Empfänger: ###USER_email### Donnerstag, 17. Mai 2012
 RiskNET Newsletter vom 23. Juli 2007

Corporate Governace Kodex: Weiterhin hohe Zustimmung

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält neben der Darstellung wesentlicher gesetzlicher Vorschriften zur Unternehmensführung in seiner heute geltenden Fassung vom 12. Juni 2006 insgesamt 81 Empfehlungen sowie 20 Anregungen zur Leitung und Überwachung börsennotierter Gesellschaften. Die Befolgung der Empfehlungen und Anregungen steht den Unternehmen frei. Börsennotierte deutsche Gesellschaften sind allerdings nach § 161 AktG gesetzlich verpflichtet, in einer jährlichen Entsprechenserklärung darzulegen, welche Empfehlungen sie nicht anwenden. Das Berlin Center of Corporate Governance (BCCG) führt seit Verabschiedung des Kodex im Jahr 2002 im Auftrag der Regierungskommission regelmäßig eine empirische Studie durch, um die Akzeptanz der Regelungen des DCGK in der Wirtschaftspraxis systematisch zu erheben. Weiter

 

Fokus auf Risikomanagement bei BaFin-Sonderprüfungen

Bei den bis Ende 2006 durchgeführten bankaufsichtlichen Sonderprüfungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht lassen sich zwei Arten von Sonderprüfungen unterscheiden: antragsgetriebene und aufsichtsgetriebene Prüfungen. Während die BaFin im ersten Fall nur auf Antrag eines Institutes prüft, geht die Initiative bei aufsichtsgetriebenen Prüfungen allein von der Bankenaufsicht aus. Daneben finden auch gesetzesgetriebene Prüfungen statt, bei denen die Aufsicht allein von Gesetzes wegen, insbesondere auf Grund des Pfandbriefgesetzes (PfandBG), tätig wird. Insgesamt führte die Bankenaufsicht im Berichtsjahr 287 Sonderprüfungen durch.

Aufsichtsgetriebene Prüfungen erfolgen meist aus einem konkreten Anlass, etwa aufgrund bestimmter Hinweise aus dem Bericht des Jahresabschlussprüfers. Darüber hinaus finden solche Prüfungen auch routinemäßig statt. Mit diesen Prüfungen kann sich die Aufsicht in bestimmten Zeitabständen einen eigenen und vertieften Einblick in die Risikolage eines Institutes verschaffen. Im Berichtsjahr nahm die Aufsicht 226 Prüfungen aus eigener Initiative vor. Davon waren 103 so genannte Kreditsonderprüfungen (KSP), bei denen die Aufsicht die Werthaltigkeit des Kreditportfolios und die Einhaltung der Großkreditbestimmungen des § 13 KWG kontrolliert. Weiter

 

EU sieht Schwachstellen bei Corporate-Governance-Standards

Die EU-Regierungen haben nach Auffassung der Europäischen Kommission Nachholbedarf bei der Anwendung bestimmter Corporate-Governance-Standards. Die Empfehlungen über die Vergütung und die Unabhängigkeit von Direktoren würden von den Mitgliedstaaten zwar verstärkt angewandt, doch es gebe noch eine Reihe von Schwachstellen, heißt es in zwei am Freitag zu diesen Fragen vorgelegten Berichten. Danach stehen die meisten Mitgliedstaaten der vollständigen Einbeziehung von Aktionären in die Gehaltentscheidungen für Führungskräfte nach wie vor skeptisch gegenüber. Die Offenlegung der Bezüge werde aber bereits häufiger verfolgt, heißt es in dem Bericht. Zum Thema Unabhängigkeit von Direktoren stellte der federführende Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy "erfreut einen klaren Trend zu stärkeren Corporate Governance-Anforderungen und erhöhter Transparenz" fest. Weiter

 

Blick hinter die Kulissen: Risikomanagement bei ERGO

Die ERGO-Gruppe, Tochter der Münchener Rückversicherung, verwendet als Konzernziel eine risikoadjustierte Größe, den RoRaC. Dies steht für „Return on Risk adjusted Capital“, also die Rendite auf das Risikokapital. Hierbei setzt die ERGO den erzielten bzw. angestrebten Gewinn in Relation zum erforderlichen Risikokapital, dessen Höhe mit einem internen Risikomodell ermittelt wird. Damit orientiert sich der Düsseldorfer Versicherer an einem modernen ökonomischen Standard, er auch teilweise schon die aktuellen, jedenfalls aber stark die künftigen Anforderungen von Aufsichtsbehörden und Ratingagenturen prägen wird. Der RoRaC ist definiert als Quotient des um Nachsteuererträge auf nicht unter Risiko stehendes Eigenkapital bereinigten IFRS-Konzernergebnisses und des Risikokapitals.

Die Steuerung von Risiken zählt – so der Geschäftsbericht der ERGO-Gruppe – zu den Kernkompetenzen. Das Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil aller Prozesse des Unternehmens. Damit stellt der Versicherer sicher, dass keine Handlung oder Entscheidung ein existenzgefährdendes Risiko nach sich zieht. Risikobehaftete Entwicklungen können frühestmöglich identifiziert und einem aktiven Management zugeführt werden. Aber insbesondere dem ausgeprägten Risikobewusstsein und dem gezielten Abwägen von Chancen und Risiken kommt eine besondere Bedeutung zu. Weiter

 

Blindes Vertrauen in die IT: Jedes zweite Unternehmen ohne Notfallplan

Stromausfall, Feuer im Rechenzentrum oder Hackerangriff: Deutsche Unternehmen sind organisatorisch häufig nicht auf Zwischenfälle dieser Art vorbereitet. Nur jedes zweite Unternehmen hat einen Notfallplan in der Schublade. Noch seltener sind darüber hinausgehende Vorkehrungen im Falle von Datendiebstahl, Systemabsturz, Einbruch oder Feuer. Rund jeder fünfte Entscheider räumt ein, dass in seinem Unternehmen noch große Sicherheitslücken vorhanden sind. Das sind die Ergebnisse der Studie "Managementkompass Sicherheitsstrategien" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Kommt es beispielsweise zu einem IT-Systemausfall durch einen Brand, können nur 28 Prozent  der Unternehmen auf ein externes Ausweichsystem zurückgreifen. In vielen Unternehmen passiert es zudem, dass die Belegschaft nicht ausreichend über vorhandene Notfallpläne informiert ist. In einem Fünftel der befragten Betriebe fehlen Informationen über mögliche Notfallvorkehrungen. Darüber hinaus mangelt es vielerorts an Servicevereinbarungen mit IT-Dienstleistern, wann ein Störfall spätestens behoben sein muss. Weiter

 

Korruption hemmt die wirtschaftliche Entwicklung

Auf die Frage nach dem größten Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes nannten in einer Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts Juri Lewada 43 Prozent der Russen den Bereich „Korruption, Veruntreuung von Staatsgeldern und -vermögen“. 29 Prozent der Befragten verwiesen auf den Widerstand der Beamten, 28 Prozent auf die Gesetzesbrüche in den Regionen, 25 Prozent auf die Schwäche der Behörden und 18 Prozent auf ein fehlendes Rahmenprogramm für die unterschiedlichen Reformen. Jeder Fünfte glaubte, dass die Bürger sich einfach der Arbeit entziehen, weitere 13 Prozent der Umfrageteilnehmer sahen gar keine Hindernisse für das Wirtschaftswachstum. Bei einer vergleichbaren Umfrage im Vorjahr war diese optimistische Einschätzung erst von vier Prozent der Befragten vertreten worden. Weiter  

 

Intensiv-Seminar: Industrielles Chancen-/ Risikomanagement

Das Intensiv-Seminar "Industrielles Chancen-/Risikomanagement, Schritt für Schritt professionell umsetzen" ist nicht nur wegen des außergewöhnlich schönen Ortes auf der Speckalm im Sudelfeld einmalig: Vom 20. bis 21. September 2007 wird auf 1408 Meter Meereshöhe in einer der schönsten Landschaften im Voralpengebiet Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung vermittelt.

Die aussichtsreiche Umgebung zwischen saftigen Almwiesen und grasenden glücklichen Kühen vermittelt den für das Risikomanagement nötigen "Weitblick".

Sie gibt den nötigen Abstand vom Alltagsgeschäft für diesen Intensiv-Workshop in kleiner Gruppe, der neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modelle neue, speziell für die Anforderungen von Unternehmen entwickelte Cash Flow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert. Danach sind sie dem "Gipfelsieg" ganz nah!

Als Alternative bieten wir Ihnen das Intensiv-Seminar vom 15. bis 16. Oktober 2007 auch in München/Ismaning an. Weiter

 

Aktuelle Buchempfehlungen

Interne Unternehmensmodelle in der Schaden- und Unfallversicherung.

Von: Dorothea Diers, 230 Seiten, ifa-Schriftenreihe, Ulm 2007.

Das EU-weite Projekt Solvency II definiert die Solvabilitätsbestimmungen für die Assekuranz neu und wird zu einer stärkeren wert- und risikoorientierten Unternehmenssteuerung führen. Basierend auf dem Drei-Säulen-Modell werden in der „quantitativen Säule“ (Säule I) die Regelungen zur Bestimmung der Finanzausstattung der Versicherungsunternehmen zusammengefasst. Neben einer Minimum-Solvenzkapitalausstattung (MCR = Minimum Capital Required) soll ein „Zielkapital“ (SCR = Solvency Capital Required) berechnet werden, das sich direkt aus den tatsächlichen Risiken der Unternehmen ableiten soll und von der Versicherung mindestens zu halten ist. Für die Bestimmung dieses Zielkapitals soll ein EU-einheitliches Standardmodell entwickelt werden. Neben der Verwendung dieses pauschalen Standardmodells wird es Versicherern auch gestattet sein, eigene interne Risikomodelle zur Festlegung der Zielkapitalausstattung mit heranziehen.

Eine effiziente Eigenmittelallokation und -bewirtschaftung stellt insbesondere aufgrund der a priori konkurrierenden Ziele „Risiko- und Kapitalkostenminimierung” einerseits sowie „Renditeoptimierung” andererseits eine komplexe Entscheidungs- und Managementaufgabe dar. Erst der Einsatz von internen Risikomodellen kann die Synergieeffekte heben und zu einem ganzheitlichen und risikoadäquaten Ansatz der Unternehmenssteuerung führen, um eine optimale Balance zwischen Rendite und Risiko in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern herzustellen. In diesem Kontext leisten interne Risikomodelle einen wesentlichen Beitrag zur wertorientierten Steuerung des Unternehmens und können so weit über die eigentlichen Anforderungen von Solvency II hinausgehen. Weiter

 


RiskNET Aktuell Impressum

Erscheinungsweise:

RiskNET Aktuell ist ein exklusiver Newsletter-Service von RiskNET. Er erscheint monatlich in elektronischer Form. Bei Interesse an einem Sponsoring schreiben Sie bitte an office@risknet.de

Herausgeber:

RiskNET - The Risk Management Network / RiskNET GmbH / Ernst-Sachs-Straße 13 / D-83080 Oberaudorf / Internet: www.risknet.de / Telefon: +49-8033-304638 / E-Mail: office@risknet.de

Rechtliche Hinweise:

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen und dgl. in diesem Newsletter berechtigt nicht zu der Annahme, dass solche Namen ohne weiteres von jedermann benutzt werden dürfen. Vielmehr handelt es sich häufig um gesetzliche geschützte eingetragene Warenzeichen, auch wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere die der Übersetzung in fremde Sprachen. Der Inhalt dieses Newsletters wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren, Herausgeber und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für eventuelle Fehler keine Haftung.

 

KontaktImpressum
Newsletter abmelden
© 1999-2012 RiskNET - The Risk Management Network
Alle Rechte vorbehalten.