerson im Jahr 2007 für ihre Forschung auf dem Gebiet der Mechanismus-Design-Theorie stehen in engem Zusammenhang zu spieltheoretischen Fragestellungen.

Die Stärke des Buches liegt in seiner Didaktik und schnörkellosen Sprache. Gemeinsam mit dem Autor begibt man sich - quasi spielerisch - in die hochaktuelle und interessante Welt der Spieltheorie, ohne sich der Gefahr auszusetzen, dass man durch mathematischen und theoretischen Ballast auf der Strecke bleibt. Weiter

 


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