Risikomanagement auf dem PrüfstandIn Deutschland wird Risikomanagement insbesondere aufgrund des Kontroll- und Transparenz-Gesetzes (KonTraG) immer noch im Wesentlichen verstanden als ein formales Organisationssystem, das rechtlich vorgegebene Mindestanforderungen (etwa des IDW PS 340 und DRS) erfüllen muss, um potenzielle Haftungsrisiken des Managements abzuwenden - und möglichst auch eine Bestandsgefährdung des Unternehmens durch zu hohe Risiken vermeiden helfen soll. Tatsächlich kann und sollte der Anspruch an das Risikomanagement eines Unternehmens wesentlich höher sein.
Risikomanagement kann einen Beitrag leisten, um Transparenz über die Planungssicherheit eines Unternehmens zu erhalten und diese zu verbessern. Die Risikoinformationen des Risikomanagements sind zudem notwendige Grundlage für fundierte unternehmerische Entscheidungen, beispielsweise um risikogerechte Kapitalkostensätze (etwa bei Impairmenttests) zu berechnen oder Ratingprognosen zu erstellen, die die Bandbreite der zukünftig möglichen Ratingentwicklungen aufzeigen. Ein derart ökonomisch verstandenes Risikomanagement bietet einen wesentlichen Mehrwert, weil die Fähigkeiten von Unternehmen verbessert werden, auch mit unvorhersehbaren Entwicklungen der Zukunft umzugehen. Risikomanagement erhöht die Qualität unternehmerischer Entscheidungen bei Unsicherheit, verbessert Krisenstabilität und Rating, reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz und kann zur Steigerung des Unternehmenswerts beitragen. Weiter
RiskAcademy: Beurteilung aktueller Marktentwicklungen im Kontext Subprime"Wir müssen den Investoren besser erklären, was in unseren Bonitätsurteilen drinsteht - vor allem aber, was nicht", so Jens Schmidt-Bürgel, Managing Director, Fitch Deutschland GmbH. Wie war es bloß möglich, dass im Vorfeld der aktuellen Finanzkrise bei weltweit führenden Kreditinstituten elementare Grundsätze des internen Risikomanagements fahrlässig über Bord geworfen und für den schnellen Kapitalertrag geopfert wurden? Angesichts der Komplexität von Wirkungsketten, extrem kurzen Produktzyklen und immer schwieriger zu durchschauenden Geschäftsprozessen tun sich selbst ausgewiesene Risikoexperten schwer, die Interdependenzen vollständig zu verstehen und zu erklären.
Gemeinsam mit Jens Schmidt-Bürgel, Managing Director, Fitch Deutschland GmbH, gehen wir am 23. Juni 2008 gegen 17 Uhr auf Spurensuche. Hat das Vertrauen in die Qualität der Rating-Agenturen durch die Finanzkrise gelitten? Sind die verwendeten Rating-Methoden noch "state of the art"? Welche Qualitätssicherung ist erforderlich?.
Weitere Informationen finden Sie unter www.riskacademy.de




Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzenWirtschaftliches Handeln ist immer mit Gefahren verbunden. Diese werden als Ursachen für mögliche Abweichungen von den geplanten bzw. erwarteten Werten aufgefasst, was Chancen (positive Abweichungen) ebenso einschließt wie Risiken (negative Abweichungen). Der Unternehmenserfolg ist maßgeblich davon abhängig, dass Chancen und Risiken gegeneinander abgewogen werden. Risikoorientierte Unternehmensführung ist ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Funktionen, Prozesse und Bereiche eines Unternehmens umfasst.
Im Gegensatz zur heute noch oft anzutreffenden kapitalmarktorientierten Betrachtung eines wertorientierten Managements erfordert eine risikoorientierte Unternehmensführung, dass die überlegenen unternehmensinternen Informationen über die Risiken konsequent genutzt werden, um bessere Entscheidungen zu treffen - also speziell für die Berechnung der zu erwartenden Veränderungen des Unternehmenswerts in Abhängigkeit einer betrachteten Entscheidung ausgewertet werden. Wie kann man die offensichtlichen Vorteile eines bewussten Umgangs mit Risiken realisieren, ohne den unnötigen bürokratischen Aufwand eines überformalisierten Risikomanagementsystems akzeptieren zu müssen?
Das RiskNET-Intensiv-Seminar "Chancen-/Risikomanagement in Industrie und Handel, Schritt für Schritt professionell umsetzen" findet vom 23. bis 24. September 2008 in Linz/Österreich und vom 22. bis 23. Oktober 2008 in München statt. Am 24. Oktober bieten wir einen optionalen Aufbau-Workshop zur "Stochastischen Modellierung" an. Weiter
CRO Gipfel 2008: Chancen und Risiken des KlimawandelsSchwere Stürme, Überschwemmungen, Erdbeben und Hitzewellen sind auf dem Erdball heute allgegenwärtig. Der Hurrikan "Katrina", der im August 2005 den Südwesten der USA verwüstete oder Zyklon "Nargis", der Anfang Mai dieses Jahres über Birma wütete und tausende Menschenleben kostete, zeigen das Ausmaß der ungeheuren Kraft, mit der sich die Natur zu wehren versucht. Das Wort Hurrikan wurde ursprünglich von den Mayas verwendet und bedeutet so viel wie "Gott des Windes". Andere Namen für tropische Wirbelstürme sind Zyklon (Indien), Taifun (im westlichen Pazifik) oder tropical cyclone (Australien).
Doch nicht nur in weit entfernten Gebieten dieser Erde sorgen Unwetter für Angst und Zerstörung, auch in Mitteleuropa kommt es vermehrt zu stärkeren Wetterereignissen. Dies wird sich auch so schnell nicht ändern. So berichtete Prof. Dr. Peter Höppe, Leiter des GeoRisikoForschungszentrums der Münchner Rückversicherungsgesellschaft, auf dem CRO Gipfels, der vom 1. bis 3. Juni 2008 in Heiligendamm (auch bekannt als "Weiße Stadt am Meer") stattfand, von den aktuellen Erkenntnissen der Klimaentwicklung und der Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Mehr als 100 Chief Risk Officer, Risikoexperten und Vorstände diskutierten über aktuelle Trends und Entwicklungen in den Themengebieten Risikomanagement und Compliance. Weiter
Rückwirkungsschäden - nicht alle Räder stehen stillIn einer immer stärker verzahnten Welt entfalten bereits minimale Störungen enorme Wirkung und legen im Extremfall ganze Produktionszweige lahm. Die Münchener Rück weist in einer aktuellen Veröffentlichung darauf hin, dass den Versicherern aus den steigenden Rückwirkungsschäden erhebliche Kumulrisiken erwachsen. Doch nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen.
Die Wertschöpfungskette produzierender Unternehmen ist einem permanenten Wandel unterworfen. Das Diktat der Kostensenkung, das die Globalisierung den Firmen auferlegt, erfordert immer schlankere und flexiblere Produktionsprozesse. Um die Kapitalbindung zu reduzieren, fahren Unternehmen ihre Lagerhaltung zudem auf ein Minimum zurück und beschaffen sich Vor- und Zwischenprodukte zeitnah auf dem Weltmarkt. Die Verflechtungen haben in den vergangenen Jahren immer stärkere zwischenbetriebliche Abhängigkeiten erzeugt. Bleibt die Lieferung unverzichtbarer Komponenten aus, gerät die Produktion allerdings rasch ins Stocken. Bereits eine kleine Störung kann somit fernab ihrer Entstehung erhebliche Schäden hervorrufen. Weiter
Studie: Unsichere Internet-Seiten aus Hongkong, China und PhilippinenAuf Websites unter der Top-Level-Domain Hongkongs (.hk) ist der Aufenthalt für Internet-Surfer derzeit am gefährlichsten. Hongkong, im Vorjahr noch auf Platz 28, übernimmt den zweifelhaften Ruhm von den Tokelau-Inseln (.tk) im Südpazifik. Ein Jahr nach der ersten Ausgabe von "Mapping the Mal Web" benennt McAfee zum zweiten Mal, an welchen Orten im Weltnetz dem Besucher Ungemach droht und wo er sich sicher fühlen kann. So ergab die Studie, dass 19,2 Prozent aller Websites, die auf ".hk" enden, ein Sicherheitsrisiko beinhalten, gefolgt von China (.cn) mit 11 Prozent. Unter den als sicher eingestuften Domains hat Finnland (.fi) mit nur 0,05 Prozent riskanten Websites den letztjährigen Spitzenreiter Irland (.ie) abgelöst. Platz zwei nimmt Japan (.jp) ein.
Unter den generischen Top-Level-Domains hielt ".info" den bereits im Vorjahr eingestellten Negativrekord. 11,8 Prozent der dort registrierten Websites stellen eine Bedrohung dar. Damit ist ".info" gleichzeitig auf Rang drei der gefährlichsten Domains insgesamt. Platz neun in der Gesamtwertung nimmt ".com" ein. Am sichersten unter den Websites mit generischen Domains sind die der US-Regierung (.gov). Weiter



Aufsichtsräte fühlen sich oft unzureichend informiertDie Mitglieder deutscher Aufsichtsräte fühlen sich nicht immer vollständig oder ausreichend informiert. Dies ist ein wesentliches Ergebnis des dritten Aufsichtsrats-Panels, das von der Fachzeitschrift "Der Aufsichtsrat" in Kooperation mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand AG im Frühjahr 2008 durchgeführt wurde. Schwerpunktthema der aktuellen Experten-Befragung war die Berichterstattung an den Aufsichtsrat.
Befragt nach den drei wichtigsten Informationsquellen für ihre regelmäßige Überwachungstätigkeit nannten die Experten vor allem das laufende Berichtswesen sowie die Information durch den Vorstand bzw. die Geschäftsführung. Für nur 29 Prozent stellen die Berichte des Abschlussprüfers eine der drei wichtigsten Informationsquellen dar. Unternehmensinterne Quellen stehen deutlich im Vordergrund, nur fünf Prozent der Detailnennungen bezogen sich auf externe Daten. Informationen erreichen den Aufsichtsrat im Wesentlichen unmittelbar durch den Vorstand. Regelfall ist die zunächst schriftliche Information, die durch mündliche Berichte im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen ergänzt wird. Aber auch die Informationsvermittlung außerhalb der Sitzungen scheint heute kein Ausnahmefall zu sein. Weiter
RiskNET-Kolumne Juni 2008: Die Probleme im Denken mit Opportunitäten, Wahrscheinlichkeiten und wissenschaftlichen Gewissheiten - am Beispiel des KlimawandelsEntscheidungen basieren auf Annahmen über den Status quo, die zu erwartende Zukunftsentwicklung und (impliziert) solchen über die maßgeblichen Sachzusammenhänge, die meist mehr oder weniger unsicher sind. Fundierte Entscheidungen erfordern eine Einschätzung des Grads an Sicherheit (oder umgekehrt des Risikos), der den Annahmen und Prognosen zu Grunde liegt - man spricht von "Entscheidungsfindung unter Unsicherheit". Es ist notwendig erwartete Ergebnisse und Risiken (Chancen und Gefahren) abzuwägen. Dies gilt in Unternehmen genauso wie in der Politik. Die notwendige transparente Einschätzung des Grads an Unsicherheit von Annahmen unterbleibt jedoch bei vielen Entscheidungen - sei es aus taktischen Gründen und persönlichen Interessen, psychologisch bedingte Fehleinschätzungen ("Kontrollillusion") oder auch wegen Ideologen. Weiter
Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibraryDie traditionellen Modelle und Analyseverfahren zur Portfolio-Optimierung basieren in aller Regel auf der Annahme, dass die Erträge eines Vermögenswertes "normalverteilt" sind. Dies bedeutet für die Praxis: In einem Aktienportfolio sind kleine prozentuale Tagesgewinne oder -verluste viel wahrscheinlicher als mittlere oder große Bewegungen nach oben oder unten. Der deutsche Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker Johann Carl Friedrich Gauß hat für derartige Muster die Normalverteilung entwickelt. Ihre Wahrscheinlichkeitsdichte wird auch Gauß-Funktion oder Glockenkurve genannt. "Die Normalverteilung ist kein gutes Abbild der Realität an den Finanzmärkten", meint beispielsweise Benoît Mandelbrot, französischer Mathematiker und bekannt für seine Forschungen im Bereich der fraktalen Geometrie. Die Kursausschläge an den Börsen seien wesentlich extremer, als in den gebräuchlichen Modellen der Finanzmathematik unterstellt werde.
Download des Artikels "Price Calibration and Hedging of Correlation Dependent Credit Derivatives using a Structural Model with Alpha-Stable Distributions" in der RiskNET eLibrary (Sie finden den Artikel in der Rubrik Methoden): Weiter 

Aktuelle BuchempfehlungenDie Gesetze des Spiels: Was Trader und Poker-Asse voneinander lernen können
Von: Aaron Brown, FinanzBuch Verlag, 326 Seiten, München 2008.
Das Buch bietet tiefe Einblicke in die Welt des Pokerspiels und die des Finanzwesens und gibt Hinweis, was Trader und Poker-Asse voneinander lernen können. Browns Fazit: Das Finanzwesen kann nur als ein Glücksspiel verstanden werden und das Glücksspiel als eine Form der Finanzwirtschaft. Möglicherweise wird der eine oder andere Leser die Finanzwelt nach der Lektüre mit etwas anderen Augen betrachten. Vielleicht wird auch der eine oder andere Risikomanager seinen Werkzeugkasten mit neuen Methoden befüllen. Wer das kurzweilige Buch aufmerksam liest, dürfte in der Zukunft nicht mehr verwirrt sein, wenn es sich an alle Regeln der Finanzwelt gehalten hat und dennoch keinen Erfolg hatte. Weiter

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