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 RiskNET Newsletter vom 18. Juni 2007

Expertendiskussion RiskNET-Konferenz: Management von Reputationsrisiken

Es ist eine Binsenweisheit, dass ein Unternehmen Jahre benötigt, um eine positive Reputation aufzubauen, diese aber innerhalb weniger Sekunden zerstört werden kann. Aktuelle Beispiele verdeutlichen, dass die Reaktion der Stakeholder eher emotional gesteuert ist, wenn Vertrauen enttäuscht wird. Eine positive Reputation in der Vergangenheit schafft daher kaum einen „Wohlwollens-Kredit“ bei Fehlverhalten in der Gegenwart.

Der Geschäftsbericht der Allianz definiert das Reputationsrisiko als jenes Risiko, das aus einem Ansehensverlust erwächst. Zum einen kann jede Maßnahme entweder direkt oder indirekt zu Ansehensverlusten führen, zum anderen kann jeder Verlust in anderen Risikokategorien ein Reputationsrisiko darstellen, wenn er öffentlich gemacht wird. Kurzum: Jedes andere Risiko kann die Reputation betreffen und die Reputation betrifft alle anderen Risiken. Weiter

 

Reputationsrisiken als Handlungsfeld im Enterprise Risk Management

Eine gute Unternehmensreputation gilt als einer der wichtigsten immateriellen Vermögensgegenstände und ist unbestritten eine zentrale Quelle von Wettbewerbsvorteilen. Aufbau bzw. Weiterentwicklung der Unternehmensreputation bedürfen systematischer Anstrengungen über einen langen Zeitraum. Umgekehrt jedoch kann die Reputation in Windeseile beschädigt oder gar gänzlich zerstört werden, wie es einige prominente Fälle der jüngeren Vergangenheit (beispielsweise Arthur Andersen, Enron) eindrücklich belegt haben. Und dies mit steigender Tendenz: Denn globale Kommunikationskanäle, ständige Medienpräsenz und schwindende Kundenloyalität wirken als Verstärker, wenn die Reputation eines Unternehmens erst einmal beschädigt wurde. So überrascht es denn auch nicht, dass aus Sicht von Corporate Risk Managern Reputationsrisiken zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnen und etwa beim „Corporate Risk Barometer“ des Economist inzwischen den ersten Platz belegen. Weiter

 

Wirtschaftskriminalität stagniert auf hohem Niveau

Auch 2007 wird die Zahl krimineller Handlungen in deutschen Unternehmen nicht zurückgehen. Die dabei entstehenden Verluste bewegen sich in Milliardenhöhe. Auffallend ist die Zunahme relativ kleiner Delikte in mittelständischen Firmen.

Die Bedeutung von Wirtschaftkriminalität als Bedrohung für Unternehmen in Deutschland nimmt nicht ab. Nach der aktuellen Schätzung der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG in Hamburg wird es 2007 rund 1,1 Millionen Fälle von Betrug, Untreue und Unterschlagung geben. Damit stagniert das Niveau dieser Straftaten in etwa auf dem Niveau von 2006. Das gleiche gilt für die Schadenssumme, die wie 2006 rund 4 Milliarden Euro erreichen wird. Ungefähr 40 Prozent davon, also 1,6 Milliarden Euro, gehen 2007 auf das Konto von Mitarbeitern, schätzt Euler Hermes. Weiter

 

Converium: CRO Krall geht mit goldenem Handschlag

Bei dem vor der Übernahme durch den französischen Scor-Konzern stehenden Schweizer Rückversicherer Converium kommt es zu einem weiteren Abgang auf der Managementebene. Chief Risk Officer Markus Krall (Foto) verlässt Converium Ende dieses Monats aus persönlichen Gründen. Die Neuausrichtung des fusionierten Rückversicherungskonzern paste offenbar nicht in Kralls Karriereplanung. Mit dem Einlenken auf die Scor-Offerte Anfang Mai war bereits das Ausscheiden von CEO Inga Beale, die Krall auch nach Zürich geholt hatte, und CFO Paolo de Martin vereinbart worden. Krall erhält eine Abgangsentschädigung in Höhe von 1,1 Mio. Schweizer Franken. Er kann zudem vom vorzeitigen Vesting seiner Optionen und seiner aufgeschobenen Ansprüche auf Aktien profitieren. Weiter

 

Aktuelle Studie: Risikomanagement ist mehr als Compliance

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass Enterprise Risk Management die Unternehmen zu weit mehr als zur Erfüllung von Compliance-Vorgaben befähigt. Da Dateninformationen und Analysen über mögliche Kreditverluste direkt in die Unternehmensbewertung einfließen, dienen ERM-Systeme auch der strategischen Unternehmenssteuerung. ERM wirkt sich damit nicht zuletzt positiv auf die Geschäftsprozesse der Finanzdienstleister aus. Doch obwohl sich viele Unternehmenslenker von einem ERM-Ansatz grundsätzlich deutliche Vorteile für ihr Unternehmen versprechen, haben bislang nur 26 Prozent der befragten Finanzinstitute derzeit eine ERM-Strategie mit eindeutigem Implementierungszeitplan ausgearbeitet. Ein Viertel der Befragten gab sogar an, dass ihr Unternehmen weder eine ERM-Strategie noch Pläne dazu hätte. Weiter

 

Analyse von Konzentrationsrisiken und Nutzung synthetischer CDOs zur Portfoliosteuerung

In dem Artikel "Analyse von Konzentrationsrisiken und Nutzung synthetischer CDOs zur Portfoliosteuerung" werden moderne Verfahren zur Identifizierung von Konzentrationsrisiken in Kreditportfolien auf der Basis neuronaler Netzwerke sowie effektive Steuerungsmöglichkeiten mit Hilfe synthetischer CDO-Tranchen vorgestellt. Besonderes Augenmerk wird auf das natürliche Zusammenspiel und die Integration dieser beiden, oftmals getrennt betrachteten Risikokonzentrationen in Kreditportfolien stellen eine nicht zu vernachlässigende Gefahr für Finanzinstitute dar. Zwar kann es Situationen geben, in denen es durchaus sinnvoll sein kann, eine Übergewichtung in einem einzigen Bereich einzugehen, um Informationsvorteile gezielt zu nutzen. Im Allgemeinen sind jedoch übermäßige Konzentrationen zu vermeiden, da Finanzinstitute dadurch leicht in unerwartete Schieflagen geraten können. Auch in den „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ (MaRisk) werden die Analyse von Konzentrationsrisiken und gegebenenfalls die Einleitung geeigneter Maßnahmen gefordert. Weiter

 

Moderne Ansätze zur Messung von Ertrag und Risiko der Gesamtbank

Die Kreditinstitute stehen in einem komplexen Spannungsfeld der simultanen Erfüllung der Anforderungen an die Gesamtbanksteuerung durch die moderne Bankbetriebswirtschaft, der Anfoderungen seitens der Bankenaufsicht und den Anforderungen seitens des Handelsrechts.

Die bankenaufsichtlichen Anforderungen sind zum einen durch die Säule 1 von Basel 2 im Hinblick auf die Eigenkapitalunterlegung nach bankaufsichtlichen Modellen und zum anderen durch die Rahmenanforderungen an das Risikomanagement in der Säule 2 gegeben. In Deutschland wird die Säule 2 durch die Mindestanforderungen an das Betreiben von Risikomanagement (MaRisk) gegeben. Auf die wichtigsten Implikationen für die Banksteuerung wird im Abschnitt 2 eingegangen. Die handelsrechtlichen Anforderungen stellen im Hinblick auf die moderne Banksteuerung eine strenge Nebenbedingung dar und sind simultan zu den anderen Anforderungen einzuhalten. Weiter  

 

Kostenloser Download der Fachhochschule des bfi Wien: Risikomanagement in Versicherungen und Pensionskassen

Die Fachhochschule des bfi Wien publiziert seit 2004 im Eigenverlag "Wirtschaft und Management" eine Halbjahresschrift, in der Wissenschaftler und Praktiker zu wirtschafts(wissenschaftlichen) Themen zu Wort kommen. Da Risikomanagement momentan das bedeutendste Forschungsfeld der Institution darstellt, wurde das Thema in den vorangegangenen 5 Ausgaben in seinen unterschiedlichsten Facetten beleuchtet. Mittlerweile beziehen bereits ca. 600 AbonnentInnen die Zeitschrift, die in elektronischer und in gedruckter Form kostenlos verfügbar ist. Die vorliegende sechste Ausgabe von "Wirtschaft und Management" widmet sich dem Forschungsschwerpunkt Risikomanagement in Versicherungsunternehmen und Pensionskassen. Ergänzend dazu wird in einem Beitrag das Nachbesetzungsrisiko von Fach- und Führungskräften als wichtiges HRM-Thema behandelt. Weiter  

 

Aktuarielle Software für Risikomanagement und Unternehmenssteuerung

Vor dem Hintergrund des zukünftigen Regelwerks zu Solvency II steigen die Anforderungen an das Risikomanagement deutlich. Der hierbei bereits begonnene Wandel des Risikomanagements – von einer ursprünglich rein qualitativen Risikobeobachtung und -überwachung zu einem integralen Bestandteil einer wertorientierten Unternehmenssteuerung – wird sich auf nahezu alle Bereiche eines Versicherungsunternehmens auswirken.

Die zunehmende Komplexität des unternehmensinternen Risikomanagements und externer Transparenzanforderungen durch den Kapitalmarkt (Rating-Agenturen), Verbrauchern und Vermittlern hat zu einer steigenden Bedeutung von Simulationssoftware geführt. So gibt es vielfältige Softwarelösungen im Asset-Liability-Management (ALM) für Lebensversicherer und für den Nicht-Leben-Bereich („Dynamische Finanzanalyse“ – DFA). Weiter  

 

Intensiv-Seminar: Industrielles Chancen-/ Risikomanagement

Das Intensiv-Seminar vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modelle werden neue, speziell für die Anforderungen von Unternehmen entwickelten Cash Flow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.

20.– 21. September 2007, Speckalm, Sudelfeld/Bayrischzell
15.–16. Oktober 2007, München

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Aktuelle Buchempfehlungen

3D-Krisenmanagement, Bewältigung von Krisen in Krisen

Von: Fürst/Sattelberger/Heil, 236 S., Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007.

Unter Krisenmanagement versteht man ganz allgemein den systematischen Umgang mit Krisensituationen. Kurzum: Wenn das Instrumentarium des Risikomanagement keine Wirkung mehr zeigt bzw. Risiken nicht rechtzeitig mit Hilfe eines Frühwarnsystems erkannt bzw. vermieden werden konnten, greift das Instrumentarium des Krisenmanagements. Es beinhaltet die Identifikation und Analyse von Krisensituationen sowie die Entwicklung von Strategien zur Bewältigung einer Krise, sowie die Einleitung und Verfolgung von Gegenmaßnahmen.

Die Autoren der aktuellen Veröffentlichung „3D-Krisenmanagement“ verdeutlichen, dass Unternehmenskrisen kein Phänomen darstellen, welches lediglich einzelne Unternehmen spezieller Branchen treffen kann. Unternehmenskrisen sind vielmehr aufgrund des Wettbewerbsprinzips ein inhärentes Wirtschaftsproblem. Unternehmenskrisen sind in der Konsequenz in jedem Unternehmen als auch in jeder Branche – in der ein funktionierender Wettbewerb gesichert ist – denkbar und deren Auftreten wahrscheinlich. Allerdings weisen die Autoren auch darauf hin, dass eine präventive und eher pessimistische Sichtweise im Vorfeld einer Krise es ermöglicht, sich frühzeitig und prophylaktisch auf diese vorzubereiten, um potenzielle Schäden wirkungsvoll zu begrenzen. Weiter

 


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