Wechselkursrisiken vergleichweise geringDie Europäische Zentralbank (EZB) sieht auch weiterhin die Stabilität des Finanzsystems im Euroraum gewahrt, wenngleich sich ihrer Auffassung nach das Risikopotenzial in jüngster Zeit vergrößert hat. "Die Stärke und Widerstandskraft des Finanzsystems im Euroraum ist im vergangenen halben Jahr bestätigt worden, allerdings hat eine Reihe potenzieller Risikoquellen an Bedeutung gewonnen", heißt es in dem halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht, der von EZB-Vizepräsident Lucas Papademos in Frankfurt vorgestellt wurde. Die EZB betont, dass aus einigen dieser Gefahrenherde "plausible, aber wenig wahrscheinliche" Risikoszenarien resultieren könnten. Als mittelfristiges Risiko für die globale Finanzstabilität betrachtet die EZB vor allem die Möglichkeit "einer abrupten Auflösung" der globalen Leistungsbilanzungleichgewichte. Die EZB sieht dieses Risiko nicht nur aufgrund des weiter wachsenden US-Leistungsbilanzdefizits, "sondern auch, weil sich die Finanzierung des Defizits mittelfristig als problematisch erweisen könnte". Die EZB, aber auch andere Institutionen, fürchten, dass eine plötzliche Anpassung der ungleichgewichtigen Situation scharfe Wechselkursänderungen und einen starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen, vor allem in den USA, zur Folge haben könnte. Weiter
Eine neue Generation von CybercriminalsDas organisierte Verbrechen bringt eine vollkommen neue Generation ehrgeiziger Cybercriminals hervor, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie von McAfee. Neu dabei ist der Einsatz von Methoden, die denen des sowjetischen Geheimdienstes KGB (Komitee für Staatssicherheit) zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter zu Zeiten des kalten Krieges ähneln. Der zweite, jährlich erscheinende McAfee-Report über das organisierte Verbrechen und das Internet basiert sowohl auf Informationen führender europäischer Einrichtungen zum Bekämpfen von High-Tech-Verbrechen als auch auf Daten des FBI (Federal Bureau of Investigation). Zu den wichtigsten Ergebnissen der aktuellen Studie zählt, dass verbrecherische Organisationen Kontakt zu Elite-Studenten renommierter Universitäten aufnehmen und diese dann mit den Kenntnissen ausstatten, die sie zum Begehen von High-Tech-Verbrechen im großen Stil benötigen. Weiter
Risiko- und Kapitalmanagement als Basis der UnternehmenssteuerungInfolge strengerer Anforderungen seitens der Regulierungsbehörden und Rating-Agenturen ist das unternehmensweite Risikomanagement (Enterprise Risk Management, ERM) zu einem integralen Bestandteil der Geschäftsprozesse von Versicherungsunternehmen weltweit geworden. 60 Prozent der Teilnehmer an einer Studie ziehen bei ihren Entscheidungsprozessen ausdrücklich Risikomanagement-Überlegungen in Betracht,entsprechend der vierten zweijährigen durch den Geschäftsbereich Tillinghast von Towers Perrin durchgeführten Untersuchung von Risiko- und Kapitalmanagement-Praktiken unter Versicherungsunternehmen weltweit. Die 2006 abgeschlossene Studie konzentrierte sich auf eine Reihe von Problemen, darunter Risikoermittlung, Quantifizierungskompetenz, Berechnung und Einsatz von Finanzkapital, Risk-Reporting sowie Bereiche, in denen die globale Versicherungsgemeinschaft danach trachtet, ihre Risikomanagement-Funktionen zu erweitern. Außerdem wurde eine spezielle Abteilung geschaffen, die die Auswirkung von Solvenz II auf die Europäische Union untersucht. Weiter
Bürokratiekosten der Kreditwirtschaft belaufen sich auf 3,1 Milliarden Euro pro JahrAufgrund spezifischer gesetzlicher Informationspflichten entstehen der deutschen Kreditwirtschaft jährliche Kosten in Höhe von rund 3,1 Milliarden Euro, das sind 4.700 Euro je Mitarbeiter. Das ist das Ergebnis des vom Zentralen Kreditausschuss (ZKA) präsentierten Gutachtens „Bürokratiekosten in der Kreditwirtschaft“. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, weist darauf hin, dass viele Tätigkeiten bei der Erfüllung von Informationspflichten im Back-Office der Institute angesiedelt sind. „Deshalb steht der Prozesstyp ‚IT-gestützte Daten analysieren’ mit einem Anteil von fast einem Fünftel an der Spitze dieser Liste. Der wesentliche kostentreibende Faktor besteht darin, dass zwar fast alle Daten IT-gestützt zur Verfügung stehen, aber mit sehr großem Aufwand nachbearbeitet und für die Zwecke der Informationspflicht aufbereitet werden müssen. Statistische Meldepflichten sind ein Beispiel für solche Prozesse.“ Weiter
Deutsche Manager haben persönliches Risikomanagement im GriffEine international durchgeführte Studie im Auftrag von Robert Half Management Resources kommt zu dem Ergebnis, dass sich Manager in Deutschland in ihren aktuellen Unternehmen sehr wohl fühlen. 67 Prozent denken derzeit nicht über einen Wechsel des Arbeitgebers nach. Jeder zweite äußert sogar explizit den Wunsch, seine aktuelle Stelle zu behalten. Damit scheinen deutsche Unternehmen ihre Mitarbeiter erfolgreicher zu binden als die europäische Konkurrenz. In den Niederlanden verfolgen nur 16 Prozent der Finanzmanager offensiv das Ziel, ihre aktuelle Position zu behalten, in Großbritannien lediglich 11 Prozent. In Irland möchten sogar nur drei Prozent den Status quo bewahren. „Ein entscheidender Faktor scheint die Arbeitsbelastung zu sein, die in Deutschland offenbar erträglicher ist als in anderen Ländern“, erklärt Sven Hennige, Senior Regional Director Central Europe bei Robert Half Management Resources. Weiter
Frühwarnindikatoren für systemische RisikenDie Deutsche Bundesbank hat die so genannten Financial Soundness Indicators (FSI) für Deutschland auf ihrer Website veröffentlicht. Die FSI sollen in erster Linie dazu beitragen, die Transparenz von Finanzsystemen zu erhöhen, insbesondere in solchen Schwellen- und Entwicklungsländern, für die entsprechende Daten bislang nur eingeschränkt zur Verfügung standen. Daneben soll durch eine auf den Indikatoren aufbauende regelmäßige Lage- und Risikoeinschätzung die Krisenprävention verbessert werden. Unter diesen Gesichtspunkten verwendet auch der IWF diese Kennzahlen im Rahmen seiner Artikel-IV-Konsultationen und Financial-Sector-Assessment-Programme (FSAP) zur Einschätzung der Stabilität der Finanzsysteme seiner Mitgliedstaaten.
Sie sind das Ergebnis einer Pilotstudie, die der Internationale Währungsfonds (IWF) in Reaktion auf die Finanzkrisen der 1990er Jahre initiiert hatte. Rund 60 Mitgliedstaaten des IWF stellten einen einheitlich definierten Indikatorensatz zur Beurteilung der Finanzsystemstabilität in ihren Ländern zusammen; sie geben den Stand per Jahresultimo 2005 wieder. Weiter
Aktuelle Uploads in der RiskNET eLibrary: Wichtige Werkzeuge zur Bestimmung der VerlustverteilungUm eine plausible Verlustverteilung für ein Portfolio zu erhalten, reicht es in der Regel nicht aus, ein Verteilungsmodell zu bestimmen und mit den richtigen Parameterwerten zu befüllen. Vielmehr sind hierzu komplexere Modelle nötig, bei deren Formulierung die zuvor besprochenen Verteilungsmodelle mit ihren Eigenschaften von besonderer Bedeutung sind. Selbst wenn ein Portfoliomodell formuliert wurde, müssen noch die Verlustverteilung und deren (Risiko-) Kennzahlen berechnet werden. Hierzu steht uns ein umfangreiches Instrumentarium zur Verfügung, dessen wichtigste Werkzeuge in diesem Beitrag einführend beschrieben werden. [Probekapitel aus: Kreditrisikomessung – Statistische Grundlagen, Methoden und Modellierung (Andreas Henking, Christian Bluhm, Ludwig Fahrmeir, 312 S., Springer Verlag, Berlin 2006.)]. Weiter
Aktuelle BuchempfehlungenPiraten, Fälscher und Kopierer, Strategien und Instrumente zum Schutz geistigen Eigentums in der Volksrepublik China
Von: Hans Joachim Fuchs, 357 Seiten, Gabler Verlag, Wiesbaden 2006.
Jederman kann es täglich in der Zeitung lesen: China ist ein Paradies für Produktfälscher und Markenpiraten. Die World Customs Organization (WCO) schätzt den Anteil gefälschter Waren am gesamten Welthandel auf 6 bis 9 Prozent. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht davon aus, dass etwa 7 Prozent des Welthandels auf den Handel mit Plagiaten zurückzufühen ist. Das entspricht Umsatzeinbußen von etwa 600 Milliarden US-Dollar. Das Weltwirtschaftsforum schätzt den Schaden auf etwa 450 Milliarden Euro. Die bundespolizeiliche Ermittlungsbehörde des Justizministeriums der Vereinigten Staaten (Federal Bureau of Investigation, FBI) schätzt den Schaden für die USA auf 250 Milliarden US-Dollar. Weiter

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