Eine Koalition von Inkompetenz und Pseudo-KontrollorganenIn den vergangenen Wochen waren Politiker schnell dabei, Vorstände von Banken "gnadenlos" für Ihr Versagen im Zusammenhang mit der aktuellen Finanzkrise zur Verantwortung zu ziehen. Was in diesem Zusammenhang fast immer ausgeblendet wird, ist das Versagen der Politik in der Rolle ihrer Aufsichtstätigkeit der in den Subprime-Strudel geratenen Banken (allen voran die IKB, die SachsenLB und die WestLB) sowie der Regulatoren (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin). Die staatseigene KfW ist mit einem Anteil von 38 Prozent größter Aktionär der IKB.
Unter der Überschrift "Die große Koalition der Unschuldigen" kritisierte jüngst "Die Zeit" das Versagen der größten deutschen Staatsbank, die durch Fehlspekulationen und das Versagen ihrer Aufseher fünf Milliarden Euro Steuergeld verliert. Im besten Fall, im schlechtesten Fall könnten es auch 15 Mrd. Euro sein. Weiter
Stabilität des internationalen FinanzsystemsVor zehn Jahren überzog eine Finanzkrise viele Länder Südostasiens. Banken wurden reihenweise geschlossen. Viele Millionen Einleger verloren ihren letzten Bath oder ihre letzte Rupiah. Ganze Volkswirtschaften kollabierten. Die Arbeitslosigkeit stieg ebenso drastisch wie die Armutsrate der Bevölkerung. 1999 wiederholte sich das Drama, zunächst in Brasilien, dann in der Russischen Föderation. 2001 war Argentinien an der Reihe. Viele meinten damals, so Wolfgang Filc, Wissenschaftler an der Universität Trier, in einem aktuellen Beitrag in "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ 7/2008), dass diese Deformationen allein auf Versäumnisse in den Krisenländern zurückzuführen seien: laxe Wirtschaftspolitik, marode Bankenaufsicht, zerbrechliche Finanzsysteme.
Finanzkrisen sind eben die folgerichtige Quittung für eine miserable Politik. Das, so war die Überzeugung, kann in Westeuropa und den USA nicht geschehen. Aber es kam anders, als damals vermutet wurde. Die ehemaligen Krisenländer Südostasiens sind wirtschaftlich wieder stabil, Russland profitiert von hohen Energiepreisen, auch in Argentinien geht es langsam wieder aufwärts. Finanzkrisen finden nun anderswo statt, in den USA und in einigen westeuropäischen Ländern. Was sind die Ursachen? fragt Wolfgang Filc in seinem Artikel. Weiter


Corporate Treasurer beschäftigen sich verstärkt mit RisikomanagementEine weltweite Befragung der Treasurer zeigt, dass bei der Allokation ihrer überschüssigen Liquidität unterschiedliche Herangehensweisen zu finden sind. Während in den USA bereits 63 Prozent der Corporate Treasurer Fondsvehikel nutzen, sind es bei globaler Betrachtung erst 30 Prozent. Großbritannien und Irland schneiden mit 33 Prozent noch leicht überdurchschnittlich ab, in den westeuropäischen Ländern sind Fondsinvestments mit 25 Prozent dagegen leicht unterrepräsentiert. Besonders in Osteuropa besteht für diese Vehikel mit erst 5 Prozent Investitionen noch Nachholbedarf. Außerhalb der USA sind nach wie vor Bankeinlagen die favorisierte Investmentform (81 Prozent in Osteuropa, 65 Prozent in Kontinentaleuropa und Großbritannien). Der Trend zeigt, dass Unternehmen mit größerer Marktkapitalisierung bereits stärker auf Investments wie Fonds zugreifen. Experte Lorenz bestätigt, dass große Unternehmen Vorreiter bei der Nutzung von Geldmarktfonds für ihr Liquiditätsmanagement sind. Aber auch für mittelgroße Unternehmen seien diese Vehikel interessant, da sie die Effizienz in der Tagesgeld- oder Monatsgelddisposition steigern können. Weiter
RiskAcademy: Aktuelle Entwicklungen im Kontext Solvency II und MaRiskNicht nur Banken werden durch die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) ihr Eigenkapital zukünftig stärker an den individuellen Kreditrisiken sowie den operationellen Risiken der Bank orientieren, sondern auch die finanzielle Ausstattung von Versicherungsunternehmen wird durch neue Solvabilitätsvorschriften (Solvency II) geregelt. Gegenwärtig wird das aus den Jahren 1973 (Nichtleben) und 1979 (Leben) stammende Solvabilitätssystem europaweit modernisiert und den aktuellen Entwicklungen angepasst.
Prof. Dr. Matthias Müller-Reichart stellt in seinem Live-Vortrag am 28. Februar 2008 (17:00 bis 18:00 Uhr) die aktuellen Entwicklungen des EU-weiten Konsultationsprojektes Solvency II sowie der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) vor.
Weitere Informationen finden Sie unter www.riskacademy.de

Exzellente Karrieremöglichkeiten im RisikomanagementRisikomanager stehen zur Zeit hoch im Kurs. Mehr als die Hälfte aller vom Personaldienstleister Robet Half International befragten Finanz- und Personalmanager (56 Prozent) hat Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die internationale Personalberatung Boyden, die einen wachsenden Bedarf an Risikomanagern sieht. Neben spezifischen Fachkenntnissen braucht ein guter Risikomanager vor allem Softskills wie analytisches Denken und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verstehen. Das anspruchsvollere Anforderungsprofil für Risikomanager hat sich auch auf die Gehälter ausgewirkt, die in den letzten Jahren entsprechend gestiegen sind. "Noch vor fünf Jahren haben Risikomanager zwischen 200.000 Euro und 300.000 Euro verdient. Heute dagegen variieren Gehälter von 250.000 Euro bis 450.000 Euro je nach Ausbildung und Erfahrung", weiß Rolf E. Stokburger, Managing Partner von Boyden Global Exectuive Search.
Um die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot zu schließen, startet zum Sommersemester 2008 die FH Deggendorf - in Kooperation mit dem TÜV Süd und RiskNET - ein Executive-Masterprogramm "Risikomanagement und Compliancemanagement (M.A.)". Weiter
Nebelschwaden und Wolkenfelder auf den globalen FinanzmärktenMassive Börsenbewegungen, die Belastungen durch die Finanzmarktturbulenzen, Rückwirkungen der Wachstumsabschwächung in den USA, zunehmend auch die Bremseffekte höherer Preise, vor allem bei Energie und Nahrungsmitteln, aber auch Dienstleistungen. Eine Schlüsselbedeutung hat hierbei die feste Verankerung der Stabilitätserwartungen. Für EZB und Bundesbank ist es zentral, so Franz-Christoph Zeitler, Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, dass es bei der Lohnrunde dieses Jahres nicht zu "Zweitrundeneffekten", also einer beginnenden Preis-Lohn/Lohn-Preisspirale kommt, und über eine faire Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivitätsfortschritt hinaus nicht vorübergehende Preissteigerungen zur Grundlage dauerhafter Tariflohnerhöhungen gemacht werden. "Auch für die Beschäftigten zählt letztlich der reale Einkommenszuwachs, nicht Nominallohnerhöhungen, die zu einem großen Teil durch Preissteigerungen wieder aufgefressen werden." Weiter
Neue Studie zum LiquiditätsrisikomanagementIn Deutschland ist das Thema Liquidität nicht nur aufgrund internationaler Entwicklungen aktuell. Ein weiterer Anlass für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank (Bundesbank), sich intensiver mit dem Thema zu befassen, ist die seit Anfang 2007 in Kraft getretene Verordnung über die Liquidität der Institute (Liquiditätsverordnung, LiqV). Die LiqV teilt sich in einen so genannten Standardansatz, welcher im Wesentlichen identisch mit dem zuvor geltenden Grundsatz II ist, und in die so genannte Öffnungsklausel des § 10 LiqV. Diese Öffnungsklausel erlaubt es den Instituten unter bestimmten Voraussetzungen, anstelle des Standardansatzes institutsinterne Liquiditätsrisikomess- und -steuerungsverfahren für aufsichtsrechtliche Zwecke zu nutzen. Ob die Voraussetzungen hierfür gegeben sind, prüft die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank in der Regel durch Vor-Ort-Prüfungen bei den Instituten. Weiter



Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzenWirtschaftliches Handeln ist immer mit Gefahren verbunden. Diese werden als Ursachen für mögliche Abweichungen von den geplanten bzw. erwarteten Werten aufgefasst, was Chancen (positive Abweichungen) ebenso einschließt wie Risiken (negative Abweichungen). Der Unternehmenserfolg ist maßgeblich davon abhängig, dass Chancen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Risikoorientierte Unternehmensführung ist ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Funktionen, Prozesse und Bereiche eines Unternehmens umfasst.
Im Gegensatz zur heute noch oft anzutreffenden kapitalmarktorientierten Betrachtung eines wertorientierten Managements erfordert eine risikoorientierte Unternehmensführung, dass die überlegenen unternehmensinternen Informationen über die Risiken konsequent genutzt werden, um bessere Entscheidungen zu treffen - also speziell für die Berechnung der zu erwartenden Veränderungen des Unternehmenswerts in Abhängigkeit einer betrachteten Entscheidung ausgewertet werden. Wie kann man die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Risiken realisieren, ohne den unnötigen bürokratischen Aufwand eines überformalisierten Risikomanagementsystems akzeptieren zu müssen?
Das RiskNET-Intensiv-Seminar "Chancen-/Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzen" (9.-10. April 2008, München, 12.-13. Juni 2008, Speck-Alm, Sudelfeld/Bayrischzell) vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Weiter
Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryInterne Risikomodelle bei Sach- und Unfallversicherern stehen - vor allem im Zusammenhang mit den Diskussionen im Rahmen von Solvency II - im Fokus des Interesses, doch erst wenige Unternehmen verfügen in der Praxis über ausgereifte Modelle, die bereits Anwendung bei der Risikosteuerung des Unternehmens finden. In diesem Beitrag sollen konkrete Impulse zur erfolgreichen Konzeption und Erstellung eines internen Risikomodells gegeben werden. Dabei werden die relevanten Schritte bei der Implementierung, mögliche Anwendungen im Unternehmen und Erfolgsfaktoren eines solchen Projekts aufgezeigt.
Download des Artikels "Solvency II: Interne Risikomodelle in der Praxis" in der RiskNET eLibrary (Rubrik Methoden): Weiter 

Aktuelle BuchempfehlungenCorporate Governance und Interne Revision - Handbuch für die Neuausrichtung des Internal Auditings
Von: Carl-Christian Freidank/Volker H. Peemöller (Hrsg.), ESV, 995 S., Berlin 2008
Der Bereich der Internen Revision unterliegt seit einigen Jahren enormen Veränderungen. Diese werden vor allem durch die weltweiten Bemühungen zur Kodifizierung von Regelungen zur ordnungsmäßigen Unternehmensführung und -überwachung beeinflusst. Jedoch nicht nur die sog. Corporate-Governance-Diskussion, sondern auch der steigende Wettbewerbsdruck, die Zunahme der Gefahr doloser Handlungen und eine zunehmende Regulierung in vielen Branchen führen zu erhöhten Ansprüchen an die Internen Revisoren. Steuerung und Beratung rücken als bedeutende Aufgabenfelder neben die Überwachung. Weiter

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