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 RiskNET Newsletter vom 30. August 2005

RiskNET-Events: Industrielle Risiken messen und reporten, 17./18. Oktober 2005, Frankfurt/M

Die Corporate Governance Diskussion, das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), das Bilanzrechtsreformgesetz (BilReG), das Bilanzkontrollgesetz (BilKoG) sowie diverse Unternehmenszusammenbrüche in den vergangenen Jahren, veranlasste zahlreiche Unternehmen ein unternehmensweites Risikomanagement aufzubauen.

Trotz anfänglicher Euphorie und Tatendrang haben viele Unternehmen das Ziel eines managementorientierten Frühwarnsystems noch nicht erreicht. Denn vor der Steuerung von Risiken steht deren Messung und verständliche Darstellung. Neben Problemen bei der Datenerhebung und Datenverarbeitung mangelt es an der Ableitung von aussagekräftigen Entscheidungsinformationen für die Unternehmensleitung. Bankspezifische, für Unternehmen jedoch untypische Kennzahlen wie etwa das Risiko eines Barwertverlustes (Value at Risk) werden neuen, aussagekräftigeren Kennzahlen gegenübergestellt. Dazu zählt beispielsweise das Risiko von einem erwarteten Cash Flow, Gewinn oder Budget abzuweichen. Das Seminar "Industrielle Risiken messen und reporten: Risikomessung und zielgruppenorientiertes Risiko-Reporting  in Industrie- und Handelsunternehmen." vermittelt Methodenkompetenz in praxisorientierten Verfahren zur Risikomessung und -berichterstattung. Weiter

 

Studie zeigt Verbesserungsbedarf bei Corporate Governance

Erstmals wurde die Einhaltung der Soll-Empfehlungen und Sollte-Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) von Unternehmen des Dax, M-Dax und TecDax aus Investorensicht untersucht. Dabei sind die Forscher zu dem Ergebnis gekommen, dass die Qualität der Corporate Governance grundsätzlich gut ist. Allerdings zeigt die Untersuchung Defizite in der Umsetzung der freiwilligen Kodexanregungen sowie der Interpretation und der Transparenz des Kodex auf.

Mit dem DCGK sollen die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und -überwachung für Investoren transparent gemacht werden. Auf diese Weise soll das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften wieder gestärkt werden. Dabei bezieht sich der DCGK auf wesentliche Kritikpunkte an der Unternehmensführung in Deutschland wie etwa: mangelhafte Ausrichtung auf Aktionärsinteressen, mangelnde Transparenz deutscher Unternehmensführung oder mangelnde Unabhängigkeit deutscher Aufsichtsräte. Weiter

 

Risk Management Association (RMA e. V.) geht an den Start

Die (Neu- und Weiter-)Entwicklung von Methoden und Instrumenten ist fragmentiert und verläuft in unterschiedliche Richtungen, der wertvolle Austausch von Erfahrungen findet innerhalb der Risk-Management-Community allenfalls zufällig und sporadisch statt. Um diese Defizite zu beseitigen und das Thema Risikomanagement weiter voranzutreiben, haben sich nun Interessierte und Anwender zusammengeschlossen und die Risk Management Association e. V. (RMA) gegründet. Die RMA positioniert sich bei allen Fragestellungen rund um das Risikomanagements als Kompetenzpartner für Unternehmen, Politik, Behörden, Gesellschaft und Wissenschaft.

Ziele des Vereins sind unter anderem die Förderung, Weiterentwicklung und Verbreitung des Risikomanagements in Unternehmen und Organisationen, die Unterstützung des Dialogs zum unternehmens-, branchen- und länderübergreifenden Erfahrungsaustausch sowie die wissenschaftliche und praktische Weiterbildung von Menschen, die im Bereich des Risikomanagements tätig sind. Des Weiteren hat sich die RMA die Etablierung von Normen und Standards sowie die Unterstützung von politischen Entscheidungsgremien und Behörden bei der Entwicklung von gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben im Bereich des Risikomanagements auf die Fahnen geschrieben. Inhaltlich wollen die Mitglieder unter anderem die Risikomanagement-Forschung fördern, nationale und internationale Konferenzen organisieren, innerhalb spezieller Arbeitskreise unterschiedlichste Themen des Risikomanagements aufbereiten sowie Methoden und Instrumente (weiter-)entwickeln. Weiter

 

Milliardenverluste durch unzureichendes Risikomanagement

Die schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Hand und vieler gewerblicher Kunden führt in der Informations- und Telekommunikationswirtschaft (ITK) im laufenden Jahr deutschlandweit zu einem Umsatzausfall von mehr als einer Milliarde Euro. Das ergab eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zum Zahlungsverhalten im ITK-Markt. "Die schwache Entwicklung der Gesamtwirtschaft beeinträchtigt die Zahlungsmoral", kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder die Ergebnisse der Analyse. Fast 30 Prozent der befragten ITK-Anbieter gaben an, dass sich das Zahlungsverhalten ihrer gewerblichen Kunden in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert hat; 21 Prozent bemerkten dies in Hinblick auf ihre öffentliche Kunden. Im Durchschnitt dauert es 37 Tage ab Rechnungsausgang, bis staatliche Auftragnehmer zahlen. Private Kunden begleichen ihre Rechnungen bereits zwei Tage früher. Als Zahlungsziel gewähren die Anbieter im Schnitt 27 Tage. "Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Kunden von ITK-Unternehmen aber immer noch zuverlässiger", meint Rohleder. Im Mittel wird nämlich erst nach 42 Tagen gezahlt. Weiter

 

Neu: RiskNET-Kolumne September 2005: Risk Management in kleinen und mittleren Unternehmen

Auch kleine und mittlere Unternehmen benötigen dieses Instrument, denn wer etwas unternimmt – geht Risiken ein. Diese Tatsache trifft auf Unternehmen aller Grössenordnungen zu. In der Praxis sieht es allerdings etwas anders aus, da die angebotenen Systeme sich vornehmlich für Konzerne und grössere Einzelfirmen eignen, denn der damit verbundene Aufwand ist für KMU schlicht zu gross. Wie also muss ein Risk-Management-System für die hier angesprochene Zielgruppe aussehen – ohne dabei auf die wesentlichen Ergebnisse des Systems verzichten zu müssen?

Die Antwort: Einfach, ausgestattet nur mit den wirklich notwendigen Funktionen für ein erfolgversprechendes managen der Risiken. Ein Kalkulations- und ein Textverarbeitungsprogramm (z.B. Excel und Word) genügen, um die notwendigen Aufgaben zu erledigen. Das Formularwesen ist auf ein Minimum ausgelegt. Auf komplizierte Bewertungsmethoden, und damit auf Scheingenauigkeit, wird verzichtet. Entscheidungen werden grundsätzlich im Team getroffen. Weiter

 

9. Fachtagung Corporate RiskManagement am 6. Oktober 2005 in Frankfurt am Main

Zu einem erfolgreichen, unternehmensweiten Risikomanagement gehört heute mehr als nur die Kenntnis grundlegender, regulatorischer Anforderungen. Anders ausgedrückt stellt die Kenntnis von KonTraG, TransPuG et. al. lediglich eine notwendige jedoch keine hinreichende Bedingung dar. Der zunehmende Reifegrad von Risikomanagement-Prozessen in deutschen und internationalen Firmen lenkt das Augenmerk zunehmend auf weitere, kritische Erfolgsfaktoren. Nachdem die ersten Jahre ab 1998 bestimmt waren durch Fragen nach der grundsätzlichen Notwendigkeit eines solchen Prozesses, richtet sich der Focus heute zunehmend auf Fragestellungen, die einen direkten Bezug zur praktischenUmsetzung haben. Mögliche Anforderungen der Zukunft sind dabei genauso von Interesse wie Techniken zur Entwicklung einer der Akzeptanz zu Grunde liegenden Risikokultur. Im Rahmen dieser Fachtagung werden deshalb unterschiedliche Lösungsansätze präsentiert, welche im praktischen Betrieb verprobt wurden. Weiter

 

Aktuelle Trends bei D&O Versicherungen

Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmen Tillinghast entwickelt sich der deutsche Markt für Managerhaftpflichtversicherungen (D&O) weitgehend parallel zum Vorreitermarkt USA. Diese Aussage lässt sich auf der Basis von Analysen treffen, die Tillinghast in den USA durchführt. Dort untersucht das Unternehmen seit fünfzehn Jahren systematische das Marktsegment der Managerhaftpflichtversicherungen. Immer wieder ist festzustellen, dass der deutsche Markt der Entwicklung in den USA mit einigem Zeitabstand folgt.

Managerhaftpflichtversicherungen (so genannte "D&O"- oder "Directors & Officers Liability"-Policen) haben hierzulande in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Zurückzuführen ist dies auf Bestrebungen, die persönliche Haftung von Aufsichtsräten, Vorständen und Geschäftsführern zu verschärfen. Die Versicherung für das Führungspersonal dient als Sicherheitsnetz, um sich gegen mögliche negative Folgen von Management-Entscheidungen abzusichern. Weiter

 

Kongress Frühwarnindikatoren für den Mittelstand – Ein Beitrag zur Zukunftssicherung am 4. Oktober 2005 in Freiburg

Mit den Auswirkungen eines verfehlten Risikomanagements und der Wirksamkeit von Frühwarnindikatoren zur effektiven Steuerung von Unternehmen wird sich auch der Kongress „Frühwarnindikatoren für den Mittelstand - Ein Beitrag zur Zukunftssicherung“ beschäftigen, der am 4. Oktober 2005 in der Zeit von 9:00 bis 16:30 Uhr im Konzerthaus in Freiburg im Breisgau stattfindet. Organisiert wird der Kongress von den Initiatoren der BDUStudie, Günter Monjau, Geschäftsführender Gesellschafter der RMC Risk Management Consulting GmbH und Detlef Stachel von der Stachel MittelstandsBeratung BDU. Veranstalter sind drei in Freiburg ansässige Unternehmen: die BDO Deutsche Warentreuhand, der Rudolf Haufe Verlag und die auf dem Gebiet der Gebäudeautomatisierung tätige SauterCumulus. Der Kongress richtet sich an Geschäftsführer, Finanzchefs und Controller sowie an Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und soll einen Beitrag zur Zukunftssicherung mittelständischer Unternehmen leisten. Weiter

 

Besuchen Sie das RiskNET Forum

Das RiskNET-Forum wurde komplett überarbeitet. Für Ihr Feedback und Ihre aktive Beteiligung im RiskNET-Forum bedankt sich die RiskNET-Redaktion bereits jetzt. Weiter

 

Operational Risk - erkennen und beherrschen

Die Vermeidung operationeller Risiken zählt zu den Aufgaben eines jeden Managers und Mitarbeiters und wird von den Aufsichtsbehörden kontrolliert. Sie und Ihre Mitarbeiter müssen Risiken identifizieren können und wissen, welche Maßnahmen anzuwenden sind. Indem Sie beides beherrschen, steigern Sie nachhaltig den Wert Ihres Unternehmens! 

Im Gegensatz zu Kredit- oder Marktpreisrisiken sind operationelle Risiken nicht an bestimmte Stellen innerhalb der Organisation gebunden. Sie können überall dort entstehen, wo Menschen und Systeme zusammenarbeiten und dabei von externen Faktoren beeinflusst werden.

Operational Risk - erkennen und beherrschen: Konzeptionelles Lernen in 10 Lektionen für Fach- und Führungskräfte in Kreditinstituten. Weiter

 

Aktuelle Buchempfehlungen

Robert Finke: Grundlagen des Risikomanagements – Quantitative Risikomanagement-Methoden für Einsteiger und Praktiker

Wie Robert Finke korrekterweise feststellt, wird ein Erfolg versprechendes Geschäft nur dann verfolgt, wenn die Höhe des erwarteten Erfolgs die zu übernehmenden Risiken rechtfertigt. Will man nun aber das Risiko tatsächlich quantifizieren, so stellt man recht schnell fest, dass Risiken viel mit mehr oder weniger zufälligen Ereignissen zu tun haben. Risikomanagement ohne mathematisch-statistische Methoden ist seriös nicht denkbar, so Finke in seiner Einleitung. Das Buch von Robert Finke – Professor für Controlling an der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin – wendet sich daher vor allem an Nichtmathematiker, die in das Risikocontrolling einsteigen möchten und sich die dazu erforderlichen quantitativen Instrumente erschließen möchten.

Das Buch ist insbesondere für die Leser uneingeschränkt zu empfehlen, die einen schnellen und einfachen Einstieg in die quantitativen Methoden des Risikomanagements suchen. Die vielen Beispiele und Fallstudien illustrieren den Einsatz der verschiedenen Methoden und Instrumente in der Praxis. Weiter

 


RiskNET Aktuell Impressum

Erscheinungsweise:

Der RiskNET Aktuell ist ein exklusiver Newsletter-Service von RiskNET. Er erscheint monatlich in elektronischer Form. Bei Interesse an einem Sponsoring schreiben Sie bitte an office@risknet.de

Herausgeber:

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