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 RiskNET Newsletter vom 18. Oktober 2007

Van-Eck-Phreaking: Elektronische (Wirtschafts-)Spionage

Auch wer sein WLAN und seine E-Mails verschlüsselt und regelmäßig Viren und Trojaner auf der Festplatte aufspürt, kann abgehört werden. Denn jedes elektronische Gerät strahlt mehr oder weniger starke elektromagnetische Wellen ab. Diese Abstrahlung ist als Störstrahlung bekannt. Bei Geräten, die Informationen verarbeiten (etwa Laptop, Drucker, Faxgerät, Modem etc.) kann diese Störstrahlung auch die gerade verarbeiteten Informationen mit sich führen. Derartige informationstragende Abstrahlung wird bloßstellende Abstrahlung genannt. Wird die bloßstellende Abstrahlung in einiger Entfernung, beispielsweise in einem Nachbarhaus oder auch in einem in der Nähe abgestellten Fahrzeug empfangen, kann daraus die Information rekonstruiert werden.

Im Jahr 1985 hat der niederländische Wissenschaftler Wim van Eck das erste Mal in einem Fachartikel diese Möglichkeit der elektronischen Spionage erwähnt. Daher wird sie auch als Van-Eck-Phreaking bezeichnet, also eine Technik zur elektronischen Spionage, bei der unbeabsichtigte elektromagnetische Abstrahlungen empfangen werden. Weiter

 

Ein neues Haftungs- und Reputationsrisiko für Unternehmen: Wikipedia

Das Internet hat ein weiteres Stück seiner Anonymität verloren – nicht für Privatpersonen, sondern für Unternehmen, Behörden und Organisationen. Ursache dafür ist ein neuer Webservice, mit dem jeder Internetnutzer recherchieren kann, von welchem Unternehmensnetz aus welche Änderungen an welchen Artikeln in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia eingestellt wurden. Die positive Seite des so genannten WikiScanners: Unternehmen können nun nachverfolgen, wer Manipulationen an ihren Einträgen vorgenommen hat. Die Kehrseite: Was auch immer einer der eigenen Mitarbeiter in Wikipedia einstellt, ändert, hinzufügt oder löscht, wird mit dem WikiScanner ebenfalls transparent. Seien es Diffamierungen von Mitbewerbern oder private Änderungen wie politisch nicht korrekte Beiträge - dies alles können die Mitarbeiter vom Arbeitsplatz aus unter der IP-Adresse ihres Unternehmens in Wikipedia einstellen. Als Urheber solcher Aktivitäten der Mitarbeiter gilt dann das Unternehmen – mit allen Konsequenzen. Weiter

 

Notfallmanagement für Business und IT-Service Continuity


Unternehmen brauchen nach Expertenmeinung ein funktionsfähiges Notfallmanagement, um ihren Geschäftsbetrieb auch während und nach einer Krise fortführen zu können. Nur rechtzeitige, systematische Notfallplanungen und vorangegangene Tests könnten im Ernstfall helfen, die Dauer eines Produktionsstillstands, wirtschaftliche Einbußen oder Kunden- und Imageverluste gering zu halten.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat nun die Bedeutung eines Notfallmanagements für Unternehmen erkannt: Fokussierte der vom BSI festgelegte IT-Grundschutz bis Ende 2005 stark auf IT-Sicherheit, hat das Amt jetzt einen neuen Standard entwickelt: Der so genannte BSI 100-4 behandelt neben dem Thema IT-Notfall das gesamte Spektrum des Business Continuity Managements (BCM) und verbindet die Aussagen des BCM-Standards BS25999 und des ISO20000/ITIL mit dem klassischen IT-Grundschutz-Ansatz. (Quelle: securitymanager.de, August 2007). Weiter

 

Risikomanagement im FTD-Medienranking weiterhin ganz vorn

Die US-Investmentbank Bear Stearns genoss hohes Ansehen als erfahrener Risikomanager. Doch der Ruf hat gelitten, weil zwei Hedge-Fonds der Bank im Juli nach Verlusten von rund 1,5 Mrd. US-Dollar Insolvenz anmelden mussten. Auch bei der WestLB hat das Vertrauen in das Risikomanagement nachgelassen. Der neue Risikovorstand Wolfgang Nickels soll es nun richten. Er muss den Scherbenhaufen beseitigen, der durch Wetten auf die Kursdifferenz zwischen Vorzugs- und Stammaktien von Volkswagen, BMW und Metro entstanden war. Beide Fälle fanden ein breites Medienecho.

Der Begriff "Risikomanagement" fiel im September rund 350-mal in der geschriebenen Presse. Nur der Begriff "Blog", der das Ranking seit Monaten anführt, wurde häufiger genannt. Nach einem Tief im Sommer scheint das Interesse an den Internet-Tagebücher wieder anzuziehen. Für das Ranking wertet der Nachrichtendienstleister Factiva im Auftrag von FTD Online rund 150 Tageszeitungen, Magazine und Nachrichtenagenturen aus und ermittelt so die Top Ten der Business-Begriffe. Weiter

 

Der Kopf in der Schlinge: Euro-SOX verschärft Überwachung von Unternehmen

Die Gesetze sind scharf, die Verfolgung hart – bei der Ermittlung von Wirtschaftsstraftaten sind die Vereinigten Staaten Vorreiter. US-Manager, die gegen den Sarbanes Oxley Act (SOX) verstoßen, müssen nicht selten mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren rechnen. Nun hat die Europäische Union ein Gesetz verabschiedet, das ähnlich dem amerikanischen SOX ab Juli 2008 auch in europäischen Unternehmen für mehr Transparenz in den Jahresabschlüssen sorgen soll. Die 8. EU-Richtlinie – Branchenvertreter sprechen auch von der Euro-SOX – sei allerdings mehr als nur eine europäische Variante des US-Gesetzes, meint Gunther Reimoser, Wirtschaftsprüfer bei Ernst & Young in Wien. „Das Gesetz bedeutet vor allem, dass Aufsichtsräte und Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem und das Risikomanagement viel stärker als bisher überwachen können.“ Auf dem IIR-Forum „Euro-SOX“ (26. und 27. November 2007, Bad Homburg) diskutieren Experten aus Politik, Industrie, Justiz und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, welche Änderungen auf deutsche Unternehmen nach der Einführung der neuen Richtlinie zukommen werden. Gunther Reimoser wird in seinem Beitrag die Unterschiede zum US-SOX aufzeigen und die Auswirkungen der EU-Richtlinie auf Unternehmen darlegen. Weiter

 

RiskNET-Special: Bei der Autoversicherung sparen!


Autobesitzer, die für das Jahr 2008 eine günstigere Versicherung suchen, können noch bis zum 30. November ihren Anbieter wechseln. Autopolicenpool.de, das zum Pooling-Portal Ich-will-wechseln.de gehört, ist eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, durch Zusammenschluss zu einer Interessengemeinschaft an besonders günstige Konditionen zu kommen. Die Teilnahme ist kostenfrei und mit der Registrierung geht der Kunde keinerlei Verpflichtungen ein. Autopolicenpool bündelt die Anfragen der angemeldeten Benutzer und kann somit die besten Preise erzielen. Anders als bei einem Preisvergleichsdienst, bei dem der Kunde unter vielen Offerten auswählen muss, erhält er hier ein Angebot, das den günstigsten Preis für den Pool darstellt. Entspricht der Tarif seinen Vorstellungen, kann der Kunde direkt einen Vertrag mit dem Versicherer abschließen, ohne dass irgendwelche Gebühren anfallen. Weiter

 

Neue Studie: Wirtschaftskriminalität nimmt weiter zu

Fast jedes zweite deutsche Unternehmen hat in den vergangenen zwei Jahren Schäden durch Unterschlagung, Korruption oder andere Formen von Wirtschaftskriminalität erlitten. Besonders hoch ist das Kriminalitätsrisiko in den E7-Staaten China, Russland, Indien, Indonesien, Brasilien, Mexiko und der Türkei, wie aus der Repräsentativ-Studie "Wirtschaftskriminalität 2007" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hervor geht. Steffen Salvenmoser, Partner bei PwC im Bereich Forensic Accounting Services und ehemaliger Staatsanwalt, beschreibt die Dimensionen: "Der finanzielle Schaden je Delikt ist in den Schwellenländern beinahe dreimal größer als im weltweiten Vergleich. Umso erstaunlicher ist es, dass deutsche Unternehmen in den Emerging Markets weiterhin sorgloser agieren als ausländische Wettbewerber". Aufgrund der Anzahl der an der Befragung beteiligten Unternehmen, kann eine Aussage über die Höhe des volkswirtschaftlichen Schadens gemacht werden, die erstmals über eine bloße Schätzung hinausgeht. Weiter

 

Stühlerücken im Risikomanagement der IKB

Die IKB Deutsche Industriebank AG trennt sich von weiteren Vorständen und konsolidiert ihr Finanzvehikel Rhineland Funding, das wegen des Subprime-Engagements in die Krise geraten war. Zudem erwartet die Düsseldorfer Mittelstandsbank für das abgelaufene Jahr wegen weiterer Maßnahmen ein geringeres Ergebnis als bislang veröffentlicht, wie die IKB mitteilte. Die Bank kündigte an, nach einem Sonderbericht der Wirtschaftsprüfer PwC im Zusammenhang mit der US-Hypothekenmarktkrise würden Markus Guthoff (Foto rechts) und Frank Braunsfeld (Foto unten) mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausscheiden. Guthoff hatte den Bereich Immobilienkunden und Strukturierte Finanzierung und Braunsfeld das Risikomanagement der Bank verantwortet. Neues Vorstandsmitglied soll nun Reinhard Grzesik werden, der das Finanzressort übernimmt. Grzesik war zuvor langjährig als Finanzvorstand der Depfa plc tätig.   Im Zusammenhang mit der US-Hypothekenmarktkrise war PwC mit der Durchführung einer Sonderuntersuchung beauftragt worden. Ein zentraler Kritikpunkt des PwC-Berichts waren nun Schwachstellen bei der Risikosteuerung und dem Berichtswesen für Investments der Bank - sowohl was die in der Bilanz geführten als auch was die außerbilanziellen Engagements angeht. Weiter

 

Kolumne: Die Folgen der Kreditkrise für Finanzwerte

Nach der Internet-Blase nun die Kreditblase. Als die „Seifenblase“ bei Technologie- und Internet-Werten im Jahre 2000 platzte, senkte die amerikanische Notenbank die Geldmarktzinsen auf ein Prozent und verhinderte damit eine anhaltende, schwere Rezession in den USA. Sozusagen als Nebeneffekt der niedrigen Zinsen blähte sich eine neue Seifenblase auf: die Kreditblase. Niedrige Zinsen und demzufolge niedrige Finanzierungskosten trieben die Hauspreise in die Höhe. Dass dieser Boom ewig währen würde, war ein verbreiteter Irrglaube. Der amerikanische Immobilienkreditmarkt ist insofern einzigartig, als dass die meisten Hypothekenanbieter die Immobilienkredite bereits nach drei Monaten weiterverkaufen. Zusammen mit anderen Hypotheken zu so genannten Mortgage Backed Securities (also hypothekarisch besicherten Anleihen) geschnürt, werden die Immobilienkredite dann an Investoren, z.B. Pensions- oder Hedgefonds, weitergereicht. Damit entledigt sich der Hypothekengläubiger effektiv des mit der ausgereichten Hypothek verbundenen Ausfallrisikos. In erster Linie an Provisionen interessiert, konnten die Hypotheken-Kreditgeber daher in den USA relativ risikolos Darlehen mit niedriger Verzinsung an einkommensschwache Kunden vergeben. Zahlreiche Menschen ließen sich locken und kauften Häuser, die sie sich eigentlich nicht leisten konnten. Die Hypotheken, die an diese Kreditnehmer mit schlechter Bonität ausgegeben wurden, nennt man „Subprime-Hypotheken“. Weiter

 

Fachkräftemangel bei Compliance und Corporate Governance

Mehr als die Hälfte aller von Robert Half International befragten Finanz- und Personalmanager (56 Prozent) hat Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Besonders akut ist die Personalsuche in Asien: 83 Prozent der Unternehmen aus Japan und 82 Prozent aus Hong Kong finden keine geeigneten Mitarbeiter für offene Stellen im Finanz- und Rechnungswesen. Im globalen Wettbewerb um die besten Talente wird auch die Bindung bereits angestellter Mitarbeiter zu einer immer größeren Herausforderung. 43 Prozent der Personalentscheider weltweit befürchten, Spitzenkräfte an die Konkurrenz zu verlieren. “Auch in Deutschland wird es immer schwieriger, talentiertes Fachpersonal zu rekrutieren. Zudem wird sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Viele ältere Mitarbeiter der Baby-Boomer-Generation mit umfassendem Know-how scheiden aus dem Unternehmen aus, wogegen junge Talente noch nicht über genügend Berufserfahrung und spezielle Kenntnisse verfügen“, bestätigt Sven Hennige, Senior Regional Director Central Europe bei Robert Half. „Unternehmen sollten schnell handeln und neue Wege bei der Personalbindung und -entwicklung beschreiten. Neben einem attraktiven Gehaltspaket spielen Programme zur Karriereentwicklung und einer ausgewogenen Work- Life-Balance eine maßgebliche Rolle.“ Weiter

 




Korruptionsprävention ist wesentliche Komponente des Risikomanagements

In dem vor wenigen Wochen veröffentlichten Korruptionsindex von Transparency International (TI) wurde die Bestechlichkeit von Verwaltung und Politik untersucht. Korruptionsskandale in der Wirtschaft wie bei Siemens hatten demnach auf die Erhebung keinen Einfluss. Deutschland liegt weiterhin im Mittelfeld der europäischen Länder. Mit Platz 16 befindet sich die Bundesrepublik hinter Dänemark, Finnland und Neuseeland, denen eine vorbildliche Korruptionsbekämpfung bescheinigt wird. An letzter Stelle unter 180 untersuchten Ländern finden sich Somalia und Birma. Bei den westeuropäischen Ländern schneiden Italien (Platz 41) und Griechenland (Platz 56) am schlechtesten ab. Schlusslichter unter den europäischen Ländern sind die Balkan-Staaten Montenegro, Mazedonien (beide Platz 84) und Serbien (Platz 79). Russland liegt mit Platz 143 im unteren Viertel des Indexes. Weiter

 

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Merton Howard Miller (* 16. Mai 1923 in Boston, Massachusetts; † 3. Juni 2000 in Chicago) war ein US-amerikanischer Ökonom und hat gemeinsam mit Harry Markowitz und William Sharpe im Jahr 1990 den Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel für seine grundlegenden wissenschaftlichen Beiträge zur Theorie der Unternehmensfinanzen erhalten. Download in der eLibrary: Weiter


Aktuelle Buchempfehlungen

Marken- und Produktpiraterie. Strategien und Lösungsansätze zu ihrer Bekämpfung

Von: von Welser, Marcus; González, Alexander, 427 Seiten, Wiley-VCH 2007.

Produktpiraterie, Produktfälschung oder Markenpiraterie hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Nach Angaben der EU fallen durch Produktpiraterie, illegale Überproduktion, Parallel- und Re-Importe mittlerweile bereits zehn Prozent des Welthandels auf Plagiate oder Fälschungen, was einem internationalen Schaden von über 300 Milliarden Euro gleichgesetzt wird. Doch auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind solchen Rechnungen zufolge gravierend. Allein in Deutschland sollen nach Schätzungen des Justizministeriums jährlich ca. 50.000 Arbeitsplätze aufgrund von Produktpiraterie verloren gehen. Im gesamteuropäischen Raum sollen insgesamt sogar 300.000 Arbeitsplätze betroffen sein. Der DIHK schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie allein in Deutschland auf 30 Milliarden Euro jährlich. Neben Umsatzverlusten müssen die betroffenen Imageschädigungen und schlimmstenfalls sogar Produkthaftungsprozesse für gefälschte Produkte in Kauf nehmen. Zudem können qualitativ minderwertige Fälschungen dem Ruf einer Marke irreparable Schäden zufügen, wenn die Qualitätserwartungen der Käufer nicht erfüllt werden. Weiter

 


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