Empfänger: ###USER_email### Donnerstag, 17. Mai 2012
 RiskNET Newsletter vom 5. Oktober 2006

Aktuelle Studie: "Quantifizierung operationeller Risiken"

Eine aktuelle Marktstudie der Dr. Peter & Company Unternehmensberatung AG, die in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Wiesbaden erstellt wurde, setzt sich detailliert mit der Quantifizierung operationeller Risiken (OR-Quantifizierung) in der Finanzdienstleistungsbranche auseinander. Ziel ist es, den Status quo und aktuelle Trends aufzuzeigen. Die Studie basiert auf einer Befragung von 48 teilnehmenden Kreditinstituten aus Deutschland. Die Datenerhebung erfolgte von April bis Juni 2006.
Die Motivation zur OR-Quantifizierung liegt für die Institute – unabhängig von einer möglichen Ersparnis bei der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalunterlegung – in der Ermittlung eines aussagekräftigen Risikomaßes und den damit verbundenen Möglichkeiten, OR in die interne Steuerung zu integrieren. Nachdem die Entwicklung und Implementierung eines Systems zum Management und Controlling von OR (OR-System) in der Vergangenheit in vielen Instituten größtenteils aufsichtsrechtlich motiviert war, gelingt es heute bereits vielen Instituten, Ergebnisse des OR-Systems in internen Steuerungsprozessen zu nutzen. Dies wird vor allem deutlich, wenn man betrachtet, dass als wichtigste Gründe für die OR-Quantifizierung von den Instituten „die Möglichkeit der Integration in Risikotragfähigkeitsanalysen“ sowie „die Nutzung zur risikoadjustierten Konzernsteuerung unter Allokation von ökonomischem Kapital auf Geschäftsfelder“ angeführt werden. Methodisch bilden der Verlustverteilungsansatz mit Monte-Carlo-Simulation in Verbindung mit dem Value at Risk als Risikomaß den Marktstandard für die OR-Quantifizierung. Weiter

 

RMA Risk Management Award 2006 verliehen

Der Risk Management Award 2006 geht in der Kategorie "Diplomarbeiten" an Henry Dannenberg von der Technischen Universität Dresden sowie in der Kategorie "Dissertationen" an Roland Feik von der Universität Innsbruck. Dannenberg hat sich dem Management von Mitarbeiterrisiken in Unternehmen (Theoretische Grundlagen und Entwicklung eines praxistauglichen Erfassungs- und Auswertungsverfahrens) zugewandt, Feik einem elektronisch gestützten Risikomanagement im Bauwesen (Konzept eines elektronisch gestützten Chancen- und Gefahrenmanagementsystems für Auftraggeber). Überzeugt hat die Jury vor allem der hohe Grad an Kreativität sowie das Know-how und Engagement der Preisträger. "Herr Feik hat gezeigt, wie eine wissenschaftlich ansprechende Arbeit zugleich einen hohen praktischen Nutzen bieten kann. Im Rahmen der Arbeit wurde ein methodischer Ansatz für das Risikomanagement in der Bauwirtschaft entwickelt, der dann auch durch eine Software unterstützt wird. Der Ansatz von Herrn Feik sensibilisiert dabei die Notwendigkeit, im Rahmen des Risikomanagements sowohl Gefahren (mögliche negative Planabweichungen) als auch Chancen (mögliche positive Planabweichungen) gleichermaßen zu erfassen", so Jury-Mitglied Dr. Werner Gleißner. Ein Schwerpunkt der Arbeit bilden Methoden, die eine Integration des Risikomanagements in bestehende Organisationsprozesse unterstützen und dabei ein hohes Maß an Akzeptanz des Risikomanagements bei den betroffenen Mitarbeitern ermöglichen. Weiter

 

RiskNET Intensiv-Seminar: Industrielles Chancen-/ Risikomanagement, Oktober 2006

Das Intensiv-Seminar vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modelle werden neue, speziell für die Anforderungen von Unternehmen entwickelten Cash Flow at Risk (CFaR) und Budget at Risk Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden weitere Risiko-Kennzahlen vorgestellt und diskutiert.

Die Teilnahmegebühr für das zweitägige Seminar beträgt inklusive Mittagessen (Drei-Gang-Menü), einem Drei-Gang-Abendessen (nur bei Berghotel Sudelfeld), Getränken und Dokumentation: 980 EUR, zzgl. 16 % MwSt. Weiter

 

Managementfehler häufigste Insolvenzursache

Fehlendes Controlling, Finanzierungslücken und ein unzureichendes Debitorenmanagement sind die Hauptursachen, warum Unternehmen insolvent werden. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Umfrage der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG unter Deutschlands Insolvenzverwaltern. In der repräsentativen Studie, die Deutschlands führender Kreditversicherer Euler Hermes zusammen mit dem Zentrum für Insolvenz und Sanierung an der Universität Mannheim (ZIS) durchgeführt hat, wurden bundesweit insgesamt 125 führende deutsche Insolvenzverwalter nach den wichtigsten Insolvenzursachen befragt. Sie bearbeiten aktuell rund 19.000 Insolvenzen. Ziel der Studie war es herauszufinden, welches die Gründe für die anhaltend hohe Zahl an Unternehmensinsolvenzen sind.
Die befragten Insolvenzverwalter sind sich einig, dass in der Regel nicht nur ein Faktor, sondern ein ganzes Bündel an Ursachen für den Zusammenbruch eines Unternehmens verantwortlich ist. An erster Stelle stehen nach Meinung von 79 Prozent der Befragten "Fehlendes Controlling", gefolgt von "Finanzierungslücken" (76 Prozent), einem "unzureichenden Debitorenmanagement" (64 Prozent) und einer "autoritären, rigiden Führung" (57 Prozent). Dazu kommen "ungenügende Transparenz und Kommunikation" (44 Prozent), "Investitionsfehler" (42 Prozent) und eine "falsche Produktionsplanung" (41 Prozent). Weiter

 

Online-Themenspecial "Risikomanagement" bei Competence Site

Das Kompetenz-Netzwerk Competence Site plant für Anfang Oktober ein Online-Themenspecial zum Thema "Risikomanagement". Haben Sie Interesse an der kostenfreien Publikation eines Fachbeitrags im Special? Gerne veröffentlichen wir Ihre Artikel, Studien, Vorträge, Interviews, etc. mit den entsprechenden Expertenprofilen. Hierzu senden Sie bitte einen (werbefreien) Fachbeitrag, ein Abstract sowie eine Inhaltsangabe an Competence Site. Redaktionsschluss ist der 12. Oktober 2006. Weitere Informationen finden Sie hier

 

Piraterie – Risiko auf hoher See

Die Zahl der Piratenüberfälle auf Handelsschiffe ist in den vergangenen dreißig bis vierzig Jahren stark gestiegen. Dabei gibt es offenbar einen klaren Zusammenhang zwischen zunehmendem Wohlstand und wachsendem Welthandel in Teilen der Welt und politischer Instabilität, Kriegen und zunehmender Armut in anderen. Schwerpunkte der Piraterie: die küstennahen Gebiete Südostasiens, Westafrikas, Somalias, Südamerikas und der Karibik. Auch im östlichen Mittelmeer besteht Piratengefahr. Jedes Jahr hunderte Überfälle auf Schiffe, hunderte Geiselnahmen, hunderte verletzter, traumatisierter und getöteter Seeleute, Schäden in Milliardenhöhe und drohende Umweltkatastrophen bei Kaperungen, z.B. von Öltankern - dies ist nicht nur für Reedereien und Regierungen ein Grund zur Sorge. Auch Transporterst- und -rückversicherer denken über Maßnahmen nach, Piraterie zu bekämpfen und ihr vorzubeugen. Mit der Publikation "Piraterie - Bedrohung auf See", die die Münchener Rück anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des International Maritime Bureau herausgegeben hat, leistet sie einen Beitrag dazu, die Pirateriegefahr zu analysieren und die rechtliche Situation auf nationaler und internationaler Ebene transparent zu machen. Sie zeigt versicherungsrelevante Aspekte auf und stellt Möglichkeiten vor, das Risiko zu verringern. Weiter

 

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Die anhaltende Diskussion über die Quantifizierung operationeller Risiken zeigt, dass der Entwicklungsstand und die Akzeptanz dieser Risikoart in der Branche noch lange nicht vergleichbar zu anderen, etablierten Risikoarten sind. Dennoch treiben aufsichtsrechtliche Vorgaben, wie der Entwurf der Solvabilitätsverordnung (SolvV)und die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk),auf der einen Seite und die zunehmend ver- fügbaren Daten auf der anderen Seite die OR-Quantifizierung voran. Dem stehen aber auch neue Herausforderungen bei der konkreten Entwicklung und Umsetzung eines Modells zur OR-Quantifizierung gegenüber.

Weitere Informationen finden Sie in der RiskNET eLibrary unter der Rubrik OpRisk. Weiter

 

Aktuelle Buchempfehlungen

Unternehmenskrisen, Ursachen – Sanierungskonzepte – Krisenvorsorge – Steuern

Von: Jochen Blöse, Axel Kihm, 327 S., Erich Schmidt Verlag, Berlin 2006.

Im ersten Halbjahr 2006 reduzierte sich die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen deutlich um 12,8 Prozent auf 16.700 betroffene Firmen (Vorjahr: 19.150). Die Gesamtinsolvenzen summieren sich innerhalb der ersten sechs Monate des laufenden Jahres auf 76.300, was einem Anstieg um 16,6 Prozent entspricht (Vorjahr: 65.410). Die Creditreform Wirtschaftsforschung rechnet für das Gesamtjahr 2006 mit 32.000 bis 34.000 Unternehmensinsolvenzen und 130.000 bis 140.000 Insolvenzen von Privatpersonen. Trotz dieses leichten Rückgangs ist das weiterhin hohe Niveau an Unternehmensinsolvenzen als gesellschaftlich alarmierend und volkswirtschaftlich inakzeptabel. Die Gründe für die Situation sind vielschichtig und sowohl konjunktureller als auch struktureller Art. Die Sammelpublikation der Autoren Blöse und Kihm skizziert auf etwa 330 Seiten alle wesentlichen Aspekte  und Fragestellungen rund um das Thema Unternehmenskrise.

Das Herausgeberwerk von Jochen Blöse und Axel Kihm befasst sich insbesondere mit der Krisendiagnose und den möglichen Maßnahmen zur Überwindung von Unternehmenskrisen und erläutert Strategien zur Krisenvorsorge. Dabei werden jeweils wirtschaftliche und rechtliche Aspekte einbezogen. In Teilen wirkt das Buch jedoch eher wie ein unkoordinierter Flickenteppich, obwohl die einzelnen „Flicken“ die singulären Teilthemen sehr gut abdecken. Daher bietet sich das Buch eher als Nachschlagwerk an, da man mittels Stichwortverzeichnis gezielt auf einzelen Themenbereiche gezielt zugreifen kann. Sowohl Wirtschaftswissenschaftler als auch Juristen finden in diesem Buch wertvolle Anregungen und Hilfestellungen. Weiter

 


RiskNET Aktuell Impressum

Erscheinungsweise:

Der RiskNET Aktuell ist ein exklusiver Newsletter-Service von RiskNET. Er erscheint monatlich in elektronischer Form. Bei Interesse an einem Sponsoring schreiben Sie bitte an office@risknet.de

Herausgeber:

RiskNET - The Risk Management Network / Frank Romeike / Ernst-Sachs-Straße 13 / D-83080 Oberaudorf / Internet: www.risknet.de / Telefon: +49-8033-304638 / Telefax: +49-8033-304797 / E-Mail: office@risknet.de

Rechtliche Hinweise:

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen und dgl. in diesem Newsletter berechtigt nicht zu der Annahme, dass solche Namen ohne weiteres von jedermann benutzt werden dürfen. Vielmehr handelt es sich häufig um gesetzliche geschützte eingetragene Warenzeichen, auch wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind. Alle Rechte vorbehalten, insbesondere die der Übersetzung in fremde Sprachen. Der Inhalt dieses Newsletters wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren, Herausgeber und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie für eventuelle Fehler keine Haftung.

 

KontaktImpressum
Newsletter abmelden
© 1999-2012 RiskNET - The Risk Management Network
Alle Rechte vorbehalten.