Finanzminister haben das schwarze Schaf gefunden: Die Ratingagenturen sind schuldBei der letzten Zusammenkunft des Rates für Wirtschaft und Finanzen (Ecofiin) haben die Wirtschafts- und Finanzminister der EU-Mitgliedsstaaten den Vorschlag der EU-Kommission unterstützt, die Kontrolle über die Ratingagenturen zu verschärfen. Bisher unterliegen die Ratingagenturen keiner Aufsicht durch die Europäische Union. "Ratingagenturen sollten einem EU-Registrierungssystem unterliegen", heißt es nun in der Ecofin-Erklärung. Zudem werde ein "intensiverer Wettbewerb" durch neue Akteure befürwortet. Laut dem sagte der niederländischen Finanzminister Wouter Bos sind die Ratingagenturen "die Ursache der Krise". Sie hätten in den vergangenen Jahren "klar versagt". Daher sei es richtig, dass nun etwas unternommen werde. Nach Aussage des belgischen Finanzministers Didier Reynders handelt es sich bei dem geplanten Registrierungssystem lediglich um eine "minimale Regulierung" der Agenturen, es stelle weder einen Verhaltenskodex noch ein großes Regelwerk dar. Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde, die den Vorsitz des Ecofin-Treffens führte, erklärte, das Registrierungssystem für die Bonitätsprüfer besitze "außerordentliche Vorteile". EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy wird den Vorschlag zur verbindlichen Regulierung der Agenturen im Herbst vorlegen. Weiter 

Frühwarnsystem und Risikomanagement sollen künftige Systemkrisen verhindernJosef Meinrad Ackermann, seit Mai 2002 Vorstandschef der Deutschen Bank, fand in Washington, bei der Vorstellung eines Verhaltenskatalogs, den der Branchenverband Institut of International Finance (IIF), klare Worte: "Die Finanzbranche erkennt ihre Verantwortung an." Damit reagiert der Verband, dem rund 380 Finanzinstitute und Versicherungen aus der ganzen Welt angehören, auf die aktuelle Krise auf den internationalen Finanzmärkten. Ackermann ist seit dem Jahr 2003 Vorsitzender des Verbandes. Ackermann empfahl als IIF-Vorsitzender, einen gemeinsamen Ausschuss der Geldhäuser als eine Art Risikokomitee und Frühwarnsystem einzurichten. Ziel sei, "neue, heraufziehende Schwachstellen in den Märkten und im Finanzsystem besser und früher zu erkennen". Auch müsse es stabile Methoden zur Kontrolle der Liquidität geben. Außerdem sollen allen Bankvorständen durch einen Risikomanager unterstützt werden. Ackermann erklärte, den Chefs der großen Banken sei bewusst, dass "Aktionen jetzt entscheidend sind". Man sei entschlossen, die Probleme anzugehen und mit künftigen Systemrisiken "besser umzugehen". Dem IIF-Bericht zufolge trieben vor allem Fehler im strategischen Management die Banken dazu, dass einige Marktteilnehmer Milliardenverluste erlitten und ihre Risikotragfähigkeit massiv überschätzten. Weiter


Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzenWirtschaftliches Handeln ist immer mit Gefahren verbunden. Diese werden als Ursachen für mögliche Abweichungen von den geplanten bzw. erwarteten Werten aufgefasst, was Chancen (positive Abweichungen) ebenso einschließt wie Risiken (negative Abweichungen). Der Unternehmenserfolg ist maßgeblich davon abhängig, dass Chancen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Risikoorientierte Unternehmensführung ist ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Funktionen, Prozesse und Bereiche eines Unternehmens umfasst. Wie kann man die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Risiken realisieren, ohne den unnötigen bürokratischen Aufwand eines überformalisierten Risikomanagementsystems akzeptieren zu müssen?
Das RiskNET-Intensiv-Seminar "Chancen-/Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzen" findet vom 23. bis 24. September 2008 in Linz/Österreich und vom 22. bis 23. Oktober 2008 in München statt. Am 24. Oktober bieten wir einen optionalen Aufbau-Workshop zur "Stochastischen Modellierung" an. Weiter
Grenzüberschreitender Kartenbetrug nimmt zuWährend in Deutschland der Betrug mit gestohlenen Bankkarten zurückgeht, nimmt der Missbrauch bei grenzüberschreitenden Zahlungen deutlich zu. Laut Einschätzung der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting wird in diesem Jahr der Schaden durch den Einsatz gefälschter deutscher Bankkarten im Ausland erneut um rund ein Viertel ansteigen. Als wichtigen Grund nennen die Experten insbesondere die Tatsache, dass Betrüger ohne nennenswerte Einschränkungen über Grenzen hinweg operieren können, während dies für Banken und Ermittlungsbehörden nicht gilt. So behindern in der EU beispielsweise national abweichende Datenschutzregelungen übergreifende oder gar zentrale Lösungen, um Betrügereien bereits im Vorfeld aufzudecken.
Beim grenzüberschreitenden Transfer von Informationen zur Aufdeckung und Bekämpfung von Kartenmissbrauch existieren erhebliche Barrieren. Dazu zählen Hürden in Bezug auf den Datenfluss sowie die strikten nationalen Datenschutzbestimmungen für die Verarbeitung persönlicher Daten. Diese Problematik behindert unter anderem den länderübergreifenden Aufbau von Anti-Betrugs-Datenbanken oder den Austausch von Betrugsmusterprofilen. Weiter
Risikoexperten fahnden nach ArbitragemöglichkeitenViele Menschen betrachten Finanzderivate als obskur, komplex und riskant. Und das nicht zu Unrecht, wie die aktuelle Krise der globalen Finanzmärkte zeigt. Um Finanzderivate richtig bewerten zu können, bedarf es ausgefeilter Methoden der Finanzmathematik. "Ausgelöst durch den explosionsartigen Anstieg des Derivatehandels hat sich die Mathematik zu einer Schlüsseltechnologie auf modernen Finanzmärkten entwickelt", urteilt Christoph Kühn, Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt. Am Frankfurter MathFinance Institute arbeiten Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler eng zusammen. Im Rahmen der zweiten Ausschreibungsrunde der Loewe-Initiative soll diese Kooperation im Schwerpunkt "Finanzmathematik und quantitative Finanzwirtschaft" weiter ausgebaut werden. In der aktuellen Ausgabe von "Forschung Frankfurt" stellt Christoph Kühn das mathematische Werkzeug vor, das Finanzakteuren beim Risikomanagement behilflich ist.
Bei Finanzderivaten handelt es sich um Wertpapiere, bei denen die Höhe der Auszahlung von dem Preisverlauf eines oder mehrerer Basiswertpapiere abhängt ("abgeleitet" ist). Basisgrößen können Aktien, Bonds, Währungen, Rohstoffpreise, Indizes oder andere Derivate sein. Typisches Beispiel für ein Derivat ist eine Kaufoption (Call-Option), die dem Halter das Recht verleiht, zu einem späteren Zeitpunkt eine Einheit des Basiswertpapiers zu einem heute festgelegten Preis (Strikepreis) zu kaufen. Weiter
Gier, Dummheit und Maßlosigkeit als Ursachen für die aktuelle FinanzkriseWährend auf der einen Seite die US-Investmentbank JP Morgan für das zweite Quartal einen Netto-Gewinn von 2,5 Mrd. US-Dollar verkündete und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertrumpfte, entwickelt sich die US-Finanzkrise immer mehr zu einem Kriminalfall. Die Bankaktien reagierten auf die veröffentlichten Zahlen von JP Morgan mit Kurssprüngen. JP-Morgan-Chef Dimon dämpfte jedoch den Optimismus der Marktteilnehmer und wagte einen äußerst vorsichtigen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: "Wir gehen davon aus, dass das wirtschaftliche Umfeld schwäch bleiben wird und sogar noch schwächer werden könnte. Die Kapitalmärkte werden weiterhin unter Stress stehen. Wir bleiben vorsichtig, da weiterhin größere Risiken auf unserer Bilanz schlummen", so Dimon.
Erst am 16. März diesen Jahres hatte JP Morgan Chase & Co. ein Übernahmeangebot für die in Turbulenzen geratene Investmentbank Bear Stearns bekannt gegeben. Bear Stearns war bereits in den Anfangsphasen der Subprime-Krise Mitte 2007 in Schwierigkeiten geraten, nachdem drei vom Unternehmen aufgelegte Hedge-Fonds (High Grade Structured Credit Strategies Enhanced Fund, High Grade Structured Credit Strategies Fund und Asset-Backed Securities Fund) Insolvenz anmelden mussten. Weiter



RiskNET-Kolumne August 2008: Warum scheitern so viele Unternehmen im Umgang mit Risiken?Fast jede Krise und Insolvenz ist auf das Wirksamwerden gravierender Risiken zurückzuführen. Auch bei einem sorgfältigen Umgang mit Chancen und Gefahren (Risiken) lassen sich Krisen und auch Insolvenzen natürlich nicht vollkommen sicher vermeiden, da die Zukunft nicht vorhersehbar ist. Die vielen früheren und aktuellen Fälle von Unternehmenskrisen, beispielsweise die Schwierigkeiten vieler Banken im Kontext der Subprime-Krise, erwecken jedoch den Eindruck, dass im Umgang mit Risiken vieles bei weitem nicht so planmäßig und kalkuliert abläuft, wie dies an sich möglich oder wünschenswert wäre.
Was sind die Gründe für die Schwierigkeiten vieler Unternehmen im Umgang mit Risiken? Wo sind Verbesserungspotenziale? Im Detail gibt es sehr viele mögliche Schwachpunkte im Risikomanagement von Unternehmen, die hier jedoch nicht im Einzelnen betrachtet werden sollen. Wenn Risiken Krisen oder gar Insolvenzen von Unternehmen auslösen, lassen sich die Ursachen jedoch einigen grundlegenden Kategorien zuordnen, die in der RiskNET Kolumne August 2008 dargestellt werden. Weiter
Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryMit dem zum 1. Januar 2007 neu eingeführten Elterngeld verfolgt der Gesetzgeber unter anderem das Ziel, mehr Väter für eine Elternzeit zu begeistern. Bislang wurden die Auswirkungen des Elterngelds insbesondere aus familienpolitischer Perspektive betrachtet. In dem Beitrag "Elterngeld - Neuer Risikofaktor für Unternehmen" werden die unternehmenspolitischen Folgen des Elterngelds untersucht. Die Entwicklung der Elterngeldanträge im Jahr 2007 deutet darauf hin, dass zunehmend mehr Väter von der Elternzeit Gebrauch machen. Dabei handelt es sich in mehr als der Hälfte der Fälle um berufstätige Väter. Konnten Unternehmen in der Vergangenheit das Risiko, dass eine wichtige Position im Unternehmen für einen längeren Zeitraum aufgrund der Geburt eines Kindes unbesetzt ist, verhältnismäßig einfach dadurch senken, indem ein Mann beschäftigt wurde, wird diese Strategie in Zukunft an Bedeutung verlieren.
Download des Artikels "Elterngeld - Neuer Risikofaktor für Unternehmen" in der RiskNET eLibrary (Sie finden den Artikel in der Rubrik OpRisk): Weiter 

Aktuelle BuchempfehlungenGrenzen der Versicherbarkeit von Katastrophenrisiken – Erweiterungsmöglichkeiten durch Rückversicherung, Katastrophenanleihen und Versicherungsderivate
Von: Tristan Nguyen, Deutscher Universitäts-Verlag, 451 Seiten, Wiesbaden 2007.
Trotz des in jüngster Vergangenheit sehr "weichen" Versicherungsmarktes mit relativ günstigen Prämien und guten Deckungsmöglichkeiten gewinnen die so genannten "alternativen" Instrumente des Risikotransfers und der Risikofinanzierung zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklung wird nicht zuletzt durch die Tatsache verstärkt, dass sich in Anbetracht der steigenden Zahl von Katastrophenereignissen mit immer neuen Rekordschäden die Frage aufdrängt, ob traditionelle Instrumente der Assekuranz ihre Leistungsfähigkeit nicht bereits erreicht haben. Diese Frage wird im vorliegenden Werk von Tristan Nguyen umfassend beantwortet. Weiter

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