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 RiskNET Newsletter vom 5. September 2006

RiskNET Intensiv-Seminar: Industrielles Chancen-/ Risikomanagement, Oktober 2006

Das Intensiv-Seminar vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modelle werden neue, speziell für die Anforderungen von Unternehmen entwickelten Cash Flow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.

Die Teilnahmegebühr für das zweitägige Seminar beträgt inklusive Mittagessen (Drei-Gang-Menü), einem Drei-Gang-Abendessen (nur bei Berghotel Sudelfeld), Getränken und Dokumentation: 980 EUR, zzgl. 16 % MwSt. Weiter

 

Solvency Control Levels: Frühwarnsystem oder "Folterwerkzeug" der Finanzaufsicht?

Beinahe in gleichem Maße wie die moderne Bankenaufsicht durch Basel II und die neuen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) geprägt ist, wird die Versicherungsaufsicht mehr und mehr von Solvency II beeinflusst. Die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen sind schon heute Dreh- und Angelpunkt für das Risikomanagement in Kreditinstituten und Versicherungen. Nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Ende 2005 die Banken-MaRisk verkündet hat, ohne die Umsetzung von Basel II abzuwarten, spricht vieles dafür, dieses Thema in nächster Zeit auch in der Versicherungsaufsicht anzupacken. "Die Versicherer so früh wie möglich fit zu machen für Solvency II, liegt in deren ureigenem Interesse, auch wenn einige Unternehmen das heute noch nicht so sehen", sagt BaFin-Chef Jochen Sanio (Bild). Zwar will die Finanzaufsicht keineswegs das Schnittmuster der Banken-MaRisk eins zu eins für die Assekuranz kopieren und den Versicherern quasi das Bankenkorsett überstülpen, doch scheint klar, dass die Endfassung der MaRisk (Rundschreiben 18/2005) auch für diese richtungsweisend sein wird. "Schließlich ist der interdisziplinäre Gedankenaustausch einer der großen Vorteile der Allfinanzaufsicht. Den großen Rest werden wir aber originär auf die Bedürfnisse der Versicherungsunternehmen zuschneiden", so Sanio. Weiter

 

Risikomanagement bei der Victoria Versicherung AG

Das Geschäftsmodell einer Versicherung beinhaltet die Übernahme und das Management von Risiken. Dazu zählen insbesondere die versicherungstechnischen Risiken und die Kapitalanlagerisiken. Dadurch wird die Gesellschaft auch selbst unterschiedlichen Gefährdungen ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund kommt einem ausgeprägten Risikobewusstsein und dem gezielten Abwägen von Chancen und Risiken eine besondere Bedeutung zu. Das Risikomanagementsystem muss deshalb ein integraler Bestandteil aller Prozesse sei. Bei der Victoria Versicherung AG in Düsseldorf soll damit sichergestellt werden, dass keine Handlung oder Entscheidung ein existenzgefährdendes Risiko nach sich zieht. Risikobehaftete Entwicklungen werden frühestmöglich identifiziert und durch ein aktives Management gesteuert. Weiter  

 

Jahreskonferenz der Risk Management Association am 14. und 15. September in Ismaning bei München

Die Risk Management Association e. V. veranstaltet am 14. und 15. September 2006 ihre Jahreskonferenz in Ismaning bei München. RiskNET ist Medienpartner der Veranstaltung. Die Veranstaltung steht unter dem Rahmenthema "Risikofaktor Mensch". Neben einer Keynote von Erwin Huber, dem Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie erwartet die Teilnehmer ein hochkarätig besetztes Programm. Auf dem Abendprogramm steht die Besichtigung der Allianz Arena. Beim gemeinsamen Dinner in diesem phantastischen Stadion erfolgt außerdem die feierliche Verleihung des RMA-Risikomanagement-Preises. Weiter

 

Hohe Schäden durch Wirtschaftskriminalität

Für das Jahr 2005 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 89.224 Fälle der Wirtschaftskriminalität (gegenüber 2004: + 9,9 %) registriert. Dies entspricht 1,4 % aller polizeilich bekannt gewordenen Straftaten. Der verursachte Schaden belief sich auf rund 4,2 Milliarden Euro, das sind 50 % Anteil an der erfassten Schadenssumme der Gesamtkriminalität. Die polizeilichen Fallzahlen und die registrierte Schadenssumme dürften das tatsächliche Ausmaß nicht abbilden, da von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen ist. Der Anstieg ist überwiegend auf die Entwicklung beim Betrug zurückzuführen. Diese Straftaten wiesen einen Anteil von mehr als der Hälfte der Fälle auf. Auch im Jahr 2005 waren Großverfahren ausschlaggebend für den Anstieg in einzelnen Phänomenbereichen. Dennoch bewegt sich der Umfang der im Jahr 2005 festgestellten Wirtschaftskriminalität innerhalb der statistischen Bandbreite der letzten fünf Jahre. Es wurden 4.643 Fälle der Wirtschaftskriminalität mit dem Tatmittel Internet registriert. Gegenüber 2004 ist damit eine Steigerung um 73,1 % eingetreten. Diese Entwicklung dürfte sich im Zuge der weiteren Verbreitung und zunehmenden Nutzung des Internets fortsetzen. Weiter

 

Europäische Unternehmen nicht "SOX-begeistert"

Gemäß einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft MAZARS Revision & Treuhandgesellschaft GmbH sind die Unternehmen grundsätzlich auf den Sarbanes Oxley Act (SOX) vorbereitet. So erklärten 61 Prozent der Befragten, sie seien zur Anwendung der neuen Vorschriften bereit. Die Analyse konzentrierte sich auf nicht-amerikanische, jedoch in den USA börsennotierte Unternehmen und deren Umgang mit den Anforderungen einer Vorschrift, die nicht dem heimischen Rechtssystem entspringt, der sie sich jedoch unterordnen müssen. Im Rahmen der Studie wurden 88 Unternehmen in 13 Ländern befragt. Weiter

 

Keine Berührungsängste mit Hedge-Funds

Der Themenkomplex REITs (Real Investment Trust) wurde in den vergangenen Wochen – insbesondere zwischen dem REIT-Befürworter Peer Steinbrück und Teilen der Sozialdemokraten – sehr kontrovers diskutiert. In einem Papier mit dem Titel „Heuschrecken vor der Wohnungstür“ warnen die Sozialdemokraten vor Mietsteigerungen und Gefahren für die Stadtentwicklung. Bei einem Real Investment Trust handelt es sich um eine in der Regel börsennotierte Immobilien-Gesellschaft, die ihr Geld mit dem Besitz und der Bewirtschaftung von Immobilien verdient. REITs wurden erstmals im Jahr 1960 in den USA und im Anschluss daran u.a. auch in den Niederlanden, Australien, Kanada und Japan zugelassen. Eine Zulassung in Deutschland soll im Jahr 2007 erfolgen. Gelinge es nicht, das Gesetz bis zum 1. Januar 2007 durch den Bundestag zu bringen, soll es rückwirkend ab diesem Datum gelten. Weiter

 

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Im Beitrag wird der Optionspreistheorie von Black-Scholes-Merton die Theorie des Nash-Gleichgewichts der Spieltheorie gegenüber gestellt. Der Finanzmarkt ist kein passiver Mitspieler. Jeder Akteur überlegt bei jeder Entscheidung, wie sein Gegenspieler reagieren könnte und bezieht dessen Reaktionen in seine eigenen Entscheidungen mit ein. Dass erst diese strategische Sicht das Risikomanagement in die Lage versetzt, die Anforderungen von Basel II auch in einem formalen Rahmen in Gänze umzusetzen, wird am Beispiel einer Finanzoption gezeigt. Ein weiteres Beispiel bezieht auch Realoptionen mit ein.

Weitere Informationen finden Sie in der RiskNET eLibrary unter der Rubrik Methoden. Weiter

 

Aktuelle Buchempfehlungen

IT-Risikomanagement

Von: Holger Seibold, 283 S., Oldenbourg Verlag, München/Wien 2006.

Obwohl die IT in vielen Unternehmen eine zentrale Bedeutung hat, werden die Risiken in weiten Teilen von der Wirtschaft unterschätzt. Ein IT-Risikomanagement findet nicht einmal in einem Zehntel der Unternehmen statt – so dass Ergebnis einer Studie, die im vergangenen Jahr von der „Nationalen Initiative für Internet-Sicherheit“ (NIFIS) herausgegeben wurde. Der Autor weist in seinem Vorwort darauf hin, dass IT-Risikomanagement viele Facetten hat und in alle Themengebiete der Informationstechnologie eingreift: von der Entwicklung über die – aus technischer und fachlicher Sicht – Integration bis hin zum Infrastruktur- und Anwendungsbetrieb. Bei der Betrachtung von IT-Risikomanagement wird das Themengebiet häufig auf dedizierte Teilaspekte reduziert. Holger Seibold ist einen anderen Weg gegangen und beschreibt in seinem Buch einen integrierten Ansatz. Er weist auch darauf hin, dass das IT-Risikomanagement in das bestehende Risikomanagement eines Unternehmens, etwa ein existierendes Operational Risk Management, integriert werden kann. Der Autor ist IT-Risikomanager bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die vorgestellte Methodik lässt sich jedoch branchenübergreifend auch auf andere Branchen übertragen. Weiter

 


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