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 RiskNET Newsletter vom 4. September 2007

In LBO-Transaktionen lauern systemische Risiken

Im aktuellen Monatsbericht (August 2007) der Europäischen Zentralbank (EZB) äußert sich diese mit ungewöhnlich klaren Worten zu möglichen Systemrisiken in der Folge der fremdkapitalfinanzierten Unternehmensübernahmen, den so genannten Leveraged Buyouts (LBOs) im Private-Equity-Markt. Die Experten der EZB schreiben in dem Artikel "Leveraged Buyouts and Financial Stability", dass die Ausweitung der kreditfinanzierten Unternehmensübernahmen für die Finanzmärkte ein ähnlich hohes Risiko darstellen wie die aktuelle Krise am US-amerikanischen Hypothekenmarkt.

Typisch für einen LBO ist, dass in der Regel die Kapitalbeschaffung durch Aufnahme von Bankkrediten bzw. durch die Emission von Anleihen erfolgt. Die Finanzierung der Zins- und Tilgungszahlungen erfolgt aus dem zukünftigen Ertrag des übernommenen Unternehmens oder auch häufig durch den Verkauf von Unternehmensanteilen. Weiter

 

Ackermann kritisiert Banken-Manager: Risikotragfähigkeit überschätzt

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat für die Finanzkrise in Folge von US-Immobiliengeschäften vor allem die betroffenen Geldinstute selbst verantwortlich gemacht. In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Ausgabe 3. September) schrieb Ackermann, offenkundig hätten die Risiken, die manche Banken und Investoren innerhalb und außerhalb der Bilanz eingegangen seien, nicht in einem angemessenen Verhältnis zur ihrer Größe und Risikotragfähigkeit gestanden. Zudem sei das Risikomanagement nicht überall ausreichend gewesen.
 
"Dies ist, um es klar zu sagen, vor allem ein Versäumnis des Managements dieser Häuser", wird Ackermann zitiert. Gleichzeitig hätten sich die Investoren zu sehr auf das Urteil der Ratingagenturen verlassen. Deren Bonitätseinstufung könne aber immer nur ein Element in der Risikoanalyse sein und kein Ersatz dafür. Weiter

 

Webinar 2. Okt. 2007, 14:00 Basel II Rating Plattform


Der Basel II IRB-Ansatz ermöglicht Finanzinstituten, ihr Wissen über Kunden, Prozesse und Märkte in Form interner Ratingverfahren anzuwenden - mit dem Ziel die Bestimmungsgenauigkeit von Kreditrisiken zu erhöhen.
Erfahren Sie, wie Kreditrisiken grafisch abgebildet und in der Rating Plattform operativ angewendet werden. Weiter

 

BayernLB kämpft gegen Kreditrisiken

Die BayernLB ist offenbar mit Milliardenbeträgen im Krisengeschäft mit Krediten bonitätsschwacher Schuldner (Subprime) engagiert. Als eine der letzten deutschen Großbanken bezifferte die BayernLB ihre Positionen im Subprime-Segment auf 1,9 Mrd. EUR. Bei der Veröffentlichung ihrer Halbjahreszahlen Ende August hatte BayernLB-Vorstandsvorsitzender Werner Schmidt dagegen das Volumen noch nicht nennen wollen. Es entfällt zu 80 % auf die höchste Rating-Klasse 'AAA' und zu 20 % auf die Klasse 'AA'. Allerdings wird die Validität solcher Einschätzungen der Rating-Agenturen mittlerweile in Zweifel gezogen. Ein Sprecher der BayernLB betonte dagegen laut "FAZ", die Bank rechne derzeit nicht mit Zahlungsausfällen. Die Subprime-Titel liegen wie bei anderen Kreditinstituten auch in den Portfolien außerbilanzieller Zweckgesellschaften (Conduits). Weiter

 

Basel II in Südafrika: Rand Merchant Bank ermittelt Kreditrisiken nach dem IRB-Ansatz

Die Rand Merchant Bank (RMB), ein Tochterunternehmen der First Rand Bank, zählt zu den vier großen Banken in Süd Afrika. Um die Anforderungen nach Basel II zu erfüllen, hat das Unternehmen die Ermittlung von Kreditrisiken nach dem IRB-Ansatz auf eine neue fachliche und technologische Basis gestellt. Die Innovations Softwaretechnologie GmbH aus Immenstaad am Bodensee liefert das Business Rules Management System Visual Rules als technische Grundlage für die Regelmodellierung und die Model Platform zur Durchführung der Ratings.

Bei ihrem Risikomanagement orientiert sich die Rand Merchant Bank an der "International Convergence of Capital Measurement and Capital Standards" von Basel II.  Die Bank hat sich entschieden, den auf Internen Ratings Basierenden Ansatz (IRBA) zu wählen und betrachtet dies als wichtigen Schritt, die internen Risikofaktoren, zum Beispiel Ausfallwahrscheinlichkeit oder Verlustquote bei Ausfall in die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen einfließen zu lassen. Weiter

 

Private Equity: Rendite, Risiko und Markteinflussfaktoren

In den vergangenen Jahren nahm die Bedeutung alternativer Anlageklassen weltweit zu, so dass diese einen signifikanten Einfluss auf die Volkswirtschaft und das Finanzsystem haben. Seit wenigen Monaten steht der rasant gewachsene Markt für private Unternehmensbeteiligungen (Private Equity) vor einem Wendepunkt. Die zunehmende Risikoscheu der Kreditinvestoren erlaubt es den Beteiligungsgesellschaften derzeit immer seltener, die Übernahmen zu günstigen Konditionen zu finanzieren.

Die ersten Private-Equity-Fonds entstanden in den siebziger Jahren in den USA und in Großbritannien. In Deutschland sind sie seit Mitte der neunziger Jahre aktiv. Ihr Geschäft ist die Übernahme, der Umbau und Wiederverkauf von Unternehmen durch den Einsatz von Eigenkapital (daher "Equity"). Entweder werden die gekauften Unternehmen für eine gewisse Zeit von der Börse genommen oder sind dort noch gar nicht notiert gewesen (daher "Private"). Weiter

 

Banking Risk Management Symposium, 20.09.2007, Frankfurt/Main


Das Symposium "Management von Markt, Liquiditäts-, Kredit- und operativen Risiken in Banken" thematisiert die Idee einer ganzheitlichen Plattform für Risikoanalysen. Eine solche Plattform muss einerseits alle risikorelevanten Datentypen für langfristige Analysen im Online-Zugriff vorhalten und andererseits Basis für spezifische Risikomanagement-Anwendungen sein.

Sprecher sind u.a. Hagen Buchwald (Vorstand entory AG) und Markus Heer (Vorstandsmitglied Avox, Director Deutsche Börse AG). Das Symposium wird redaktionell begleitet von den Fachzeitschriften die bank und Risikomanager. Weiter

 

RiskNET-Kolumne September 2007: Der Popanz ist zurück

Vor nicht allzu langer Zeit war es vor allem in der mittelständischen deutschen Wirtschaft ein weit verbreiteter Reflex, für alle Missstände und drohenden Änderungen in der Unternehmensfinanzierung ein Schlagwort zu bemühen: Basel II.

Basel II war schließlich an allem Schuld – und das damit verbundene Ratingverfahren wurde gleich mit verteufelt. Immer fand sich jemand, der die neuesten Entwicklungen kommentierte – selbst wenn dieser keine einzige Seite des über 800 Randnummern umfassenden Basel-II-Textes gelesen hatte. Es war ein bisschen wie beim Fußball: Hier können alle mitreden. Eigentlich glaubte man diese Phase bereits überwunden, Sachlichkeit verdrängte mittlerweile Polemik. Der Popanz Basel II wurde erfolgreich vertrieben. Weiter  

 

RiskNET Intensiv-Seminar: Industrielles Chancen-/ Risikomanagement

Das Intensiv-Seminar "Industrielles Chancen-/Risikomanagement, Schritt für Schritt professionell umsetzen" ist nicht nur wegen des außergewöhnlich schönen Ortes auf der Speckalm im Sudelfeld einmalig: Vom 20. bis 21. September 2007 wird auf 1408 Meter Meereshöhe in einer der schönsten Landschaften im Voralpengebiet Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung vermittelt.

Die aussichtsreiche Umgebung zwischen saftigen Almwiesen und grasenden glücklichen Kühen vermittelt den für das Risikomanagement nötigen "Weitblick".

Sie gibt den nötigen Abstand vom Alltagsgeschäft für diesen Intensiv-Workshop in kleiner Gruppe, der neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modelle neue, speziell für die Anforderungen von Unternehmen entwickelte Cash Flow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert. Danach sind sie dem "Gipfelsieg" ganz nah!

Als Alternative bieten wir Ihnen das Intensiv-Seminar vom 15. bis 16. Oktober 2007 auch in München/Ismaning an. Weiter

 

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary: Hypothese finanzieller Instabilität

Die Analyse des Verhältnisses zwischen dem Produktions- und dem Finanzsektor sowie deren Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung bilden den Hauptgegenstand der sogenannten Hypothese finanzieller Instabilität von Hyman P. Minsky. Dieses Thema erweist sich gerade in der heutigen Zeit als hochaktuell. Aus der Perspektive eines "Wall Street-Keynesianers" heraus, entwickelte Minsky eine Theorie der zyklischen Wirtschaftsentwicklung, welche Unsicherheit, Spekulation und Finanzbeziehungen in den Vordergrund stellt und systematisch einbezieht. In der RiskNET eLibrary finden Sie die Dissertation "Die Hypothese finanzieller Instabilität von Hyman P. Minsky". Weiter


Aktuelle Buchempfehlungen

Freakonomics. Überraschende Antworten auf alltägliche Lebensfragen

Von: Steven D. Levitt, Stephen J. Dubner, 304 Seiten, Goldmann 2007.

Freakonomics ist kein Buch über Wirtschaft im klassischen Sinne. Aber was ist Wirtschaft? Wenn eine Gang von Drogendealern Buch über Einnahmen und Ausgaben führt, mit den wichtigsten Posten Ein- und Verkauf von Drogen, sowie Gehälter, ist die Beschäftigung damit dann ein Fall für die Wirtschaftswissenschaften? Oder sollten sich nicht eher Soziologie, Kriminologie oder sogar zuallererst Juristen mit diesem Thema beschäftigen? Sollte ein Wirtschaftswissenschaftler nicht lieber die Finger von solchen Themen lassen? Weiter

 


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