Industrielle Risiken messen und reporten, 29./30. Mai 2006, München/IsmaningTrotz anfänglicher Euphorie und Tatendrang haben viele Unternehmen das Ziel eines managementorientierten Frühwarnsystems noch nicht erreicht. Denn vor der Steuerung von Risiken steht deren Messung und verständliche Darstellung. Neben Problemen bei der Datenerhebung und Datenverarbeitung mangelt es an der Ableitung von aussagekräftigen Entscheidungsinformationen für die Unternehmensleitung. Bankspezifische, für Unternehmen jedoch untypische Kennzahlen wie etwa das Risiko eines Barwertverlustes (Value at Risk) werden neuen, aussagekräftigeren Kennzahlen gegenübergestellt. Dazu zählt beispielsweise das Risiko von einem erwarteten Cash Flow, Gewinn oder Budget abzuweichen.Das Seminar vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Neben dem klassischen Instrumentarium und den aus dem Finanzdienstleistungsbereich bekannten Value at Risk-Modelle werden neue, speziell für die Anforderungen von Unternehmen entwickelten Cash Flow at Risk (CFaR) Ansätze erläutert. Zur integrierten Betrachtung von Risiken und Chancen werden Kennzahlen wie der RORAC diskutiert. Das CFaR-Konzept dient einer transparenten internen Risikoberichterstattung, die so dem an Cash Flows orientierten Denken der Unternehmensleitung entgegen kommt und damit eine höhere Akzeptanz als bankenspezifische Risikomodelle erreicht. Weiter
QIS-CH: Leichte Senkung der Eigenkapitalanforderungen durch Basel IIAm 30.6.2005 war in der Schweiz die dreimonatige Phase der Datenerhebung für die nationale Studie zu den quantitativen Auswirkungen von Basel II (QIS-CH) gestartet worden. Die Studie konzentrierte sich auf die Standardansätze für Kredit- und operationelle Risiken und soll die empirische Grundlage für deren definitive Kalibrierung festlegen. Fast zeitgleich zur QIS-CH wurde vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht mit der QIS5 eine vergleichbare internationale Studie angestoßen. Die QIS5 liefert im Gegensatz zur QIS-CH die empirische Grundlage zur Kalibrierung der institutsspezifischen Modellansätze für Kredit- und operationelle Risiken (IRB/AMA). Weiter
Erste Benchmark-Studie zu Solvency II: Versicherungen haben noch einiges zu tunDie Versicherungsunternehmen in Deutschland und Österreich haben bei der Umsetzung von Solvency II noch einiges zu tun: Besonders die Verfügbarkeit und Qualität der erforderlichen Daten lassen zu wünschen übrig. Das Bewusstsein für die strategische Bedeutung des Risikomanagements ist dagegen hoch. Viele Unternehmen werden ihre Produkt- und Preisgestaltung stärker den tatsächlichen Risiken anpassen, so dass auch die Kunden direkt von Solvency II betroffen sind. Dies sind zentrale Ergebnisse der ersten deutschen Benchmark-Studie zu Solvency II, die jetzt auf einer Risikomanagement-Konferenz des weltgrößten Business-Intelligence-Anbieters SAS erstmals vorgestellt wurde.
Die Studie wurde vom Risikomanagement-Wissenspool RiskNET in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Müller-Reichart, Lehrstuhlinhaber für Risikomanagement des Studiengangs Versicherungsmanagement / Financial Services an der Fachhochschule Wiesbaden erstellt. SAS hat die Studie initiiert und sein Know-how sowie seine Branchenerfahrungen eingebracht. Grundlage der Analyse sind 120 detaillierte Online-Fragebögen, die von Vorständen und Risikomanagern der Assekuranz in Deutschland, der Schweiz und in Österreich ausgefüllt wurden, sowie 17 vertiefende Interviews mit Vorständen und Risikoverantwortlichen aus der Branche. Dr. Thomas Steffen, Erster Direktor Versicherungsaufsicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin), und Dr. Bernhard Schareck, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, haben für die Studie ein Vorwort verfasst.
Ähnlich wie die Basel-II-Vorgaben in der Bankenbranche sollen die Solvency-II-Regularien dafür sorgen, dass Versicherungen ihr Risikomanagement verbessern. Versicherer müssen ihre Risikostruktur und Solvabilität transparenter gestalten. Versicherte werden vor Kapitalverlust geschützt. Weiter
IWF warnt vor globalen RisikenDer Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltwirtschaft in einem anhaltenden Aufschwung, wenngleich eine Reihe von Risikofaktoren den Ausblick trüben. In dem jetzt veröffentlichten "World Economic Outlook" warnt der IWF vor allem vor den Folgen der hohen und volatilen Ölpreise sowie vor strafferen Bedingungen an den Finanzmärkten, wachsenden globalen Ungleichgewichten und einer möglichen Vogelgrippe-Pandemie. Dabei mahnt der IWF insbesondere mit Blick auf die globalen Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen eine aktivere politische Herangehensweise zur geordneten Abwicklung dieser beharrlichen Schieflage an. Trotz dieses schwierigen Hintergrunds hat der IWF angesichts der sehr robusten Weltkonjunktur seine Wachstumsprognosen für die globale Wirtschaft für dieses und kommendes Jahr heraufgesetzt. So erwartet die in Washington ansässige Institution nun für 2006 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 4,9%, 2007 wird noch ein Plus von 4,7% gesehen. 2005 war die Weltwirtschaft mit 4,8% expandiert. Gegenüber dem Weltwirtschaftsausblick vom September vergangenen Jahres hob der IWF seine Prognosen für 2006 und 2007 damit um 0,6 bzw 0,3 Prozentpunkte an. In dem neuen Ausblick betont der Fonds, dass der globale Aufschwung hinsichtlich seiner regionalen Verteilung wesentlich breiter abgestützt sei als noch vor einiger Zeit. Zwar blieben unter den entwickelten Volkswirtschaften die USA der Wachstumsmotor - für 2006 und 2007 wird ein US-Wachstum von 3,4% bzw 3,3% vorhergesagt - doch auch aus Japan und dem Euroraum kämen nunmehr Signale für eine kräftigere Konjunktur. Weiter
RiskNET-Kolumne Mai 2006: Eine gute Prognose reicht nicht aus!Im Spiel lernen wir, uns mit der Umwelt auseinanderzusetzen. Ausgangspunkt der Spieltheorie sind Gesellschaftsspiele (Go, Poker, Schach). Im Gegensatz zu Glücksspielen (Bakkarat, Roulette, Würfeln) hängen deren Ergebnisse nicht nur vom reinen Zufall ab, sondern auch vom strategischen Verhalten der Spieler, die im Rahmen der Spielregeln ihren Vorteil suchen. Die Spieltheorie ist die Mathematik zur Beschreibung und Vorhersage von Spiellösungen. Dabei hat es nichts spielerisches, wenn mit der Spieltheorie die Statistik des Werfens von Münzen und Würfeln beschrieben, Anti-Terror-Szenarien entwickelt, Strategien im Militär durchgespielt und Preis- oder Handelskriege in der Ökonomie besser verstanden werden. Weiter
Datenbank zur Identifizierung von RisikokundenNach Ankündigung der Weltbank, eine umfassende Offensive gegen Korruption zu starten und einzelne Staaten zu sanktionieren, sehen sich auch Finanzdienstleistungsunternehmen unter Zugzwang. Eine neue Richtlinie sieht einen risikoorientierten Ansatz im so genannten „Compliance Bereich“ vor und erfordert das regelmäßige Überprüfen des Kundenstamms und die kontinuierliche Prüfung von Transaktionen auf Geldwäsche- und Korruptions-Indikatoren. Dies können nur umfassendere Datenbanken und IT-Systeme leisten. Manuelle Prüf- und Recherchevorgänge sind selbst bei kleineren Instituten aufgrund der Zahl von Kunden und täglichen Transaktionen nicht mehr denkbar. Das Unternehmen WorldCompliance, Anbieter von Datenbanken gegen Geldwäsche und Korruption, weist unterdessen darauf hin, dass es bei Korruption immer um Geldtransaktionen zwischen Personen geht. Eine großangelegte Offensive erfordert daher auch die Berücksichtigung der illegalen Geldtransaktion zwischen Personen als Dreh- und Angelpunkt jeder Bestechung. Weiter
RiskNET eLibrary - Tomorrow's Risk Management Knowledge TodaySeit dem Start im Jahr 1998 wächst RiskNET® mit einem rasanten Tempo. RiskNET ist in der Zwischenzeit der führende unabhängige deutschsprachige Wissenspool rund um den Themenkomplex Risikomanagement (siehe CM controller magazin 3/04, 244ff.).
Ab sofort wird das Angebot von RiskNET um die RiskNET eLibrary ergänzt. Mit der RiskNET eLibrary soll der gegenseitige Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Experten und anderen Nutzern verbessert werden, um neues Wissen zu generieren - gemäß dem Motto "Tomorrow's Risk Management Knowledge Today"! In der RiskNET eLibrary können Fachbeiträge, Abstracts und Whitepaper im pdf-Format eingestellt werden. Autoren müssen sich zuvor kurz registrieren, damit sie Zugang zu dem persönlichen e-Library-Bereich erhalten. Weiter
Aktuelle BuchempfehlungenKriminalität am Arbeitsplatz, Korruption und Unterschlagung durch Mitarbeiter erkennen und verhindern (Roger Odenthal, 236 Seiten, Gabler Verlag 2005)
Beim Thema „Kriminalität am Arbeitsplatz“ denke ich sofort an die spektakulären Unternehmenszusammenbrüche von Enron, Worldcom oder der Barings-Bank. Genügend kriminelle Energie vorausgesetzt, sind selbst einzelne Mitarbeiter in der Lage, die Existenz großer Unternehmen zu gefährden. Und auch vor dem Zusammenbruch wird jede Menge Geld verpulvert. In den USA beziffert man die Verluste eines Unternehmens durch kriminelle Handlungen auf etwa 6 Prozent des Umsatzes. Auf rund 15 Mrd. Euro beziffert der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft den jährlichen Schaden, der durch Wirtschaftsdelikte in deutschen Unternehmen angerichtet wird. Die Palette der Tatbestände ist breit und reicht von Korruption, Unterschlagung und Veruntreuung bis zu Betrug und Diebstahl.
Odenthal zeigt in dem Buch „Kriminalität am Arbeitsplatz“ auch auf, dass Delikte auf allen Hierarchieebenen stattfinden. Eine Folge größerer Mitarbeiterdelikte, die oft außer Acht gelassen wird, sind die Steuerfahndung und Nachforderungen des Finanzamtes. Das Fazit des Autors: Fehlende Regelungen und unklare Kompetenzgrenzen verführen Mitarbeiter zur individuellen Auslegung moralischer Gesetze. Kriminalität am Arbeitsplatz hat vor allem eine Ursache: mangelnde Kontrollen und zu viele ungesicherte Zugriffsmöglichkeiten. Viele Unternehmen gleichen eher einem Tresor mit geöffneter Tür oder sichtbaren Zahlencode und laden geradezu zum Daten-, Geld- oder Warenklau ein. Weiter

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