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 RiskNET Newsletter vom 23. September 2008




Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzen

Wirtschaftliches Handeln ist immer mit Gefahren verbunden. Diese werden als Ursachen für mögliche Abweichungen von den geplanten bzw. erwarteten Werten aufgefasst, was Chancen (positive Abweichungen) ebenso einschließt wie Risiken (negative Abweichungen). Der Unternehmenserfolg ist maßgeblich davon abhängig, dass Chancen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Risikoorientierte Unternehmensführung ist ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Funktionen, Prozesse und Bereiche eines Unternehmens umfasst. Wie kann man die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Risiken realisieren, ohne den unnötigen bürokratischen Aufwand eines überformalisierten Risikomanagementsystems akzeptieren zu müssen?

Das RiskNET-Intensiv-Seminar "Chancen-/Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzen" findet vom 23. bis 24. September 2008 in Linz/Österreich und vom 22. bis 23. Oktober 2008 in München statt. Am 24. Oktober bieten wir einen optionalen Aufbau-Workshop zur "Stochastischen Modellierung" an. Weiter

 

Anzeigen wegen Phishing, Finanzagenten und Terrorismusfinanzierung steigen

Laut dem vom Bundeskriminalamt (BKA) jüngst veröffentlichten Jahresbericht 2007 der FIU (Financial Intelligence Unit) Deutschland wurden im vergangenen Jahr insgesamt 9.080 Verdachtsanzeigen nach dem Geldwäschegesetz (GwG) gemeldet. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um knapp zehn Prozent . Das verminderte Anzeigenaufkommen ist in erster Linie auf den Rückgang von Verdachtsanzeigen durch Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute zurückzuführen. Diese sanken im Vergleich zum Vorjahr um zehn bzw. neun Prozent. Das Meldeverhalten der Verpflichteten nach dem GwG gem. § 3 Abs. 1 GwG (so genannte "rechtsberatende Berufsgruppen" sowie "sonstige Gewerbetreibende") ist mit 24 Anzeigen im Jahr 2007 nach wie vor unzureichend. Mitteilungen der Finanzbehörden haben sich dagegen im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent erhöht.

Die Zahl der Hinweise auf Betrugsdelikte in den Anzeigen ist verglichen mit 2006 um fast 17 Prozent auf 3.248 gestiegen. Dabei hingen 2.646 Verdachtsanzeigen - also fast ein Drittel des gesamten Hinweisaufkommens - mit dem Phänomen "Phishing und Finanzagenten" zusammen. Weiter

 

Hände hoch! Risiko Produkterpressung und Produktsabotage

Zum Ende der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts haben in Deutschland verstärkt Fälle Schlagzeilen gemacht, in denen Täter angaben, dass sie Lebensmittel oder andere Produkte schädlich manipulieren, wenn ihren Forderungen nach Lösegeldern gegenüber Produzenten oder Distribuenten nicht nachgekommen wird (so genannte Produkterpressungen). Auch in den vergangenen Jahren haben Fälle dieser Art wiederum Schlagzeilen gemacht. Die Fallzahlen dieses Kriminalphänomens lassen sich wissenschaftlich und bundeseinheitlich verifizierbar kaum ermitteln, Schätzungen reichen von ungefähr 50 bis 400 Fällen pro Jahr, aktuell allerdings mit abnehmender Tendenz. Zudem werden - wenn auch gegenwärtig international eher selten - in unregelmäßigen Abständen weltweite Schlagzeilen über Fälle publik, wo Täter Produkte aus anderen Gründen vergiften oder sonstig für Konsumenten und Verbraucher schädlich machen. Weiter


Finanzkrise: BaFin zieht Notbremse bei Leerverkäufen in Deutschland

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat als Reaktion auf die Finanzkrise vorübergehend sogenannte Leerverkäufe untersagt. Das Verbot gilt vom 20. September 2008, 00.00 Uhr, bis zum 31. Dezember 2008, 24.00 Uhr, werde jedoch laufend überprüft, wie die BaFin am Freitagabend mitteilte. Die Sperre gelte für bestimmte Unternehmen der Finanzbranche.

Die Behörde begründete den Schritt mit den jüngsten Entwicklungen an den weltweiten Kapitalmärkten. Zuvor hatte bereits die Finanzaufsicht in den USA und Großbritannien sogenannte Leerverkäufe (Shortselling) bis auf weiteres verboten.

Bei Leerverkäufen wetten Anleger auf sinkende Kurse eines Unternehmens, um von fallenden Börsenkursen zu profitieren. Ein Leerverkauf (englisch short selling) ist eine Form der Börsenspekulation. Von einem Leerverkauf erhofft sich der Verkäufer, von einem erwarteten Kursverfall eines Wertpapiers zu profitieren. Er verkauft jetzt Papiere, die nicht in seinem Besitz sind, und hofft diese in der Zukunft günstiger kaufen zu können. Dies funktioniert aufgrund des Sachverhalts, dass an der Börse die zeitliche Reihenfolge selbst, in der Käufe und Verkäufe stattfinden, für die Höhe des erzielten Reinertrags keine Rolle spielt. Es wird hierbei ein Vertrag geschlossen (dies ist der tatsächliche Börsenhandel), der den Verkäufer verpflichtet, die Effekten in einigen Tagen zu liefern. Je nach Börse kann dies drei Tage (Frankfurter Wertpapierbörse) bis fünf Tage (London Stock Exchange) dauern, bis nach einem Börsenhandel die Papiere verpflichtungsgemäß geliefert werden müssen. Weiter

 

Studie: Unternehmen wollen Qualität ihrer Abschlüsse deutlich verbessern

Unternehmen wollen Qualität ihrer Abschlüsse deutlich verbessern
In der Studie "CFO Survey 2007" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) nannten unlängst über 90 Prozent der Finanzvorstände deutscher Unternehmen die Kommunikation mit Investoren und dem Kapitalmarkt als eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Aufgrund immer höherer und komplexerer Anforderungen durch Investoren und regulatorische Vorgaben stehen große Konzerne ebenso wie mittlere und kleinere Unternehmen bei der Erstellung ihrer Abschlüsse zunehmend im Spannungsfeld zwischen Zeit, Qualität und Kosten.

PwC hat nun im Rahmen einer aktuellen Untersuchung Finanzvorstände und Führungskräfte aus dem Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling befragt, wo sie aktuelle Verbesserungspotenziale bei der Erstellung ihres Abschlusses sehen und wie sie ihre Reportingprozesse den höheren Anforderungen anpassen werden. Insgesamt 167 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größe beteiligten sich an der Umfrage. Weiter

 

CDOs: Eine empirische Analyse der Bonitätsrisikoprämie auf Finanzmärkten

Ratings haben in den vergangenen Jahren für die Gestaltung von Finanztiteln zur verbesserten Erfolgs- und Risikoteilung bei Unternehmen und Banken stark an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung wurde hervorgerufen durch die umfangreichere Inanspruchnahme von Anleiheemissionen sowie die verstärkte Nutzung des Kreditrisikotransfermarktes. Ratingagenturen besitzen somit einen erheblichen Einfluss auf die Preisgestaltung und das Monitoring an den Kapitalmärkten. Mit wachsender Bedeutung komplexer Finanzinstrumente des Kreditrisikotransfermarktes, wie Asset-Backed Securities (ABS), wird die Bedeutung von Ratingagenturen und damit das Gewicht ihrer Bonitätseinstufungen von Finanzkontrakten weiter zunehmen.

In dem Buch "Collateralized Debt Obligations - Eine empirische Analyse der Bonitätsrisikoprämie auf Finanzmärkten" werden die bisherigen theoretischen und empirischen Untersuchungen zur Bestimmung der Einflussfaktoren auf die Bonitätsrisikoprämie im Bereich der ABS in einem deutlich weitergehenden Ansatz durch die Betrachtung der CDOs ergänzt und die Einflussfaktoren auf die Bonitätsrisikoprämie von CDOs umfassend identifiziert und zu analysiert. Weiter

 





Risiken besser bewerten mit Poker Know-how

Die Ursprünge des Finanzwesens und der modernen Risiko- und Wahrscheinlichkeitstheorie sind eng verbunden sind mit dem seit Jahrtausenden bekannten Glücksspiel. Bereits seit Menschengedenken haben Menschen Glücksspiele gespielt, ohne von den Systemen der Chancenverteilung zu wissen oder von der Theorie des modernen Risikomanagements beeinflusst zu sein. Das Glücksspiel war und ist direkt mit dem Schicksal verknüpft. Das Glückspiels ist quasi der Inbegriff eines bewusst eingegangenen Risikos.

Daher sind viele Finanzmarktteilnehmer auch der Auffassung, dass das wirtschaftliche Leben zu einem großen Teil dem Glücksspiel nachempfunden ist. Oder anders formuliert: Die Unterscheidung zwischen Glücksspiel und "produktiver ökonomischer Betätigung" ist sozial konstruiert. Die Autoren von "Erfolgreich Traden mit Poker Know-how" sind der Meinung, dass Traden an den Finanzmärkten und Poker nach den gleichen Prinzipien funktionieren. Für erfolgreiches Traden und Poker sind die gleichen Fähigkeiten und Tugenden entscheidend: Disziplin, Geduld und Erfahrung. Auf der Grundlage spieltheoretischer Überlegungen weisen die Autoren nach, warum erfolgreiche Pokertaktiken und -Strategien auch für Trader hilfreich sind. Weiter

 

RiskNET-Kolumne September 2008: Realwirtschaftliche Folgen der Finanzkrise

Vor gut einem Jahr brach die US-Subprime-Krise aus, die durch gestörtes Zahlungsverhalten infolge leichtfertiger Kreditvergabe und steigender Zinsen im Eigenheimfinanzierungsgeschäfts mit zweitklassigen US-amerikanischen Kreditnehmern ausgelöst wurde. Die Probleme wuchsen rasch zu einer umfassenden Immobilienkrise an, die sich in zunehmenden Zwangsversteigerungen, einem Überangebot an Wohnimmobilien bei gleichzeitig fallenden Preisen dieser - damals völlig überbewerteten - Immobilien und Kreditausfällen bzw. Forderungsabschreibungen bei den Banken manifestierte. Weiter  

 

Aktuelle Buchempfehlungen

System Dynamics für die Finanzindustrie. Simulieren und Analysieren dynamisch-komplexer Probleme

Von: Strohhecker/Sehnert (Hrsg.), Frankfurt School Verlag, Frankfurt/M. 2008

Die globalen Finanzmärkte können - ohne Übertreibung - als komplexe Systeme bezeichnet werden. So sind komplexe Systeme u. a. durch ein nichtlineares Verhalten gekennzeichnet: Kleine Störungen des Systems oder minimale Unterschiede in den Anfangsbedingungen führen rasch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen (auch als Schmetterlingseffekt bezeichnet). Kurzum: Die Wirkungszusammenhänge der Systemkomponenten sind im allgemeinen nichtlinear. Die aktuelle Finanzkrise liefert hierfür die besten Beweise. Außerdem weisen komplexe Systeme emergente Eigenschaften auf, d. h. dass Systemverhalten lässt sich nicht aus der isolierten Analyse des Verhaltens einzelner Systemkomponenten erklären. Ergänzend weisen die meisten komplexen Systeme so genannte Attraktoren auf, d. h. dass das System unabhängig von seinen Anfangsbedingungen bestimmte Zustände oder Zustandsabfolgen anstrebt. Im Extremfall können die Zustandsabfolgen auch chaotisch sein - auch hierfür liefern historische Finanzkrisen ausreichend Anschauungsmaterial. Weiter

 


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