


Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzenWirtschaftliches Handeln ist immer mit Gefahren verbunden. Diese werden als Ursachen für mögliche Abweichungen von den geplanten bzw. erwarteten Werten aufgefasst, was Chancen (positive Abweichungen) ebenso einschließt wie Risiken (negative Abweichungen). Der Unternehmenserfolg ist maßgeblich davon abhängig, dass Chancen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Risikoorientierte Unternehmensführung ist ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Funktionen, Prozesse und Bereiche eines Unternehmens umfasst.
Im Gegensatz zur heute noch oft anzutreffenden kapitalmarktorientierten Betrachtung eines wertorientierten Managements erfordert eine risikoorientierte Unternehmensführung, dass die überlegenen unternehmensinternen Informationen über die Risiken konsequent genutzt werden, um bessere Entscheidungen zu treffen - also speziell für die Berechnung der zu erwartenden Veränderungen des Unternehmenswerts in Abhängigkeit einer betrachteten Entscheidung ausgewertet werden. Wie kann man die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Risiken realisieren, ohne den unnötigen bürokratischen Aufwand eines überformalisierten Risikomanagementsystems akzeptieren zu müssen?
Das RiskNET-Intensiv-Seminar "Chancen-/Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzen" findet am 12.-13. Juni 2008 auf der Speck-Alm (Sudelfeld/Bayrischzell) statt und vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Weiter
Finanzkrise: Umschalten von Notfallmedizin auf PräventionJochen Sanio, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), spricht sich vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise für eine stärkere Regulierung des Finanzsektors aus und verwies auf den jüngst veröffentlichten Report des Financial Stability Forums (FSF). Das FSF empfahl ein besseres Risikomanagement, eine umfassendere Liquiditätsplanung und eine frühere Information der Notenbanken durch die Kreditinstitute. Die systematische Deregulierung der vergangenen Jahre habe sich als gefährlicher Irrweg erwiesen, sagte Sanio.
Das FSF arbeitet seit vielen Jahren daran, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu sichern. Der jetzige Bericht gibt Antworten auf die großen Fragen, die sich angesichts der Subprime-Krise stellen: Wie konnte es zu diesem verhängnisvollen Blitz aus heiterem Himmel kommen? Und was müssen wir Aufseher tun, damit die internationalen Finanzmärkte in Zukunft von solch zerstörerischen Schlägen verschont bleiben - wenn das überhaupt möglich ist? Weiter
Von blinden und gierigen Monstern auf den FinanzmärktenIn der aktuellen Diskussion um die weltweite Finanzkrise hat Bundespräsident Horst Köhler die Banken scharf kritisiert und ihnen vorgeworfen, die Finanzmärkte zu einem "Monster" entwickelt zu haben. "Wir waren nahe dran an einem Zusammenbruch der Weltfinanzmärkte", sagte Bundespräsident. "Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss", sagte der Bundespräsident, der früher Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) war.
Köhler warf den Banken und ihren Händlern vor, hochkomplexe Finanzprodukte geschaffen zu haben, die sie letztlich selbst nicht mehr verstanden hätten. Weiter kritisierte er, dass es möglich gewesen sei, mit geringstem eigenem Haftungskapital große so genannte Hebelgeschäfte in Gang zu setzen. Kurzum: Eine elementare Grundregel des Bankgeschäfts und des Risikomanagements wurde von vielen Marktteilnehmern ausgeblendet. So hatten vereinzelte Institute sich außerhalb der eigenen Bilanz mit dem 10- bis 15-fachen Volumen des Eigenkapitals mit Finanzderivaten versorgt und damit ihre Risikotragfähigkeit massiv überschätzt. Dies habe das "Monster" wachsen lassen, sagte Köhler: "Es hat kaum noch Bezug zur Realwirtschaft." Dazu gehörten auch "bizarr hohe" Vergütungen für einzelne Finanzmanager, sagte er weiter. Weiter
Rendite-Risiko-Profil eines Investments in HumankapitalDie Idee eines Studienfonds besteht in der Förderung von Studierenden während des Studiums und der ersten Berufsjahre. Der Studienfonds schließt hierzu mit ausgewählten Studierenden eine Fördervereinbarung ab, in der sich der Fonds verpflichtet, den Geförderten über einen bestimmten Zeitraum eine monatliche finanzielle Förderung sowie nicht-monetäre Zuwendungen (beispielweise in Form von Workshops oder Vermittlung von Praktikumsplätzen) zu gewähren. Im Gegenzug dafür werden nach Studienabschluss die Geförderten einen prozentualen Anteil ihrer Bruttoeinkünfte über einen in der Fördervereinbarung geregelten Zeitraum leisten. Im Ergebnis sind die Anleger des Studienfonds wirtschaftlich am späteren beruflichen Erfolg der Geförderten beteiligt. Als Investition in Humankapital eröffnet ein Studienfonds im Kapitalmarkt somit eine gänzlich neue Asset-Klasse. Weiter
Risiken des Risikomanagements neu bewertetDie Fortdauer der Kreditkrise lässt im Bankensektor die Sorge vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung wachsen. Das geht aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) mit dem Centre for the Study of Financial Innovation (CSFI) hervor. Der so genannte "Banking-Banana-Skins-Index" listet regelmäßig die aus Sicht von Bankern, Aufsichtsbehörden und Branchenbeobachtern größten Gefahren für den Sektor auf. Spielten makroökonomische Risiken in der letzten Umfrage im Jahr 2006 kaum eine Rolle (Indexrang 14), liegt die Rezessionsgefahr 2008 an fünfter Stelle.
"Die weltweite Kreditkrise hat die Risikowahrnehmung in der Bankenbranche in kurzer Zeit auf den Kopf gestellt. So ist ein Liquiditätsengpass nach Einschätzung der Befragten derzeit die größte Gefahr für die Branche, gefolgt von einer Ausweitung der Kreditkrise und der Entwicklung der Risikoprämien. Während das Kreditrisiko schon in früheren Umfragen im Index weit vorn lag, tauchten die beiden anderen Risiken bislang noch nie im 'Banking-Banana-Skins-Ranking' auf", kommentiert Markus Burghardt, Partner bei PwC und Leiter des Bereiches Financial Services. Weiter
Diskussionspapier des IASB zur EigenkapitaldefinitionLaut einer Mitteilung des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) hat das International Accounting Standard Board (IASB) als internationaler Standard-Setter im Bereich der Rechnungslegung auf der Grundlage der bereits Ende 2007 vom US-amerikanischen Standardsetzer (Financial Accounting Standards Board/FASB) veröffentlichten Überlegungen ein Diskussionspapier zur Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital publiziert. Ziel des geplanten neuen Standards ist es, eigenständige Definitionskriterien für eine Eigenkapitalabgrenzung vorzugeben und Eigenkapital nicht mehr wie bisher als Residualgröße aus Vermögenswerten und Schulden zu definieren.
Die Neudefinition der Abgrenzungskriterien von Eigen- und Fremdkapital ist Teil des Konvergenzprogramms von IASB und FASB. Der bisher gültige IAS 32, der an bestehende Kündigungsrechte anknüpft, ist vielfach in die Kritik geraten, so dass eine vollständige Neukonzeption der Kriterien geplant ist. Das IASB präsentiert in seiner aktuellen Veröffentlichung die vom FASB erarbeiteten drei grundlegenden Modelle zur Eigenkapitaldefinition (Basic Ownership Approach, Ownership/Settlement Approach sowie Reassessed Expected Outcomes Approach). Eine Präferenz für ein bestimmtes Modell nennt das Gremium in seinem Diskussionspapier allerdings nicht. Weiter
RiskNET-Kolumne Mai 2008: Zukunft der FinanzindustrieIm Sommer 2005 läuft im Immobilienmarkt der USA alles bestens. Bei gleichbleibend niedrigen Zinsen klettern die Hauspreise in schwindelerregende Höhen. Dies erlaubt hohe Besicherungswerte bei Hypotheken, neue Kredite werden mit leichter Hand vergeben. Der Immobilienmarkt steigt weiter.
Die Finanzindustrie führt die die bei der Erschaffung von Hypothekenpfandbriefen, Mortgage Backed Securities, (MBS) ausgesonderten, minderwertigen Tranchen (Sub-primes) einer neuen Verwendung zu. Investmentbanken bündeln diese zu Collateralized Debt Obligations (CDO). Die Ratingagenturen schaffen es mit scheinbar einleuchtender Methodik, diese mit AAA Noten zu versehen: liegt der zu erwartenden Verlust einer Tranche etwa 3 Prozent über der Verlusterwartung einer AAA-Tranche, unterlegt man einfach 3 Prozent mehr Hypotheken und schon hat auch diese Tranche eine AAA-Verlusterwartung. Weiter
Aktuelle BuchempfehlungenRobuste Asset Allocation
Von: Ulf Brinkmann, Uhlenbruch Verlag, 320 Seiten, Bad Soden/Ts. 2007.
Jeder Mitarbeiter einer Bank und Versicherung und auch jeder Privatanleger kennt das Investment-Mantra "Leg nicht alle Eier in denselben Korb". Diese Regel besagt schlichtweg, dass sich Investoren mit der Verteilung ihres Vermögens auf verschiedene Assetklassen besser gegen potenzielle Verluste absichern können, da das Portfoliorisiko reduziert wird. Diese goldene Regel der Geldanlage wurde bereits im Jahr 1952 von Harry M. Markowitz, der im Jahr 1990 für seine Theorie der Portfolio-Auswahl mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften zusammen mit Merton H. Miller und William Sharpe ausgezeichnet wurde, nachgewiesen. Kurzum: Ein gut diversifiziertes Portfolio weist eine günstigere Chance-Risiko-Struktur auf.
Ziel der modernen Portfoliotheorie ist es, Handlungsanweisungen zur bestmöglichen Kombination von Anlagealternativen zur Bildung eines optimalen Portfolios zu geben (Portfolio Selection). In diesem optimalen Portfolio werden die Präferenzen des Anlegers bezüglich des Risikos und des Ertrags sowie die Liquidität berücksichtigt. Dadurch soll das Risiko eines Wertpapierportfolios, ohne eine Verringerung der zu erwartenden Rendite, minimiert werden. Das "Markowitz-Modell" stellt heute einen der zentralen Grundpfeiler der modernen Investitions- und Finanzierungstheorie dar. Weiter

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