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 RiskNET Newsletter vom 17. November 2006

Globale Risikolandkarte 2007

Die auf Risikoberatung, Krisenprävention, Krisen- und Sicherheitsmanagement spezialisierte Firma Control Risks hat vor wenigen Tagen die aktuelle RiskMap 2007 veröffentlicht. Aus der "Weltkarte des Risikos" können Investoren und Unternehmen ablesen, wo sie im Jahr 2007 mit einer neuen Gefahrenlage rechnen müssen. So haben die Experten sowohl das allgemeine Sicherheitsrisiko als auch das politische Risiko ermittelt und in der Risikolandkarte abgebildet. Bei dem allgemeinen Sicherheitsrisiko handelt es sich um die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass Vermögensgegenstände oder Mitarbeiter von Unternehmen geschädigt werden. In die Bewertung fließt dabei auch ein, inwieweit der Staat willens und in der Lage ist, diese zu schützen. Zu Sicherheitsrisiken für Unternehmen zählen etwa Diebstahl, Verletzungen, Entführung, Beschädigung von Anlagen, Informationsdiebstahl, Bestechung, Betrug, Erpressung und Verlust der Kontrolle. Beim politischen Risiko handelt es sich um die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass politische Akteure Geschäfte negativ beeinflussen sowie die Bewertung des Ausmaßes, in dem der Staat die Einhaltung von Verträgen garantiert. Außerdem handelt es sich hierbei um die Einschätzung der Stabilität von Politik, Wirtschaft und Institutionen. Zu den politischen Risiken für Unternehmen zählen ein nachteilige Politik der Regierung, rechtliche Unsicherheit, Anfälligkeit für Korruption, Rufschädigung, Enteignung und Verstaatlichung sowie internationale Sanktionen. Weiter

 

Kreditrisiko weiterhin die Achillesverse der Banken

Der Bankensektor in der Europäischen Union (EU) ist nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in einer sehr stabilen Verfassung. In ihrem aktuell veröffentlichten jährlichen Bericht zur Stabilität der EU-Banken betont die Notenbank, dass sich die finanzielle Situation der Institute im ersten Halbjahr 2006 abermals verbessert habe. Damit habe sich die seit 2003 zu beobachtende gute Entwicklung weiter konsolidiert. Gleichzeitig, so die EZB, sei die Verwundbarkeit der europäischen Banken gegen negative Schocks gesunken. Für die Zukunft werde zudem eine anhaltende Steigerung der Profitabilität erwartet. Dennoch sieht die EZB verbleibende Risiken für den EU-Bankensektor. Diese beziehen sich vor allem das makroökonomische Umfeld. Die EZB verweist in diesem Zusammenhang auf die Anhebung der Zinsen in vielen Währungsräumen und die damit verbundene Rückführung der gegenwärtig noch reichlich umlaufenden Liquidität. Angesichts der höheren Zinsen sei die plötzliche Auflösung von spekulativen Handelspositionen an den Finanzmärkten - mit den entsprechenden Kursverlusten für die Banken - nicht auszuschließen, warnt die EZB. Weiter

 

Der Mann auf der Überholspur

Alessandro Profumo, der Vorstandschef der italienischen Großbank UniCredit, tritt nicht sehr häufig in der deutschen Öffentlichkeit auf. Zu groß ist meist das mediale Interesse und obwohl Profumo seit einigen Monaten bereits fleißig die deutsche Sprache lernt, spricht er lieber Englisch. Die Angst vor einer Blamage à la Giovanni Trapattoni ("Ich habe fertig!") sitzt tief. Durch die Fusion seines Instituts mit der HypoVereinsbank ist er hierzulande aber gefragter denn je. Die Fachzeitschrift "die bank" beschreibt ihn als den "Star der italienischen Bankenwelt", als einen "Strahlemann und Gesellschaftslöwe, der es in den letzen Jahren zu viel Ruhm und Ehre gebracht hat". Der unbestrittene Star war Profumo somit auch beim diesjährigen Symposium des Centre for Financial Research (CFR) der Universität zu Köln, obwohl es mit Prof. Dr. Axel Weber (Deustche Bundesbank), Dr. Thomas R. Fischer (WestLB), Dr. Immo Querner (Talanx) und Dr. Markus Rieß (Allianz Global Investors) u.a.m. an Prominenz aus der Hochfinanz kaum mangelte. Was an Profumos Führungsstil beeindruckt, ist weniger die bloße Tatsache, innerhalb weniger Jahre eine der weltweit größten Banken aufgebaut zu haben, sondern insbesondere das Tempo. "Ruck-Zuck"-Profumo dürfte einen neuen Rekord bei dem Totalumbau der HVB-Group und der Integration in die UniCredit aufgestellt haben. Jüngster Coup: Mit 99,4 Prozent des anwesenden Kapitals stimmte die deutsche HypoVereinsbank für den Verkauf der Bank Austria Creditanstalt AG (BA-CA) an ihre italienische Konzernmutter. Die einstmals zweitgrößte deutsche Bank ist jetzt stark geschrumpft – die Konzernmutter dafür umso mehr gewachsen. Weiter

 

Finales Urteil zum World Trade Center Schaden

Ein New Yorker Berufungsgericht hat nun final die Urteile um die Entschädigungen für das World Trade Center aus dem Anschlag am 11.09.2001 bestätigt. Somit wurde endgültig bestimmt, dass ein Teil der Versicherungsunternehmen Schäden für EIN Ereignis abgelten, während ein anderer Teil Schäden aus ZWEI Ereignissen decken muss.

Aus diesem Urteil geht nun die Swiss Re als Gewinner hervor. Sie hatte 25% der 3,5 Mrd. US-Dollar versichert und diese Deckung nach den Bedingungen des Versicherungsmaklers Willis vorgenommen. Für die Swiss Re wie auch weitere sieben Versicherungsunternehmen bedeuten die Willis-Bedingungen, dass es sich bei dem Anschlag auf das WTC nur um EIN Ereignis handelt (und somit nur eine einmalige Deckung notwendig ist). Weiter

 

Spagat zwischen Informationsbedürfnis und Schutz vor "gläsernem Menschen"

Credit Manager und Datenschutzbeauftragte müssen in ihrem Unternehmen kooperieren, um ihre gegensätzlichen Interessen wahrnehmen zu können. Außerdem sollten Unternehmen ihren Kunden gegenüber klarstellen, dass sie die Kundendaten auch zur Bonitätsprüfung heranziehen. Diese Forderungen formulierte Stephanie Iraschko-Luscher, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der MGDS Management-Gesellschaft für Datenschutz, anlässlich des Bundeskongresses des Vereins für Credit Management (VfCM) in Hamburg. Im Zuge der gesetzlichen Neuregelungen im Datenschutz will sich der Interessenverband in die öffentliche Diskussion einschalten. Das Konfliktpotenzial liegt auf der Hand: Der Credit Manager benötigt möglichst viele Informationen über das Zahlungsverhalten der Kunden seines Unternehmens. Nur so kann er dazu beitragen, das Risiko von Forderungsausfällen zu minimieren. Zudem benötigt er verschiedene Möglichkeiten, seine Forderung schnell, zeitnah und in möglichst voller Höhe zu realisieren. Dem gegenüber muss der Datenschutzbeauftragte eines Unternehmens darüber wachen, dass die entsprechenden Datenschutzvorschriften eingehalten werden. Weiter

 

Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary

Schätzungen von Verlustquoten (loss given default, LGD) sind in der Bankenlandschaft nach wie vor deutlich weniger entwickelt als etwa Verfahren zur Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten (probability of default, PD). In der Modelllandschaft des Risikomanagements von Banken nehmen LGD-Modelle eine untergeordnete Rolle ein. Bis vor einigen Jahren noch gänzlich fehlend, steuern viele Banken ihr Geschäft heute mit einer pro Segment konstant erwarteten Verlustquote, die auf der Basis historischer Ausfalldaten geschätzt wird.

Den Beitrag "Anwendung des Merton’schen Modells zur Risikobewertung: LGD-Schätzung mit Hilfe des Optionsansatzes finden Sie in der RiskNET eLibrary unter der Rubrik Methoden. Weiter

 

TÜV-Zertifizierung für Credit Management

Die vom Verein für Credit Management (VfCM) in diesem Sommer auf den Weg gebrachten Mindestanforderungen an das unternehmensinterne Credit Management (MaCM) kommen zu Beginn des Jahres 2007 erstmals zur Anwendung. Der VfCM, mit  über 550 Mitgliedern die zentrale Interessensvertretung der Branche, hat sich die MaK für Banken zum Vorbild genommen, um u.a. Anforderungen an die Funktionstrennung, Kreditgewährung, Kreditweiterbearbeitung sowie die Verfahren zur Risiko-Früherkennung und -Klassifizierung zu regeln. Die MaCM untergliedern sich in die sechs Bereiche Organisation, Mitarbeiter, Steuerung, Prozesse, Systeme und Auditierung, wobei allein der Prozessbereich wiederum in 14 einzelne Untersegmente, wie Bonitätsprüfung oder Kreditlimitierung, unterteilt ist. Insgesamt umfasst das Werk 120 einzelne Mindestanforderungen. Weiter

 

Aktuelle Buchempfehlungen

Unternehmensbewertung: Funktionen – Methoden – Grundsätze

Von: Manfred J. Matschke, Gerrit Brösel, 713 Seiten, Gabler Verlag, Wiesbaden 2005.

In den vergangenen Jahren wurden viele Bücher und Fachartikel rund um das Thema Unternehmensbewertung veröffentlicht. Vielfach rezipieren jedoch weite Teile der deutschsprachigen Vertreter in Theorie und Praxis anscheinend bedenken- und gedankenlos die aus dem angelsächsischen Raum stammenden Praktikerverfahren, welche vermeintlich einen weltweiten Standard darstellen, so die Autoren im Vorwort. Die Autoren sehen es insbesondere als bedenklich an, dass nicht nur Praktiker und Berufsverbände, sonderen auch Wissenschaftler eine unrühmliche Rolle dabei spielen, eine „einheitliche“ Meinung zu etablieren. Die Autoren Matschke und Brösel haben sich zum Ziel gesetzt, unbedarfte Unternehmensbewerter „aus der engen Sackgasse der amerikanischen Modewelle zu führen“. Das Buch präsentiert eine umfassende Betrachtung der funktionalen Unternehmensbewertungslehre, die seit Mitte der 1970er Jahre den zentralen Aspekt in der Unternehmensbewertung darstellt. Die Autoren skizzieren alle bedeutenden Bewertungsmethoden, ohne jedoch einzelne Methoden zu favorisieren. Vielmehr ordnen sie die Methoden den entsprechenden Funktionen zu. Weiter

 


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