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 RiskNET Newsletter vom 9. Juni 2005

Risikomanagement pharmazeutischer Produkthaftpflichtrisiken

Mittel- bis langfristige Schätzungen gehen davon aus, dass die allgemeinen Haftpflichtschäden in den meisten grossen Wirtschaftsnationen aufgrund gesellschaftlicher und rechtlicher Trends 1,5 bis 2 mal so schnell steigen wie das nominale Bruttoinlandsprodukt.  Insbesondere die Haftung für neue Risiken (etwa im Pharmabereich) stellt die Versicherer vor grosse Herausforderungen, da derartige Exposures mit traditionellen Methoden der Versicherungsmathematik nicht quantifiziert und kalkuliert werden können. Auf der einen Seite stehen die Versicherer vor der Herausforderung Kumulrisiken zu begrenzen und auf der anderen Seite zukünftige Entwicklungen und Risikokomplexe rechtzeitig zu antizipieren. Weiter

 

RISK 05: Gipfeltreffen der Risikomanager am 30. Juni 2005

Am 30. Juni 2005 findet das Gipfeltreffen der Risikomanager in Frankfurt am Main statt. Unter dem Motto "Vom Faktor X zum Erfolgsfaktor" richtet das Gipfeltreffen der Risikomanager den Blick darauf, wie Banken mit Basel II und Versicherungen mit Solvency II Wettbewerbsvorteile gewinnen – indem sie Gefahrenpotenziale identifizieren und Risiken bewusst steuern.

Im Mittelpunkt der RISK 05 stehen der fachliche Austausch und das voneinander Lernen sowie die Gewinnung wertvoller Anregungen aus der Praxis: Ausgewiesene Experten diskutieren während der Podiumsdiskussion "Risikomanagement: Werttreiber oder regulatorische Bremse?" mit den Teilnehmern. Referenten der Veranstaltung sind unter anderem Vorstandsmitglieder der Gerling Versicherungs-AG, der Commerzbank und der Allgemeinen Kreditversicherung Coface. Sie beschreiben den aktuellen Stand des Risikomanagements in ihren Unternehmen. Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Chaos Computer Clubs, beleuchtet die "IT-Risiken im Kontext globaler Spannungsfelder" und geht auf Risiken rund um Wirtschaftsspionage und Information Warfare ein. Die Agenda ist im Internet unter www.sas.de/risk05 abrufbar. Interessenten können sich auch an Frau Ulrike Bergmann (ulrike.bergmann@ger.sas.com) bei SAS wenden. Weiter

 

Risikomodelle oft nicht sturmerprobt

Nach Ansicht des französischen Mathematikers Benoît B. Mandelbrot unterschätzen die gängigen Methoden des Risikomanagements die Risiken an den Finanzmärkten. Mandelbrot wurde 1924  in Warschau geboren und lebt in Frankreich. Bekannt geworden ist Mandelbrot vor allem für die Entwicklung der Fraktalgeometrie als Mathematiker bei IBM. Bei Fraktalen handelt es sich um ein mathematisch definiertes Objekt, das nicht ein-, zwei- oder dreidimensional ist, sondern eine sog. gebrochenzahlige Dimension aufweist (etwa 1,3 oder 6,73). Das berühmteste Fraktal ist die so genannte Mandelbrot-Menge, die aufgrund ihres Aussehens oft  auch als "Apfelmännchen" bezeichnet wird. Seine wohl bekannteste Veröffentlichung ist "Die fraktale Geometrie der Natur".

Mandelbrot kritisiert an den traditionellen Risikomodellen, dass sie die Realität nur sehr eingeschränkt abbilden würden. "Die meisten Risikomodelle der Banken und Versicherungsunternehmen seien blind für Extremereignisse." so Mandelbrot während eines Vortrags vor dem Frankfurter Center for Financial Studies. Weiter

 

Sieger beim Fachbuch-Vergleichstest "Risikomanagement" (buecher.de)

Frank Romeike: Frank Romeike: Modernes Risikomanagement - Die Markt-, Kredit- und operationellen Risiken zukunftsorientiert steuern.

Nur die Unternehmen, die ihre Risiken vorausschauend erfassen und damit steuern und kontrollieren können, werden langfristig erfolgreich sein. In diesem Sinne bleibt modernes, proaktives Management, so wie es hier vorgestellt wird, nicht bei der Ist-Analyse stehen. Es setzt stattdessen auf prognostische Fähigkeiten, den Blick in die Zukunft. Im Mittelpunkt der in diesem Buch versammelten Beiträge stehen daher u.a. zeitgemäße Methoden, um Kreditrisiken zu messen, sowie die statistische Modellierung des Zinsänderungsrisikos.

Fazit: Ein Kompendium auf sehr hohem Niveau: 18 ausgewiesene Fachleute (Portfoliomanager, Mathematiker, Controller) beschreiben innovative Methoden und Instrumente für evolutionäre und revolutionäre Wege proaktiven Risikomanagements. Sehr gelungen ist die Verbindung der theoretischen Ansätze mit konkreten Beispielen. Dadurch wird das Werk zu einer praktischen Hilfe im Alltag aller, die Risiken früh erkennen, analysieren und professionell managen müssen. Weiter

 

NRW-Mittelstand muss Risiko-Management-Klaviatur lernen

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen bessert sich nur schleppend. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen leiden noch immer unter schwacher Eigenkapitalquote, restriktiver Fremdfinanzierung, mangelhaften Risiko-Management und dem dadurch verursachten "Financial Stress". Dies zeigt die Bürgel Firmen-Trendanalyse NRW, die die Belastung der NRW-Unternehmen durch negative Bonitätsmerkmale (Negativmerkmale) misst. Weiter

 

Besuchen Sie den RiskNET Marktplatz

Auf dem RiskNET-Marktplatz finden Sie Lösungsanbieter und Consultants rund um den Themenkomplex Risikomanagement. Erweitert wird der RiskNET-Marktplatz demnächst um eine Job- und Projektbörse. Weiter

 

Deutscher Corporate Governance führt zu positiver Resonanz

Axel von Werder, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität Berlin und gleichzeitig Mitglied der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex", gab in seinem Vortrag einen Überblick über den aktuellen Stand und die zukünftigen Entwicklungen der Corporate Governance in Deutschland.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält in seiner heutigen Fassung insgesamt 72 Empfehlungen sowie 19 Anregungen zur Leitung und Überwachung börsennotierter Gesellschaften. Auch nicht börsennotierten Gesellschaften wird die Anwendung des DCGK empfohlen. Weiter

 

Aktuelle Buchempfehlungen

Nicolaus Piper, Michael Mendel : Profit und Prinzip: Werte mittelständischer Unternehmen zwischen Familie und Kapitalmarkt

Die Herausgeber haben mit diesem Buch eine Analyse und Dokumentation des "Expertenforums Mittelstand" vorgelegt, der sich mit der Thematik Profit und Prinzip beschäftigt. Unternehmenspersönlichkeiten aus dem Mittelstand  diskutierten über Probleme und Perspektiven mittelständischer Firmen, vor dem Hintergrund eines wachsenden und sich verändernden Kapitalmarktes.

Das lesenswerte Buch gibt eine Fülle von Anregungen für eine weitere und längst fällige Diskussion. Es zeigt, dass die aktuelle öffentliche Diskussion über das Verhalten von Managern und Unternehmern nicht die ganze Realität widerspiegelt, sondern eher nur die Oberfläche ankratzt. Profit und Ethik müssen keine Gegensätze sein. Dass ist das ermutigende Fazit aus der Diskussion. Weiter

 


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